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Marburg, Freitag, den 18. Juli.

Wr. 167

1873

OteMsische Leitung

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tage darf dem Lehrer oder der Lehrerin erst mit Ab­lauf des 12. Jahres nach dem durch Verleihung einer Stelle oder Avjuvantur erfolgten Dienstantritt gegeben werden, soll dann aber nicht unter 20 Thlr. bei Leh­rern und 12 Thlr. bei Lehrerinnen betragen. Nach Zurücklegung einer Dienstzeit von 22 Jahren seit je­nem Dienstantritte darf die Zulage auf 40 Thlr. bei Lehrern und 24 Thlr. bei Lehrerinnen erhöht werden. Diese Sätze sind als die Regel festzuhalten. Eine weitere Erhöhung, mit welcher jedoch der Gesammt- betrag der Zulage 50 Thlr. nicht übersteigen soll, be­darf der Genehmigung des Ministers. 3) Wo bereits auf Grund gesetzlicher Bestimmungen oder aus ander­weitigen Fonds Dienstalterszulagen gegeben werden, find dieselben aus die jetzt zu gewährenden Zulagen anzurechncn. 4) Die Zulage soll nicht gewährt wer­ben, wenn das Stelleneinkommen nicht nur auskömm­lich ist, sondern für reichlich erachtet werden muß. Das Letztere ist als vorhanden jedenfalls dann anzu­sehen, wenn das Einkommen der Stelle den doppelten Betrag des für dieselbe geltenden geringsten Einkom­mens erreicht.------Ferner ist die

Zulage nicht zu gewähren, wo bei größeren Schul« systemen durch planmäßige Abstufung der Lehrergehälter oder Einführung von Dienstalterszulagen für die an« gemessene Besoldung älterer Lehrer bereits gesorgt ist oder füglich gesorgt werden kann Der Minister macht schließlich noch geltend, daß, wenn die Dienst­alterszulagen ihren Zweck erreichen sollen, um so mehr auf die Aufbesierung des Einkommens der Stellen

16 Juli. DieSpen. Zig." erfährt aus guter Quelle, daß für daS Präsidium des Reichs Eisen bahnamtes der frühere Vortragende Rath im Finanz­ministerium Scheele, später Mitglied der Direction der Berlin Anhalter Eisenbahn, in Aussicht genommen ist.

Ueber die Alterszulagen für Lehrer schreibt die Prov.-Corresp.": Die günstige Finanzlage, deren sich der preußische Staat zur Zeit erfreut, ist von der Regierung im vollen Einverständnisse mit der Landes­vertretung in besonderem Maaße auch zur fortgesetzten Verbesserung der äußeren Lage der Elementarlehrer benutzt worden. Von den zu diesem Zwecke im dies­jährigen Staatshaushalte mchrbewilligten Mitteln von 1,200,000 Thlr. ist eine Summe von 700,000 Thlr. zur Gewährung zeitweiliger Gehaltszulagen an ältere Lehrer und Lehrerinnnen bestimmt worden. Indem der Minister der UnterrichtSangclegenheiten diese Summe den einzelnen Regierungen zur Verwendung für ihre Bezirke überwiesen hat, ist von ihm hervorgehoben worden, daß di« frühere Absicht, die Einführung von Tienstaltcrszulagcn nach festen Grundsätzen im Wege der Gesetzgebung ins Leben zu rufen, erst bei dem Entwürfe des allgemeinen Unlerrichtsgcsetzes wieder ausgenommen werden soll, daß jedoch auch die Ver­wendung der obigen neubewilligtcn Mittel, nach ge wissen allgemeinen Grundsätzen und nach einem gleich näßizen Verfahren in allen Theilen der Monarchie zu erfolgen habe. Es sind deßhalb folgende Gesichts punkte zur Richtschnur aufgestellt: 1) So wenig dem Staate eine Verpflichtung zur Gewährung der Dienst alterszulagen obliegt, ebensowenig steht den Lehrern oder Gemeinden ein rechtlicher Anspruch auf dieselben zu. Die Zulagen sind vielmehr als persönliche Be dürfnißzulagen jederzeit widerruflich und gehören nicht zu dem pensionsberechtigten Einkommen. Mit dieser Maßgabe können sie zunächst auf den Zeitraum von 5 Jahren verliehen werden, nach deren Ablauf die zuständigen Behörden über die weitere Gewährung

Davon hast Du mir ja gar nichts erzählt."

Freilich."

Ich erinnere mich nicht."

Na, Du weißt doch die Geschichte auS dem Höllengrunde ich habe sie Dir ja gleich erzählt, wie ich im Juni aus Deutschland kam."

