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„Mein Vater in-Mülhausen hat den Schlüssel I" ,7 „'Dann sprengt die Kiste!" befahl er seinen Leuten
Der an der Thorfahrt stehende Doppelposten hatte im Vollgenuß seiner Sicherheit die Vorgänge außerhalb de« Schlosses nicht beobachtet. Plötzlich fiel ein Schuß. Die Kugel schlug dicht neben ihm rin, in demselben Augenblicke, als der Schwarze seinen Leuten
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Das Schießen verstummte sofort. . n, c
„Was wollt Ihr und wer seid Ihr ? brüllte er.
Ein Lieutenant trat vor.
„Wir sind Geisterbanner und wollen die in Preu» ßischen Uniformen steckenden „Gespenster der Vogesen" gern bannen!" tief derselbe hinauf. „Und Dich, Schwärzet, grüßt Benno Brendel — Feuer!"
Ein Dutzend Kugeln pfiffen dem Anführer der Franktireurs um den Kopf, keine aber traf ihn.
Zn der nächsten Minute ordnete er im Hofe seine Leute. _ r -i7 i- -
„Kinder, jetzt zeigt den schuftigen Preußen, was wir können!" .y,.:
Er wählte zwölf Mann von den Dastehenden aus und sagte dann:
- „Wir werden den Eingang halten — ihr Andern zieht Euch in das Gebäude zurück, besetzt die Fenster und das Dach und seht zu, daß Ihr den Preußen so viel als möglich Schaden beibringt."
(Fortsetzung folgt.) j. ‘ r.S
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befohlen hatte, die eiserne Kiste gu erbrechen. Im nächsten Augmblicke fiel die kleine, in die großen eichenen Bohlenflügel geschnittene Thür ins Schloß unb_ die zwei Franktireurs hatten durch den gelösten Drücker die Thüre verschlossen. Den Schlüssel hatte Felice abgezogen. Eilend warfen sie auch das zweite, am andern Ende der Thorfahrt befindliche Thor zu.
Der Schwarze war sofort auf dem Platz«. „Was giebt'S?" schrie er.
mauer eine Leiter. Mit der Geschwindigkeit einer Katze war er oben auf dem Mauerkranze und schwenkte ‘l weißeS Tuch. vi.
und den Obligationen gegenüber sind eben so fruchtlos^nach Paris zurückgekehrl. Nach „Vien Public" hatten " c “ ‘-* -c- ihn im Nord.-Tepartem.nt überall die Rufe: „Es lebe
die Republik! Es lebe Thiers!" begrüßt, selbst in tt|1 kleinsten, ausschließlich von Bauern bewohnten Ort-
„Wir find verrathen!" tiefen die beiden Wachen.
Ein entsetzlicher Fluch drang aus dem Munde des Anführers hervor. Seine wildrollenden Augen fuhren unstät umher, während an daS vordere Thor Kolben» stöße donnerten.
„Hierher, Leute!" donnerte er. „Wir müssen den Eingang halten! Hier hinauf!"
