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Marburg, Sonntag, den 24. August » . ui 1878.
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Sümmtliche Ännoncen-Büreaus nehmen Inserat« an.
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Gravelottr, ist in St. Privat bei Metz, wo die Garde
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fudrt -ekämpft, ein dieser zu Ehren errichtetes Denkmal den» tnt^t rocr^m- — Eine Conferenz deutscher Kirchen,
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rechlslehrer, welch« in Kassel getagt, hat sich über die Stellung der deutschen Staatsregierungen zu der Sache de« AlikatholiciSmuS in dem Sinne ausgesprochen, daß diese Regierungen berechtigt seien, den am 11. d. in Rotterdam conjecrirten Bischof ReinkenS anzuer- trnnen, und hat fernerhin Fragen Betreffs der Doti-
rung kirchlicher Institute und der Verkündigung kirchlicher Erlasse erledigt. — In Hamburg hielten Vertreter deutscher und österreichischer Zeitungen den 8. deutschen Journalistentag ab. — In einigen Bezirken der neuen ReichSlaudeS haben verschiedene oder alle Kreistagsmitglieder den vorschriftsmäßigen Eid der. »tigert, wodurch von den 20 Kreistagen 7 nicht haben beschlußfähig werden können, nämlich 4 in Lothringen »nd 3 im Elsaß.
DeS Schicksals Fügung.
f.-.w . Revell« von Ew. Aug. König.
(Fortsetzung.)
»Ich lhat'S ungern," entgegnete der Bildhauer, i® Stillen das Geschick preisend, welches nun doch >ach Alles zu einem guten Ende führte. „Meine Unterredung mit dem jungen Herrn, dessen Fürsprache hauptsächlich ich Ihr gütiges Anerbieten verdankte, brdieS mir, daß Jener nur die Absicht hatte, mich s»« der Stadt zu entfernen, um mit Pauline, die itiatr Bedingung gemäß allein hier zurückbleiben sollte, itichtes Spiel zu haben. So sehr ich mich auch da ^ch sehnte, meine alten Tage ruhig und sorglos ver-
Palttische Wochen-Urberficht.
Bon seiner Reise nach Schweden und Dänemark ist der Kronprinz des deutschen Reiches am 20. d. W. wieder auf- der Insel Föhr bei seiner Familie eingeiroffen. — Am 5. d. in Christiania angelangt and vom schwedisch-norwegischen Königspaare aufs herzlichste begrüßt, folgte er dessen Einladung am 13. auch nach Stockholm. Auf der Heimreise traf er am 17. im Malmoe mit dem Kronprinzen von Dänemark zusammen und wurde von diesem gebeten, nicht direkt nach Föhr zurückzufahren, sondern auch bei dem königlich dänischen Hose vorzusprechen, da sein Besuch dort schr angenehm sein würde. So geschah es, daß er am 17. nach Helstngor fuhr und schon dort vom König selbst aufs freundlichste empfangen wmde. Aus Schloß FredeuSborg verweilte er dann den 18., ward mit dem Ellphanten Orden geschmückt und fuhr am 19. nach Korsoer, Von wo ihn die „Grille" nach Eckernförde brachte. Dieser Besuch in Dänemark hat viel Aufsehen und Gerede gemacht, bedeutet aber wohl nichts weiter als die offenkundige Wiederherstellung eines freundschaftlichen Einvernehmens zwischen Verwandten, wie denn schon in Wien die beiden Kronprinzen aufs herzlichste mit einander verkehrt haben. Kaiser Wilhelm befindet sich noch in Gastein und erfreut sich eine« trefflichen Wohlseins; die Kaiserin Augusta hat sich nach Baden-Baden begeben. Am 18., dem Jahrestage der furchtbaren Schlacht bei
Der junge Mann wer in die Kiffen zurück ge funken. -<■ • - (Forts, folgt.)
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in Deine Lebensweise werfen ließ. Die Wahrheit des Sprichwort«: „Jugend muß auStoben", erkenne ich bereitwillig an, aber dieses Toben hat feine Grenzen und endlich muß ihm einmal ein Ziel gefetzt werdm."
Bestürzt hatte Eugen sich ausgerichtet.
„Was soll das?" brauste er auf, „bin ich ein.
Angen zu können, so sehr ich auch wünschte, meinem «tibe den letzten, kurzen Rest ihres vielbewegten Le- rtnt zu inet Wanderung durch ein lachendes Thal Sonnenschein zu machen, konnte ich die Erfüllung "tier Wünsche doch nicht mit dem Opfer erkaufen, Elches Ihr Sohn von mir verlangte."
„Und wenn ich Ihnen heute den Posten nochmals Mete?" fragte der Freiherr.
„So nehme ich ihn dankbar an, vorausgesetzt,
*1 Pauline mit mir gehen darf," erwiderte Hartwig Mudig.
