1873
Zllarkurg, Donnerstag, den 28. August.
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im Harz befallen wurde, geringer Natur war und durchaus in keiner Verbindung mit dem früheren Leiden des Herrn Leonhardt gestanden hctt; Geh. Ober Justizrath vr.-Friedberg ist auf Benachrichtigung von dem Tode deS UnterstaatSsecretärs Dr. Röze sofort auS Baden nach Berlin zurückgckehrt, um die ihm als ältesten Vortragenden Rath zustehende Func lion eines UnterstaatSfecretärS zu übernehmen; ob aber Präsident Friedberg geneigt sein dürste 7 diese Stellung definitiv zu behalten, ist zu bezweifeln, da es nicht klar ist, ob sich diese Functionen mit denen 'des Herrn Dr. Friedberg in Einklang bringen lassen und ob derselbe nicht vorzieht, in seiner Eigenschaft, die er zur Reichsverwaltung inne hat, zu verbleiben.
vermochte, stürmisch an sein Herz.
Zn -einem Thräncnstrom brach die Freude deS greisen VaterS sich endlich Bahn; fest, als wollte er tyn nie wieder von sich lasten, hielt er den unerwartet wiedergekchrten Sohn umschlungen, während die bebenden Lippen ein kurzes Dankgebet leise murmelten
Eben wollte Paul an seinen Barer die Frage richten, ob die Mutter, deren Abwesenheit einen bittern DermuthSlropsen in den Kelch seiner Freude träufelte, als diese, begleitet von Pauline, eintrat. Die nassen Stangen deS Gatten, über welche ein seiliges Lächeln
rottungen und Ruhestörungen. In 6 in der genanntes Gaste befindlichen Wirthschaften wurden sämmtiichr Mobilien und die Fenster demolirt, so daß die Polizei sich zum ernstlichen Einschreiten genölhigt und veranlaßt sah einzelne der Hauptexcedcnten zu verhaften und die Gaste sowie die nächste Umgebung derselben von cen Menschenmasten zu säubern. Es sind umfassende Maßregeln getroffen, um die Wiederholung de- Tumults zu vermeiden. Verwundungen sind nicht vorgekommen.— Der flüchtig gewordene Lombard-Casstrer oer Leipziger Bayk hat sich bei BörSdorf durch einen Eisenbahnzug überfahren lassen und ist tobt.
Darmstadt, 24 Aug. Die Regierung hat an die Stände eine Vorlage gelangen lasten, wonach sie zu den Bedürfnisten der Schullehrer-Wittwenkasie einen weiteren jährlichen Staatsbeitrag von 10500 fl., somit im Ganzen statt des bisherigen Beitrags von 30,882 fl. einen solchen von 41,282 fl. beansprucht. Es hängt diese Vorlage mit derjenigen zusammen, welche die Schullehrer Wittwen- und Waisenpensionen iresentlich zu erhöhen und die Pensionsfähigkeil der Schullehrer-Waisen auf das zwanzigste Lebensjahr auszudehnen vorschläzl. Diese Maßregel» können nämlich ohne jenen weiteren Staatsbeitrag selbst bei Erhöhung der Eintrittsgelder und der Jahresbeiträge der Lehrer nicht durchgeführt werden. — Der hiesige Stadtvorstand hat die Feier des 2. September beschlossen und folgendes Programm aufgestellt: 1) Flaggenschmuck der Stadt, 2) Einläuten des Tage- mit allen Glocken, 3) Dankgottesdienst, 4) Vortrag in den öffentlichen Schulen über die Bedeutung der Feier durch die betreffende» Lehrer und dann Schließung der Schulen für den Tag. Das Ludwigs-Ptonument wird auf städtische Kosten geschmückt. n
Gieße» 25. Aug. Russische Studentinnen der Medizin auö Zürich haben sich an die hiesige Universität mit der Anfrage gewandt, ob sie hier ihre Studien fortsetzen können. Darauf hat die medizinische Fakultät einstimmig beschlossen, daß dem Gesuche nicht entsprochen werden solle, und sich in ihrem Gut-
DnttschkS Keich.
