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Marburg, 21. Aug. Der heutige Viehmarkt war von Verkäufern stark besucht. Zugetrieben waren 1876 Stück Schweine und 28 Stück Rindvieh. Der Handel in Schweinen war weniger lebhaft als seither und bie Preise sowohl bei größeren Schweinen, als auch bei Jungvieh, stellten sich bedeutend niedriger. Rindvieh war wenig zu Markt gebracht Preise jedoch immer noch hoch. '
Ba rlett a, 20. Aug. Ber der heutigen Heimzahlung-- Vcrloosung des Stadt Barletta-Anlebens fiel unter den ge- zogenen 3066 Nummern der erste Gewinn von 25 000 Frs auf Serie 426 Nr. 29, der zweite von 1000 Frs. auf Serie
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feierten brachte General-Major v. Schenk zu Schweins berg aus, während ein von sämmtlichen Anwesenden unterzeichnetes Glückwunsch-Telegramm dem Kurfürsten in Horzowitz übermittelt wurde. Überstlieutenant von Heathcote und andere dem Kurfürsten früher nahe ge standenc Persönlichkeiten hatten sich, wie man hört, schon vor dem 20. August nach Horzowitz begeben, um dort rechtzeitig zur Gratulation einzutreffen. (N.K.A.' ।
Kassel, 19. Aug. Hier fand gestern ein aus Stadt und Land sehr zahlreich besuchter Schuhmachertag statt, welchen der hiesige Schuhmacherverein gelegentlich der Schuhmachermesse veranstaltete. Der Vorsitzende des Frankfurter Vereins, Hr. Ruoff, der als gewandter Redner wohl für einen der bedeutendsten Führer in der Bewegung des deutschen Schuhmacher- Handwerks gelten kann, hielt in dieser Versammlung einen dreistündigen Vortrag im Interesse der Ver besserung und Hebung des Gewerbes und gab damit die Anregung zu weiteren practischen Unternehmungen.
Witzenhause«, 20. Aug. Auch unsere Stadt wird eine Sedanfeier haben, welche am 3t. August, 1. und 2. September vor sich gehen soll, an jedem dieser drei Tage mit Festzug durch die Stadt nach dem Festplatze in der sogen. Bischhäuser Aue, am 1. September außerdem mit Belustigung der Schuljugend (Preislausen), am 2. Sept, mit Festrede. Der Festbeitrag ist auf 1. Thlr. festgestellt. (H. M.)
Fulda, 19. Aug. Wie wir soeben in Erfahrung bringen, soll dem hiesigen Herrn Bischof bereits eine Vorladung zu der am 26. d. M. vor hiesigem Kreis- gericht ftatifindenden Verhandlung wegen Uebertretung der Mai-Gesetze zugegangen sein. Wir erfahren weiter, daß Bischof Christoph Florentius darauf hin beschlossen habe, jede Verantwortung vor genannter Behörde abzulehnen. Das diesbezügliche AblehnungSschreiben erklärt, daß die kanonische Institution eines Geistlichen zu einer Pfarrei oder Kaplanei ausschließlich ein kirch licher Act sei, zu dessen Vollziehung der Diöcesan- Bischof nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet ist. Aus diesem Grunde sei es dem Bischof nicht möglich, „in dieser sowie in jeder andern Sache, welche ausschließlich kirchlicher und geistlicher Natur ist, die Competenz einer andern Behörde, als die des heiligen apostolischen Stuhles anzuerkennen." Deshalb werde es seinem Gewissen nicht gestattet, an dem festgesetzten Termine zu erscheinen. Sodann beruft sich der Bischof auf die von ihm in Vereinigung mit dem gesammten preußischen EpiScopat vor und nach der Publikation der Mai-Gesetze erhobenen Proteste. Das Kreisgericht wird sich daher entschließen müssen, hier in contumaciam zu verhandeln. Das „Franks. Journ." brachte jüngst die Nachricht über einen Entschluß deS hiesigen Bischofs, wegen der vom Überpräsidenten verfügten Schließung des Knabenseminars beim König vorstellig zu werden Ein solches Vorhaben hat nie vorgelegen, sondern man war an kompetenter Stelle stets entschlossen, das Knabenseminar so lange zu erhalten, bis es etwa gewaltsam aufgelöst werden würde. — Wie wir auS guter Quelle vernehmen, soll bei Besetzung des erledigten Seminardirectorpostens der am hiesigen Lehrerseminar fungirende Kleriker Koch in Aussicht genommen sein. (N. A. Anz.)
