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Paris, 25. Sept. Nach dem „Figaro" hat die «erfammlung der Rechten anerkannt, daß im Lande

Linie geknüpft hat, ohne ihr sein Gewisien preiSzu- geben, so kann es weder dem Grafen Chawbord dienen, noch bei desien Lebzeiten regieren. Da auf jede Hoff­nung Verzicht geleistet werden muß. daß Graf Cham- bord die Consequenzen von 1789 annimmt, so kann jeder vernünftige Mensch noch weniger an desien Ab­dankung glauben, die eine Apostasie sein würde. . . . Welche Hoffnungen die Parteien auch haben mögen, eine Sache ist in Zukunft sicher unvermeidlich, näm­lich die, daß im November die Frage vor die Natio­nalversammlung gebracht wird. Bei dem gegenwär­tigen Zustand der Gemüther und der Lage kann se

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verschieden.

Bafel, 26. Sept.

Stuttgart, 26. Sept. Die Stadt Stuttgart ntzält vom Reichsinvalidenfond ein mit 41/2 pCt. ver .^liches Anlehen, von 6 Millionen Mark. Das «treffende Abkommen wurde von den städtischen Be- irden einstimmig genehmigt.

Ausland. j .

o wird dieses ein Eingeständniß der Machtlosigkeit ein. Wir haben nie gewünscht, daß die National­versammlung ihrer Fortdauer ein Ziel setze unter Be­dingungen, welche die Zukunft dem Unbekannten über­liefern und die allgemeinen Wahlen furchtbar machen könnten; aber wir können nicht umhin, zu glauben und zu erklären, daß eine Versammlung, die während drei Jahren sich für eine eonstituirende erklärt hat, und der eS nach drei Jahren, nach der Befreiung, nicht gelingt, eine Regierung zu vrganistren und ihr einen Namen zu geben, sich zurückziehen muß, damit as Land sich 'ausspreche." Castmst Perier und seine Freunde wollen also, daß man entweder die Republik iroklamire oder die Auflösung der Nationalversamm­lung ausspreche.

Luneville, 25. Sept. Das hiesige Gerichtstri­bunal verhandelte heute die Anklage wegen der be­kannten Mißhandlung deutscher Staatsangehöriger. Zwei Angeklagte, darunter der Elsässer Schwarz, wurden der thätlichen Betheiligung überführt und er» ’ hielten vier, der dritte wegen nachgewiesener Bedro­hung zwei Monate Gefängniß. Das zahlreich ver­sammelte Auditorium zeigte bei der Urtheilspublication eine lebhafte Erregung, die Ruhe wurde indeß nicht gestört.

Madrid, 26. Sqtt. Die „Correspondencia^ bementirt das Gerücht von dem Abbmch der diplo­matischen Beziehungen zu England. — Die fremden Consuln in Alicante haben einen weiteren dreitägigen Aufschub des Bombardements erlangt.

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in seinem Lokal aufzuhissen.

— Das Organ des ehemaligen Thier'schen Mini- ters Casimir Perier, das in Troyes erscheinende „Journal l'Ande", enthält in einer feiner letzten Num­mern eine Art Manifest dieses Ministers und seiner Freunde. Da dasselbe deßhalb eine gewisse Wichtig­keit hat, so entnehmen wir demselben Folgendes.: Die Verlängerung der Gewalten des Marschalls Mac Mahon kann nicht von dem Votum der constitutio netten Gesetze getrennt werden; wenn der wirkliche Zweck dieser Verlängerung der ist, dem Provisorium ein Ende zu machen, so werden die liberalen Conser- vativen (linkes Centrum) derselben keine Schwierig­keiten in dm Weg legen. Man darf aber nicht auf ihre Unterstützung zählen, wenn das Provisorium durch dieses Mittel festgesetzt werden soll, wenn es ein HülfSmittel ist, um die Ohnmacht der Monarchi­sten zu verbergen und ihr Bündniß mit den Bona- partisten aufrecht zu erhalten. Ein solcher Ausweg würde nur das Provisorium aufrecht erhalten, und vas bewunderungswürdige geduldige, aber müde Frank­reich will endlich seine nächste Zukunft kennen lernen. Die Vertheidiger der vertragsmäßigen, Monarchie sprechen so, als wenn man nach dem Nichtzustande kommen der Fusion der Versammlung noch eine solche Monarchie Vorschlägen könne. Die Frohsdorser Zu­sammenkunft konnte Familienbande enger schließen, aber die Folgen dieser Zusammenkunft setzten in Helles Licht, daß die beiden monarchischen Principien voll­ständig unversöhnlich sind. Der Graf von Chambord kann sein Manifest und seine Fahne, unter deren Schatten er sterben will, nicht verläugnen. Die Prinzen des Hauses von Orleans können ihm nicht folgen, ohne ihre Vergangenheit und ihre Familie zu verläugnen. Wenn sie es thäten, so würden sie von Allen deSavouirt werden, welche 1789 nicht aus unserer Geschichte auSlöscken wollen. Ta das HauS Orleans auf diese Weise fein Schicksal an die ältere

