nun vom 31. August ein Gerücht gemeldet, daß bat
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In der Tagespresse besitzt der Verband als Organ die bereits im 20 Jahrgange erscheinenden „Blätter für Genossenschaftswesen", welche Schulze Delitzsch, unter Mitwirkung von ParisiuS und Dr. F. Schneider, dem ersten Sekretär der Anwaltschaft herausgibt. Dem Anwälte steht in der Verwaltung der Verbands gejchäfte ein engerer Ausschuß zur Seite, der aus den UnterverbandSdirectoren besteht und alljährlich be Gelegenheit des VereinStages am Orte desselben zu Sitzungen zusammentritt. Die Unterverbände (Pro vinzial- ober engere LanbeSverbände) umfassen bie Vereine einzelner deutscher Länder, Provinzen ober einzelner Branchen, nehmen die Sonderinteressen ber selben wahr unb übernehmen die Vermittelung mit ben Eeutralstellen. Die Unterverbände halten einige Zeit vvr dem allgemeinen Lereinstage ihren besonderen
1 Alles, und habe Dich monatelang gesucht. Aber Du i bist krank gewesen, ich sehe es nur zu deutlich!" ! „Das war ein Augenblick, theurer Vater, der sich nicht begreifen läßt! — Die liebe deutsche Sprache, ' das treue Fremidesauge, der Gedanke, daß ich nicht mehr einsam und verlaflen in dem großen Amerika sei, dies Alles überwältigte mich, und zum ersten Mal als Mann sank ich weinend an meines Freundes Brust. Es war der junge Groneveg, der mit seiner ganzen Familie vor mehreren Jahren Deutschland verließ, jetzt als Arzt in Baltimore lebt, indeß sein Vater in der Nähe eine schöne Plantage bewohnt.
Wir gingen nun nach meinem Hotel zurück. Un terweg« rieth er mir, ihn zu begleiten, und bis zu meiner vollständigen Genesung auf der Plantage bei feinen Eltern zu bleiben, vorerst aber nach der Hei- math zu schreiben, damit sobald als möglich der Brief an Friedrich abgehen könne.
Diesen Brief hältst Du jetzt in ben Händen, mein geliebter Vater; ich reife schon morgen früh von hier ab, und werde mir in der Nähe von Groneveg's wahrscheinlich eine sehr schön gelegene Plantage kaufen, da dieselbe jetzt zu haben ist. Könntest Du mir dazu mein mütterliches Erbe schicken, was Friedrich mir, ber größeren Sicherheit wegen, gewiß gern überbringen unb einige Zeit bei mir bleiben wirb, so wäre dies wohlangewanbt, denn wer weiß, ob je für mich die Stunde ber Heimkehr nach Deutschlanb schlägt! — Ist die Besitzung mein, vollständig eingerichtet, unb habe ich mich in Amerika eingebürgert, bann werbe ich Friedrich beauftragen, mir einen noch größeren Schatz, meine geliebte Selma, zuzuführen; ich habe schon in meinem Briefe sie darauf vorbereitet, und bin überzeugt, daß sie meinem Rufe Folge leisten i wird. —" ।
Hier hielt der junge Manu einen Augenblick inne, । unb ba die Thatsachen hiermit berichtet sind, so wollen vir uns wieder den Anwesenden zuwenden, von denen !
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t die Gräfin und ihr Sohn sich schon längst Blick des EinverständnisieS zugeworfen.
> „Was meinen Sie, Herr Graf, wann soll ich reisen?" fragte Friedrich Werner, der zu seiner Freude
l die ganz veränderten Gesichtszüge seines Wohlthäters 1 gewahrte. „Sind Sie nicht auch der Ansicht, daß wir vorläufig mit dem Dampfschiffe, welches in einigen Tagen abgeht, Briefe an Leopold unter Groneveg's Adresse absenden?"
«3a gewiß", entgegnete lebhafter denn feit langer Zeit der Schloßherr, unbewußt seine Hand auf ben großen Brief legend. „Doch was haben wir hier?" setzte er, denselben ausnehmend, hinzu. „Ein Schreiben vorn Ministerium? Was mag das enthalten?" Und bei diesen Worten löste er daS Siegel und zog das Papier heraus.