Hana«, 20. Aug. Die österreichischen Gulden tücke machen nun, Dank dem energischen Vorgehen Seitens der Detaillisten und der Lokalpreffe, sich nach und nach unsichtbar und schon wieder droht eine an. dere Münzsorte die gleichen Bahnen wie die österreichischen Guldenstücke einzuschlagen: das Fünffranken tück, welches in letzter Zeit massenhaft circulirt. Von verschiedenen Seiten wird schon bei Auszahlungen mit demselben der Kopf geschüttelt, oder dasselbe gar zu- rückgewiesen, ober aber nur, wie schon geschehen, zu k. 2. 19 fr. angenommen. Dieser brohenben Calamität vorzubeugen, wäre es schon jetzt gut, berselben auf betn rüheren Weg energisch entgegenzutreten. (Han. Anz.)
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Kunsthaussaale zu Ehren des gestrigen Geburtstages I des Kurfürsten fand unter Letyeiligung von Personen verschiedener Stände statt. Ten Toast auf den Ge-
hinzuarbeiten. Die Zusammensetzung dieser Behörde war für die lutherische Kirche Überhessens eine höchst unbillige, indem mehr Resormirte als Lutheraner darin saßen, obgleich doch viel mehr lutherische als resormirte Gemeinden derselben unterstellt waren. WaS aber schließlich die Organisation dieses Consistoriums an langt, so wurden alle Beschlüsse einfach per majora gefaßt, -so daß faktisch die Reformirten, welche die Majorität bildeten, auch alle inneren Angelegenheiten ber lutherischen Kirche überheffens entschieden, da die hessische Consistorial - Organisation nicht einmal eine itio in partes kennt, die für das neue Kasseler Con- sistorium wenigstens vorgeschrieben ist. Lutherisch gesinnte Resormirte haben aber niemals in dem Marburger Consistorium gesessen. Haben vahcr die bekennt nißtreuen lutherischen Geistlichen Überhessens, gleich dem Einsender der obigen beiden hessischen Erklärungen, dieser bisherigen Behörde, trotz ihrer Grundlage, ür- ganisation und Zusammensetzung, in den Fällen den Gehorsam nicht verweigert, wo nichts gegen das Be kenntniß und die Ordnung ihrer Kirche geschah, so Wird ihnen jetzt Niemand Verrath vorwerfen können, wenn sie zunächst genau dieselbe Stellung zu dem Kaffeler Consistorium einnehmen, das sich principiell von dem bisherigen Marburger in nichts unterscheidet, und, unbeirrt durch Lob oder Tadel, mit allen als zulässig und zweckoienlich erkannten Mitteln dahin arbeiten, daß ihrer Kirche endlich daS gewährt werde, »aS sic von Gottes und Rechts wegen zu fordern berechtigt ist, da sie unmöglich an den bloßen Fortbestand ihres bisherigen, dem Rechte nicht entsprechen bcn kirchlichen Verfassungszustandes die Fortdauer ihres Gehorsams knüpfen können.
6 A Marburg, 22 Aug. Universitäts-Bauschutt unb Kasernen - Straße beschäftigen gegenwärtig die Bürger unserer Stadt in einer Weise, daß es geboten ist, die Frage so lange öffentlich zu besprechen, bis cs gelungen ist, den von Vielen als im Hohn auf unsere städtische Verwaltung angesehenen Bau des seit diesem Frühjahr in Arbeit befindlichen CanaleS und die damit in enger Beziehung stehende Abfuhr des Universitäts- Bauschuttes in der der Sachlage entsprechenden Weise geregelt zu sehen. Uns erscheint es unbegreiflich, wie die Ausführung des zur Beseitigung eines ungträg lichen Kloakenzustandes angelegten CanaleS in der vorliegenden Weise ststtfinden kann, ba die Mängel der selben seit Monaten jedem Beobachter klar liegen. Nachdem im Frühjahr das Bett deS CanaleS mehrere Fuß tiefer auSgegraben worden ist, als cs ausgehoben werben durfte, werden auf die locker eingeworfene Erde dünne Platten gelegt, die der zerfressenden Flüs sizkeit genügend Zwischenräume geben, um durchsickern
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sUniv.-Nachr.s Am 19. August ist ber Königlich sächsische Hofrath re., orbentliche Honorarprofessor Dr. jur Hermann Theobor Schletter in Leipzig plötzlich gestorberü — Am 23. b. M. findet in Jena bie feierliche Auf fiel- lung ber Koloffalbüste bes Philosophen Fries statt welche in Veranlassung bes 100jährigen Geburtstages desselben von Schülern und Freunden Fries' beschafft wird, und von dem Bildhauer Härtel in Dresden modellirt worden ist.