der hiesigen Presse von den Folgen der finanziellen Latastrophe nicht unberührt geblieben ist und wohl ein klebriges thun muß, um die öffentliche Aus- Eierksamkeit auf sich zu lenken. Daß die Gerüchte on Ministerien von Alters her eine periodische tubrit unserer Blätter auSsüllen, sei nur nebenbei euch bei dieser Gelegenheit erwähnt. — Der fran­zösische Botschafter Marquis de Banneville wird ivrgen sein Abberufungsschreiben übergeben und n den nächsten Tagen Wien verlasien. Der Zeit- unkt des Eintreffens seines Nachfolgers, des Grafen 'Harcourt (eines Oheims des Marschalls Mac Ma- vn und nicht zu verwechseln mit dem bekannten Di- lomaten gleichen Namens, der Frankreich in London tertritt), ist noch unbestimmt. Eine allzulange Panse tvird man indeß schwerlich eintreten lassen, und das um so weniger, als, wie eS scheint, der französische Botschafter die Geschäfte seiner Regierung nicht bloß am hiesigen, sondern auch am Frohsdorser Hose zu besorgen beauftragt sein tofrb. Nach der jüngsten Un­terredung des Grafen von Chambord mit den Herren be Sugny und Duvignaux hält man die Restauration für eine vollendete Thatsache. Es soll übrigens den Setreuen Heinrichs V. nicht ohne Mühe gelungen sei», ihn zur Charte von 1814 zu bereden; seinen Idem schwebte die erste legitime Constitution, die Constitution Ludwigs XVI., vor. Daß er selbst die traten seines Großvaters nicht desavouiren, den An­knüpfungspunkt nicht förmlich hinter die französische Revolution zurückverlegen konnte, bildete für die Ge­sinnungen der Zukunftsmonarchen Frankreichs kaum kin geringeres Opfer, als das Zugestandniß, das er der Tricolore zu machen, wie es scheint, im Be griffe steht.

L Gens, 25. Sept. Das „Genfer Journal" ver­öffentlicht einen Brief Bakunin's, in welchem derselbe Segen eine ihm von Marx zugefügte öffentliche Ver- keumdung protestirt und zugleich bestimmt erklärt, daß er sich van dem politischen Leben und von dem Kampfe Mückziehen wird.

Palermo, 26. Sept. Gestern Atzend haben Merfelbft sympathische Kundgebungen für Oesterreich «nb Deutschland stattgefunden. Mehrere tausend Per svnen durchzogen die Stadt mit Fahnen, Fackeln und Musik. Vor dem österreichischen und dem deutschen Consulatsgebäude wurden die betreffenden National­hymnen gespielt.

heure Menschenmenge begrüßte den Köni^ mit sym- rathischen Zurufen.

Leipzig, 26. Sept.

Benedix ist heute Mittag

(T^urch die heute Mittag um 1 Uhr glücklich erfolgte

Geburt eines gesunden Mädchen wurden hoch erfreut Otto Heß und Fran.

Marburg, dm 27. September 1873. [2217

f® Allgemeinen eine Neigung zur Monarchie herrsche; lebe Uneinigkeit, welche den Fortschritt dieser Tendenz berzögern könnte, sei durch den Besuch deö Grafen von Paris n Frohsdorf beseitigt. Da das rechte Cenirum bie Monarchie ohne Trennung" anerkannt habe, so Dürfte man dagegen wohl die dreifarbige Fahne als Ralionalfahne anerkennen. Die anwesenden Mitglieder Eliten keinen Beschluß fassen aus Rücksicht auf die ^wesenden Mitglieder. Das Ergebniß der Besprechung ®»r, daß die Einigkeit mehr wie je befestigt sei. — Der officiöse „Moniteur" beklagt sich, daß die „Agence HavaS" so viele Auszüge aus Bismarck ergebenen ...... .. . _

bauschen und italienischen Blättern und heute eine j nicht gestellt werdens, ohne daß sie nicht auch gelö t

