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JUdtßurg, Sonntag, den 14. September.

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Dir Himmklsannrlk.

Ländliche Erzählung von 6. Frass. , .

(Fortsetzung.)

Schirmermathes war eben ein Mann der Drbnung, der Regeln, der Grundsätze, ein durchaus zuverlässiger Mensch, ein frommer Soldat, dem das Todtschlagen herzlich leid that, der aber unfehlbar »füllte, was seine Pflicht geworden war. Nur in Einem Ding war er die Ausnahme, scheinbar die Re- Seövsigkeit und das gerade in seinem Berufe als Wirths 'chafter, in der Landwirthschaft, in welcher er gar M gerne neue Regeln suchte, weil er eben die Regeln der elfen Zeit verachtete. Wie gesagt, er war ein Landbausonderling, der hier Ordnung und Gesetz machen wollte, welche er in der bürgerlichen Gesell­est und in der Kirchengemeinde schon vorfand.

Mehrmals zum OrtSvorsteher gewählt, entbanden feine Dorfgenossen schließlich von diesem Amte »eit er sie inständig bat, ihm mehr Zeit für ,e|Rtn landwirthschaftlichen Betrieb, der nicht klein ®3r, jh lassen und weil sie sahen, daß er darin mehr zurück- als vorwärts kam.

Seine Frau Marie lebte gottergeben mit Annele ">chr der Kirche als dem Haushalten, sörderte aber Bieres nach ihren schwachen Kräften.

Politische Wochen-Ukbrrficht.

Unser Kaiser begab sich mit der Kaiserin Augusta am 5. d. M. nach Weimar, wohnte dort den Feier­lichkeiten bei, welche zum Einzüge deS neuvermählten Erbgroßherzogs veranstaltet waren, hielt am 8. Truppen­schau bei EiSleben, am 9. und 10. bei Jüterbogk und traf am Donnerstag in Hannover ein, wo ihm ein festlicher Empfang seitens der Bevölkerung zu Theil ward. Der Kronprinz des Deutschen Reichs hat seit dem 5. d. in Würtemberg und Baiern Truppenbesich­tigungen gehalten und überall, wo er erschienen, stür­misch begeisterten Empfang gefunden. Am 13. d. kehrt er nach Berlin zurück. Frankreich hat seine Kriegs schuld an Deutschland nunmehr vollständig bezahlt und wird binnen Kurzem von der Besatzung gänzlich be­freit sein. Der königliche Gerichtshof für die kirch­lichen Angelegenheiten hat am 3. d. in Berlin feine erste Sitzung gehalten und zunächst die GeschäftSord nung bcrathen. Dem Erzbischof Ledochowski, der wegen Ungehorsams gegen die Staatsgesetze in Strafe genommen worden, haben die Domcapitet von ©tiefen und Posen Beileids- und Trost Adressen gewidmet. Zn Baiern wurde ein Gesetz erlassen, welches die Er­richtung von confesstonellen und von Simultan Volks­schulen regelt. Eben dort erging eine Verordnung, welche den Theologie-Studirenden den Eintritt in das «Deutsche Collegium" zu Rom verbietet.

Der bevorstehende Besuch des Königs von Italien in der wiener Hosburg ist mit Allem, was historisch darum hängt und wa« politisch daran geknüpft wird, das Ereigniß der Gegenwart, und wenn e« den Ul­tramontanen nicht gelingt, Andrassy, als den Urheber dieser Wendung zu stürzen und ein RettungS und Kampfescabinet auf die Beine zu bringen, so ist das Vaterland" nebst seinen Trabanten nicht daran schuld. Denn sie haben die Brandschrist des altersschwachen, rachsüchtigen Generals Lamarmora tapfer ausgebeutet und ihr Jubel über diesen Retter in der Roth muß hn Vatikan ein freudiges Echo gefunden haben.

Dir Schweizer beschäftigen sich eifrig mit den Vorarbeiten zur Verbesserung der Bundesverfassung und mit der Abwehr gegen die Uebergriffe der Ultra- mehtanen. In Genf wurde am 8. der Kongreß der Internationale (Partei Marx) eröffnet; zugleich tagte auch dort die sogenannte Friedens- und Freiheitsliga.

In eben dem Augenblicke, da sich Victor Emanuel z» der wichtigen Reise nach Wien und Berlin rüstet,

OteMsische Zeitung.

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hat General Lamarmora unter dem TitelEtwas * mehr Licht über die politischen und militärischen Er eigniffe des Jahres 1866" eine Menge von Euthül» i hingen über die diplomatischen Verhandlungen vcr- : öffentlicht, die den Abschluß des Bündniffes zwischen Preußen und Italien im Jahre 1866 einleiteten und begleiteten. Bereits der Geschichte angehörig, sind die Einzelheiten dieser Verhandlungen nur im Stande, in diesem Augenblicke aufgewärmt, manche alte Empfind lichkeiten wach zu rufen und das gute Verhältniß zwischen den betreffenden drei Staaten zu trüben. ; Die öffentliche Meinung in Italien hat indessen be­reits ihr vernichtendes Unheil über den thönchten Schritt des eiteln Generals gesprochen.

