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ZNarkurg, Donnerstag, den 21. August

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DeS Schicksals Fügung.

Novelle von Ew. Aug. König.

(Fortsetzung.)

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und einem Wagen, auf dem die ehemaligen Besitzer deS Klosters, die Reformaten, betteln fuhren. Diese Objecte, im Gesammtwerlhe von 105 Thlr., sind nun mit Beschlag belegt worden und sollen am 28. d. M. öffentlich verkauft werden." — Von einem katholischen (polnischen) Geistlichen erhält die „Pos. Ztg." folgende auffällige Mittheilung: „Seit Kurzem bereist ein Fran ziskanermönch, Namens PacificuS Budlawski, int Auf­trage seines Generals und gewiß auch im Einverständ niß mit der römischen Curie, der er vollständig zur Disposition gestellt ist, die Franziskanerklöster im Osten der preußischen Monarchie. Derselbe hat be­reits die Klöster in Wronke und Görchen besucht und soll, sicherem Vernehmen nach, seine sog. VisitationS reise nach Westpreußen fortsetzen, um die Anstalten in Kl. Bislaw, Jacobsdorf, Neustadt und Lonk zu be­suchen. Pater PacificuS war früher Mönch in Polen, siedelte dann nach Preußen über und wohnt jetzt in Rom, wo er zum Geheimen Rath deS Generals deS Franziskanerordens ernannt worden ist. Derselbe hat jetzt die Mission, die nach den Statuten des Ordens alle drei Jahre wiederkehrende Wahl eines neuen Provinzials, dem alle Klöster ,Polens und Preußens unterworfen sind, und die Wahl neuer RSthe der Provinz zu leiten. Damit ist auch eine Revision aller in diesem Bezirk liegenden Klöster verbunden. Am 28. d. M. soll in Lonk (Westpreußen) unter dem Vorsitze des Paters PacificuS eine Mönchsversarnrn- lung stattfinden, wo der Provinzial und die Räthe ernannt und außerdem die Versetzung einer Anzahl von Mönchen nach anderen Klöstern beschlossen wer­den soll. Eö fragt sich nun, ob nach Erlaß der Kirchengesetze einem auswärtigen Mönche die Aus Übung solcher Functionen, mit denen offenbar eine römische Agitation verbunden ist, erlaubt ist."

Dresden, 19. Aug. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind gestern Abend auf 14 Tage nach Wien gereift. — Seit 2 Tagen ist hier nur ein Cho­lerafall vorgekommen; auch in der Umgegend ist die Cholera im Erlöschen. — Dem „Dresdener Journal" wird aus Prag Iclegraphirt, daß die gestrige katholische Wanderversammlung in Haid (Böhmen) aufgelöst worden fei, wobei die Ruhe ungestört blieb.

München, 19. Aug. Der Stadtmagistrat hat heute beschlossen, daß das Octoberfest mit Rücksicht auf die hiesigen Gefundhcitsverhältniffe Heuer unter­bleibt. — Das Gesuch der unfehlbarkeitsgläubigen

_ „Ja, ja, wir wollen gehen," erwiderte er, „wir fetten hier nichts mehr zu suchen. Setzen Sie sich in Wagen, ich fahre Sie dann im Triumphe nach Hause. — Besorgen Sie nichts," fuhr er fort, als tt bemerkte, daß das Mädchen zögerte, „ich bin der tfteunb Ihres Bräutigams, der Name Lohhaufen wird

1 Zhnen nicht unbekannt sein."

„Noch gestern Abend hat Hermann ihn genannt - tnb erklärt, daß er keinen besseren, treueren Freund Hitze," erwiderte Pauline erfreut, während sie in den tragen stieg, „meine Rettung wird ihn doppelt freuen, er Hirt, wem er dieselbe zu danken hat."

Eines weiteren Erkennungszeichens bedurfte es nicht, der Eisengießer erkannte am Klang der Summe sofort feinen Freund.

„Leise, daß sie uns nicht hört," fuhr Ritter näher tretend fort, noch ehe Lohhaufen eine Antwort geben konnte, „ich kann mich ihr noch nicht widmen und muß zuvor einige Worte mit Dir reden. Bringe meine Braut nach Hause und finde Dich so bald als möglich in der Bierbrauerei ein, hörst Du, ich erwarte Dich dort."

Bei den letzten Worten war der junge Mann auf die Seite getreten, und der Wagen fuhr weiter.

Der Hauderer sah erstaunt auf, als Lohhaufen ihm den Wagen mit der Bemerkung übergab, der Freiherr bedürfe beffelben heute Abend nicht.

„Desto bester," erwiderte er, „solche Fahrten ruini ren Pferde und Geschirr mehr, als sie einbringen."

„So kanntet Ihr den Zweck, zu welchem der Freiherr den Wagen gebrauchen wollte?" fragte der Eisengießer.

