Napoleon, die sich z» dieser Zeit in Chalons bei Berichte, Register u. f.to. Wie gewöhnlich liegt auch ein . f ' 0 , r • P-«ri>rhri>ntfffr bet. welchem wtr Folgendes entnebmen: Del-
anden, sollen zu der Verwirrung beigetragen haben.
— (Univ.-Nachts Dr. Hans Prutz, Sohn von Robert Prutz, früher Lehrer am Gymnasium zu Danzig, gegenwärtig an der Gewerbeschule in Berlin, hat sich jetzt als Privatdocent der Geschichte an der Berliner Uuiverntät habilitirt und zwar mit der Schrift: .Rademins Fortsetzung der Gcsta Friderici imperatoris des Otto von Freising, ihre Zusammensetzung und ihr Werth".
— Vom deutschen Reichstag find dieser Tage die letzten Drucksachen aus der vorigen Sitzungsperiode an die
Sprechregister bei, welchem wir Folgendes entnehmen: Delbrück, der fast alle Materien umfassende Arbeiter im Reichskanzleramt, ist auch im Reichstag der am meisten Angespannte mit 123 Reden. Bismarck erscheint 43 Mal, Michaelis 27
Änfragt.
Ist es denn bei so einer egyptischen Finsterniß, wie gestern Abend, nicht möglich mindestens btt s. g. Rrchtlaternen anzuzünden.
Marburg, 14. August. XX
Republik über den Haufen zu werfen. Dies geht zur Genüge aus einem Artikel des orleanistischen Organs, dem „Journal de Paris", hervor. „Tie theoretischen Diskussionen" — so heißt es in demselben — „sind heute ganz unnütz. Es liegt eine Thatsache vor, die nicht bestritten werden kann. Die National Versamm lung besitzt in diesem Augenblick die Gewalt. Der Marschall Mac Mahon ist nur ihr Delegirter; die Armee, der Richterstand, die Verwaltung, die Polizei gehorchen den Delegirten der Vesammlung, d. h. der Versammlung selbst. Wenn man also die gegenwärtigen Bedingungen der Regierung ändern will, so muß die Initiative zu dieser Veränderung von der Ratio- nal-Versammlung ausgchen. Damit die Regierung in »adere Hände übergehe, muß die Versammlung sich freiwillig dazu verstehen, sie abzugcbcu. Die Armee witb nach einem berühmten Wort der Hälfte der Deputirten und Einem gehorchen Frankreich wird das Nämliche thun. Nicht« ist daher möglich ohne den Willen der Versammlung. Bei mehr als einer Gelegenheit hat die Versammlung erklärt, daß sie die constituirende Gewalt hat, und die Legitimisten waren nicht die Letzten, sich dieser Erklärung anzuschließen. Es ist daher außer Zweifel, daß die Legitimisten die Wiederherstellung der Monarchie nur von dem frei ausgedrücklen Willen der Versammlung erwarten, und wir sehen nicht ein, welcher Unterschied in dieser £nn ficht zwischen den Legitimisten und Orleanisten besteht. Wir bedienen uns aus Bequemlichkeit der Bezeichnung von Legitimisten und Orleanisten, denn wie wir bereits sagten, gibt es nur Royalisten der Linken und Royalisten der Rechten. Es ist d her unnütz, nochmals über den Ursprung der Souveränetät zu diScutiren. In der Theorie kann man sehr schöne Dinge darüber sagen; in der Praxis kann man nur eine Thatsache constatircn: die Versammlung besitzt und hält die souveräne Gewalt. Wir sagen, die Gewalt, nicht das Recht, um jede unnütze Discussion zu vermeiden. Man kann das Recht haben, ohne die Gewalt zu besitzen, Md man kann die Gewalt besitzen, ohne das Recht zu haben. In diesem Augenblicke hat die Versamm lung die Gewalt. Dies ist nicht zu läugnen; dieses ist eine so klare Wahrheit als das Tageslicht. Es ist unmöglich, diese Wahrheit nicht anzuerkennen, dieser Thatsache keine Rechnung zu tragen." Indirekt bestätigen diese Auslassungen des orleanistischen Blattes die Mittheilung des „Soir" über die Plane der Royalisten, wenn sie auch keine näheren Einzelheiten bringt und nichts über den Zeitpunkt sagt, wann der legislative Staatsstreich ausgesührt werden soll. Aber weder daS orleaniftischc Organ noch die legitimistischcn Blätter widerlegen die Mittheilungen deS „Soir", die sie einfach mit Stillschweigen übergehen. Nur der „Franyais" findet sich als Organ des Herzogs von Broglie veranlaßt, die Nachrichten des Thiers'schm Blattes für erfunden zu erklären.