Frankreichs Marschall-Präsident Mac Mahon wird der Einladung Franz Josephs zur wiener Aus stellung nicht nachkommen, das steht jetzt fest. Am 5. September war der Tag, wo der letzte Rest der Kriegsentschädigung abbezahlt wurde. Man^muß es der leichtfertigsten Nation Europas nachsagen, daß sie in Geldangelegenheiten kaltes Blut bewahrt und pünkt­lich Wort gehalten hat, wie Deutschland nichts ver­absäumt und unsäglich viel still im Bewußtsein des Sieges geduldet hat, um mit der gallischen Rachsucht und Verblendung für diesmal in Ruhe und Frieden aus einander zu kommen. In der Nacht vom 7. auf oen 8. d. traf in Versailles die frohe Botschaft ein, die Räumung von Verdun werde am 8. beginnen und so rasch erfolgen, daß das französische Gebiet bis spätestens zum 14. September vollständig geräumt sein werde. Und in der Thal wird bis Donnerstag die Wegführung des Materials der Besatzung beendet sein und der Abmarsch der Truppen am Freitag be ginnen. Hoffentlich wird auch diese Schlußscene in Folge der deutschen Geduld leidlich ruhig vorüber gehen. Wenn die Verhältniffe zwischen beiden Völ­kern sich seit dem Friedensschlüsse nicht gebessert haben, so trägt, das weiß ganz Europa, nicht Deutschland die Schuld.

Die neue Ministerkrisis in Spanien hat den besten Ausgang genommen, der unter dm gegebenen Umständen zu denken war. Salmeron, der sich nicht zur strengen Vollstreckung der Gesetze, namentlich nicht zur Anwendung der Todesstrafe bei militärischen Ver­brechen, entschließen konnte, in znrückgeireten; von ihm hat Castelar die Zügel der Regierung übernom­men. Mit 133 Stimmen gegen 67, welche auf den sein Vater Flügger Kastner (Rmnlbeamte) im Dorfe war. Mit einer reichen Bauerntochter verheirathet, hatte er selbst sich sehr bereichert und als beide Eltern frühzeitig starben, den Heinrich Flügger als Waise einem noch reicheren Onkel hinterlassen, der nun Vaterstelle an unferm Heinz, wie ihn die Stu- benten der Universität umtauften, vertrat. Er ist der oben geschilderte Starke unserer Erzählung.

Der Kastenheiner war viel wilder ausgewachsen, als Georg, nahm als Student an allen Freuden und Leiden derselben vollauf Theil, blieb aber immer herz sicher Freund seines sanstrnüthigm, stilleren Dorfkarne raven, unseres Georg, mit dem er die Ferien in der Regel immer zusammen verlebte.

Auch an unseren Heinz war frühzeitig die Liebe getreten und einige Jahre lang opferte er einer holden Jungfrau, die ihm gegenüber wohnte, seine tiefften und schönsten Gefühle. Welche schmachtende Blicke kreuzten sich über die schmale Gasse, die sie trennte, welche tiefe Bedeutung erhielt die erste Narciffe, die Heinz im Vorfrühling ans Fenster stellte, wenn ihr dann die Zuckerrose am Gegenüber entsprach! Ver­schämten Blickes rührte er die Mütze, wenn ihm seine stille Liebe auf dem Gang ins abendliche Maigebet begegnete, und tiefer als vor dem Rector zog er sie herab und tiefer als vor dem Muttergottesbilde knickte die Holde zum Gegetigruß Erst als er an die Uni­versität übertrat, wagte er es einst, seinen wilden Haus- und Studiengenoffen, den langen Batz, mit scheinbarer Gleichgiltigkeit zu fragen, wer denn die edle Jungfrau ihnen gegenüber im 2. Stock wäre? Da breitete Batz seine Nüstern aus wie ein Nilpferd, zog seine Unter­lippe herauf und blickte verdächtig auf ihn aus den

! unheilvollen Pi y Margall fielen, haben ihn die 7 Corte» zum Ministerpräsidenten erwählt. Der große > Redner wird jetzt zeigen, was er in der Praxis zu - leisten vermag. Jedenfalls kommt ihm das Vertrauen l des gemäßigten TheileS der republikanischen Partei » entgegen, und auch die Gegner der Republik, so viele i von ihnen die'Herstellung der Ordnung im Lande i wünschen und nicht entweder für das legitimistische Pfaffenthum oder für die Herrschaft der Commune I schwärmen, läugnen nicht, daß eine bessere Wahl nicht zu treffen gewesen wäre. Die Minister, mit welchen i Castellar sich umgeben hat, stehen in gutem Rufe.