„Allerdings," entgegnete der Hauderer. „Das heißt, ich vermuthe ihn," fuhr er, sich verbessernd, fort, alS er bett brohenben Blick beS jungen Mannes ge­wahrte; „solche Herren haben ihre eigenen Liebhabe­reien, unb man thut am besten, ihnen biefe ungestört zu lasten--"

„Das heißt, so lange sie zahlen könness," fiel Loh­hausen sarkaWch ihm in's Wort „Schämt Euch, daß Ihr zu Elchen Schanbthaten Euere Hanb bietet, Ihr habt nicht nöthig, auf bas Gelb zu sehen, benn Ihr feib reich genug, um von ben Zinsen Eueres 53er mögens leben zu können. Pfui, daß ein in Ehren ergrauter Mann solchen Schurken Vorschub leistet I"

Deutsches «eich.

Berlin, 19. Aug. Der CapitSn zur See Werner ist mittelst Ordre des Chefs der Admiralität vom 5. b. M. zur Uedernahme der Geschäfte deS Oberwerft directorS in Wilhelmshaven commanbirt worben. — Einzelne Regimenter stellen noch immer Nachforschungen über vermißte Mannschaften aus bem letzten Feldzüge an, leiber stets erfolglos. — Die türkische Regierung hat bei Krupp in Esten 500 Kanonen bestellt. Die türkischen Blätter behaupteten, baß die Ordre durch Vermittelung der preußischen Regierung erfolgt sei, »eiche sich außerdem verpflichtet habe, die Kanonen abzunehmen und dafür zu sorgen, daß dieselben nach bem in der deutschen Armee approbirten System con- stntirt werden. Wie die Magdeb Ztg. erfährt, ist biefe Behauptung durchaus unbegründet. Die Bestel­lung der hohen Pforte ist birect bei Krupp erfolgt, nnb bte deutsche Regierung hat keinerlei Vermittlung, noch irgenb welche Garantie babei übernommen. Da­gegen ist es richtig, baß bie Kanonen nach bem Krupp'- scheu Modell gegossen werben, welches in ber deutschen Artillerie eingeführt ist. — Zur Vorbereitung einer tnedieinischen Statistik finb seitens des BundesratheS bie Bundesregierungen zu einer Aeußerung darüber veranlaßt worden: 1) welche Einrichtungen behufs Herstellung einer medieinischen Statistik, in ihren Ge­bieten bestehen? 2) in welchem Umfange eine medi- , kinische Statistik, die das gemeinsame Interesse der ' . * Vundesstaaten als Ziel vor Augen habe, anzustreben k,tet,iei? 3) in e weit von ben einzelnen Bundesregie- tungen zur Beschaffung des Materials für eine solche rOiqtztatistik witgewirkt werben könne? — In einem Saale des Kultusministeriums wurde gestern Vormittag bie vom Minister einberufene Conferenz über das mittlere und das höhere Mädchen-Schulwesen eröffnet. Den Vorsitz führt der Ministerial Direktor, Wirk!. Geh. Ober-Regierungsrath Greiff. Zur Conferenz sind eingeladen worden und sämmtlich erschienen 10 Schul­männer und 5 Schulvorsteherinnen, unter letzteren auch Frl. Äauffmann aus Kassel.

Pofe«, 19. Aug. Neber die am 14. d. gegen ben Hrn. BrzezinSki, Vorsteher der geistlichen Derne Nlen-Anstalt in Storchnest, vollstreckte Execution meldet bie „Ostd. Ztg.": „Da die dem Hrn- BrzezinSki gehi- rtnben Bücher nicht den Werth von 80 Thlr. haben, |e sah sich ber Executor nach einem anberen Psand- vbject um, unb sand dieses in vier fetten Schweinen

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Oterhessische Zeitung.

Katholiken in Mering um Genehmigung der Errich­tung einer Nothkirche ist Seitens der betreffenden k. Behörde abschlägig beschieden worden, weil nach § 69 des Baugesetzes von 1864 fein hölzernes Gebäude ausgestellt werden dürfe, wenn eS nicht 30 Fuß von allen übrigen Gebäuden entfernt sei. Wie die „A. Postztg." hört, werden nun jene Katholiken einen 30 Fuß von allen übrigen Gebäuden entfernten Platz für Errichtung ihrer Nothkirche in Aussicht nehmen unb bann aufs Neue um bie Genehmigung nachsuchen. — Neulich konnte in Augsburg eine Fahnenweihe für den Veteranenverein nicht vor sich gehen, weil über das Recht beS Vortritts zwischen ben zur Weihrebe bestimmten Prebigern eine Einigung nicht zu erzielen war. DaS Ende vom Lied war, daß der Bürger­meister Fischer, gleichsam als Analogie der Civiltrau- ung, eine bürgerliche Fahnenweihrede hielt.