Einerseits wird also Lachaud keinen verzweifelten Ver- ■ üch machen, sondern im Gegentheil mit Schonung auftreten; andererseits wird er aber feststellen, daß die militärische Handlungsfähigkeit deS Marschalls durch den Kaiser und seine Umgebung behindert wurde. Dies kann auffallen, wenn man die Beziehungen La ■ Laud s zur kaiserlichen Familie in Betracht zieht; der Kaiser ist aber tobt und Rouher kein nothwcndiger Mann mehr. Dann ist Lachaud vor Allem Advokat und das Interesse seines Clienten ist für ihn das Höchste. Alles dies beruht aber auf der Voraussetzung, daß nur vier Generale gegen Bazaine sind. Wenn dies sich ändert, so wird Lachaud auch natürlich sein Vertbeidigungssysicm ändern."
Madrid, 11. Slug. Nach all den Erpreffungen, Brandstiftungen und Mordthaten, deren sich die Re bellen von Alcoy, Malaga, Sevilla, Cadiz, Valencia und Cartagena schuldig gemacht, stellte die Minderheit der Cortes an die Regierung das Ansinnen, eine allgemeine Begnadigung für die Theilnehmer an dem Cantonal-Aufstande eintreten zu lassen. Nur unter dieser Bedingung wolle die Minderheit sich an der gestern eingeleiteten Beralhung über den VerfaffungS entwurf betheiligen. Der Vorstand der Partei hat mit Castelar und Cervera eine Unterredung gehabt, damit diese beiden der Regierung jenen Antrag übermitteln 'sollten. Eastelar aber mochte sich nicht zum Ueberbringer einer solchen Forderung hergeben, zumal da die Regierung fest entschlossen sei, sie abzulehnen. Und allerdings, wenn Salmeron auch nur den geringsten Begriff von den Pflichten einer Regierung gegen das Land hat, so darf es ihm nicht einfallen, jene Amnestie und damit für die schändlichsten Frevelthaten, die unter dem Deckmantel eines politischen Kampfes verübt werden, auch in die Zukunft hinein einen Freibrief zu gewähren. Was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig, und wer bürgt dafür, daß dieses die letzten Aufstände sind, welche die Republik Spanien erleben wird? Es ist natürlich, daß die Minderheit der Cortes eine Amnestie für ihre Gesinnungsgenossen verlangt; aber lieber sollte die Regierung, wenn es nicht anders ginge, auf die Berathung des Verfassnngsentwurfs verzichten, als sie unter den von den Unversöhnlichen gestellten Bedingungen vor sich gehen zu lassen.
Lissabon, 10. Aug. In das Grenzdorf Car- valhas ist eine Bande von 500 spanischen Rebellen eingerückt, aber bald darauf auf spanisches Gebiet zurückgezogen. In Folge dessen hat die Regierung Truppen an der Grenze aufgestellt, welche alle aus portugiesischen Boden übertretende Anführer zu intcr niren haben. Daß die Rädelsführer des Aufstandes in Sevilla sich hieher geflüchtet haben, ist eine Thatsache; Pierrad, Vorreguero, Linacero und der Avokat Castro sind auf einer portugiesischen Aacht den Guadalquivir hinab entkommen und inlinern Hafen der Provinz Algarve an Land gestiegen. Die diesseitigen Behörden haben sich jedoch ihrer versichert und sie sollen nach Lissabon gebracht werden. Dem Vernehmen nach verlangt die spanische Regierung die Auslieferung dieser Flüchtlinge.
London, 12. Aug. Nach auö Rio eingetroffe nen Nachrichten vom 23. v. M. hatte der Bischof von Pernambuco den ihm ertheilten Anordnungen der Regierung keine Folge geleistet. Der Präsident der Provinz hat darauf die Einleitung des gerichtlichen Verfahrens gegen denselben verfügt. Den Kammern ist angezeigt worden, die Regierung werde energische Maßregeln ergreifen, um sich Gehorsam zu verschaffen — Die Consularconventionen mit Portugal, Italien, Spanien und der Schweiz sind bis zum 20. Februar k. I. verlängert worden. — Die Aufständischen von Paraguay wurden bei einem Angriffe auf die Haupt stadt zurückgeschlagen. Caballeron und einige andere Führer der Aufständischen stehen im Begriff, sich außer Landes zu begeben. — In Entrerios dauern die Unruhen noch immer fort.
