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(Fortsetzung folgt.)

»end an seine Brust sank, während ihnen die Freunde ihre herzlichsten Glückwünsche darbrachten.

Fürst Karl von Rumänien ist mit seiner Fa­milie aus Deutschland zurückgekehrt, hat sich aber sogleich in seine Sommer Residenz Sinai begeben.

Staatsanstalt erklärt und unter die Oberaussicht deö Finanzministers gestellt.

errungen; so hat ihr beliebtes Petroleum ihnen zur Einnahme des kleinen Forts Viana nördlich von Lo- grono verhelfen. Im südlichen Navarra und Alava sind von beiden Seiten bedeutende Streitkräfte ange­häuft und man glaubt an einen baldigen entscheiden­den Zusammenstoß. Solche Erwartungen sind jedoch so oft schon getäuscht worden, daß man sich auch jetzt nicht zu wundern braucht, wenn beide Theilc mehr der Vorsicht als der Tapferkeit huldigen. Vor Cartagena liegt General Martinez CampoS und sicht, ehe er die Belagerung ernstlich beginnt, der Ankunft von Verstärkungen entgegen.

Einen Tag lang hat sich das friedselige Land der Briten von Kriegsgefahr bedroht gesehen. Die „Re­gierung von Murcia" machte Anstalt, das englische Geschwader vor Cartagena in den Grund zu bohren, weil der Admiral Jelverton die Schiffe „Vittoria" und „Almansa" aus der Bucht von Escombrera nach Gibraltar bringen ließ; doch bedachten sich die hitz­köpfigen spanischen Rebellen zuletzt noch eines Besseren und England braucht keiner neuen Armada zitternd entgegenzusehen; der Friede zwischen der Königin Victoria und dem General Contreras oder dem mur- cianischen Handelsgärtner Galvez Arce ist gesichert. Für die kurze Aufregung hat sich England durch eine sonst ungestörte Ruhe entschädigt gefunden.

In Holland ist es endlich zu einer Minister- krisis gekommen und van Lynden, früher Mitglied des konservativen Cabinets Heewkcrk, mit Bildung einer neuen Regierung vom König betraut worden.

Der König von Dänemark hat sich auch nach Ruwpenheim begeben, wo aller Wahrscheinlichkeit nach die Verlobung der Prinzessin Thyra mit dem eng­lischen Prinzen Arthur in aller Form vollzogen retro.

DaS russische Kaiserpaar hat sich nach der Krim begeben, wo der englische Prinz Alfred, der Bräutigam der Großfürstin Marie, sich auch einfinden wird. Aus Khiwa wird neuerdings gemeldet, daß es dort etwas unruhig hergegange» ist. Der turkmenische Stamm der Jumuden halte den Tribut verweigert und in den letzten Tagen des Juli die rujsichen Truppen mit großer Erbitterung überfallen. Das ist ihm aber theuer zu sichen gekommen. Mit ungeheuren Verlusten hat er in die Wüste fliehen müssen. Freilich auch den Russen sind dabci 2 Offiziere und mehrere Mann getövtet und 5 Oifiziere, darunter der Commandeur General Golowatschew, und 53 Mann verwundet worden.

vielen Meutereien in der Armee und der Ermordung von Offizieren durch die Mannschaften die Lehre ge­zogen, daß die Kriegsartikel in ihrer ganzen Strenge, einschließlich der Todesstrafe, zur Vollstreckung kommen müssen, wenn anders die DiSciplin hergestellt werden soll. Auch im Ministerium hat diese Ansicht Vertreter; aber der Ministerpräsident selbst will von der Todes­strafe nichts Sissen, und so ist ein Zwiespalt ent­standen, welcher den Rücktritt Salmeron's zur Folge haben könnte. Schon spricht man von Castelar oder von Jose Carvajal als zukünftigem Haupte der Re­gierung. Die Carlisten haben unterdessen nach der Eroberung von Estclla noch einige kleine Vortheile

° bezeichnet worden zu fein. Dagegen soll die Einladung i für den Besuch in Berlin einen früheren Termin an- genommen haben, wie aus Hoskreisen verlautet. Man wird wohl der Wahrheit am nächsten kommen, wenn i man als entschieden annimmt, daß der Besuch erfolgen । wird, über die Zeit aber die Dispositionen noch nicht : endgültig getroffen sind. — An Stelle des zum vor tragenden Rach im Ministerium des Innern berufenen Regierungsrath Illing ist der bisherige Landdrost in