„Dieser Bedingung steht nichts im Wege," fuhr ^Freiherr fort, „im Gegentheil, mir kann es nur Avünscht sein, daß Ihre Tochter die Stadt verläßt. Kommen Sie morgen zu mir, wir werden alsdann
Contract unterzeichnen, und schon in den nächsten
„Wollte Gott, ich hätte sie Dich häufiger fühlen sauberen Plan vereitelte, lasten", entgegnete der Freiherr, „es wäre vielleicht 1----- m - *
»icht so weit mit Dir gekommen. Ich bin stets so
Srschemt täglich außer den Werktagen nach Sonw und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 224 Sgr., durch die Postämter N Sgr. (excl. Bestellgebühr «Hft mcl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 ögr.
Am 18. d. fand in Wien die Feier der Preis- vertheilung unter Reden des Erzherzog -Protectors Karl Ludwig und des Erzherzog Ptästventen Rainer statt. Tie Schlußperiode der Ausstellung hat hiermit begonnen. Von den ausgezeichneten Ausstellern erhielten die des deutschen Reiches 99 Ehrendiplome. Der volkSwirthschaftliche Congreß hielt am 14. August sseine Schlußsitzung; die Verhandlungen waren arm an praktischen Resultatm, dagegen reich an negativen Erörterungen; die Frage der Kleingewerbe wurde auf den nächsten Kongreß vertagt. Auf politischem Geriete herrscht noch Sommerstille, nur in den Wahlvorbereitungen hat einige Regsamkeit begonnen.
In der Schweiz dauert die Bewegung gegen die Mermillodisten fort. In Brugg wurde eine Versammlung freisinniger katholischer Geistlichen abgehalten, welche einen Protest gegen die jetzt durch Ausspruch deS Bundesrathes festgestellte Thatsache erhob, daß die Mermillodisten Schritte gethan haben, Frankreich in die kirchlichen Streitigkeiten der Schweiz hineinzuziehen. In Genf ist der Herzog Karl von Braunschweig gestorben und hat die Stadt Genf zum Universalerben aller seiner beweglichen und unbeweglichen Habe eingesetzt.
In Italien ist als einziges Ereigniß von politischer Färbung zu berichten, daß Ministerpräsident Minghetti in seinem bisherigen Wahlbezirk Legnano mit 561 von 571 Stimmen als Mitglied der D>pu tirtenkammer wieder erwählt worden ist. Der Papst befindet sich wieder ganz wohl und soll von gewisser Seite wieder sehr bestürmt werden, sein Asyl im Va- lican zu verlassen und nach Frankreich zu gehen.
Die Royalisten in Frankreich haben Eile, die Fusion zu praktischen Zwecken -auszubeuten, unb eS wäre nicht unmöglich, daß man das Ende der jetzigen Parlamentsferien nicht einmal abwartete, um die legitime Erbmonarchie in Frankreich herzustellen und einen Ausschuß zur Ausarbeitung einer Verfassung zu ernennen. Ueber das Gelingen dieser Pläne in der Nationalversammlung kann man nur sagen: in Frank reich fft jetzt Alles möglich, was seine Vergangenheit zur Fratze macht. Im Lande freilich gibt eS noch widerstrebende Kräfte genug. Auch hat der Napoleonstag zwei Kundgebungen gebracht, die einige Beachtung verdienen: in Chiselhurst hat Napoleon IV. seine Jungfernrede Angesichts einer rührigen Versammlung
vom Tische und erstieg die Treppe, welche zum Schlaf- gemach seines Sohnes führte.
„Was geschehen muß, geschehe gleich," murmelte er, „unnützes Zaudern ist nur verderblich."
Eugen sah überrascht auf, als fein Vater so unerwartet vor das Bett trat und den ernsten, strengen Blick fest auf das bleiche Antlitz des Sohne« richtete.
„Du leidest an Kopfweh?" hob der alte Herr nach einer Pause an. „Fühlst Du Dich ernstlich krank?"