Was aber enthielt dies Papier, deffen Inhalt die Züge des Grasen in düstere Falten zog und ihn einen Augenblick um seine Fassung brachte? Gleich daraus indeß warf er eS verächtlich aus den Tisch, indem er sagte: „Leopolds mütterliches Vermögen ist mit Beschlag belegt für die ganze Dauer feiner Verbannung. Wir können jetzt die Mühe sparen, eS flüssig zu machen. Friedrich, Du wirst statt dessen von meinem. Banquier die ihm nöthige Summe mitnehmen. Uebri- gens hatte ich dies nicht erwartet, namentlich da mein Sohn schon so lange fort von hier ist."
„Das ließ sich aber doch annehmen, lieber Vater,"
sagte der junge Graf, „denn das Vermögen fast aller Hochverräther ist eonfiscirt. Leopold ist jedenfalls noch glücklich genug, daß er nicht auch alle Rechte hier verloren hat."
„Kann aber Herr Werner nicht mein Vermögen mitnehmen?" unterbrach ihn Selma. „Es reicht gewiß hin für Leopolds Zwecke, denn natürlich bin ich entschlossen, ihm, sobald er eS wünscht, zu folgen."
»Dir steht noch keine Verfügung über Deinen Retchthum zu, mein liebes Kind," entgegnete der Graf.
legitimen Rechte gar nichts, wenn er sich auch ferner mit ber weißen Fahne für fein Hans begnügt unb ber Armee eine beliebige anbere gibt, resp. geftatttet."
Pari-, 31. Aug. Der osfieiösc „Franyais" enthält folgenbe wichtige Erklärung: Die „Times" kün- bigt.au, daß die„eonservative monarchische Partei die Absicht hat, ans ihrer Mitte einen Ausschuß zu wählen, um bie von der Regierung niebergelegten constitutio- neBm Gesetzentwürfe zu prüfen unb sie mit ben Ansichten ber konservativen Partei in Einklang zu bringen. Tas Resultat dieser Prüfung wird Sen Mitgliebern ber Majorität bei der Rückkehr der Kammer vorgelegt werden, damit sie im Stande sind, in ihren Privat- Versammlungen unb ehe sie in öffentlicher Sitzung vorkommen, über diese Entwürfe zu bisrutiren." Die Mittheilungen der „Times" sind in der Hauptsache richtig. Die politischen Männer, welche in der Versammlung das Vertrauen ihrer Collegen besitzen und so zu sagen die Oberleitung der conservativbu parla mentarischen Partei in ber Hand haben, finb entschlossen, bas Verhalten festzustellen, welches die De- putirten dieser Partei zu beobachten haben, wenn nach den Ferien die konstitutionellen Gesetzentwürfe zur Sprache kommen. Man fühlt bie ganze Wichtigkeit einer solchen Diskussion unb will, daß alle Gruppen der konservativen Partei sich im voraus verständigt unb alle nothwendigen Erklärungen auögewechselt haben. Unb so wirb die Frage betreffs ber Regierungsform in voller Eintracht gelöst werden können. Aber wenn einerseits die politischen Führer ber konservativen Partei schon jetzt entschlossen finb, auf diese Weise vorzügehen, so sind sie andererseits ber Ansicht, daß es für bie Diseussion dieser Probleme, die von einem Augenblick zum andern eine andere Gestalt annehmen können, zu früh ist. Wenn nicht Ereignisse eintreten, bie heute vorauszusehen unmöglich ist, so werben die Diseussionen, von welchen bie „Times" spricht, erst in ben letzten Wochen ber Ferien statt- inben. Diese Note beweist, daß die Nachrichten voll- tändig begründet finb, benen zufolge bie Fusion bis jetzt nur geringe Fortschritte macht unb ein großer Theil der Royalisten nicht waghalsig genug ist, um ich an ber Wieberherstellung ber alten Monarchie zu beteiligen. Die Stimmung in ber Provinz wird tagtäglich erbitterter, und bie Bevollmächtigten lassen sich keineswegs burch bas gewaltsame