1873.
Marburg, Sonntag, dm 5. October.
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Ze*.;»* .»«lick außer den Werktagen nach Somi- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch di« Expedition (Koch'sche Buchdruckcrei) bezogen 22iSgr durch die in 27 Sar (erd. Bestellgebühr und ind. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. - Jnsertlvnsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. ,
Sämmtliche Annoncen-Büreaus nchmen Inserate an. ' ' , . ;
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wie vor an der Tagesordnung, doch hat der Kriegs- Minister durch ein „sehr vertrauliches Rundschreiben" die commandircnden Generale aufgefordert, das osficielle, augenfällige Paradirm der Osficieren bei Processtoveft.
Von diesem ersten Predigerkloster sind außer dem später verlängerten Ostflügel nur erhaitm die südliche Mauer des Kreuzganges, ein einziges der gewölbten Eckfelder desselben und viele Reste der inneren Kreuz- gangsarchitectur, welche in die späteren Bauten vermauert würben.
Die erste Periode umfaßt die Jahre von etwa 1290 bis 1320. In dieser Zeit wurde der Bau des Chores der Kirche begonnen und vollendet, sowie das Kirchenschiff bis auf ein Weniges unterhalb seiner jetzigen Höhe hinausgeführt. Gleichzeitig und in un> unterbrochenem Mauerverband mit dem Chore ward an denselben der östliche Klosterflügel angebaut; derselbe hatte damals eine Länge bis über das zweite Fenster der Universitäts-Aula hinaus. In dem Winkel zwischen diesem Flügel und der Kirche lag ein auf feier Seiten von einem Kreuzgang umschlossener Hof, der etwa die anderchalbfache Größe deS auf uns gekommenen Kreuzgangshofes besaß. , .
Der östliche Flügel enthielt über einem kreuzgewölbten Keller im Parierregeschoß die Sacristei und bes Refektorium oder Speisezimmer ; letzteres umfaßte ben zuletzt zu zwei Lehrzimmern abgeschiedenen Raum und das nördliche Dritthell der Aula, Md war ein schlichter mit einer von drei Holzfäulen getragenen Balkendecke geschlosiener, durch viereckige Fenstern mit Eteinkrenzen von Osten her erhellter Saal; westlich nach dem Kreuzgange hin öffnete sich derselbe in einer großen Spitzbogmthür und zwei rechts und links daneben liegenden Maaßwerkfenstern. Im Obergeschoß lag über Sacristei und Refectorium der Schlaffaal.
Derselbe zeigte die interessante Anordnung einer hoch in das Dach hinaufreichenden Logendecke.
Während sich der Kreuzgang mit seinem östlichen Flügel an den oben beschriebenen Bau mit dem nördlichen Flügel an die Ki.che anlehnte, bestand er westlich und südlich nur ans einem einfachen Korridor, der, nach dem Hofe hin im Bogen sich öffnend, gegen außen mit einer bloßen fensterlosen Mauer abgeschlossen war. Dieser ältere Kreuzgang, von dem nur Reste auf uns gekommen' find, war in einfacher Weise mit Balken überdeckt; nur in den vier Ecken fand sich aus technischen Gründen ein Kreuzgewölbe angeordnet. Die inneren KreuzgangSmauern waren mit einer luftigen Bogenstellung derart vollständig durchbrochen, daß zwischen je zwei Bogen nur ein schlanker Steinpfeiler stand; die Bogenöffnungen selbst füllten schwächere Pfosten und Maaßwerk. Diese schöne Bauanlage hatte demnach die größte Aehnlichkeit mit dem allgemein bekannten, mit zu dem dortigen Museum gezogenen Kreuzgang des ehemaligen MinoritenklosterS-in Cöln und fand sich merkwürdigerweise noch einmal peinlich genau copirt im Kreuzgang des hiesigen Franziscaner- klosterS, wie die von letzterem in der nördlichen Hofmauer der Universitäts-Bibliothek erhaltenen SBaurefte beweisen. v ■:
Der starke Abfall des Bauterrains nach Süden hin hatte auf die Anlage eines Souterrains unter dem südlichen Kreuzgangöflügel geführt. Es enthielt" die Küchenräume. Bor ihnen lag noch weiter südlich eine auf Säulen ruhende Halle.
8*t Geschichte beft alten Universttätsgebäudes.
Von C. Schäfer. - (Fortsetzung.)
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Europa fein werde.
