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1873

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täglich außer bett Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Rochsche Buchdruckeret)^^gen 22z Sgr.. durch du Postämter 2? Sgr. (ercl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. — Jnserttonsgebühr für du gespaltene Zelle 1 egt. , "" , i Sämmtliche Annonceo-Bürecmt nehmen Inserate an-

Deutsches Reich

86.

>» Worte: „teö M etn eryeoenoes öquyi ]ut uuiy, "•* Beginn dieser bedeutungsvollen Feier, welche die Reihe

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ste zu heirathen, da er fte, waS eben nur seine Mutter wußte, seit seiner Kindheit lieble, wie er zu lieben im Stande war. Daß Gräfin Adelheid um seine Pläne wußte, ist mit Sicherheit anzunehmen, da sie sie in jeder Weise zu sördern suchte und entschlossen war, zur Erfüllung derselben das Ihrige beizutragen.

An einem trüben Novembcrnachmittagc, als nach eben eingenommenem Mittagsmahl, an dem auch Selma von Buckchvlz theilgcnommen, die auf Veranlassung der Gräfin bereits seit einigen Tagen auf Waldenau weilte, die Familie sich in das allgemeine Wohnge­mach begab, wo bereits die lctztangelangten Briefe auf einem silbernen Teller auf dem Tische lagen, über Dem ein vierarmiger Kronleuchter seinen G-anz aus- breitete, und der ältere Graf zu einem umfangreichen Schreiben greifen wollte, das mit einem Ministerial siegel versehen war, ließ er plötzlich seine Hand sinken, denn der wohlbekannte Schall eines Posthornes, auö nicht großer Ferne, drang an sein Ohr, und gleich Darauf vernahm man deutlich den Hufschlag mehrerer Pferde, die rasch sich dem Schlosse näherten.

Im Begriff, das Zimmer zu verlassen, bemächtigte sich feiner jedoch eine sichtbare Aufregung, wie^dieS, so lange er ernstlich auf Nachrichten von feinem Sohne harrte, bei jeder ungewöhnlichen Erscheinung der Fall war; ein Zustand, den Selma allein begreifen konnte, da sie ihn ganz theilte. Sich in seinem Sessel niever lastend, gab er seinem Sohne ein Zeichen, nachzusehen, wer der späte Besuch sei.

Kaum hatte Dieser die breite Treppe betreten, als auch schon der Wagen hielt, die Diener eilig die große Thür zu der hellerleuchleien Vorhalle öffneten und einen in Pelze gehüllten, hochgewachsenen Mann aus» steigen ließen, den Alle freudig begrüßten als den von ihrem Gebieter so lange ersehnten Loten, als Friedrich Werner, denn er war eS wirklich, welchem jetzt auch Gras Paul, zwar ziemlich sörmlich, die Hand zum Gruße entgegenhielt.

Berlin, 2. Sept. Beim Heraustreten aus dem ma[8i< richtete der Kaiser an die ihn erwartenden Abmarsch alle und commandirenden Generale bei Er­oberung der ehrfurchtsvollen Begrüßung folgende Worte: „Es ist ein erhebendes Gefühl für mich, beim

auf seinem LVege von Gibraltar durchgekommen, um sich in Wilhelmshaven zur Verfügung seiner Vor­gesetzten zu stellen. Die öffentliche Stimme Deutsch­lands hat sich zusehends mehr zu seinen Gunsten er­klärt, und auch ohne unzeitige Ovationen darf er de- Danke» und der Anerkennung seiner Landsleute in der Heimat versichert sein. Er soll übrigens vorhabe«, demnächst auS Gesundheitsgründen seine Entlastung nachzusuchen.

Stuttgart, 2. Sept. Die Sedanfeier begann gestern Abend mit Bekränzung der Gräber der hier beerdigten Tobten auS dem Feldzuge 1870 unter großem Volkszudrange. Der Prälat Gerock hielt eine Gcdächtnißrede. General von Stülpnagel, Com« mandant des 13. ArmeeeorpS, war auf dem Frndbof anwesend. Im ganzen Lande wurden Abends 8 Uhr Bergfeuer entzündet. Die Beflaggung der Häuser ist heule ganz allgemein, die Geschäfte feiern.

Constanz, 31. Aug. Der Vereinstag der deutschen Genossenschaften, welcher heute hier feine Verhand­lungen beginnt, war auf den 17. August nach Mün­chen berufen, wurde aber von dort durch die städti­schen Polizeibehörden wegen deS Ausbruchs der Cho­lera verscheucht. Er fand hierorts, wo noch niemals die Cholera herrschte, freundliche Aufnahme und scheint, trotzdem in Würtemberg und Baiern nur wenige Ge­nossenschaften vorhanden sind und mancher Vertreter durch die plötzliche Verschiebung der Versammlung an der Theilnahme verhindert ist, stärker besucht zu wer­den, als die meisten seiner Vorgänger. Die früheren Vereinstage wurden abgehalten: 1859 zu Weimar, 1860 zu Gotha, 1861 zu Halle a. ©., 1862 zu Potsdam, 1863 zu Görlitz, 1864 zu Mainz, 1865 zu Stettin, 1866 zu Kastel, 1867 zu Quedlinburg, 1868 zu Leipzig, 1869 zu Neustadt a. d. Hardt, 1871 (1870 fiel auS) zu Nürnberg und 1872 zu BreSlau. Der VereinStag ist das Organ des Verbandes der deutschen Erwerbs- und WirihschaftS Genossenschaften,- der in seiner allmählich entstandenen Organisation über 1000 Genossenschaften umfaßt und seine Ge­schäfte durch Schulze-Delitzsch als besoldeten Anwalt mit vollständig eingerichtetem Bureau führen läßt.