: Osnabrück von Vincke als Abtheilungs - Dirigent der Regierung nach Coblenz versetzt worden. — In Bezug auf die Ausführung der Kreisordnung ist zu consta tiren, daß die Bildung der Kreistage nunmehr beendet ist. Von den Resultaten der Organisation dieser wich­tigen Verwaltungs-Organe wird nicht allein die Regie­rung selbst vollkommen befriedigt fein, da sie allen gehegten Erwartungen entspricht, sondern auch alle aufrichtigen Freunde der neuen Organisation verschie­dener Partei werden in der erfolgten Zusammensetzung schon eine Garantie des weiteren Gelingens der Ser« waltungsresorm zu finden vermögen; wie schon der Minister des Innern früher als Wirkung in Aussicht gestellt hatte, sind die Befürchtungen der Pessimisten nicht in Erfüllung gegangen; die Demoralisirung der Kreistage ist nicht erfolgt, und was frühere Inhaber auf der einen Seite an directcn Rechten etwa verloren, haben sie indirect durch andere Wirksamkeit und Stel­lung wieder gewonnen Gegenwärtig sind Maßnahmen für Bildung der Amtsbezirke und Kreisausschüsse im Gange; das im Ministerium des Innern entworfene Regulativ ist den Kreisausschüssen zur Begutachtung beziehungsweise zur Annahme vorgelcgt worden.

— Der Entwurf, betreffend die Verfassung und Einrichtung der deutschen Gerichte, welcher neuerdings im preußischen Justizministerium ausgearbeitet worden und, wie man wohl vermuthen darf, trotz der voraus­gegangenen Bcrathungen, an dem höchsten ReichSge- r chlShof sesthält, wird gegenwärtig noch einer Revision unterzogen, um sodann an den Reichskanzler zu ge­langen. Der lange Zeitraum, welcher nach den jetzigen Dispositionen bis zum Zusammentritt des nächsten Reichstags vergönnt ist, läßt hoffen, daß bezüglich ver sämmtlichen hochwichtigen Justizgesetze die erwünschte Einigung erzielt werde. Inzwischen ist ein nicht zu lange verzögertes Zustandekommen deS Organisations- Gesetzentwurfes um so mehr wünschenswerlh, als seitens der Einzelstaaten auf der Basis der Grundsätze jenes Entwurfes die Einführungsgesetze vorbereitet werde» müssen. ES erwächst daraus für die Justizministerien eine der umfassendsten Aufgaben. Im preußischen Justiz Ministerium sollen demnächst bereits die Vorarbeiten zu dem Einführungsgesetz beginnen und soweit geför­dert werden, daß über den Entwurf des letzteren nicht zu viel Zeit verloren geht. — Augenblicklich ist man im Justizministerium mit den Ausführungsbestim­mungen der Hypolhckengefetze für diejenigen Landes theile beschäftigt, wo dieselben am 1. Oktober d. I. in Kraft treten; Hohenzollern, Hannover rc.

Halle, 1. Sept. Gestern tagte hier die 14. Haupt । versammtung der deutschen Ingenieure, an welcher sich ungefähr 100 Mitglieder betheiligten. Das Präsidium । ehrte Herr Lange auö Cöln. Der Civil-Ingenieur < i. Dittmar hielt einen sehr interessanten Vortrag über tilrbeiterwohnungen.

München, 5. Sept. Der oberste Gerichtshof , verhandelte heule die Nichtigkeitsbeschwerde der Adele Spcheder. Der Advckat der Spitzeder beantragte wegen procssualer Formfehler die Cassation deö Urtheils und ] Verweisung der Sache an ein anderes möglichst weil ■ von München entferntes baierisches Schwurgericht, ] eventuell wegen unrichtiger Anwendung der Artikel 281 und 283 des ReichSstrafgesctzes die Freisprechung der Spitzeber. Der Oberstaatsanwalt beantragte Ver wersuug der Nichtigkeitsbeschwerde. Das Urthcil wird am nächsten Dienstag publicirt. — Behufs Durch« ührung des ReichSmünz - Gesetzes ist die Einziehung der baierischen Ein- und Zwei Guldenstücke angeordnei , ivorcen. Die Central - Staatskasse leistet Zahlungen i nur in Vereinschalern. ,

v Ausland.