Auftreten der Behörden einschüchtern. Arn 29. -gab in Bordeaux ber Generalr.ath zu Ehren ber republikanischen Deputation unb Journalisten einen „Punsch." Aus ben bei bieser Gelegenheit gepflogenen Gesprächen ging hervor, so teilt bie „Gironbe" mit, 1) baß alle Schattirungen ber demokratischen Meinung ihre Zwistigkeiten vergessen haben, um fest und unaufhörlich zujarnmen zu halten; 2) daß alle Theile des Gironbe Departements entschlossen sind, energisch unb in Masse für das all gemeine Stimmrecht einzutreten, durch Niemanden bie Nationalsouveränetät stören zu lassen und bie bestehenden
August berichtet wird, bie Cartagener den Vermitt luiigSvorschlag machten, Aelverton möge die Schiff nach Gibraltar bringen, aber unter der Bedingung sie nicht eher der Madrider Regierung zu übergeben als bis ber Streit ber letzteren mit Cartagena erledigt sein würde. In Cartagena hofft man, ben britischer ilbmiral auf einen solchen Vergleich eingehen zu sehen „Denn", sagt der Correspondent, „es ist kaum zu bezweifeln, daß bie Rebellen bei einem Versuche ber Engländer, die „Victoria" und „Almansa" dem spanischen Admiral zu übergeben, sofort bie englischer Schiffe angreifen und dadurch ben Abmiral?)eloerton ju strengen Vergeltungsmaßregeln zwingen würde», die zu großem Blutvergießen unb schlimmen politischeu Lerwickelungen führen müßten." Aus Mabrid »irt
Unterverbandstag ab, an welchem der Anckalt Schule Delitzsch selbst theilnimmt ober sich durch Parisiuö ober Dr. Schneiber vertreten läßt. Weder ber allgemeine VereinSlag noch die Unterverbände dürfen in die Selbstständigkeit der einzelnen Genossenschaften irgendwie eingreifen; ihre Beschlüsse sind, abgesehen von ben eigentlichen Verbandsangelegenheiten, nur Rathschläge. Kein Verein, ber dem allgemeinen Ver bände angehört ist genöthigt, sich auch einem Unter verbände anzuschließen. Die heutige erste Hauptver fammlung des Vereinstages wurde um 9 Uhr im Theatersaale durch Nizze Ribnitz als Präsidenten er öffnet. Der Besuch stellte sich als recht zahlreich heraus; die noch sehr unvollständige erste Präsenzliste weist schon 130 Fremde nach, wovon 53 aus Preußen.
AuSlaud.
Wie«, 1. Sept. Dreiundfechzig subalterne Beamte des Justizministeriums, ber königlichen Tafel unb ber Curie, so lesen wir im Hon, hatten im Jahre 1871 sich in einer Bittschrift an Se. Majestät wegen einer Theuerungszulage gewendet. Se. Majestät, bie Billigkeit der Bitte erkennend, fignirte das Gesuch, das aber seitdem volle zwei Jahre unerledigt in den Ministerien lag. Endlich »ach zwei Jahren erhielten die Bittsteller einen Bescheid von der Finanzdirection, welcher anstatt der erhofften Zulage ihnen die solidarische Verurlhei lung zur Strafe von 128 fl. wegen Stempelverkürzung, unter Androhung ber Exemtion brachte. — Das „Vaterland", das über bie Fusionsfrage gut unter richtet sein kann, äußert: „Die weiße Fahne war für den Grafen Chambord nie etwas Anderes als das Symbol deS Legitimismus. An der weißen Fahne festhalten, hieß yichts Anderes, als daß Heinrich V. fein Erbrecht nicht aufgebe und niemals König von Volkes Gnaden werden wolle. Sobald dieses Prinzip in Frankreich zur Geltung kommt, sobald man dort I Heinrich V. als legitimen König anerkennt, tritt die , weiße Fahne in den Hintergrund. Sie war auch nie- 1 matS eine Nationalfahne, sondern die Fahne deS Hanfes < Bourbon. Der auf den Thron feinet Väter zurück- । gekehrte König Heinrich V. vergibt demnach feinem !