„Nur ermattet, eS wird wohl bald vvrübergehen", erwiederte Engen, deffen Herz nicht daran dachte, daß der Vater die wirkliche Ursache seines Leidens kannte Ich kam gestern Abend etwas spät zu Bett und fühlte mich heute erschöpft, die drückende Schwüle mag wohl auch das Ihrige dazu beizetragen haben "
„Drückende Schwüle?" fiel der Freiherr spöttisch ihm ins Wort. „Du vergissest wohl, daß heute der erste November ist?" — Du hast es schon weit in der VerstellungSknnst gebracht", fuhr er, pfiwaltsam sich zur Ruhe zwingend, fort, nachdem er einen Stuhl ans Bett gerückt und sich auf demselben niedergelassen hatte, „ich kenne den Grund Deines Leidens und danke dem Himmel, daß er mich endlich einmal einen Blick
kped. 1948
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wenn Du durch die Gelegenheit verleitet, Theil daran nahmst. Nie aber hätte ich geglaubt, daß Du damals ~ i"“ «u«« <■* «u|, „vu» »vy V»I, schon zum Sklaven Deiner bösen Leidenschaften Her-
Kind, weiches noch immer unter der Zuchtruthe stehen abgefunken wärest! Erst heute erhielt ich darüber Ge- foO?" _ wißheit und ich danke dem Himmel, daß er Deinen
von Anhängern des bonapartiftifchen KaiserlhumS gehalten, und in Belfort wurde, auf der Durchreise nach der Schweiz, Thiers als Befreier des Gebiets mit Jubel begrüßt. Mae Mahon'S Haltung gegenüber den Fusionsumtrieben ist noch immir so ruhig und so rächselhaft, wie bisher. n \
Spanien hat der europäischen Presse in tiir ver gangenen Woche nicht so große DepeschenrechnnnzeN verursacht, wie dies in den letzten Tiertaten die Regel geworden war. 'Das ist ein gutes Zeichen für daS schwer geprüfte Land, dem eS zu wüpschen wäre, daß der Telegraph sich möglichst wenig mn es zu kümmern brauchte. Von schlimmen Nachrichten ist nur die eine eingetroffen, daß die Carliffen eine republikanische Truppenabtheilung zwischen Easeras unb Berga ge« schlagen unb letztere Stabt in Besitz genommen hätten.
Die ParlameNtSauflösung ist ht England in Aller Munde. Noch diesen Herbst, etwa im Monat October, glaubt man den Neuwahlen entgegensehen zu müssen, und damit hängt eS vielleicht auch zusammen, daß Gladstone, einer ziemlich allgemeinen Ansicht sich entgegenstemmend, eS nicht für nölhig hält, sich jetzt noch in Greenwich einer Neuwahl zu unterwerfen, weil er das Amt des Schatzkanzlers Übernommen hat.
In Dänemark sind die drei zu Strafarbeit ver- urtheilten Führer der Socialistenpaitei Pio, Brix und Geleff, nachdem der König ihr Gnadengesuch abschlägig deschieden, in« Zuchthaus abgeführt worden. Zwischen Skagen und Marstrand ist ein dänisch schwedisches Telegraphenkabel gelegt worden, das von Skagen über den HirtshalS nach England weiter geleitet werden soll.
Die Kaiserin von Rußland ist mit ihrer Tochter, der Braut des englischen Prinzen Alfred, nach Livadia in der Krim abgereift, wohin ihr der Kaiser gegen Ende b. M. folgen wird. Eben dort finvet sich im nächsten Monat auch der Bräutigam ein. Die Hochzeit ist auf den Januar k. I. anberaumt. Der deutsche Botschafter in Petersburg, Prinz Reuß, ist auf drei Monate in Urlaub gegangen. In Betteff der Militärorganisation ist eS nunmehr entschieden, daß fünf „MilitSrterritorien" (Armeecorps) mit fr einem Oberbefehlshaber an der Spitze formirt unb mit der Garde der Anfang gemacht werden soll. Da« Militärbudget, welches m diesem Jahre bereit« gütig und so nachsichtig',gegen Dich gewesen unb muß jetzt basür büßen, daß ich Deinem Verstände unb Deinem Ehrgefühl zu viel vertraute. Aber e« soll ein Ende nehmen, das gelobe ich Dir, ich will nicht;- daß länger die Ehre unseres HauseS durch einen miß- rathenen Buben beschimpft wird!"
„Vater!" schrie der junge Mann auf, „nimm da« Wort zurück, oder —"
„Halt ein!" fiel der Freiherr dem Zornbebenden ruhig ins Wort. „Tu stehst hark an der Grenze, ein Schritt weiter unb ich verstoße Dich au« meinem Hause wie auS meinem Herzen. Bevor ich jene« Wort zurücknehme, beweise mir, daß ich Dir Unrecht damit that; daß eS Dich verletzt, bürgt mir, daß noch' nicht jeder Funke von Ehre in Deinem Herzm er»1 loschen ist. Vermagst Du alle die Anklagen, welche gegen Dich vorliegen, vollgültig zu entkräften, so will ich, hörst Du, ich selbst Abbitte für jenes harte Wort thun. Schon vor Monatm vernahm ich, daß Du eit/ liederliches Leben führst, ich glaubte diesem G-rüchte nicht, hielt eS vielmehr für erdichtet oder doch über trieben. Mein Herz dachte nicht daran, daß Du wirklich so leichtsinnig sein könntest, enorme Summen im Spiel zu vergeuden. Daß Du vielleicht einmal einer Orgie beigewohnt habest, stellte ich nicht in Abrede, Du bist jung und kräftig, wer wollte e« Dir verargen.
} J48 1 81« der Bildhauer das Hau« verlaffen hatte, blieb -40 Freiherr noch eine geraume Weile, in dumpfes |-25i Briten versunken, in seinem Sessel fitzen. Endlich fte* *9 er auf, er nahm den silbernen Armleuchter
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