Deutsches Strich.

## Berlin, 16. Juli. Nach dem heutigenMi- litärwochenblatt" werden die Herbstübungen deS Garde­corps vom 14. August bi» 1. September stattfinden, am 2 September soll dann bei Gelegenheit der Ent­hüllung de« SiegcSdenkmalS große Parade sein. Bis zum 17. September werden alsdann noch die Feld- Manöver» der Divisionen und des ganzen Corps ab- gehaltcn werden, an welchen voraussichtlich der Kaiser thcilnimmt. In der zweiten Hälfte deS Monat» be­absichtigt der Monarch alsdann nach Baden-Baden zu gehen. DieProv. Corresp." hat neulich die Grundsätze mitgetheilt, welche nach der Instruction de« Ministers de« Innern bei den Vorschlägen für dir Bildung der Amtsbezirke maßgebend sein sollen. Wie schließlich die Feststellung derselben nach Anord­nung der Betheiligten erfolgen soll, darüber gibt die ministerielle Instruction noch mehrere Anweisungen. Nachdem die Regierungspräsidenten die zemachien Vorschläge als zur Basis für die weiteren Verhand­lungen geeignet befunden haben, soll durch die Land- rälhe die Anhörung der betheiligten Gemeinden und selbständigen Gutsbezirke erfolgen. Die Vertretung der Gemeinden liegt entweder ihren Vorständen, oder frei aus der Mitte der stimmberechtigten Gemeindemit glieder gewählten Bevollmächtigten ob. Der Regie­rungspräsident hat sich hierauf auszusprechen, in wie »eit die ihm vom Landrathe mittels gutachtlichen Be richteS überreichten Protokolle und die darin erhobenen Einwendungen zu berücksichtigen sind und ordnet, nachdem er in wichtigen Fällen durch Vermittelung de« Oberprästdenten dem Minister des Innern be richtet hat, die erforderliche Abänderung an. Nun gelangt der Entwurf zur Bildung der Amtsbezirke an den neugewählten Kreistag. Diesem bleibt es über- laflen, sich den Prüfungen wieder unmittelbar selbst zu unterziehen oder zunächst «ne Vorprüfung durch den Krrisausschuß oder eine zu diesem Behufe zu wählende desondcrc Commission vornehmen zu lassen. Die vom Kreistage schließlich abgegebenen Vorschläge werden sodann vom Landrathe mittels gutachtlichen Berichts dem Regierungspräsidenten und von diesem durch Vermittelung deS Oberpräsidenten an den Mi­nister des Innern übersandt. Auf Grund der Vor schlage de« Kreistage« wird endlich die Bildung der Amtsbezirke von dem Minister de« Innern ange ordnet, vorbehaltlich der endgültigen Feststellung auf Grund der künftigen Provinzialordnung. Bekannt ltch ist der Vortragende Raih im Ministerium de«

Die Elsässerin.

Novelle von AndrS Hugo.

(Fortsetzung.)

8. Sefennmtgen und «eftSudnisie.

»Rache! Rache! sage ich fürchterliche Vergel­tung wollen wir an den Deutschen üben. Wenn ich sttzt ein Deutscher wäre, weißt Du, was ich fingen würde?"

Nun?"

»Das Volk steht auf, der Sturm bricht lo«."

DaS ist wohl ein deutsches Lied?"

Gewiß! DaS singen die deutschen Republikaner. Ich habe eS oft mitgesungen, wie ich noch in Deulsch- laud »ar. Diese deutschen Hunde werden sich wun der«, wenn jetzt dieGespenster der Vogesen" auf tflU4m und sie im Rücken von der Flanke angreifen »"d sic beunruhigen Haha!"

Geschieht e« denn nun bald?"

Uebermorgen wird Alles in Ordnung sein."

Wozu hast Du aber die Menge preußischer Uni wimeu?"

Wozu? Glaubst Du, daß diese viereckigen der Elsässer etwa bereitwillig unS entgegen- kvmmen werden sicherlich nicht! Als fliegende d'kuujschx Coloniien werden wir kommen, requiriren und dann verschwinden. Dann eilen wir nach unserem Versteck, werfen die preußischen Jacken ab Und zichen auf den Raub auS. Du, ich sage Dir, nn ich einem solchen preußischen Schuft die Augen ^»stechen und die Finger adhackrn könnte, ich würde d or Lveuda m *

Diese Unterhaltung wurde in dem berühmten Blu- mmthale unweit Guebweiler an dem Nachmittage eines jener wunderschönen Novembertage deS Jahre« 1870, wie sie in der genannten Zeit mehrmals auftraten, von zwei verdächtig aussehenden Individuen geführt

Gott straf mich!" fuhr der Eine plötzlich auf und packte den Andern so fest beim Arme, daß dieser vor Schmerz beinahe hätte aufschreien mögendas ist der gottvergessene Schuft, der mir den Arm bei­nahe ze,schoflen hat."

