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Ehre haben werde, Sie wiederzusehen." Eine Viertel stunde später ging folgende Depesche an das Ministe rium des Innern ab: „Director des Depots von Saint-Martin de Rs an Generaldirektor der Gefäng nifse. Der unter der Nummer 166 eingeschriebene Gefangene ist zur Ueberfahrt tüchtig erklärt."

Madrid, 14. Aug. Die CorteS haben eine Vorlage der Regierung angenommen, welcher zufolge 80,000 Mann Reserven einberufen werden. — Der bei Fuerttarabia genommene englische Dampfer führte 1700 Flinten. An Bord^war ferner der schottische Oberst Stewart, welcher den Auftrag hatte, das Er- trägniß ber bei den englischen Katholiken für die Car­listen abgehaltenen Collecte zu überbringen. — Nach­richten aus carlfstischer Quelle zufolge wäre Berga gefallen.

Loubo«, 15. Aug. Sir Garnet Wolseley ist zum Gouverneur der afrikanischen Goldküste und Truppen- Commandeur ernannt; Capitän Glover, welcher die Husia-Expedition gegen die Hauptstadt der Aschan. ti- leiten soll, reist heute ober Dienstag nach Afrika eb. — Zahlreiche Bonapartisten trafen in Chiselhurst ein, darunter Rouher und Haußmann. Heute kommen noch mehr, um der Messe um 9V2 Uhr früh beizu »ohne»; Nachmittags hält Eugenie einen bonapar« ttstischen Parteirath. — Der Teheraner Correspondent ber „Morning Post" berichtet von gutem Fortgang ber Vorarbeiten der Reuter'schen Bahn. In Persien wundert man sich über die Lage der Bahn, welche Persien Rußland gegenüber völlig bloßlege. — Ein beklagenSwerthes Ereigniß wird auS Irland gemeldet In dem UebungSlager zu Curragh sind verschiedene irische Milizregimenter zur Herbstübung zusammen gezogen. Zwischen zwei derselben, den Schützen aus Oueen'S County und der Miliz von Nord Cork, hat von Anfang an eine feindliche Stimmung geherrscht, die sich durch Nebeneinauderquartierung von Tag zu Tag steigerte und schließlich in einem Handgemenge eulminirte, an welchem sich nach Möglichkeit alle Sol­daten der betreffenden Abtheilungen beteiligten. Zuerst ging es per Faust, nachdem das Blut jedoch mehr in Wallung gekommen war, griffen die Kämpfenden zu den Boyonnetten, welche sie als Seitengewehr tragen, und fügten einander mit dieser Waffe ernstliche Ver letzungen zu. Der Commandeur der Schützen suchte seine Leute zu beruhigen, wurde jedoch hierbei selbst nicht unbedenklich verwundet. Die Lagerhütten, Möbel n. dergl. wurden arg zngerichtet. Im UebungSlager war natürlich schnell bewaffnete Hülfe bei der Hand ES wurden drei Regimenter alarmirt und hierauf der Kampfplatz umzingelt, die Kämpfenden entwaffnet und auseinander geriffen. Bei dem daraus gehaltenen Appell fanden sich Viele der Ruhestörer verwundet. AlS Vorbeugemittel gegen Wiederholungsfälle ist nun­mehr ein Linienregiment zwischen die feindlichen Corps gelegt worden. Der Oberbefehlshaber in Irland, Lord Sandhurst, ist gegenwärtig im Lager und hat die Untersuchung selbst in die Hand genommen.

Stockholm, 14. August. Der Kronprinz deS deutschen Reiches und von Preußen ist heute Morgen um 7 Uhr mit Extrazug nach Upsala gereist und w rd l sich von dort auf dem königlichen Dampfer „Sköld-^

men" nach dem Schlöffe Skokloster am Mälarsee be­geben, um daffelbe zu besichtigen. Heute Abend wirb derselbe einer ihm zu Ehren gegebenen Festlichkeit im königlichen Schlosse Drottningholm (im Mälarsee) beiwohnen. Gestern besichtigte der Kronprinz das ReichSrnuseum und nahm von Mösebacke aus Rund schau über Stockholm. Für morgen ist ein Ausflug nach Griepsholm beabsichtigt.