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Erzählung von M. Dobson.

: h- (Fortsetzung.)

Wir haben bisher nur der Gefühle deS Vaters bei der Flucht feines Sohnes gedacht, bei denen besten btiefmutter wie Stiefbruder ganz ungerührt blieben; »ar aber mochte Graf Leopold's Braut empfinden, die auf eine fo baldige Vereinigung mit dem Geliebten gehofft? — Zuerst halte der Schmerz sie niederge- schmettert; bald jedoch war ihre Besonnenheit wie ihr Muth zurückgekehrt, und als sie ihren Verlobten sicher zu Schiffe wußte, da schlug ihr Herz ruhiger, denn ste wußte wohl, er werde sie auffordern, ihm zu folgen, und sie war fest dazu entschlossen, dann zu ihm zu gehen und sein Loos mit ihm zu thetlen. Hiermit waren zwar die Ihrigen nicht einverstanden, konnten e6 jedoch nicht hindern, da ihr an ihrem zweiundzwanzigsten Geburtstage die freie Verfügung über ihre Hand wie Vermögen zustand.

Drei Monate waren feit der Unglückszeit ver­flossen, ohne ihnen auch nur die geringste Nachricht von dem Flüchtling zu bringen. Frieorich Werner schrieb ebenfalls sehr besorgt auS England, weil Alle »«nahmen, daß Graf Leopold, da ihm seine Avreste bekannt war, an ihn die ersten Briefe schicken werde, seinem Vater etwaige Ungelegenheiten zu ersparen. Um diese Zeit langte Gras Paul in Waldenau »n. @r halte aus den Wunsch seines VaterS einen »tehrmonatlichen Urlaub genommen, der jedoch ganz seinen Wünschen entsprach, und daS väterliche Schloß mit dem festen Entschluß betreten, es nicht eher zu verlassen, als bis er auf eine oder andere Weise die Pläne, die sein neidisches, ehrgeizige» Herz ersonnen, jur Ausführung gebracht. Diese Pläne ober waren dicht» Andere», als erstens, daS Erbrecht für sich zu erlangen, weil fein Bruder als LanbeSverräther zum tobe verurtheilt war; und zweiten», sich die Liebe Telma'» von Buchholz zu erwerben, oder wenigstens,

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geschlagenen Wunden sorglich und liebend gepflegt. । So ist jene Mahnung zur Nacheiferung in erhebendster 1 Art in Erfüllung gegangen. Tie Siegessäule ver­kündet der Mit und Nachwelt, was Hingebung und Ausdauer vermögen. In Verbindung mit unfern Ver bünbetrn im letzten Hlorreicheu Kriege, schritten wir von Siegen zu PieM. welche Gottes gnadenreicher Wille uns bescheiden wiMe, bis zur Einigung Deutsch lands im neuen Kaiserreiche. *So leere ich denn mein GlaS zum Danke dem opferwilligen Volke, zum Danke meiner hohen Verbündeten inb zum Danke für un fere ruhmreiche Armee!" |

— Der Kronprinz des Hitschen Reiches reist am 3. d. nach Ulm. — Der Handelsminister Dr. Achen­bach beabsichtigt, wie daS „H. Wchbl." mittheilt, etwa zum October d. I. eine außerordentliche Versammlung von Commissarien der größeren preußischen Eisenbahn- Verwaltungen nach Berlin zu berufen, um unter Lei tung eint» Commistars der Eisenbahn Abtheilung des Handelsministeriums die Maßnahmen zu beralhen, welche zu ergreifen sind, um einen höheren Grad von Sicherheit im Bahnbetriebe zu gewinnen. Diese Ver­sammlung würde insbesondere zu prüfen haben, ob die in beklagenSwerther Weise vermehrten Unfälle etwa durch mangelnde Aufsicht, ungenügende Vorbildung deS Dienstpersonals, übermäßige Anstrengung desselben ober sonstige mangelhafte Einrichtungen veranlaßt sind, und nach dem Ergebniß dieser Prüfung Vorschläge zur Abstellung der gesundenen Mängel re. zu machen haben.