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Sept. Die Nachrichten der Blätter über die Zeit d/s Eintreffens des Königs von Italien in Wien und Berlin stimmen nicht überein. In Wien wurde der Besuch Victor Emanuel's am 21. erwartet, und es scheint allerdings dieser Tag von dem hohen Reisenden ursprünglich als Ankunftstermin in Wien

welcher daö Anschirren eines kleinen Ponywagens bewacht hatte, in welchem sämmtliche Kinder fahren sollten, herbeigelaufcn: „Ein Wagen kommt! die Pferde rennen so schnell wie sie können! gleich wird er hier sein!" und damit eilte er zu dem schwarzen Kutscher zurück.

„Wer mag nur kommen?" fragte Selma, indem die Männer sich erhoben, um dem Wagen entgegen zu gehen, der eben im gestreckten Galopp in die große EingangSlhüre, dem Wohnhause zu. bog. Mit einem Blick hatte Graf Waldenau den einzigen Insassen erkannt, und: „Friedrich, Friedrich!" rufend, stürzte er dem Ankömmling entgegen, diesen mit beiden Ar men umfangend, indeß auch die Uebrigen herbei kamen, ihn zu begrüßen,

„Ja, ich bin's", entgegnete endlich dieser, dem noch keine Zeit zum Antworten geblieben, „und Leo­pold, ich komme von Waldenau in einer sehr wichtige» Angelegenheit —"

„Gott im Himmel! mein Vater —"

„Ist wohl, ich verließ ihn so glücklich und freu­dig in die Zukunft blickend, wie er seit langer Zeit nicht gethan, denn, mein Freund, der Großherzog hat eine Amnestie erlaffen, und auch Du darfst nach Baden, in die Heimaih zurückkehren!"

„O, mein Gott, ich danke Dir!* das waren auch deS Sohnes erste Worte nach dieser Freudenbotschaft, allein dem jüngeren Manne fehlte nicht gleich seinem Vater die Kraft, daS Uebermaß des GlückeS zu tra­gen, doch bedeckten männliche Thränen daS schöne Haupt seines treuen Weibes, das sprachlos, laulwei-

I den Ruhestand getretenen Marquis de Banneville zu« • Botschafter in Wien ernannt wird. — Ein Befehl i deS Gouverneurs von Paris untersagt das fernen i Erscheinen deS republikanischen Journals „Peupl, i Souverain" wegen der Angriffe, welche sich dies« l Journal gegen die Regierung erlaubt hat.

Madrid, 5. Sept. Der Distrikt Valencia iß i in Belagerungszustand erklärt. Castelar fordert für die Neubildung deö Ministeriums dem Vernehm« nach die absolutesten und weitgehendsten Vollmachten, die Annahme der dringensten Gesetze in einer perma­nenten Sitzung und nach erfolgter Erledigung derselbe die Vertagung der Session bis zum 1. Decembn. Morgen findet eine geheime Sitzung zur Enlscheidun, über die CabinetSkrisiS statt. Wahrscheinlich wirt Salmeron zum Cortes - Präsidenteti gewählt. — Dir englischen Behörden Gibraltars erwarten definitinr Instructionen über die Rückgabe der beiden Jnsurgew tenjchlffe an die spanische Regierung.

Perpignan, 5. Septbr. Aus Barcelona wird vorn 3. gemeldet, die der Regierung feindliche Pariei beabsichtigt die Proclamation der Unabhängigkeit Cata- loniens. Der Alkalde von Olot vertrieb bei Gelegen­heit der Steuer-Erhebung in den benachbarten Dörferii mit 150 Freiwilligen 300 Garliften aus ihren Po­sitionen. Die Anzahl der Carlisten in Valeiicia und Aragonien wird auf 8000 geschätzt.