Wien, 24. Sept. Die Gerüchte von einer die heutige Zusammensetzung des cisleithanischen Ministe- üums alterirenben Krisis beschäftigen die öffentliche Meinung doch lebhafter, als erwartet werden könnte, der Während ein Thett der Presse das Erbe dcS ans dem ' Amte scheidenden Ministerpräsidenten durch Herbst an- tieten läßt, wird von anderer Seite Lasser als der Nachfolger des Fürsten Auersperg bezeichnet, und eine Version des „Vaterland" läßt den bisherigen Statt haltet von Niederösterreich, Baron Conrad, an die spitze des Ministerium treten. Das Wahre an der Sache ist, daß alle diese Angaben ungegründet sind. Das Ministerium Auersperg hat Ursache, nicht nur De Stellung im Ganzen, sondern .auch die der einzelnen Mitglieder des Cabinets als eine befestigte ja betrachten und der nächsten Entwicklung wenigstens mit aller Ruhe entgegenzusehen. Die Vermuthung iß vielleicht nicht ganz unbegründet, daß auch der Ouartalschluß anregend auf die Phantasie einiger 8l5tter wirkt und das um so mehr, als ein Theil

Kirchliche Nachrichten ver Stadt Marburg

vom 20. bis 27. September 1873.

Geborene.

Ev.-res. Gem.: Hans Christoph Dietrich, des Premier- Lieutenants tm Hzsi. Jägerbataillon Nr. 11 Hans Christoph Balthasar von Bredow S-

Ev.-luth. Gem.: Ludwig Hermann Carl Wilhelm, des hiesigen Bürgers und Schlossermeisters Lüdwig Müller S.

St. Elisab.-Gem.: Mathilde Charlotte, des Univer­itätsgärtners Wilhelm Zeller T.

Gestorbene. °

Ev.-res. Gem.: Der Junggeselle und Äckermann Jo­hann Friedrich Lohrey zu Ockershausen, 35 1.4 M. u. 17 T alt.

Ev.-luth. Gem.: 1) Der hiesige Bürger und Metzger- meister-Jacob Briel, 81 I. 2 M. u. 26 T. alt 2) Mar- garetha, des Taglöhners Jacob Mudersbach zu Ockershaufen T., 1 ________________________________

Telegraphische Dreschen der Ober» hessischen Zeitung.

Berlin, 26. Sept. Der König von Italien ist heute Abend 10 Uhr mit der Görlitzer Bahn abge­reist. Derselbe verabschiedete sich aufs Herzlichste von dem Kaiser durch Kuß und Umarmung, ebenso von dem Kronprinzen und dem Prinzen Friedrich Carl. Der Bahnhof war bengalisch beleuchtet. Eine rmge-

Lng per Reichsbehörde, ob dieser Einwand des ame- sön- Manischen Staatssecretärs begründet sei.

p Heidelberg, 26. Sept. Die Generalversamm- »m fata ber deutschen Eisenbahnverwaltungen beschloß, tsich Et den 3. Nov. eine außerordentliche Generalver- viese wmlung nach Berlin zu berufen. Tagesordnung: seraihung über das vom Reichskanzler erlassene neue

melden, hat die Revisionscommission des National­raths das fakultative Referendum mit der Aenderung angenommen, daß acht statt fünf (Santone das Be­gehren stellen tnüffen, dagegen das Initiativrecht ge­strichen wird.

Newyork, 26. Sept. Die Ungewißheit und Stagnation sind vollständig. Gold ist soeben bis aus 1133/8 gestiegen, in Folge von Nachrichten über das Fallen amerikanischer Werlhe auf den europäischen Märkten sowie wegen Schwierigkeiten, welche sich hier bei Liquidation der Geldgeschäfte ergeben haben. Drei Banken in Chicago, die Union National, bie Manu- facturerS National und eine zweite Natiönalbank, ha­ben ihre Zahlungen eingestellt. Man hofft die Schwie­rigkeiten in 4 Tagen zu überwinden.