Einige Franktireurs eilten die morsche Stiege hinauf nach den unbewohnten Räumen, welche sich unmittelbar über der Thoreinfahrt befanden. Einige von oben auf die vor dem Thore versammelte Menge abgegebene Schüsse zerstreuten diese. Die Soldaten, hier ohne Deckung, vermochten Nichts auSzuüchten. Mü einigen Sätzen sprangen sie nach dem über dem
senbahnnetz abzukaufen und damit die Gläubiger sicher zu stellen. Bei der unpraktischen Zusammensetzung der Verwaltung und der Theilung des Gesellschafls capitals in vier Sorten von Actien mit verschiedenen Rechten sei keine Besserung zu erhoffen. Es sei also weiter kein Mittel übrig, als den Knoten durchzuhauen und ein Falliment herbeizuführen, wodurch die ver- schicdechttt Actien den Schuldnern gegenüber gleich ge- stellt und der beständige Widerstreit der Interessen beschwichtigt werde. Die aus diesen Gesichtspuncten sich ergebende Schlußfolgerung, daß die Gesellschaft einzuklagen sei, um die Falliterklärung herbeizuführen, wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. — Am 16. d. M. erhielten die Gefängnisse von Ancona einen Zuwachs von nicht Weniger als 40 neuen Insassen, lauter Bauern aus der Umgegend, von Loreto, die in ihrer Dummheit einen Transport von Mais hatten aufhalten wollen, der zur Station ge schafft und weiterbefördert werden sollte. Sie hatten die bezüglichen Frachtwagen zuerst auf der nach der Station führenden Straße zur Umkehr gezwungen und am anderen Tage, als bewaffnete Macht angekommen war, sich in einer Stärke von 500 Mann um den Güterbahnhof aufgepflanzt, so daß die Verladung nicht eher vor sich gehen konnte, als bis zwei Compagnien Bersaglieri gekommen waren, welche den Haufen auseinandertrieben , i als er gerade im Begriff war, den aus dem Wege zur Station befindlichen Frachtwagen entgegen zu gehen. Die Jungen, welche an der Spitze des Zuges mittels blecherner Kannen di« Musik besorgten, ließ mgn laufen, von den Andern fing matt aber so viele ein, als man eben kriegen konnte, um ihnen hinter Schloß und Riegel Gelegenheit zur Verbesserung ihrer national ökonomischen Ansichten zu verschaffen. Dem Absender des Transports ist aber von den ergrimmten Bauern der Tod geschworen.
Pari-, 21. Juli. In der letzten Sitzung der Budget - Commission gab ein Mitglied seine Absicht kund, den Kriegs - Minister über folgende Punkte zu betragen: 1) lieber die Offizier-CadreS in der Armee. 2) lieber den Preis der Verpflegung der Kranken in den Militär-Hospitälern, welche pro Mann dort täglich 6 bis 7 Francs kostet, während die Eisenbahn Eompagnieen nur 3 Franc« bezahlen, und die Civil- Hospitäler für die Kranken, die sie von der Militärbehörde erhalten, nur 1 Frc. 20 Cent, nehmen. 3) lieber die Nothwendigkeit, die nämliche Uniform für Kriegs - und Friedenszeiten zu Haden, so daß man nicht genöthigt sei, wie dieses beim Beginn des letzten Krieges geschehen, die Czakvs und der gl den Magazinen zur Aufbewahrung zu übergeben Ad I Iheilte man der Commission eine Statistik mit, der zufolge man zählt: 323 Generale in Frankreich, 186 in Deutschland, 180 in Oesterreich; 580 Generalstabs Offiziere in Frankreich, 425 in Deutschland, 129 in Oesterreich; 7 Generale der Cavallerie in Frankreich, 2 in Deutschland , 3 in Oesterreich; 430 Artillerie - Oberoffiziere in Frankreich, 106 in Deutschland, 110 in Oesterreich; 222 Genie Oberosfiziere in Frankreich, 76 in Deutschland, 58 in Oesterreich. — In den Hüttenwerken von Clairvaux bei Bar sur Aube fand am 19. eine Explosion statt. 10 Personen wurden getödtet, 15 verwundet. — Thiers ist heute Morgen um 11 Uhr aus Anzin Wege drüben gelegenen Walde und eröffneten von hier auS ein wirksames Feuer gegen die kleinen^, mehr Schießscharten ähnelnden Fenster.
„Eine Leiter!" rief der Schwarze den sich aUmä- lig sammelnden Franktireurs zu.
Wenige Minuten darauf lehnte an der UmfassungS-
UltramontanismuS aufgegangen, und es wird am Platze fein, gelegentlich neuer Wahlen an diesen Abmarsch unserer ehemaligen Patrioten in das allgemeine ultramontane Lager zu erinnern. Mit dieser That- sache steht es durchaus nicht im Widerspruch, daß die obligaten Trinksprüche und Telegramme den König von Baiern feiern, wenn auch die große Zufriedenheit, welche man neulich über das Verhalten des Königs in der jüngsten unglücklichen FrohnleichnamS- Processionsfrage an den Tag legte, sich als ein Strohsmer erwiesen hat. Augenblicklich wird mit dem Beschlüsse der Münchener Stavibebörden für Errichtung zweier constssionel gemischten Schulen Agitations kapital zu machen versucht. Freilich hat sich auch eine protestantische Stimme in der Schul Commission mit Heftigkeit gegen den an sich und durch die hiesigen Verhältnisse durchaus gerechtfertigten Beschluß erhoben und die ultramontanen Blätter beloben den betreffenden Herrn nach Verdienst. Der Baierische Kurier rast sogar: Man denke sich die gläubigen Inden zum Beistanve aufgerufen, und wie eö scheint, sollen wir den schwarzen, jetzt lutherisch und jüdisch gesprenkelten Landsturm, wie er seiner Zeit gegen den Schulgesetzentwurf im ganzen Lande losgelassen wurde, zunächst in der Richtung gegen die Münchener neuen Simultan schulen erleben. Hoffentlich wird dieser Feldzug nicht so erfolgreich sein, als der früheres .