Warschau, 2. Sept. Einem deutschen Jfraeliten wurde von der russischen Regierung kürzlich die Ver­längerung seines Passes für Petersburg verweigert. Die „N. Pr. Ztg." sucht dieses auffällige Vorlomm- niß in folgender Weise zu erkläreir: „ES steht scsi, daß in Rußland gcsttzlich der Aufenthalt den Juden nur in bestimmten Provinzen (zu welchen das Gou­vernement und das Stadtgebiet von Petersburg nicht gehören) gestattet ist und eine Einwanderung fremder Juden gar nicht erlaubt wird. ES sind nur ganz be­stimmte Verhältnisse (z. B. die Erlangung gelehrt« Grade), unter welchen den Juden der Aufenthalt auch in anderen Provinzen, als den ihnen gewöhnlich er­schlossenen, gestaltet ist. Für alle anderen Juden iß der Aufenthalt in solchen Provinzen, wo Juden ge- setzlich nicht dauernden Wohnsitz haben dürfen, nut auf Grund einer besonderen Erlaubniß möglich. Ein­heimische und auswärtige Juden, die sich eine solche Erlaubniß ausgewirkt, wissen daher, daß selbige ihnen nur lauf bestimmte Zeit ertheilt ward; ist die Zeit abgelaufen, kann die Erlaubniß erneuert, aber auch nicht erneuert werden — je nach den Umständen. Lei dem betreffenden Israeliten auS dem Auslande hielt man es vermuthlich nicht für opportun, die Ver­günstigung einer Erlaubniß zum Aufenthalt in Pe­tersburg zu prolongiren.

Konstantinopel, 5. Sept Durch Verordnung vom heutigen Tage sollen 22 Millionen L. St. in das große Buch der Staatsschulden eingetragen und Obligationen bis zu diesem Verlaufe auSgegeben werden, um die SchatzbondS vom Jahre 1812 auf dem Con verlirungswege einzulösen. — Raschid Pascha Ist zur Begrüßung des Kaisers von Rußland nach der Krim abgereist.

Kassel, 5. Sept. Gestern haben sämmtliche Post' anftalien des OberpostdirectionSbezirkS Kassel auf Grund einer Verfügung deS Generalpostamts Weisung erhalten, die österreichischen Viertelgulvenstücke bis auf Weiteres wieder in Zahlung anzumhmen. Es bedarf wohl aum der Begründung, daß jetzt die Post mit dieser Münzsorte sörmlich übetfluthek wird, während diejenigen, welche seither nur 4>/s Sgr. für den österreichi' chen Viertelgulden zahlten, dabei ein gutes Geschäft machen. (H. M.)

Kassel, 4. Sept. Von der 27. allgemeinen Hauptversammlung des evangelischen Vereins derG»' tav-Adolph Stiftung schreibt die „Hess. M.-Ztg.": Nach abgehaltenem FestgotteSdienst in der St. Mar- ttnskirche fand heute Morgen 10«/2 Uhr die erste öffentliche (berathende) Versammlung des Vereins in der zu diesem Zweck festlich geschmückten lutherische» Kirche statt. Der Vorsitzende, Kirchenrath Hoffman» aus Leipzig, sprach, nachdem ein Vorlied gesungen war, das Gebet und eröffnete sodann die VersammlunA

Die türkische Regierung hat die Börse für eine|mung Frankreichs durch die Deutschen in allen Kirche«, h-r, vl- eM-—£n-L1 Tempeln und Synagogen eine religiöse Dankfeier an-

zuordnen. In Paris selbst soll in der Notre Dawe- Kirche ein feierliches Tedeum stattfiuden, tem bn Marschallpräsident und die übrigen Minister beiwoh­nen werden. Der Unterrichtsminister Baibie soll ei, aus diese Festlichkeiten bezügliches Rundschreiben ai die Bischöfe und Conststorien richten. — Gestern em­pfing der MarschallprSsident vor seiner Abreise nach La Foret im Palais Elisee unter andern hervorrage«, den Persönlichkeiten auch den italienischen Gesandt« Nigra im Beisein des Herzogs von Broglie. — Daj „Journal officiel" veröffentlicht das Decret, durch welches der Marquis d'Harcourt an Stelle des j.

PAriS, 4. Scpt. Die Regierung hat dem Ver- > I nehmen nach beschlossen, nach der vollständigen Räu-