Christian»«, 12. Aug. Der Kronprinz des deutschen Reichs und von Preußen ist heute Mittag um 1 Uhr von seinem Ausflüge nach den Telemarken hierher zurückgekehrt und Abends 8 Uhr nach Stockholm abgereist, wo derselbe Morgen Mittag Eintreffen wird.
Constarrti »opel, 12. Aug. Drei Journale, ein griechisches, ein bulgarisches und ein armenisches, sind von der Regierung verboten worden.
...... Vermischtes. ------
— Der „Courrier de Lyon" schreibt über den bevorstehenden Prozeß gegen Bazaine: „Die Regie rung befürchtet, wie es scheint, eben so sehr die Freisprechung als die Verurtheilung Bazaine'S; die Ber- urtheilung wegen des ungünstigen Lichtes, das dadurch auf die Führer der Armee fallen müßte, und wegen des Stoßes, den die Disciplin dadurch erleiden würde; die Freisprechung wegen des schlechten Eindrucks, den sie auf die nach Deutschland als Kriegsgefangene abgeführten Soldaten machen muß, die sich als die Opfer der Jntriguen und Berechnungen von Bazaine betrachten. Man weiß ferner, daß der Advokat Lachaud, wenn er seinen Clienten von einem Todes- »riheil bedroht sieht, um ihn zu retten, Alles aufbieten und die Generale, welche bei der Kapitulation den Metz beteiligt gewesen, nicht schonen, alle schlecht üusgeführten Befehle, alle Fehler aufdecken würde. Das Kr-igSgericht ist noch nicht officiell conftituirt, aber feine Zusammensetzung ist bereits festgestellt und die Regierung kann auf willkürliche Weise nichts daran intern. Lachaud kennt die Ansichten der Generale, «reiche über den Marschall zu Gericht sitzen sollen. 8cn den sieben Richtern sind vier für die Verurthei- hmg, drei für die Freisprechung. Es wird also moralische Verurtheilung, d. h. eine relative Befriedigung de« Publikums und der Armee, in Wirklichkeit aber Freisprechung erfolgen, da fünf Stimmen auf sieben nvthwendig sind, um eine Verurtheilung zu erzielen. Deshalb will Lachaud, der des Endresultates sicher ift, bei seiner Venheidigung alles bei Seite lassen, teas die Generale, die noch in activem Dienste sind, cvmpromittiren könnte. Er wird für die Unvercmt- wonlichkcit seines Clienten plaidiren, dessen Operationen durch die vom Kaiser oder seinen Ministern gegebenen Befehle Hinderniffe in den Weg gelegt teerten seien. So wird er behaupten, daß der Gra dvn Palikao und sogar der Kaiser gegen Mitte August dem Marschall Befehle gegeben haben, die ihn ver- hinderlen, sich zur rechten Zeit auf gewissen voraus- uuc „„ —...... .... «...
^zeichneten Punkten zu befinden. Rouher und Prinz > Abgeordneten versandt worden: die letzten stenographischen
Mal, die beiden Militärs Kamele und Voigt-Rhetz je 14 Mal. Unter den Abgeordneten nimmt Laster die erste Stelle ein: 97; ihm zunächst Frhr. v. Hoverbeck mit 83 und Windt- horst (Meppen) mit 75. Bamberger hat sich hauptsächlich durch das Münzgesetz zu 64 Reden erhoben. Nun folgen Richter mit 5t, Gumbrecht mit 47, Miguel 37, M. Mohl 37, Braun (Gera) 31, Reichensperger (Crefeld) 29, Mosle 27, v. Benda, v. Helldorf, d. Kardorff, v. Stauffenberg je 24, Friedenthal und Holder je 21, v. Zedlitz, v. Lenthe je 20, Ackermann 18, Löwe und Schleiden 17, Stephani und Dernburg 16, Sombart und Lesse 15, Loo 14, Völk 13 u. . w. Ueberhaupt haben 161 Abgeordnete gesprochen.
Telegraphische Depesche» der Oder« h-sstsche« Zeitung.