Anslaud. '■/, ...
Wie«, 22. Juli. Der König von Würtemberg ist heute Vormittag von hier abgereift- Der Kaiser von Oesterreich begleitete ihn zum Bahnhof, wo sich beide Monarchen herzlich verabschiedeten.
Pest, 19. Juli. In ihrer heutigen Conferenz beschloß die Stadtrepräseutanz, die gefammte interna tionale Jury der Wett Ausstellung mit Familien zum Besuche der ungarischen Hauptstadt einzuladen. Die Einladung geht an den Präsidenten der Jury, Fürsten Schwarzenberg, durch den ungarischen Ministerial Commissar mit dem Ersuchen, den Tag des Besuches und die Zahl der Juryinitglieder, welche nach Pest kommen wollen, anzugeben. Die Eingeladenen sind in Allem Gäste der Stadt. Der Minister Präsident hat sich Vorbehalten- die Jury ebenfalls zu bewirthen. Für den Aufenthalt in Pest sind drei Tage in Aussicht genommen. . - > ...... ...
Rom, 19, Juli. Am 16. d- M. fand in Turin eine Versammlung von Inhabern römischer Eisenbahn actien statt, welche bereits vorher in Folge eines gemeinschaftlichen Beschlusses ihre Obligationen in der Zahl von 30,000 bei zwei turiner Banken niedergelegt hatten. Der Bericht, den eine dazu bestimmte Per sönlichkeit über die financielle Lage der Gesellschaft abflaitete, lautete sehr ungünstig. Die Verhältnisse, von Anbeginn an höchst kläglicher Art, Haden sich, wie auS dem Rechenschaftsbericht der Gesellschaft für 1872 hervorgeht, eher verschlechtert a!S gebessert. Sie hat schon einmal die Zahlung der halbjährigen Coupons drei Monate lang herausgeschoben, sich ungerechtfertigte Abzüge und Verzögerungen jeder Art erlaubt, die Amortisation der Obligationen feit langer Zeit unterlassen, und schließlich die Zahlung des am 1. Juli fälligen Coupons auf unbestimmte Frist hin auSgeschoben. Die feit einem Jahre begonnenen Bemühungen der Gesellschaft um innere Umgestaltung und Gewinnung einer festen Stellung dem Publikum
schäften. Am häufigsten Hörte man: „Es lebe der i Befreier des Landesgebietes?!" In deit RegierungS- > freijen haben diese Huldigungen höchst unangenehm i berührt. Man hatt< zwar im voraus gewußt, das : ThierS noch immer sehr populär fei, aber doch gehofft, das Norddepartement, welches von jeher eines der i reaktionärsten von Frankreich war, werde keine so alb i gemeine Begeisterung an den Tag legen. Die Oppo- i fitionSkreise sind sehr befriedigt, weil man meint, das bei den allgemeinen Wahlen, die früher oder später stattfinden müssen, alle Wahllisten, an deren Spitzk sich Thiers befindet, durchgehen, und alle Candidaten, i die er befürwortet, gewählt werden. — Die Bewohner
Belforts unterzeichnen-eine Adresse, um Henn ThierS nach Belfort einzuladen, falls er Nancy besuche, und der Gemeinderath von Ramberville hat die Absendung einer Deputation nach Nancy beschlvssen, wenn Thier« hinkommt. Ein ihm von der Stadt Lille angebotene« Banket hat ThierS abgelehnt. — Die Obersten mehrerer Regimenter haben ihren Offizieren unter Androhung von Disciplinarstrafen die Betheiligung an Freimaurerzusammenkünften verboten. — Die Abberufung Server Paschas, deS türkischen Botschafters in Paris, bestätigt sich. . ;<i.'
