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Wegebau, außerdem werden den Landtag Interna wie Rechnungswesen rc. beschäftigen. Morgen treten die Mitglieder des ständischen Ausschusses zusammen.

Limburg, 2. Oct. Die durch rechtskräftiges Urtheil des Schwurgerichts dahier vom 3. Juli l. I. gegen den Jacob Koch von Ohren wegen Mords er­kannte Todesstrafe ist von Sr. Majestät dem Kaiser und Könige aus Gnade in lebenslängliche Zuchthaus strafe umgewandelt worden.

Dresden, 2. Okt. Der Landtag ist nun auf den 13. d. M. einberufen und das „DreSd. Journ." hat auch bereits über die Vorlagen für denselben — ob alle oder nur einige, ist nicht recht zu ersehen — stch ausgelassen. Unter den daselbst genannten vermißt man das Gesetz über die Wasserläufe und die revidirte Gestndeordnung, welche beide erwartet wurden. WaS die aufgezählten betrifft, so ist von besonderer Wichtigkeit die Versicherung des amtlichen Journals, daß die beabsichtigte namhafte Erhöhung der Staatsdienergehälter, ja, auch eine der Pensionen, möglich sein werde ohne Erhöhung der Steuern. Früher erklärte die Regierung, eö werde ohne eine solche nicht abgehen. Das Steuer Reformgesetz soll übrigens diesmal ernstlich in Angriff genommen werden. Auch eine abermalige Erhöhung der Schullehrer-Ge­hälter wird nach dem „DreSd. Journ." beabsichtigt. Schon beim ehevorigen und beim vorigen Landtage hat eine solche stattgefundeti. Das beim letzten Land­tage beantragte Gesetz über die Ober-RechnungSkammer soll vorgelegt werden; eben so das schon damals vor- gelegte nnd von der Zweiten Kammer angenommene, von der Ersten aber schroff zurückgewiesene Gesetz, einige Verfassungsänderungen betreffend. Man darf gespannt darauf sein, in welcher Form letzteres dies mal zur Vorlage kommen wird. Wenn unverändert in der früheren, so steht zu befürchten, daß die Erste Kammer es wieder ablehnt; ist es aber den Wünschen dieser entsprechend modificirt, so dürfte eS in der Zweiten Kammer schwerlich abermals dieselbe aner­kennungsvolle Aufnahme wie beim vorigen Landtage finden.

Gera, 30. Sept. In der heutigen Sitzung der ersten allgemeinen deutschen Rcalschulmänner-Versammlung wurden in zweiter Lesung die vom Director Dr. Schauen­burg (Creseld) beantragten Thesen angenommen. Nach sehr langer Debatte erhielten dieselben folgende Fassung: 1. Für die gesammte Gestaltung unseres Unterrichts­wesens muß der Grundsatz der Freiheit in dieser Ge­staltung maßgebend sein. ES ist Sache des Staates, die Ziele zu bezeichnen, welche von den höheren Schulen erreicht werden müssen, und die nolhwendigen Garantieen dafür zu verlangen, daß sie erreicht werden. Die Organisation im Einzelnen zu bestimmen, ist nicht seine Aufgabe. 2. Damit eine solche Freiheit gewährt werden könne, und die Schule vor Schülern bewahrt bleibe, welche nur um fremdartiger Zwecke willen sie aufsuchen, ist dahin zu streben, daß alle Berechtigungen, welche nicht an ein Reife - Zeugniß, sondern an den Besuch gewisser Klassen oder an die

Eigenchümlich war es, wie man mit einer Ecke dieses Hauses den offenbar schon früher vorhanden gewesenen Klosterbrunnen überbaut hatte. Es ist dies die nordöstliche Ecke. Am entgegengesetzten Ende waren in das Gebäude Substructionen einer Befestigung deö hier bestandenen Lahnthoreö eingebaut. Dieselben erregen noch gegenwärtig die Aufmerksamkeit durch jene vorzügliche Maurertechnik, welche gemeiniglich im Mittelalter die Werke der Militärarchitectur von denen der Civil Baukunst auSzeichnet.*)

») Noch einige weitere historische Nachrichten über das vorhinnige Dominicanerkloster werden wir in der nächsten Nummer mittheilen, da uns dieselben für heute verspätet zugiengen. Sinnt, d. Red.