Wien, 13. Slug. Der volkswirlhschaftliche Con- greß beriech heute über die die Wohnungsnoth betreffenden Fragen und nahm die von dem Referenten Dr. Sachs beantragte Resolution an, wonach die Anlage von Famiiienhäusern nach dem Cottagesystem auf billigem Terrain in der Umgebung der Stadt und deren Verbindung mit der Stadt mittelst ausgiebiger Commuuicationsmiltel, sowie die Unterstützung solcher Anlagen durch den Staat und die Gemeinde empfohlen werden. — Die beantragte Resolution betreffs Klagbarkeit von Börsendifferenzen wurde von der Tagesordnung abgesetzt, dagegen eine ständige Deputation beauftragt, die Frage betreffs der Börsengeschäfte zu studiren und auf die Tagesordnung des im nächsten Jahre abzuhaltenden Cougresses zu setzen. Morgen findet die letzte diesjährige Sitzung statt.
Ikom, 13. Aug. Der gestern Abend von Rom abgegangene Nachtzug entgleiste unweit einem Orte im Distrikt Caserta in Folge des Zusammenstoßes mit einer Rinderheerde. Es wurden 2 Personen ge- tödtet und 16 verwundet.
Brindisi, 13. August. Der Schah von Persien ist heute Vormittag hier eingetroffen und von den Behörden empfangen. Derselbe drückte seine Zufriedenheit über den Emsang in Italien ans und schiffte sich Nachmittags auf der Dacht „Sultanie" nach Constantinopel ein.
Paris, 13. Slug. „TempS" und „Constitution nel" erwähnen des Gerüchtes, daß fusionistische De putirte vom Grafen Chambord die Zusage erlangt hätten daß die dreifarbige Fahne im Falle der Restauration als Fahne der Armee bestehen bleiben solle; nur solle an der Spitze des Fahnenstockes ein weißes Band mit darein gestickten Lilien angebracht werden. Die weiße Fahne soll nur über der königlichen Residenz aufgehißt werden. Es heißt, drß der Graf von Chambord um den 15. September Frchsdorff verlassen würde, um seinen Aufenthalt auf Schloß Chambord zu nehmen. — In der Permanenzcommiision interpellirten Journault und Mahy (von der Linken) den Minister des Innern wegen des Verbots des „Industrie! alsacien" für Frankreich. Der Minister ertoieberte: der „Industrie!" habe falsche Nachrichten veröffentlicht, da er nun vor die französischen Gerichte nicht habe gebracht werden können, sei nichts übrig geblieben, als ihm das französische Gebiet zu verschließen. Mahy interpkllirte darauf in lebhafter Weise den Minister de« Aeußern, Herzog von Broglie über die von ihm in der Lyoner Präfektur gethanen Aeußerungen. Der Herzog antwortete, daß man ihn wohl über öffentliche Acte, nicht aber über Privatunterhaltungen, welche ihn die Journale führen (affen, inierpelliren könne. Buffet rieth, daß man fruchtlose Debatten vermeiden möge.
Madrid, 13 August. Der Minister des Innern erklärte in den Cortes, daß er die Auslieferung der ins Ausland geflüchteten Insurgenten verlangen werde. Ein spanischer Kriegsdampfer vor Fuenterabia hat einen mit Waffen für die Carlisten beladenen englischen Dampfer genommen und ihn nach St. Sebastian verbracht.
Frankfurt a. M., 14 August. (Schlug. Goutse). Staatsbahu - Actien 3 52, Glifaoetb 230. Galizier 234 Lombarden 196, Nordwestbahn 318, Grebitactien 250, Silberrente 66^, Papierrente —, 1860t Loose 92|. Nationalbank 1025, Spanier 17), 1882t Amerikaner —■
Berlin, 13. August. (Ausangscourse). Grebitactien 140$ Staatsbahn 200, Lombarden 112V Amerik. 97^.
Antwort auf die Anfrage in Nr. 190.
Weil sich die Stadt zur Zahlung von 3 Thaleru für die Schachtruthe nicht verstehen wollte sondern glaubte daß . es genug fei, wenn sie ein Theil des Fährlohns bezahle, wozu sich dieselbe auch erbot Warum nun bet Schutt tn den Garten der Frau von Milchling auf alleinige Rechnung der Universität gefahren wird, ist der Stadt unbekannt.