Wer soll es denn sein?" fragte der Andere.

Es ist der Forstadjunkt Brendel auS doch nein, «6 ist ein französischer Grenadier, wie sollte der elende Wicht unter die Franzosen kommen? Und doch, der Kerl hat eine frappante Aehnlichkcit mit dem mi serablen Schuft!"

durch Erreichung angemeflencr Minimalgehälter und darauf Bedacht zu nehmen sein wird, daß die Ge­meinden rc. die ihnen in dieser Beziehung obliegenden Verpflichtungen erfüllen, so weit e« ohne zu harten Druck von ihnen verlangt werden kann.

Die Verbesserung der Lage der Unteroffiziere besprechend bemerkt dieProv.-Correlp.": Als die Reichsregierung die Mitwirkung de« Reichstag« zur Verbesserung der äußeren Lage der Unteroffiziere in Anspruch nahm, wurde von vornherein hervorgehoben, daß die Erhöhung der Löhne nicht daS einzige Mittel, ondern nur eine« der Glieder in dem System sei, durch welches die gejammte Stellung der Unteroffiziere verändert und verbessert werden solle. ES werde, so hieß eS in der betreffenden Denkschrift, darauf ankom- men, die dienstliche und sociale Stellung der Unter­offiziere so weit zu heben als die» noihwendig sei, um ihnen auch unter den veränderten Zeitverhältnissen

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Auswärtigen, König zum Präsidenten des Bun-loder Zurückziehung zu befinden haben. 2) Die Hu- besamtes für Heimathswesen ernannt. Wie man''- ----- -

hört, dürste e« nicht unwahrscheinlich sein, daß an seine Stelle der gegenwärtige Generalconsul des deutschen Reiches in London, Herr Wilke, tritt und dieser bann durch den Legationsrath v. Bojanowski ersetzt wird. Wie aus England gemeldet wird, ist Aussicht vorhanden, daß das neue submarine Kabel, welches von Südengland nach Nordamerika hinüber­gelegt weiden wird, noch in diesem Jahre dem Ver­kehr übergeben werden kann.

I, der steht, straf' mich Gott, mit dem Leibhaf­tigen im Bunde. Nein, nein, e» ist aber doch zu tolle - je langer ich den Grenadier ansehe, desto mehr möchte ich behaupten, er ist eS.---Und diese»

Frauenzimmer zum Henker! weiß Gott, das ist die Französin, die bei meinem Chef in Deutschland auf Besuch war "

Felice und Benno, den der Schwarze, nach dem, was wir wiflcn, sofort erkannt hatte, kamen des Weges daher. Benno sah noch immer etwas leidend aus, aber die straffe Haltung und das lebhafte Auge ließen auf die zunehmende Genesung schließen, wmn auch der Stock, auf den fit, Benno stützte, anzeigte, daß da« Bein noch etwas schwäch fein mußte.

Sie waren, wie es schien, in ein höchst interessante« Thema vertieft, wenigstens deuteten die lebhaften Gestm auf ein sehr animiNes Gespräch.

Und ich behaupte e« dennoch, daß, wenn sich » heute die ganze sranzösische Nation erheben würde und wie Ein Mann dastehen würde, sie dennoch gegen die geschulten und kriegsgeübten Soldaten der deutschen Armee Nichts auSzurichten vermöchte. Ich dächte über­dies, daß Sedan ihnen den schlagendsten Beweis für meine Behauptung gegeben hätte. Paris ist ringe- schloffen, Straßburg, Metz und die meiste» anderen festen Plätze haben kapitulirt wa« will nun da« französische Volk?

Sich in Masse erheben."

Wird ihm nicht» helfen." '«chsir ..<U "

"Hast Du Nachrichten aus Lyon?" |Wo Ihr'sechs Mann gegen den Einen nicht»

Ja. Hter sind sic. Die Organisation der I ausrichten konntet."

Armee de« Generals Frappoli schreitet rasch vorwärts und kommt alsArmee des Sterns" zu dem Heer« Bourbaki'S; außerdem werden neue Franktireurcorps gebildet, die Bauern bewaffnet, kurz und gut, eS wird rin so buntes Durcheinander werden, daß wir schon unsere Rechnung finden werden. Du verstehst mich doch?"