Ei« Abenteuer ««ter de« Schmugglern.

Rach dem Französischen jwn Fritz Brentano.

(Fortsetzung.) *

Derselbe sah wirklich etwas fabelhaft auS. Seine ganze Bekleidung bestand in einem höchst zweifelhaften Hemde — einer Hose, deren einstige Neuheit sehr schwer zu beweisen schien, und einem Hut, der so schrecklich vom Zahn der Zeit benagt war, daß er sich nur mit Mühe auf seinem Standquartiere, dem Kopfe seines EigenthümerS, hielt. Schuh und Strümpfe schien der Biedermann als einen höchst überflüssigen Luxus zu verachten. Er sah überhaupt täuschend einer wandelnden Lumpensammlerin ähnlich — mir aber schien er in diesem Augenblick wie ein rettender Engel, den der Himmel mir sandte.

„He! Hollah! zu Hilfe, braver Mann, zu Hülfe!" rief ich ihm aus Leibeskräften zu, allein anstatt her­bei zu eilen, blieb er plötzlich stehen und nahm, mich betrachtend, ganz ruhig eine Priest Tabak.

Der Bauer in Savoyen ist durchaus nicht hinter­listig und verschmitzt, aber höchst vorsichtig. Er rührt

Reise für dieselben geknüpft sind, so bald als möglich aufhören. 3. Für diejenigen Schüler, welche ihre Schulbildung mit dem vollendeten sechszehnten Lebens­jahr abschließen muffen, ist eine besondere Art von Schulen nothwendig, die ihnen eine beschränkte, aber in sich abgeschlossene, daher haltbare und fruchtbare Bildung ins Leben mitgibt und an bereit Rcife-Zeug- niß das Recht, der Militärdienstpflicht als einjährige Freiwillige zu genügen, geknüpft ist. 4. Es ist zweck mäßig, das Lateinische von dem Lehrplan dieser Schulen auszuschließen, soweit nicht besondere Der hältnifst seine Ausnahme in denselben bedingen. 5. Von den bestehenden Schulen sind für die in 1. verzeich­neten Schulen die höhere Bürgerschule ohne Latein und die Realschule zweiter Ordnung die geeignetsten Anstalten. 6. Die Realschule erster Ordnung gewährt eben so wie das Gymnasium eine wissenschaftliche Vorbildung, die ihre Abiturienten befähigt, die Universitätsstudien mit Erfolg zu betreiben. Diesen Abiturienten ist daher der Eintritt in alle Fa- cultäteu zu eröffnen und die Zulassung zu den entsprechenden Staatsprüfungen zu gewähren. Es bleibt ihnen ebenso wie den Gymnasial - Abiturienten überlassen, die ihnen mangelnden besonderen Vorkennt- nisse, die für das Studium in einzelnen Fakultäten nothwendig sind, durch eigenes Studium sich zu er­werben. 7. Da die Realschule erster Ordnung ebenso wie auf der anderen Seite das Gymnasium einer weiteren Entwickelung bedarf, so ist es Aufgabe aller Betheiligten, Schulorganisationen zu suchen, die inner­halb der durch die Ziele beider Schulen gebotenen Grenzen sich frei gestalten. Solche Schulen müssen den Schülern die Möglichkeit gewähren, sich eine all gemeine Bildung zu verschaffen, welche die verschiedenen Kräfte des menschlichen Geistes umfaßt und den großen Aufgaben der Gegenwart entspricht. 8. Es ist Wünschens­werth, daß die Realschule erster Ordnung als Real- Gymnasium, die Realschule zweiter Ordnung als Real­schule bezeichnet werden. Rector Stade (Mühlhausen) gab hierauf ein längeres Referat über die Ferienord­nung. Redner bezeichnete die jetzige Ferienordnung als eine in jeder Beziehung unpraktische. In der sich anschließenden Debatte bemerkte Dr. Strack (Berlin), daß die Abschließuttg des Schuljahres mit Weihnachten beispielsweise für Berlin in Anbetracht des dortigen großartigen Wohnungswechsels, der zumeist Ostern ftattfiube, sich absolut nicht zur Ausführung bringen ließe. Es gelangte schließlich folgende, von dem Refe­renten beantragte Resolution zur Annahme: 1. Das Lehrjahr ist mit dem bürgerlichen Jahr in Ucbcrein- ftimmung zu bringen. 2. Die Hauptferien sind um Neujahr und in die Mitte des Sommers zu legen. 3. Ausnahmen und Rücksichten auf örtliche Verhält niffe bleiben Vorbehalten, jedoch darf die Gesammt- dauer der Ferien keineswegs überschritten werden. Auf Antrag des Directors Dr. Friedländer (Hamburg) wurde beschlossen: einen aus fünf Personen bestehenden permanenten Ausschuß zu wählen. Dieser hat nicht nur die ferneren Konferenzen vorzubereiten, sondern