Frankreich ist in der letzten Woche der Ent scheiduug über Republik und Monarchie sichtbar näher gerückt, während die Erhaltung des Provisoriums mehr und mehr als ein verlorener Posten von den fireitenden Parteien behandelt wird. Die Rührigkeit der Royalisten ist fast zur offenen Rücksichtslosigkeit geworden; die scheinbare Ruhe und Zuversicht Republikaner ist zu Ende: man macht sich auf Aenßerste gefaßt, aber man vermeidet Alles, was Gegnern Waffen in die Hand geben könnte, Razzia anszuführen. Das Land verhält sich bis so ruhig wie die Armee und der Präsident der publik stlbst; über die Stimmung dieser drei wichtigen Faetoren bei der Entscheide- g hcerscht sortwäh end die größte Ungewißheit, doch handeln die Führer der Restaurationsbewegung, als seien sie des Sieges ihrer gerechten Sache gewiß. Der Graf von Chambord hat sich in einem Schreiben an den Deputirten Vicomte Benavent über „die revolutionären^ Umtriebe"
Politische Wochen-Uebersicht.
Die vorwöchentliche Anwesenheit des Fürsten Bismarck in Berlin, so kurz sie war, erregte alsbald Mieder eine Wolke von Gerüchten über die Minister- fraae Am Mitwoch Abend nach seiner Ankunft em U der Reichskanzler den Feldmarschall Manteuffel u einer tief in die Nacht dauernden Conserenz, und o wollte man denn wissen von einer Ersetzung des Grafen Roon durch Herrn v. Manteuffel, indeß von anderer Seite dem Finanz-Minister Eamphausen Aussicht auf W Nachfolge Roon s zugewiesen wurde. Glaubwürdiger aber als beide Versionen erscheint b'e Nachricht, daß eben in diesen Tagen nicht vvrgegangen, was diese Frage jetzt wieder in den Vordergrund gedrängt hätte, nachdem die Entscheidung derselben unter allseitigem Einverständniß bis zu der Zeit verschoben worden ist, da Fürst Bismarck und Graf Roon de- finitiv von ihrem Urlaub zurückgekchrt und die Wahlen wllzogen sein werden. In Sachen des Kirchenstrc tes ist gegen den Erzbischof von Posen nunmehr vom 1. October ab die Gehaltssperre verhängt, und ein Allerhöchster Erlaß vom 27. September ordnet an, daß für Amtsentsetzung von Geistlichen im Regierungsbezirk Kassel das kaffeler Consisto ium in erster unb der Kultus - Minister in Weiter. Instanz kompetent sind. Der baierische Episcopat hat als Frucht seiner Eichstädter Conferenzen einen gemeinsamm Hirtenbrief gegen Simultanschulen erlassen; dieser beschränkt sich aber hauptsächlich auf geistliche Wa nungen an Eltern unb Gemeindebehörden. — Der diesjährige Geburtstag der Kaiserin Augusta, zu welchem arch der Kaiser nach Baden geeilt war, wurde wieder im stillen Schwarzwaldbade zu Erlenbad gefeiert. — König Johann von Sachsen, der Nestor der deutschen Fürsten ist so weit genesen, daß er die Ausübung der Regierung nunmehr selbst wieder übernommen hat.
Die Rudolssfeier und die Wenzel Processign bildeten sür Oesterreich die Ereignisse dieser Woche. Sm 29. September 1273 wurde Rudolf von Habs bürg in Frankfurt am Main zum deutschen Kaiser gewählt. Dieses sechshundenjährige Jubelfest sol
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nicht mehr zu dulden, „weil Kundgebungen solch«. Art einen politischen Charakter angenommen" und „weil diese Kundgebungen die Sicherheit des Staates dem Auslande gegenüber gefährdten."
Die republikanische Regierung in Madrid fährt ort in ihren Bemühungen, dem Auflösungsproceffe >eS staatlichen Organismus ein Ziel zu setzen. Sie handhabt den über daS Land verhängten Belagerungszustand der Presse und der Armee gegenüber mit voller Strenge, und hat sich nicht bedacht, einen von 59 Mitgliedern der äußersten Linken erlassenen Pro- est gegen die Vertagung der CorteS und die Dicta- ur zu unterdrücken. Die Nachrichten von den verschiedenen Schauplätzen des Krieges lauten nicht un* zünftig. ., ,
DaS englische Ministerium hat durch dm Wiedereintritt des Hm. Bright eine wesentliche Verstärkung erhalten unb man verspricht sich davon im Interesse der liberalen Partei eine gute Wirkung. Im Ministerrathe, der am 30. zu Balmoral gehalten ward, wurden Hrn. Bright als Kanzler deS Herzog- thums Lancaster die Siegel übergeben. Zwei Schiffe, ein französisches und ein amerikanisches, welche Schießpulver für die Aschantis landeten, sind von der englischen Küstenwache angehaltm und nach Cape Coast Castle gebracht worden. In Irland nimmt die hohe Geistlichkeit ganz offen Partei für die Home Rule- Agitation.