— Von ber ersten Versammlung deutscher Forstmänner zu Braunschweig ist beschlossen worben, baß bie zweite Ver- sammlung im Jahre 1873 in Mühlhausen in Thüringen tagen soll, wozu die Geschäftsführung alle Forstwirthe und Freunde ber Forstwirthschaft auf bie Tage vom 7. dis 11. September b. I. einlabet. Gegenstand der Berathung werden fein: 1) Mittheilungen über beachtenswerthe Vorkommnisse tm Bereiche des Forstwesens, über gemachte Versuche und Erfahrungen rc. 2) Die Reduktion der Brennholzsortimente auf den festen Inhalt erfolgt in den verschiedenen Ländern Deutschlands leider nach verschiedenen Sätzen, wodurch eine Vergleichung der Forsterträge erschwert wirb. Wäre es daher nicht angezeigt, eine Gleichheit dieser Sätze anzustreben und auf welche Weise könnte dies am zweckmäßigsten ermöglicht werden? 3) Forstakademie oder allgemeine Hoch- schule? 4) Entwurf eines Waldgenoffenschafts - Gesetzes für das Deutsche Reich. 5) Wie sind die Waldungen des Staates der Gemeinden und Korporationen in Deutschland organiRrt und welche Organisation vereinigt in sich bie meisten Vorzüge? 6) Ist ber Erlaß eines deutschen Holzdiebstahls-G-setze- wünschenswerth? Das Programm ist folgender Maßen festgesetzt: Sonntag den 7. Septdr.: Empfang der Mitglieder auf dem Bahnhof, um dieselben zum Aufnahmebureau, wo die Einzelchnung, die Aushändigung der Karten u. s. w. erfolgt, zu geleiten und über die Unterkunft Mittheilung zu macken Abends von.7 Uhr ab geselliges Beisammensein im Schauspielhause.Montag: Erste Sitzung von 8Uhr ftüb bis Mittags im Saale htr Loge, Abends 5 Uhr gemein- schaftliches Essen. Dienstag: Excursion in den wühlhauser Stadtwald, westlich der Stadt, nebst angrenzender Dors- Waldung. Mittwoch: Excursion in den mühlhauser Stadtwald, nördlich der Stadt. Abends Zusammenkunft in Wev- mars Felsenkeller. Donnerstag: Sitzung von 7 Uhr Morgens an.
öffttp, ba den Geistlichen aufgegeben wurde, auf die „endliche ien 6<J Vereinigung der beiden bisher getrennten Confessionen"
Hana«, 20. Aug. Gestern Abend wurde in der Lentralhalle eine zahlreich besuchte Versanftnlung der ich an der Feier des 2. September Betheiligendcn abgehalten. Die Frage, ob überhaupt eine Feier zu veranstalten sei, war in der Einladung zu dieser Ver- ammlung schon von vornherein ausgeschloffen, so daß ich die unerquicklichen Debatten von vorigem Jahr nicht wiederholten und man sogleich zur Wahl eines Festcomiles von 25 Personen schreiten konnte, welchem man Aufstellung des Programms rc. vollständig über- ieß. Wie man hört, beabsichtigt auch ber Stadtralh, welcher im „ergangenen Jahre so entschieben Front gegen bie Feier gemacht hat, sich biesmal an berselben j(u betheiligen, üb, wie dies von mancher Seite gewünscht wird, bei dieser Gelegenheit baö jetzt vollen- r bete Kriegerdenkmal auf dem Friedhöfe enthüllt wird
id, 21. Äug. Das Festesten im geschmückten I ist noch unbestimmt. (H. M) '
Telegraphische Depesche« der Oder- hessische« Zeii«ug.
Pose«, 21. Ang. Dem Propst AkoSzewski in Buck, welcher wegen eines Vergehens gegen bie Kirchengesetze zu einer lltägigen Festungshaft verurlheilt wurde, ist bie Festung Glogau zur Abbüßung biefer Strafe angewiesen worben. — Der „Kni yer Poznans«" ist wegen Veröffeinlichung der Actenstücke betreffs der Anklageschrift gegen den Erzbischof mit Beschlag belegt worben.
Wie«, 21. August. Der Kaiser empfing heute den hier eingetroffenen französischen HanbelSminister, Herrn be la Bouillerie, unb besuchte ben Cardinal Rauscher, welchen er zu seinem fünfzigjährigen Priesterjubiläum beglückwünschte. 1
Salerno, 21. Aug. Der Brigant Manzi wurde von den CarabinierS angegriffen unb mit 6 Mann von seiner Bande geiSbtet. Die CarabinierS hatten 1 Tobten und 3 Verwundete.