keinen Finger bei einer Sache, die ihm nicht ganz klar ist - er befaßt sich mit keiner Angelegenheit, von welcher er nicht ganz gewiß weiß, daß er weder gegen die Obrigkeit, noch gegen das gute Einver­nehmen mit seinen Nachbarn handelt, oder welche ihn in Konflikt mit den königlichen Gendarmen bringen könnte.

So war auch mein Bauer. Ein Mensch an einem Baum festgebunden — das war ihm nicht ganz klar — dahinter steckte Etwas. Er konnte von Seiten der Obrigkeit diesen Standpunkt einnehmen — vielleicht von der Gendarmerie in diese Lage versetzt worden sein — jedenfalls aber von irgend Jemanden, der einen Zweck dabei hatte. Ihn ohne Weiteres los binden, ohne diesen Zweck zu kennen — nein, das ging nicht. Er mußte erst ein wenig sondiren.

— Schön Wetter heute! Was? (Er lächelte schlau und nahm wieder eine enorme Prise.) Recht schön! Wie?

— Bindet mich los, anstatt vom Wetter zu plan bern, Spaßvogel, ter Ihr seid!

— Geduld, man bindet Euch los. Seid Ihr schon lange da?

— Seit drei unendlichen Stunden. Vorwärts, guter Freund, an's Geschäft!

Er kam zwei Schritte näher.

— Waren eö vielleicht Spitzbuben, welche Euch da festgebunden haben?

— Ich werde Euch daö Alles nachher erzählen. Bindet mich nur vor allen Dingen los!

Er trat wieder langsam einige Schritte näher und schon glaubte ich dem Ende meiner Leiden nahe zu sein, als er mich plötzlich mit leiser Stimme und ge heimnißvoller Miene fragte:

— Hört mal! Sind es vielleicht Schmuggler ge­wesen ?

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(Schluß folgt)

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voll starrte ich zur Erbe — wie lange weiß ich nicht als plötzlich zwei Eichhörnchen, welche sich bisher lusti in meiner Nähe umhergetummelt hatten — zu gleich« Zeit ihre Männchen machten,, einen Augenblick auf horchten und bann blitzschnell auf den nahen Bäumet verschwanden. Sollte Jemand nahen? Richtig, s< war es.

auch für die Reform des Realschulwesens nach beste»! minif Kräften vermittelst der Presse, Broschüren rc. zu agi- tiren. Außerdem wurde der Wunsch geäußert: Prv- vinzialvereine für Rcalschulmänner zu bilden, und

wurde bei dieser Gelegenheit mitgetheitt, daß sich bereite ein derartiger Verein für das Königreich Sachse» conftituirt habe. Den letzten Gegenstand der Verhand­lung bildete: „Die pädagogische Vorbildung der Lehrei höherer Lehranstalten." Dr. Beck (Berlin) als Referent bemerkte, daß die jetzigen Universitäts - Einrichtungen nicht die mindeste pädagogische Ausbildung gewähren, und daß sich die Lehrer dieselbe erst im praktischen Wirken an­zueignen vermögen. ES gelangte eine von Dr. Beck(Berlinj beantragte Resolution zur Annahme, welche lautet: 1. Nothwendig sind zur Entwicklung deS höheres Schulwesens, insbesondere um eine gediegene Vorbe­reitung für das Lehramt zu gewinnen, Einrichtungei von geeigneten Lehrvorträgen auf den Universitäten, an denen es jetzt nicht bloß für die fremden moderne« Sprachen fehlt, sondern auch für die deutsche Sprach^ für die vaterländische, mittelalterliche und neuere

— Errathen. So ist eS. Die Schufte hab« mich da festgeschnürt, damit ich gefangen bleibe bi zu ihrer Rückkehr.