geschrieben und entlockte ihr viele, viele Thränen; aus ersterem jedoch wolle» wir anführen, was zum weiteren Verständniß ber Thatsachen nothwenbig ist. Fast die erste Seite war mit Fragen, Entschuldigungen unb Besotgniß des fernen Sohnes um de» geliebten Valet angefüllt, und als er darin feinem Hetzen Genüge gethan, las Friedrich, dem dies anvertraut war, weiter: „Daß ich kurz vor Abgang eines Segelschiffes nach Newyork den Hafen von Hamburg erreichte, hast Du, lieber Vater, doch sicherlich von meinem August erfahren, ebenso auch meine glückliche Abreise auf demselben. Ich hatte in der Eile nur wenig Gepäck mit genommen, dazu gegen dreihundert Thaler und mch rere Werthsachen. Die Reise währte über fünf Wochen, und ich langte krank in Amerika an; die furchtbare Angst und Aufregung, bie ich vorher ausgestanben, wie die mir ungewohnte lange Seereise, mußten baten schuld sein."
»Ich ward", lautete der Brief weiter, „mit meinen Sachen in ein schlechtes Hotel geschafft, wo man deutsch redete, unb verblieb bort fast vier Wochen Als ich vollstänbig meine Besinnung wieber erlangte, ward mir eine Rechnung vorgelegt, bie fast meine ganze Baarschaft, beun leider entdeckte ich, baß ich fast um die Hälfte bestohlen war, hinwegraffte. Von Sorge um die Zukunft erfaßt, denn im günstigste» Falle konnte ich erst mit dem Dampfschiffe über Bremen nach sechs Wochen Geld von der Heimath bekommen, beschloß ich, einen Theil meiner Werthsachen zu verkaufen.
Als ich am folgende» Tage in Newyork umher- wanberte unb langsam ben sonnigen Weg dahinschlich, hörte ich plötzlich meinen Namen nennen unb fühlte mich auch alsobald von zwei kräftigen Armen um- i schlungen, inbem eine Stimme, die mich an die schönste» Tage de- StudentenlebenS erinnerte, herzlich ausrief: i „Aber, Waldenau, wo hast Du gesteckt? Ich weiß >
Madrid, 31. Aug. DaS englische Geschwai ist durch bie Uebernahrne der gekaperten Schiffe „Vici ria" unb „Almansa" in ernste Verlegenheit gerach Diese Verlegenheit ist nicht so zu deuten, als ob d< Admiral Sjelverton der Muth gebrechen könnte, » aller Energie eines britischen Seemannes einem lhi sächlichen feindlichen Angriffe zu begegnen; sie bezi, sich vielmehr auf bie Haltung, welche er einzunehm hat, um einen unnützen Krieg Englands mit be „Canton Murcia" so lange eS eben geht abzuwende Tenn die Aufständischen in Cartagena haben, wie bi „Times" von einem bie englische Flotte begleitend, Berichterstatter rnitgetheilt wirb, dem Abmiral Ielv« ton angezeigt, baß, wenn ein Versuch gemacht werb bie beiben Schiffe von ihrem Ankerplätze fortzunehrm bie Forts unb bie Kriegsschiffe von Cartagena bi Feuer gegen das englische Geschwader eröffnen würden Um ben Ernst ihrer Drohung zu beweisen, ließen s, bie „Numancia" am Morgen. beS 28. August ft vor den Eingang ber Bucht von EScombrera lege, n welcher bie britischen Schiffe ankern; ja, eine Breit eite der „Numancia" wurde birect gegen bas englisch Flaggenschiff „Lorb Warden" gerichtet. Aelverton ga °en Aufständischen eine vierzigstündige Frist, sich bi ilmftänbe nochmals zu überlegen. ES scheint nuy baß wie ber „Times" aus anderer Quelle vom 3Ü
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republikanischen Institutionen aufrecht zu erhalten,, 3) daß der Plan der Royalisten, die legitime '4 narchie wieder, herzustellen, auf dem Lande so«, wie in den Städten auf allgemeinen Widerwillen ft} Die Stimmung in den übrigen Departements ist, gefähr dip nämlich^, wie in der Gironde, und „ muß sich auch, wen« erst einmal die Räumung » vollendete Thatsache ist, auf großartige Kundgebung gegen die royalistischen Uaue gefaßt machen. $ selben werden theilweise die Form von Adressen Mac Mahon erhalten, in welchen man ihm sag wird, daß bas Lanb auf fein Ehrenwort rechnet,, die bestehenden Institutionen aufrecht zu erhalten » das Land vor der Rückkehr zur feudalen Monats zu bewahren.