Braunschweig, 31. Aug. Da» „Braunschw. Tagebl. will wissen, „daß Herzog Wilhelm auf alle persönlichen Etbansprüche auf daS Vermögen seines BruderS verzichte, selbstverständlich aber müssen die Reelamationen auS dem Nachlaß, welche durch Ver­äußerung von Theilen des fürstlichen Domaniums begründet sind, oder welche sich auf die Wiedererlangung des fürstlichen Fideicommißschatzes beziehen, in aller Form Rechtens aufrecht erhalten werden. DaS Testa­ment scheint von hier au» für gültig angenommen : werden zu sollen.

Breme«, 1. Sept. Gestern ist Capitän Werner

DaS eben Berichtete hatte kaum eine Minute Zeit erforoert; gesprochen hatte der Ankömmling, dessen Züge Gestalt und Wesen die Umstehenden nur zu sehv an den von ihnen so sehr geliebten jungen Verbannten erinnerte, fast noch fein Wort, um so rn.hr trieb e» ihn nach dem Wohngemach, wo er allabendlich die Familie versammelt wußte, und in raschen Sätzen sprang er die hohe Treppe hinan.

Mit einem lauten Ausruf der Freude den festen, wohlbekannten Tritt erkennend, eilte der Schloßherr der Thüre zu; düse aber war von außen weit auf- gerifsen und gleich darauf lag — Thränen der Rüh­rung und der Freude in dem männlichen Auge — Frieorich Werner in den Armen deS Grasen von Waldenau, während die Frauen herbeieilten und Selma bei seiner auffallenden Aehntichkeit mit ihrem Verlob­ten in Thränen ausbrach.

„Gott im Himmel! Du, Friedrich?" rief mit be­hender Stimme der Graf. „Bringst Du Nachricht? lebt er? Wo ist mein Sohn, wo ist Leopold?" y

„Stiebt, Herr Graf", entgegnete ruhiger der junge Monn, zugleich die Gräfin und Fräulein von Buch», holz begrüßend. „Er ist jetzt gesund und rauntet,^ obgleich er sehr krank «ar, daher diese verspäteten. Briefe; er ist bei treuen Freunden und denkt auch schon daran, sich in Amerika eine Thätigk.it zu gründen."

Keines Wortes mächtig, sank der Gras in seinen. Sessel zurück, indem er sein Haupt in beiden Händen barg und minutenlang so verweilte, während die An- »ejenoen gleichfalls tiefes Stillschweigen beobachtete«. Betete er etwa für das jernere Wohl seine« LieblingS- kindes? Wir müssen eS annehmen, wie auch, daß seine Gebete Erhörung sande«, denn die schützende Hand Der Vorsehung waltete von nun an sichtbar über dem jungen, deutschen Flüchtling.

Und waS enthielten die Briefe, die der Ankömm­ling jetzt dem Grafen wie dem Fräulein Überreichte?

Letzterer war sicherlich nur für die Empfängerm"

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Marburg, Donnerstag, den 4. September. .

ber DaukeS- und Ehrenbezeugungen schließen wird, | Eie hier, meine Herren, ebenso um mich versammelt ' ,u sehen, wie in allen Schlachten und Gefechten, wo i Eie an der Spitze Ihrer Truppen sich in so hohem I Hrade ausgezeichnet haben." Auf dem KönigSplatze 3 sagte der Kaiser der aufgestellten Armeedeputation : „Ich Unter fteue mich, die Vertreter meiner Armee an dem heu-

- tigen Tage um mich versammelt zu sehen, einem der """ schönsten meines ganzen Lebens, an dem ich diese

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BenCllUttgCll tung für den Monat »,ntember werden von allen Postaustalten ange- «uf dem Lande uedmeu auch die Land-

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Oberhessische Leitung.

•4 lammen Auf dem Lande nehmen auch die Land- ti y^oten Bestellungen entgegen. j ;

• 1 höchsten Dankgefühle ber Mit- und Nachwelt über-

J liefere Ich beauftrage Sie, diese meine Gefühle den ' Truppen bei Ihrer Rückkehr in die Heirnath mitzu theilen." Bei ber heutigen Festtafel richtete Se. Ma

■ b jestät ber Kaiser unb König folgenbe Worte an bie Versammelten: „An dem Denkmal auf bem Kreuzberg treten uns bie Worte entgegen: den Gefallenen zum i.r.'H Gedächtniß, ben Lebenden zur Anerkennung, den fünf tigen Geschlechtern zur Nacheiferung. Kriege werden

■i «cht geführt, Siege nicht errungen ohne große Opfer ■L Die letzten Kriege haben deren nur zu schwere unb M schmerzliche geforbert. Den Gefallenen im Süllen unser erster Trunk! Während beS segensreichen Friedens eine» halben Jahrhunderts ist in Preußen bie Anerkennung der ruhmreichen Thaten ber Be- smungSkriege nie erloschen. Diese Erinnerung hat in-ben Herzen ber jungen Generation wiebergetönl und sie ge­hoben, als eS galt von neuem zu ben Waffen zu greifen, ste hat die Armee gestählt zu neuem Siegen. Sie «bat Die Opferfreudigkeit des Volkes belebt unb die