Bukarest, 14. Aug. Heute ist die Licenzsteuer auf Spirituosen in Kraft getreten; fast sämmtliche Geschäftsleute haben sich derselben bereits unterzogen. Die Ruhe wurde in keiner Weise gestört.

Constant» uopel, 13. August. Der „Levant Heralb" ist auf zwei Monate unterdrückt worden, weil er die türkische Regierung angegriffen und die persische verleumdet hatte. Das griechische Blatt „Constantinopolis" wurde ebenfalls wegen Schmähung ber russischen Regierung unterdrückt.

Rewyork, 14. August. Der am 2. Juli von Stettin abgegangene Dampfer des Baltischen Lloyd „Ernst Moriz Arndt", der am 14. Juli auf See die Schraube verloren und seitdem hatte segeln müssen, ist gestern nach 42tägiger Fahrt glücklich hier in Sandy Hook angekommen.

Fulda, 15. Aug. Wie die „Fr. Z." hört, soll außer der bereits eingeleiteten Klage gegen den hiesigen Bischof, wegen Uebertretung der 1, 2 und 3 des Gesetzes vom 11. Mai d. I., noch ein Strafverfahren gegen denselben wegen Aufreizung zum Umgehorsam in Aussicht stehen, indem Bischof Kött den von der Regierung nicht anerkannten Pfarrer Helferich in Dipperz zur weiteren ungestörten Vornahme feiner Amtsfunctionen aufgefordert hat. — Dompfarrer Schmidt wird dem hiesigen katholischen „Schuld!." zufolge wegen des zurückgeforderten GehalteS jedenfalls auch mit der Regierung in Collision kommen, da der Caplansgehalt an ihn ausgezahlt wird und in Folge dessen auch von. ihm die Rückzahlung gefordert wird

Vermischtes.

fUniv..Rachr.j Der Privatdocent Dr.Gust.Lästig in Halle ist zum außerord- Professor in der jur. Fakultät daselbst ernannt worden.

— Bei der Abreise des Kaisers Wilhelm auS Homburg gab eS, wie nachträglich erzählt wird, einen kleinen Unfall. Ein Frauenzimmer war so unvorsichtig, dem vom Schlosse herabkommenden Wagen entgegenzutreten, um hier eine Bitt­schrift zu überreichen. Obgleich auf Befehl des Kaisers der Kutscher sich bemühte, die Pferde und den Wagen an dieser Stelle anzuhalten, so wurde die Frau doch beim Wegtreten von dem Wagentritt ergriffen und zu Boden geworfen. Der Kaiser ließ erst weitersahren, als die Frau von den Um­stehenden ausgenommen war und sich eine besondere Ver­letzung nicht zeigte. Im Bahnhof aber gab der Kaiser noch dem Curdirector den Auftrag, sich alsbald nach dem Befin­den der Frau zu erkundigen und derselben die thunlichste Berücksichtigung ihres Gesuches im Namen des Kaisers zu­zusichern. Nach dem Taunusboten war die Bittstellerin die Gattin eines Telegraphenbeamten von Frankfurt, der wegen schweren Dienstvergehens verurtheilt ist.

Kirchliche Nachrichten ver Stadt Marburg

. vom 9 bis 15. August.

Verehelichte.

Ev.-luth. Gem.: Der Junggeselle und Schuhmacher Ludwig Strube und Jungfrau Elisabeth Kunigunde Reiß.

Berloosuugen.

Prämien - Anleihe der Stadt und Provinz Reggio di Calabria von 1870 (120-Fr.-Loose.) Per- loosung vom 1. Aug., zahlbar in Berlin vom 1. März 1874 ab bei dem Bankhause Joseph Goldschmidt. Nr. 13215 20,000 Fr-, Nr. 37391 und 89076 je 400 Fr., Nr 18242 und 99313 je 300 Fr., Nr. 40071 58057 und 89113 je 200 Fr-, Nr. 9831 19145 2 365 27413 43062 49755 81679 82117 87351 89271 91341 und 97050 je 150 Fr. u

Geborene.

Ev.-ref. Gem.: TodtgeborenerSohn und todtgeborene Tochter des Schutzmanns Heinrich Wilhelm Fiege dahier.

Ev.-luth Gem.: Margaretha, der Margaretha Kuhl zu Ockershausen T.