Marburg, 27. Septbr. Der heutige Wocheumartt war wegen des am nächsten Montag stattfindenden Jahrmarktes von Verkäufern mittelmäßig besucht. Butter kostete bas Pfund 12— 11 Sgr., Zwetschen bas Pfund — Sgr., Wolle pr. Pfund 15—20 Sgr., Linsen 2 Liter 3;—4 Sgr., Hafermehl das Liter — Sgr., Eier 1 Stück 6—8 Hlr., Käse pr. Stück 10—12 Hlr., Käsematte pr. Stück 4—6 sHlr., Hähnchen per Stück 4—6 Sgr.', Hahne per Stück — Sgr., Hühner per Stück — Sgr j, Tauben das Paar — Sgr., Täubchen das Paar 4—5 Sgr., Hasen per Stück 26 Sgr. bis 1 Thlr., Enten per Stück 10—14 Sgr., Kohlraben 2—3 Stück 1 Sgr., Kohlrabi 2-3 Stück 1 Sgr., Weißkraut der Kopf 6-8 Hlr., ZwetschenmuS 1 Maastopf 13—15 Sgr., Bienenhonig das Pfund — Sgr., Aepfel 3—5 Stück 1 Sgr., desgleichen 1 Korb 25—28 Sgr., Birnen 1 Korb 15—20 Sgr., desgl. 12—15 Stück 1 Sgr., Zwetschen 45—60 Stück 1 Sgr., desgleichen 1 Korb 18-22 Sgr-, Kartoffeln 1 Korb 15—18 Sgr., desgl. 2 Liter 11-1» Sgr. L

vierzig Zeilen lange Depesche über die Feste in Berlin I wird. Wenn die unendliche Zersplitterung der Par- bringe, die zu Ehren eines Ereignisses stattfinden, das teien in der Versammlung sich Diesem entgegenstemmt, man als gegen Frankreich gerichtet, betrachte. Das osficiöse Blatt verlangt, daß die Agentur auch Aus­züge aus den Blättern gebe, welche die französische Politik billigen, und besonders das Wiener „Vater­land" citire, „das ein äußerst wichtiges und Frank-' reich ergebenes Blatt" sei. Nun weiß der „Moni­teur" sehr gut, daß die „Agentur Havas" einfach die Depeschen veröffentlicht, welche ihr von ihren Agenten zugesandt werden, und daß diese nur Dinge melden, die ihnen wichtig erscheinen, und das „Vaterland" eiten etwas zu melden gibt, waS politischen Werth hat. Aber man wünscht die Nachrichten der undeutsch gesinnten deutschen Blätter zu erhalten, nm den Fran­zosen vorzuschwindeln, daß die katholischen Gegenden in Deutschland ganz französisch gesinnt seien. Uebri- gens citiren schon seit längerer Zeit die Blätter den „Ordre Moral", wenn sie Aufschluß über die Stim­mung in Deutschland geben wollen, die ultramontanen Blätter nebst der bekannten undeutschen „Frankfurter Zeitung". Darin zeichnet sich besonders der Brog- lie'sche „FranyaiS" aus, ohne dabei zu bedenken, daß er einerseits darthut, daß die von ihm vertretene Re­gierung es wirklich mit den Klerikalen hält und an­dererseits die von ihm in Frankreich so scharf ange­griffenen Radicalen in Deutschland als feine lieben Bundesgenossen betrachtet. — Wie verlautet, hat Marschall Mac Mahon bestimmt, daß man die Statue Napoleon I. im grauen Rock, und nicht die int kaiser­lichen Costume, auf der Vendömesäule, die man gegen­wärtig aufbaut, wieder errichte. Scblaufßpfe^mollen daraus schließen, daß der Marschall nicht für eine Restauration des Kaiserreichs ist. — In Paray-le- Monial treffen noch immer Pilger, darunter auch „Bayern" ein. Den Jesuiten sotten diese Wallfahrten viel Geld eintragen und sie damit schon einen großen Theil des OrteS — er zählt 3500 Einwohner — angetauft haben. — Die Redacteure des „Soir", die, mit ihrem Ches Nedacteur Pessard an der Spitze, aus diesem Blatte austreten, weil eS royalistisch werden soll, sind um die Ermächtigung zur Gründung eines neuen Blattes eingekommen. — Der Unterpräfect in Aix bei Marseille hat jetzt dem, „Cercle Rspublicaine", einet Art von Casino verboten, die dreifarbige Fahne