Konstanz, 19. Aug. Neuerer Bestimmung deS Anwalts deutscher Genossenschaften zufolge, soll deren Genossenschaftstag, welcher der Cholera wegen München meiden mußte, nunmehr vom 31. August bis 3. Sep­tember Hierselbst abgehalten werden.

Straßburg, 19. Aug. Bei der geftrigen Gon» ftituirung der Kreistage haben hier sämmtliche Ge­wählte, im Bezirk Ober-Elsaß nur 32 von 54 Ge­wählten, den vorgeschriebenen Eid geleistet. Die Kreis­tage von Mülhausen, Gebweiler und Thann sind be­schlußfähig, während derjenige von Diedenhofen eS noch nicht ist. — Hier ist ein Kriegerverein, ber erste im Reichslanb, ins Leben getreten unb wirb Anfangs September sein erstes Stiftungsfest begehen.

Metz, 19. Aug. Gestern Vormittag IO1/2 Uhr hat bei bem günstigsten Wetter bie Einweihung des zu Ehren ber Gefallenen beS Garbecorps bei St. Privat gefetzten Denkmals stattgefunden. Zur Feier waren der Prinz August von Württemberg, Gommanbeur des Gardecorps, und Deputationen aller Regimenter de« Corps erschienen. Ferner waren ber Gommanbeur ber OccupationSarmee, General v. Manteuffel, bie Spitzen der hiesigen Behörden und viele Damen an­wesend. Die Feier wurde durch eine vom Hofprediger Rogge gehaltene Weihrede cingeleitet, worauf ein Choral gefangen wurde. Hierauf brachte der Com- manbeur Prinz August ein Hoch auf ben Kaiser au«, nachbem er in einer Ansprache ber Zuversicht Ausbruck gegeben hatte, wenn wieder ein Aufruf an baö Vater­land und die Armee erfolgen sollte, die Garde sowie

„Alle tausend Donnerwetteei" brauste der Hauderer auf. „Scheert Euch hinaus, oder ich lasse meine Knechte —" — „Ereifert Euch nichtz" unterbrach bet Eisengießer ben alten Mann ruhig, währenb er ih« einen Blick ber tiefsten Verachtung zuwarf; „auch ohne Euere Drohung werde ich daS HauS verlaffen. Was den Freiherrn anbetrifft, so sagt ihm, wenn er zu einem ähnlichen Bubenstück wieder einmal eine« Wagens bedürfe, sei ich gerne bereit, noch einmal die Kutscherrolle zu übernehmen, dann aber möge er sich vorsehen, daß ich ihm nicht den Hals bräche." —

„Er wirb sich hüten," höhnte ber Hauderer, ber, das moralische Uebergewicht bes schlichten Arbeiter« fühlend, nun zum Spott feine Zuflucht nahm, „in Euerer Klaffe sind der Leute genug, die um ein Quart Branntwein einen Todtschlag begehen."

„Euch hierauf eine Antwort zu geben, halte ich für unnötig, ich denke, wir wissen Beide, wa« wir einander zu sagen haben," entgegnete Lohhausen kurz.

Ohne den Mann eines weiteren Blicke« zu wür­digen, verließ et daS Zimmer.

Er schlug den Weg zur Bierbrauerei ein, in wel­cher Ritter feinen Freund mit Ungeduld erwartete. Um ungestört mit ihm plaudern zu können, hatte er ben Wirth gebeten, ihm fein Privatzimmer für einen kurzen Augenblick einzurSumen, und hier fand Loh­haufen ihn am Tische sitzen, den Kops auf die Hand gestützt und in düsteres Sinnen versunken.

„Mir scheint, Du hast im Könige von England keine besonder« guten Nachrichten erhalten", hob er an, „ich hatte mich schon der Hoffnung hingegeben, Du würdest die Entdeckung gemacht haben, daß Du der Sohn eines reichen, hochgestellten Manne« seiest,

Lohhausen nickte, in dem Bewußtsein, eine gute Mat vollbracht zu haben, vergnügt mit bem Kopfe, Wofj bie Thür« nnb setzte sich auf den Bock. Zu- i Orderst wollte er bas Mäbchen in bie Wohnung i Mer Eltern zurückbringen unb bann einen Polizei- „ 'unmiffär aussuchen, um in Gemeinschaft mit diesem ^8 Haus des Wucherers zu burchsuchen. Eben bog k in vir Gasse, in welcher bie Wohnung beö Bild-

' »Mer« log, als er plötzlich wahrnahm, baß J'inanb j-59 kn Pstrden in ben Zügel fiel unb ben Versuch suchte, sie zum Stehen zu bringen. Befürchtend, der ^bekannte könne von dem Freiherrn gesandt fein, faßte ?hhaufen den Stiel ber Peitsche fester unb erhob ) -21 MH, um ba« Terrain zu überschauen unb bem An-1 ,65n AHer einen gutgezielten Hieb zu versetzen; in dem-

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