St- Elisab.-Gem.: 1) Katharina Karoline. des hie­sigen Bürgers und Weißbindermeisters Daniel Erlenbach T. ■i) Eva Elisabeth, des Ortsbürgers und Wagners Konrad Bender in Marbach T-

Kat hol. Gem.: 1) Augustin Laurentius, des Tag­löhners P- Bechtold S. 2) Konrad Eduard, des Zimmer­manns W. Damm S.

Gestorbene.

Ev.-ref. Gem.: 1) Der Hausbesitzer Philipp Ströbel dahier, 40 I. u 12 T. alt. 2) Der Handlungsgehülfe August Götz dahier, angeblich 24 I. alt. Der Stad, theol. Conrad Dörr, des zu Ziegenhain verstorbenen Lehrers Ludwig Dörr S., 20 I. 8 M. alt.

Kathol. Gem.: 1) Der Knecht Caspar Weber aus Amöneburg, Kr. Kirchhain, 62 I. alt. 2) Joseph Weber, Gensd'arm in der Brigade Nr. 1:, 48 I. u. 19 T. alt.

Telegraphische Depesche« der Oder, hessische« Zeitung.

Kopenhagen, 15. Aug. Die Streitfrage zwi­schen schwedischen und dänischen Lootsen ist gestern dahin geschlichtet worden, daß das ausschließliche Recht der dänischen Lootsen, durch die Drogden zu lootsen, anerkannt wird, während die Lootsen beider Länder in dem von dem dänischen Meeresgebiet einer, feite und von dem schwedischen andererseits begrenzten Theile des Sundes frei lootsen dürfen.

Petersburg', 15. Aug. Der „Ruff. Invalide" bringt günstige Nachrichten über den Gesundheitszu­stand der rusffschen Truppen in Khiwa und die fried­liche und vertrauensvolle Haltung der dortigen Be« völk-rung. Die früheren Günstlinge des Khans, Muhamed Murad und Rahmadulla, waren nach Ka- salinsk gebracht und werben dort in Haft gehalten. Eine erste, 500 Köpfe starke Aluheilung befreiter per- sts-l'er Sclaven sollte Mitte Juli über Krasnowodsk nach der Heimalh gehen.

Telegraphische Cours- und Marktberichte.

Frankfurt a. M-, 16 August. (Schluß - Course). Staatsbahn - Actien 351, Elisabeth —, Galizier 233, Lombarden 195| Nordwestbahn 217, Creditactien 2474 Silberrente 66* l 24, Papierrente —, 1860r Loose 924, National-' bank 1026, Spanier 17^, 1882t Amerikaner —.

Berlin, 16. August. (Anfangscourse). Creditactien 14t Staatsbahn 2004, Lombarden 111%, Amerik. 98|.

Marburg, 16. August. Der heutige Woa-enmarkt war von Verkäufern stark besucht. Butter kostete das Psund 13 bis 9j Sgr-, Zwetschen das Pfund — Sgr, Wolle pr. Pfund 16-20 Sgr., Eier 2 Stück 1 Sgr., Käse pr. Stück 10-13 Hlr., Käsematte pr. Stück 4 — 6 Hlr-, Täubchen das Paar 5 — 5J Sgr., Zwetschenmus 1 Maastopf — Sgr-, tähnchen per Stück 7-8 Sgr.', Bohnen 1 Korb 15—16 gr., Kartoffeln 2 Liter 2 Sgr.-, Erbsen 2 Liter 2 Sgr., Gurken 3—5 Stück 1 Sgr.

ie hiesiger Königlicher Universität am EgydiuSberge vor Marbach zustehenden Grundstücke:

K. 109. 21/4 Ar. 17 Rth. Wiese, 110. 3/4 Ar. 29 Rth. Wüstes, 110a. 11/2 Ar. 31/2 Rth. Wüstes, 111. 31/4 Ar. 281/2 Rth. Land sollen von Petritag 1874 ab verkauft dir anderweit verpachtet werden.

Termin hierzu ist auf Mittwoch de« 20." d. M., Vormittags 11 Uhr, in daS Geschäftölokal cher Königlichen Universitäts - Kaffe anbe- «umt, wozu Kauf- und Pachtliebhaber hiermit eingeladen werden.