•« Berlin, 26. August. Nach Nachrichten aus Agstein steht eS in bestimmter Absicht des Kaisers, Freitag den 29. AbendS in Berlin einzutreffen; in ta nächsten Tagen nach der Festlichkeit deS 2. September dürste Se. Majestät nach Weimar reisen, um h-selbst deir Einzugsfeierlichkeiten des Erbgroßherzogs I mit seiner Gemahlin beizuwohnen, welche am 6. September daselbst statlfinden; in der zweiten Hälfte des Monats September gedenkt der König alsdann noch nach Baden-Baden zu gehen, und ist der-Plan einer Reise nach Wien noch nicht aufgegeben. — Der Gesandte in Rom, Herr v. Keudell, hat in letzter Zeit «egen Symptomen von Fieber auf Anrathen deS ArzteS nach Torento gehen muffen, jedoch auch von dort auS seine amtlichen Geschäfte besorgt, da Herr v. Keudell in steter Verbindung mit Rom geblieben war; von einer bedeutenderen Krankheit ist keine Rede, ebenso wenig wie, daß die Vertretung des Herrn v. Keudell durch einen LegalionS-Canzelisten erfolgt wäre, was schon an und für sich dem Geschäftsgänge nicht entspricht. — Der Justizminister Dr. Leonhardt ist au- der Schweiz zur Nachkur nach Ostende gegangen, wird jedoch Ende dieser Woche ebenfalls in Berlin eintreffen und kann hierbei wiederholt versichert werden, daß das Unwohlsein, von welchem der Minister
DeS Schicksals FLguag.
Novelle von Ew- Aug. König.
»Fortsetzung.)
— Die Nachricht, daß Capitän Werner zum Ober werstdirector ernannt ist, wird als unrichtig bezeichnet. — DaS Auftreten der Cholera mahnt überall zur Vorsicht, damit dieselbe nicht verschleppt werde; eine hierauf bezügliche Verfügung hat in der jüngsten Zeit der Handäsminister erlassen, indem derselbe den Eisen- dahnverwaltungen dringend anempfiehlt, die Adlaffung von festen Zügen und Zügen in Massen zu Excur fronen in alle die Städte zu unterlassen, in denen die Cholera herrscht.
Hannover, 24. Aug. Für den am 27. d. M. hier zusammentretenden XI. deutschen Juristentag sind solgende Festlichkeiten vorbereitet: Am 27. Abends 8 Uhr wird die Begrüßung der Mitglieder des Ju- ristcntageS im Odeon statlfinden. Am 28. Nachmittags 4 Uhr wird die Corsofahrt die Mitglieder durch die Herrenhäuser Gärten (in denen die Wasserkünste spielen werden) und die Stadtforst Eilenriede nach dem zoo- logischen Garten führen, in welchem sie Concerl und Illumination erwartet. Später am Abend vereinigen sich die Mitglieder im Tivoli, wo in den glänzend erleuchteten Gärten großes Concerl gegeben werden wird. Am 29. ist Nachmittags Gartenconcert in Bella Vista, später Festvorstellung im königlichen Hoftheater und Abends gesellige Vereinigung und Tanz im Ooeon. Am 30. wird Nachmittags 4 Uhr ein Festdiner im Odeon stattfinden und am 31. eine AuS fahrt nach Hameln und Pyrmont mittelst Extrazuges der Hannover.Altcnbekener Eisenbahn gemacht werde». Die Damen können an sämmllichen Festlichkeiten mit Ausnahme des Festdiners theilnehinen.
Schwerin, 24. Aug. Welche Aussichten die eingeleiteten Verfassungsreformen haben, ergibt ein längerer Artikel, welchen die officiöjen „M. A." über „die Vortheile einer constitutionellen Verfassung für Mecklenburg" bringen. Derselbe schließt mit folgendem absonderlichen Resumö: „Daran, daß eine constitniio- nelle Verfassung in Mecklenburg eingcführt wird, hat eine sehr kleine, aber auch sehr emflußhäiche Minder heil allerdings ein Interesse. Das mecklenburgische Volk im Großen und Ganzen aber kann sich von einem solchen Eceigniß reelle Vortheile nicht versprechen."
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auf die Oberhesfische Zei- öCftCUllttflVll tun« für den Monat September werden von allen Postanstalten ange- uommen. Ans dem Lande nehmen auch die Land- »ostvoteu Bestellungen entgegen.
—' „Hartwig?" fragte er. „Wohnt ein Bildhauer
w—t dieses Namens hier?"
Der Ton, in welchem diese Frage gestellt war, bewog die Anwesenden, ihre Blicke voll Erstaunen auf den Fragenden zu wenden.
„Allerdings," nahm Ritter, sich zu dem Fremden -endend, das Wort, „gehen Sie in die AntoninS- in dem Hause Nr. 17 werden Sie ihn in der ersten Dachkammer zur rechten Seite finden."
In der nächsten Secunde hatte Schmidt die Zelle schon verlassen, hastig eilte er auf dem ihm durch den Portier deS Gefängnisses bezeichneten Wege der An .. > loniuSgasse zu und trat in demselben Augenblicke in die Dachstube deS Bildhauers, als derselbe eben zur Mütze griff, um sich zur Unterzeichnung des Contracts zum Freiherrn von Gcbaur zu begeben.