In D a n enta rt haben sich die Männer der Linken, Hansen, Berg und Genoffen, von den So- cialisten, mit denen sie eine Zeit lang geliebäugelt, entschieden loögesagt, und letztere erklären ihrerseits, daß sie mit keiner politischen Partei etwas gemein habm wollten. RaaSlöff hat die politischen Denk- würdigkeiten seines Lebenslaufes veröffentlicht und darin namentlich den jetzigen CultuSminister Hall scharf angegriffen.
Die schwedische Kirchenversammlung hat das ihr von der Regierung vorgelegte Desstdentengesetz am 24. SeptemM mit 43 gegen 13 Stimmen angenommen.
Die russische Kaiserfamilie, die sich in Livadia auf der Krim befindet, hat zur Zeit ben englischen Prinzen Alfred, Herzog von Edinburg, zum Besuch bt. sich. Dessen Verlobung mit des Kaisers Tochter,
um den Herren in Wien zu imponirm und der Welt hre Macht und Herrlichkeit zu zeigen; aber die Kundgebung fiel gegen alles Erwarten kläglich und elendiglich auö und wurde so zum Kreuze der ultramon- tanen und feudalen Demonstrationen. In Ungarn steht eS geradezu schlimm mit den Finanzen und man muß wieder zu einer Anleihe schreiten.
Die schweizerische außerordentliche Bundesversammlung ist nach Erledigung ihrer Eisenbahn-Gesetzvorlagen am Donnerstag (25. September) geschlossen worben. Die Schweiz verlor durch den Tod einen ihrer berühmtesten Staatsmänner, Frei Herose.
König Victor Emanuel ist von seiner Reise wieder hcimgekehrt unb:: am 29. September in Turin einge- trvffen. Die ehrenvolle unb sympatische Ausnahme, welcher der König des einigen Italiens in Wien wic in Berlin begegnet ist, hat die ganze Nation mit neuem Selbstgefühl und froher Zuversicht erfüllt uub wird auf die innere und äußere Politik Italiens von allergünstigstem Einflüsse sein. Erst durch dics^Rcise ist ein Wort zur Wahrheit geworden, mit b®p: Cavour und seine politischen Schüler ihre Einheitsbestrebungen rechtfertigten: daß Italiens Freiheit und Einheit ein Pfand des Friedens und Fortschritts für
-mit dem fünfundzwanzigjährigen Regierungsjubiläum beschwert, durchweiche man ihm reaeivnare Tendenzen Franr ^oiefs demnächst vereint gefeiert werden. DaS' znschriebe und ihn als Parteimann hinstelle; ihm fei Wenzelfest zur Feier der 900 jährigen Gründung d"s |> 5 nur um „FrankrechS Stellung, Wohlstand, Große
Um das Jahr 1400 sand eine Erweiterung deS Klosters statt. Der südliche Flügel des KrcuzgangS ward mit Ausnahme der äußeren Mauer abgebrochen, und an seiner Stelle, aber In dreifach größerer Breite und deshalb den Hof bedeutend verkleinernd, der bis jetzt erhaltene ©Übbau errichtet. In demselben entstand der Capitelsaal, welcher das letzthinnige Auditorium V und die Hälfte deS Auditoriums II umfaßte. Zwischen ihm und dem Refectorium blieb ein Raum übrig, der schon damals nur als Flur benutzt worden zu sein scheint. DieS in dem mit Kreuzgang und Refectorium gleichhochliegenden Stockwerke. Die niedrige Etage darüber war durch einen Msttelgang gecheckt und zerfiel die südlich von demselben gelegene Fläche in kleine, wohl für das Studium und sonstige stille Arbeiten bestimmte Zellen, während nördlich vom Flut Speicherkammern fich befanden.
In dieser Periode gab man e< auch auf, das Schiff der Kirche nach regelmäßigem Plan höher zu führen und zu vollenden, indem man sich mit einem Abschluß begnügte, der durchaus den Charakter des Provisoriums trägt. ;
(Schluß folgt) .-sh... >
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Oberhessisihe ZeillmgA
Prager BiSthumS sollte zugleich eine großartige po- und Ruhm zu thun." Mische Kundgebung der Czechen werden, und es war ' ' ' """ von Seiten des Adels und Clerus Alles geschehen,
-kauf die Oberhcstifche Zei- tUM9 für das vierte Quartal werden noch fortwährend von allen Postan- Rovelle""Der"sl«ch 1 ling" von Friedrich Ariedrich beginnt in de» nächsten Tagen.