Marburg, am 13. August 1873.

Der Universitäts-Obervogt.

1J73] Matthäus.

H^ontag den 18. d. M.,

Nachmittags 3 Uhr, sollen

1) die städtische Wiese am Krummbogen,

2) der städtische Grasplatz unterhalb der Brücke vor Weiden- Hausen

inderweit auf 6 oder 9 Jahre ver­pachtet werden.

Marburg, am 15. August 1873. ^94] Die Stadlkämmerei. - Dienstag den 19. d. MtS., Nachmittags s Uhr, soll die «dtische Wirse vor dem Afföller

anderweit auf 6 oder 9 Jahre meist­bietend verpachtet werden.

Marburg, am 15. August 1873. 1902] Die Stadlkämmerei.

StzH>ittwoch den 20. d. M., wvV Nachmittags S Uhr, soll der städtische Steiubruch im Stadt­walde, Schlag Geyersberg, von Michaelis 1873 ab auf weitere 3 Jahre an Ort und Stelle meistbietend ber* pachtet werden.

Marburg, am 15. August 1873. 1903] Die Stadtkämmerei.

den 21. d. M.,

Nachmittags 3 Uhr, sollen die drei GraSabtheilungen auf dem großen Kämpfrasen, als: früherer Turn­platz, vor der Lohmühle herunter und Exerzierplatz (letzterer als Hute) an­derweit auf 3 Jahre von Michaelis d. I. an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden.

Marburg, am 15. August 1873. 1904] Die Stadtkämmerei.

6 Submission.

Es sollen die erforderlichen Arbeiten: Canal in Zwischenhausen, Repa­raturen der Futtermaner am Schneidersberg und Arbeiten am lutherischen Kirchhof getrennt oder im Ganzen auf Submission ver­

geben werden. Die Bedingungen und Kostenanschläge liegen bei dem Unter­zeichneten zur Einsicht offen.

Submissionsofferten sind versiegelt mit der Aufschrift der Arbeiten ver­sehen bis zum 28. d. MtS., Mit­tags 12 Uhr, dahin abzugeben.

Marburg, den 15. August 1873.

1905] 0 Brog.

Bau und Breun Holz-Verkauf.

Das nachstehend aufgeführte Bau- und Brennholz im Rauschenberger Stadtwalde, welches in den Forstorten Harth, Herrnberg, Anzefahrerweg und Zimmersberg lagert, soll in folgenden Terminen an Ort und Stelle öffentlich meistbietend verkauft werden:

1) Donnerstag de« 21. d. M.:

49 Stämme Eichen-Bau u. Werk­holz,

1 Nadelholz-Stamm,

1 Buchen Stamm, zusammen 51 Stämme von 2 bis 8 Meter Länge und 22 bis 104 Ctm. Durchmesser

2) Freitag de» 22. d. M.:

159 Rmtr. Laubholz-Erdstöcke,

105 „ ,, Zopfreis,

110 „ , StammreiS,

2 Rmtr. Eichen Anbruch,

1 „ Nadelholz-Stammprügel. Der Verkauf beginnt an beiden Tagen Morgens 10Uhr,imForstorteHarlh, wozu sich Kauf tiebHaber einfiiiden mögen.

Rauschenberg, am 12. August 1873. ' Der Bürgermeister:

1906]________ Kratz.______

O>ei unserer Rückreise nach Amerika •V sagen wir allen unfern lieben Verwandten, Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl! nebst innigstem Dank für die angenehm ver­lebten Stunden.

Marburg, den 16. August 1873.

1907]_________Familie Sälzer.

Meine gewaschene Wäsche O wird angenommen zum Bügeln, sowie auch außer dem Hanse gebügelt bei

Wittwe Henseliug, 1860] Neustadt Nr. 349.

in gesetztes Frauenzimmer wird vl- als Verkäuferin iu ein Manu- facturwaaren-Geschäft gesucht. Näheres zu erfragen bei Tuchmacher H.Hering, Metzgergasse, dahier. [1823 $Muf der Hoistadt Nr. 234 sind

2 freundliche Familien-Woh» nnnge» an ruhige Familien zu ver- miethen. Dieselben können am 1. Sep­tember oder 1. October bezogen werden. [1908