Diese Worte brachten eine erstaunliche Wirku« auf den Savoyarden hervor. Er wich drei Schritt zurück und machte augenscheinlich Anstalt davonzugeh« und mich im Stich zu lassen. Jetzt konnte ich mein« Zorn nicht mehr meistern. Ich schimpfte aus Leibe» kräften- und rief ihm alle möglichen Verwünschung« zu, allein das rührte den Kerl nicht im Mindeste« Er murmelte Etwas, wie: „Man wird sehen, xoi sich thun läßt", drehte sich rasch um, verdoppelte sei» Schritte und verschwand im Walde, verfolgt von all« Schimpfnamen, die ich in meinem Sprachschätze auf finden konnte.

Ich war außer mir. Dieser Rückfall in meii Elend war mir höchst fürchterlich und überdies quält mich der Gedanke, daß ich vielleicht meine Sage bt deutend verschlimmert habe, indem ich einem Unbe kannten -- der ja ein Genosse der Schmuggler seit konnte — so ohne Weiteres erzählt hatte, daß dies es waren, welche mich so behandelt hatten. Durst ich unter diesen Umständen auf Befreiung hoffe« wenn sie zurückkehricn? „Nur die Tobten plauben nicht!" Dieser Ausspruch und der Tod Jean Pierre'! standen wieder lebhaft vor meiner Seele. Gedanke»

schichte und Geographie und für die mannigfache! Mou Zweige der Naturwissenschaft. 2. Eine öffentlich Sammlung möglichst aller Unterrichtsmittel alter uni

neuerer Zeit, so wie der wichtigsten Cnlturvölkq eben so von Schulhausmobellen und Schulgeräthv zu veranstalten. Nachdem in den vorerwähnten pes manenten Ausschuß die Herren Directoren Dr. Osten borf (Düsselborf), Dr. Frieblänber (Hamburgs Dr. Strack (Berlin), Dr. Krumme (Remscheid) uni Dr. Giesel (Leipzig) gewählt worben waren, tourt die Konferenz gegen 2 Uhr Nachmittags geschlossen

Darmstadt, 4. Oct. Die erste Kammer bet Stäube genehmigte heute bas Finanzgesetz, wie es au» den Beschlüssen der zweiten Kammer hervorgegangen

Gießen, 4. Oct. Bekanntlich entspricht das G« bäude, in welchem sich unser Gymnasium befindet, ii keiner Weise mehr den Bedürfnissen des Unterricht». Es mangeln nicht nur die Räumlichkeiten für b« Lehrer, sondern eö fehlen auch die Lehrräume für bii stets steigende Schülerzahl. Der größte Mißstand besteht aber darin, daß die Hebungen des hiesige« Militärs unmittelbar vor dem Gymnasial - Gebäud! stattfinden, was für den Unterrichtenden und btt Schüler im höchsten Grade störend ist. Man kam cs deshalb nur begrüßen, daß die Regierung jetzt ernst lich auf Abhütfe bedacht ist. Wie wir nämlich aut einer soeben an die Stände gelangten Vorlage ersehen, ist ein geräumiger Neubau an einem von der Stadt dahier in günstigster Lage gewährten Bauplatz vorge­sehen, wofür 175,000 fl. beansprucht werden. Ma« darf nach der Stellung des Finanz-Ausschusses und des Plenums der zweiten Kammer, welche diese bisha gegenüber Untcrrichtszwecken eingenommen haben, woh erwarten, daß die Vorlage nicht ungünstig aufgenommei werde.

Augsburg, 5. Oct. Nach einer Meldung ii der „Allgemeinen Zeitung" hat der Antrag des Gesäumt