Madrid, 21. Juli. In der heutigen Corte«- sitzung wurde der Antrag gestellt, daß der Regierung wegen des Beschlusses- die infurgitten Kriegsschiffe für Piraten zu erklären, ein Tadelsvotum errheilt werde. Der Antrag wurde indeß mit 110 gegen 90 Stimmen verworfen. — Alicante hat sich als unabhängiger Canton erklärt. In Chartagena soll eine Fregatte unter dem Kommando eines der Internationalen angehörigen Engländers Namens Brice stehen. — Ueber die Einnahme von Jgualada durch die Carlisten wird berichtet: „Nach einer 36ftündigen heldenmüthigen Ver theidigung wurde Jgualada von den Carlisten erobert, gebrandsebatzt und angezündet. Die Carlisten hatten 3500 Mann, 200 Pferde und 3 Kanonen; sie erlitte» empfindliche Verluste. Mehrere Osficiere deS General ftabs von SaballS so wie der Commandant der Zuaven wurden getödtet." In Barcelona haben die wachsenden Erfolge der Carlisten die Bildung eines ans dem Ge- neral-Capitain dem Civil- Gouverneur, dem Bürgermeister und drei catalonischen CorteS Mitgliedern be behenden Wohlfahrts-Ausschusses veranlaßt dieser hat den Ankauf von 50,000 Gewehren und die Einbe-. rufung aller Männer von 20—40 Jahren zur militärischen Dienstleistung beschlossen.
London, 21. Juli. Was heute in ganz Eng- land mit großer Theilnahme besprochen wird, sind zwei Todesfälle, der eine ein erwarteter, »er andere ein gänzlich unerwarteter. Beide Opfer standen hoch im Range und hoch im Ansehen. Dio Namen „Bischo Wilbersorce" und „Lord Westbury" sind jedem Engländer geläufig; fast jeder Schritt deS Lebens der Genannten ist dem gejammten englischen Volke bekannt. Der Ein« in der Kirche, der Andere im Gerichtswesen, Beide in der Politik, haben der englischen Geschichte ihr eigenes Siegel aufgedrückt und sich ein Andenken für lange Zeiten gesichert. Bischof Wilber- force war kerngesund, als Lord Westbury schon lange und schwer mit dem Tode rang, dennoch ist er schließlich dem westlichen Pair voranSgeeilt. Er ritt a« Sonnabend Abend in der Röhe der Stadt Dorking, in Begleitung de« Ministers der Auswärtigen, Earl Granville, hem Landsitze des ehrenwerthen E. F. Le- vesott Gower, Granville's Bruder, zu, wo eine vertrauliche Zusammenkunft bekannter Persönlichkeit« stattfinden sollte. An der Eifenbahnstatton Gomthall, welche die beiden Reiter zu passiren hatten, sollte« sich zu Wagen die Gräfin Granville und der Premierminister Gladstone mit Gemahlin dazu gesellen- Bischof Wilbersorce war fein Leden lang ein leidenschaftlicher Reiter, legte daher lieber den Weg z« Pferde zurück, wie er auch nach Westminster zur Par- lamentSsitzung zu reiten pflegte. Auf einer Strecke unebenen Weges — genannt The RoughS — ließ er, wie er es im Gespräche that, die Zügel aus der £>an6 fallen, während er sich lebhaft mit seinem Geährten unterhielt. DaS Pferd trat in ein Loch, stürzte, der Bischof stürzte mit und fiel so unglücklich auf den Kopf, daß sein Tod auf der Stelle eintrat. Lori Westbury starb gestern, früh um ein Viertel nach Vier, nach längerer Krankheit. Er war der erste Pair eine« NamenS. Ursprünglich hieß er Richard Bethell, in Bradford am Avon am 30. Juni 1800 als Soh» eines ArzteS geboren. Er studirle in Oxford. Der charse Geist, welcher ihn schließlich auf den Wollsack brachte, zeigte sich schon im Jüngling. AIS Rechtsanwalt macht« er sich durch die Vertheivigung he« Brasenose College in einem schwierigen Prozeß, bei welchem große Summen auf dem Spiele standen,