Ein einziger Blick auf das Antlitz des alten ManneS genügte; mit dem Rufe: „Mein Vater, mein theurer Vater 1" eilte Schmidt mit ausgebreiteten Armen «Ulf den Greis zu und zog diesen, der vor freudigem -** Schreck kein Wort über die bebenden Lippen zu bringen
Leipzig, 26. Aug. Die bereits seit einigen Ta gen vorgekommenen Schlägereien in der Pleiffengafse führten in der letzten Nacht zu größeren Zuiammeu-
gebreitet lag, der Blick und die nach ihr ausgebreiteten Arme des Fremden, vor Allem ober das eigene Herz sagten ihr, wer vor ihr stand, und Dank der festen Zuversicht, mit der sie stets auf die Wiederkehr des Sohnes gerechnet halte, übte dieses so plötzliche und unerwartete Wiedersehen keinen nachcheiligen Einfluß auf ihre Gesundheit.
„So hat der Himmel noch Alles zum Besten gefügt, Du bist uns wiedergegeben, und ich kann mit Dem Bewußtsein mein Haupt zur ewigen Ruhe legen, daß mein Fluch von Dir genommen ist," hob der Bildhauer an, indem er dcn Sohn noch einmal an seine Brust zog.
Dazu spreche ich mit freudigem Herzen Amen!" nahm die Mutter das Wort, „und jetzt Paul, drücke Deine Schwester ans Herz, sie ist ein liebes, braveö Mädchen und wird Dir ein offenes, vertrauendes Herz voll schwesterlicher Liebe entgegenbrigen."
Lange ruhte der Blick Pauls auf der blühenden Jungfrau; eine Ahnung, die er nicht bekämpfen konnte, stieg plötzlich in seiner Seele aus, doch bezwang er sich, in der nächsten Stunde mußte ja Alles klar werden.
„Das Geschick hat uns aus gewiß seltenem Wege zusammengeführt," hob er nach einer Weile an, näh renb er sich auf einen Stuhl niederließ, „ich suchte meine Tochter und fand meine Eltern. — Doch bevor ich Euch meine Schicksale mittheile, erlaube mir eine Frage, mein Vater, kennst Du den Wucherer Kleber, der seit gestern im Gesängniß sitzt?"
„Leider," seufzte Hartwig, „ich bin sein Schuldner und habe eS nur seiner Bei Haftung zu danken, daß ich heute noch in diese» Räumen wohne. Gestern war der Termin, an welchem ich den schuldigen Mieth- zins entrichten mußte, ich konnte meinen Veipfiich-
»HAeint läalich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Äoch'sche Buchdruckerer) bezogen 2218gr., durch btt w Postämter 27 gar. (erd. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für das Ausland exel. Stempel 22 Sgr. — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.
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achten prinzipiell gegen das graueuftucium überhaupt, wie auch gegen die einseitige Ausbildung von Frauen für Frauen- und Kinderkrankheiten ausgesprochen.
München, 25. Aug. König Ludwig hat sich gestern von Berg nach Hohenschwangau begeben, um
tungen nicht nachkommen ..." — „Darüber reden wir später," fiel Paul hastig ihm in'S Wort, „überhaupt werdet Ihr nicht fünf Stunden mehr diese Kammer bewohnen, noch heute müßt Ihr zu mir in den Gasthof ziehen, bis ich ein Haus für un- Alle gefunden habe. — An jenem Tage, an welchem ich Euch verließ, schwur ich, nie wieder die Vaterstadt, noch das Elternhaus zu betreten, die Leidenschaft zu jenem Mädchen, vor welchem Ihr mich warntet, wegen der ich Eueren Fluch auf mein Haupt lud, hatte mich verblendet, und mit trotzigem Grimm gegen Euch im Herzen reifte ich, ohne mir Zeit zur reiflichen Ueber- legung zu gönnen, nach Hamburg ab. Dorthin folgte mir nach Ablauf der nächsten acht Tage meine Ge lieble und deren Mutter, Die keine Gelegenheit versäumten , meinen Zorn gegen Euch zu schüren und jene Reue über meinen unbesonnenen, unüberlegten Schritt im Keime zu ersticken. Wir heiraiheien, ich suchte und sand Arbeit, zog mit meinem Meister, der verschiedener Gründe halber Hamburg verlassen mußte, nach dem Süden Deutschlands und lebte hi.r einige Monate an der Seite meiner heißgeliebten Gattin recht glücklich. Mein Glück sollte nur von kurzer Dauer sein, Euere Warnungen, so wenig ich auch aus dieselben gab, ja, so unbegründet ich sie auch sand, klangen in Stunden der Einsamkeit doch wieder in meinen Ohren.
Fortsetzung folgt.' ?•
Ls» Msrßvrg »ach Hamburg.
Wenn einer eine Reise lhut, so kann er was erzählen, so dachte der Herausgeber der „Oberhissischen Zeitung" auch, als er de» Entschluß faßte, der Feder und der Scheere auf einige Tage Valet zu sagen und dem in Hamburg tagenden achten Journalistentage -