Madrid, 21. August. In der gestrigen Corte»- sitzung erklärte Castelar, man müsse die Republik retten, der Regierung Geld und Soldaten verschaffen, die Sitzungen suspendiren unb die Berathung ber Verfassung vertagen. — Nachrichten, welche bie Re- gierung erhielt, zufolge marschirte Bregua Bilbao zu Hülse, während Estella den Garliften noch wiver- tanb. — In den Cortes wurde ein Gesetzentwurf betreff« der Suspension der Bestimmungen über die persönliche Freiheit vorgelegt. Die Eriheilung einer Amnestie, welche eine Anzahl Cortesrnitglieder als Aequivalent für die Unterstützung ber Vorlage verlangte, wurde von der Regierung verweigert. Bezüglich der gefangenen Insurgenten wurde mitgetheilt, daß dieselben nach Cuba tranSportirt seien. Betreffs des Carlistenaufstandes bemerkt der Vertreter der Regierung: Die Truppenkräfte, welche gegen die Garliften verwendet würden, seien auf 90,000 Mann Regulärer und 80,000 Mann Reserven zu schätzen von Letzteren hoffe bie Regierung bis Ende September 60,000 mobil zu machen. Trotz ber nume- rifdjen Ueberlegenheit der Truppen verkenne die Regierung keineswegs da« Anwachsen ber carlistischen Insurrektion._______
Frankfurt a. M., 22 August. (Schluß-Cours«». Ltaatsbahn-Actien 355, Elisad-ch 2291, Galizier 231k Lombarden 193, Nordwestbahn 216 Crebitactien 2504 tiüberrente 66$, Papierrente —, 1860t Loose 924 National- bank 1027, Spanier 17£, 1882t Amerikaner —. Sehr still. Berlin, 22. August. (Anfangscourse). Crebitactien 143k Staatsbabn 2024. Lombarden 110k Amerik. —
unb eine, wahrscheinlich noch ehe ber Canal fertig ist, ungleichmäßige Senkung herbeiführen zu können. Auf dieser Unterlage erstehen nun die Canalmauern, wie Festungsanlagen, um im nächsten Winter tüchtig durchnäßt und durchfroren zu werden, da ja die einzige Möglichkeit, der Gefahr eines baldigen Umbaues zu begegnen, bie rechtzeitige Umhüllung mit Erde ist unb diese von bem günstigsten Bischaffungsorte an andere Stellen gebracht wird. Eingezogene Erkundigungen "geben, daß die Veraccordirung der Wegschaffung des Bauschuttes öffentlich gewesen, und die vielfach aufgestellte Behauptung, als sei das gegenwärtige Arrangement ein auf gehässiger Handlungsweise beruhendes, unrichtig ist. Die Abgabe, welche jeder Privatmann für ben Wagen Schutt zu entrichten hat, muß natürlich, so lange dieselbe von den Privaten gezahlt wirb, feind auch von der Stadt gegeben werden; eö dürften gegenüber den erwachsenden Vortheilen sogar noch mehrere stäbüsche Arbeiter bezahlt werden können, um bei dem Entloben und Planiren des Schuttes behülflich zu sein. Wie die Verhältniffe hier liegen ist das Wachsen unb Gedeihen der Stabt zum Wohlergehen der Unb dersität nothwendig unb vice versa, beshalb müssen aber auch beider Kräfte gemeinsam und nicht gegen- Mich wirken. In der Erkmntniß, daß die Stadt üpfer bringen mflffe, wenn sie Universitätsstadt bleiben wolle, sind von derselben in den letzten sechs fahren sehr bedeutende Capitale aufgewendet worben. Kaserne und Jrrenheilanstalt repräsentiren Summen, welche einen Haushalt von dem Umfange Marburgs Acht stark belasten. Nun kommt bie Universität in bie Lage, die Stadt in ihren Unternehmungen ohne srgenbwelche eigene Belastung unterstützen zu können, >a, wie man versichert, sogar Nutzen bei der Unterstützung zu haben, da bei richtiger Leitung der Abfuhr Und Entladung kein geeigneterer Abladeort als der städtische vorhanden ist, und was geschieht, die Iciten- ben Organe bleiben außer aller Verständigung. Möch io» doch diese Zeilen dazu beitragen, eine Beseitigung *» genannten Mißstände herbeizuführen, ehe es zu M ist. 0