Die Finanzen führt Pedregal, die inneren Angelegen­heiten E. Maisonnave, die auswärtigen I. Carvajal, i die Justiz del Rio, die öffentlichen Arbeiten Gil Berges, die Marine, und bis Sanchez Bergua auS i dem Norden nach Madrid kommt, zugleich das Kriegs- ' Ministerium verwaltet der Admiral Oreiro. Salmeron ! ist in Anerkennung seiner Verdienste zum Präsidenten : der Cortes gewählt worden. Die ersten Vorschläge, mit welchen die neue Regierung vor die CorteS ge­treten ist, lauten auf die Einberufung einer Reserve von 150,000 Mann und die Ausstellung einer Miliz von 500,000 Mann, ferner auf die Ermächtigung, über die vom Feinde bedrohten Provinzen den Bela­gerungszustand zu verhängen. Mit solchen Mitteln glaubt Castelar noch in diesem Winter dem Aufstande überall ein Ende machen zu können. Auf den beiden Kriegsschauplätzen ist im Laufe der Woche keinerlei wesentliche Veränderung eingetreten.

Nachdem das Intermezzo von Cartagena mit der ungestörten Abführung der SchiffeBiltoria" und Alckansa" glücklich vorübergegangen, hat sich Eng­land wieder in seine innere Politik zurückziehen können. Doch ist auf diesem Gebiete nicht viel mehr zu verzeichnen, als eine zu Sheffield gehaltene Rede, in welcher Lowe, der jetzige Minister des Innern, die Verdienste der Regierung um die Wohlfahrt des Landes und insbesondere auch seine eigene erfolgreiche Fi­nanzverwaltung in nicht gerade bescheidenen Aus­drücken pries.

Auch in Belgien sind die Wallfahrten jetzt im Schwange. Für den 8. September' ist wieder eine solche nach Tornay im Hennegau veranstaltet, doch hat die dortige Gemeindeverwaltung dem Comite die Errichtung von Ehrenpforten und Straßenschmuck untersagt, da man einer Kundgebung gegen das Over­sinken Augenwinkeln. Als dies Alles Heinz ruhig aushielt, sagte Jener:Die kennst Du nicht, die Re bellionsthresel? die schon die halbe Sludentenschast kennt? Frag' nur den Pomadehengst Lilienbok, den Mokel, der wird dir mehr von ihr sagen, war saft ein Jahr lang ihr Pousseur, ha, ha, ha; Ihre Mutter sagte einst, daß sie eine ganze Rebellion unter den Studenten anrichte seitdem heißt sie die Re- bellionsthresel." Da« war Eis auf sein Haupt und " Herz. Batz war zwar derb, aber die Wahrheit selbst, ein alter Bursche nach Vater Jahns Grund- sätzen, der, als er einst unseren Heinz beim Waschen traf, voll Erstaunen ausrief:Putzt sich der Kerl sogar die Zähne und noch dazu mit einer Bürste!"

Als Heinz «uf die ersten Studienbälle der Uni­versität ging, ward er zum zweiten Mal vom Löwen- garn der Liebe umstellt und zwar von geübteren Jä­gerinnen. Hier waren es die Schwestern der altclas- sischen Lais, welche oft noch die Herren Söhne in der Siebe schulten, mit deren Vätern sie an den Blumen­kelchen der Jugendzeit schon genippt hatten. Aber unser Student war von den hohen Ideen der Frei« heit, der Vaterlandsliebe, der Ziele der Wissenschaft, der tiefen Kunst und noch mehr durch eine Art lüm­melhafter Neigung zum Fechten, Schlagen und Ringen gegen solche Angriffe gefeit. Die Unieerfanen der Hochschule konnten ihm eben so wenig an, wie die Courtisanen am Hof und dabei ftubirte er obendrein recht fleißig Medizin, die er ihrer naturwissenschaftli­che» Grundlage halber besonders lieble. DasWeibS- vo.k", wie er sich ausdrückte, ward von ihm ziemlich kurz über einen Kamm geschoren.

(Fortsetzung folgt.) -'

Ihr waren deS Blassen Besuche heilige Bugen- i i denn sie dachte, wie alle Leute im Dorfe, nicht ^rrS aks er werde sich dem geistlichen Stande e men- Georg war der arme, einzige Sohn einer ajL ?chullehrerwtttwe, die sich nach Enthebung von jeg- __ "chrm Kummer um Nahrungssorgen sehnte.

__ Fast das Gegentheil Georg« war sein College __ M demselben Dorfe, der Kastenheiner genannt, weil

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