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abgelehnt. Wegen der längeren Dauer der Verband' lungen sind zwei Ergänzungsgeschworene beigezogen.

Altbretfach, 14. Juli. Die feierliche Eröffn »ung der Rheindrücke bei MarkolSheim fand gestern in Gegenwart des Oberpräsidenten von Möller und des Staatsministers Dr. Jolly aus Karlsruhe statt. Der Feierlichkeit wohnte eine zahlreiche Menschenmenge auS den benachbarten Ortschaften beider Rheinufer bei. Bei dem darauf statlfindenden Festmahle im Stadt- Hause zu MarkolSheim brachte der Staatsminister Dr. Jolly den Trinkspruch auf den Kaiser, Oberprä- sidenl von Möller den auf den Großherzog von Baden aus. Beide Trinksprüche wurden mit großer Begeiste­rung ausgenommen.

Straßburg, 14. Juli. Der BezirkSrath hat die Bezirkstagswahlen des Oberförsters v. Bedungen in Lützclstein und des Friedensrichters Thomas in Weiler anuullirt, da die gültigen französischen Gesetze die Wahl von Forstbeamten in dem Functionsbezirk, sowie die Wahl eines Friedensrichters in dem Anstel- lungS - Canton verbieten. Die theilweise Räu­mung des OccupationSgebieteS hat den am 14. d. M. erfolgenden Abmarsch der 7. und 8. Compagnie des Pommerschen FußarlillerieregimentS Nr. 2 und deren Ersatz durch zwei Compagnieen des Hannoverschen Fußartillerieregiments zur Folge. Für die Forts bei Kehl find zuvörderst die Plätze auögewählt und, wie man aus zuverlässiger Quelle hört, sind hier die Kauf Verträge mit den Besitzern der einzelnen Grundstücke noch nicht abgeschlossen; es liegen Entwürfe für diese drei FortS, welche ebenfalls nasse Gräben erhalten, gegenwärtig beim Kriegsministerium vor und die zu erwartende Entscheidung kann möglicher Weise noch eine Aenderung der Lage der einzelnen Forts bedin gen. Laut Entschließung deS Großherzogs von Baden hört die Erhebung eines Brückenzolles für das Passtren der Brücken bei Kehl und Altbrciiach vom 1. Januar 1874 auf. Es sind die genannten die einzigen Elsaß und Baden verbindenden Brücken, aus welchen noch Brückengeld erhoben wird.

Metz, 8. Juli. Wie sehr die Gesinnung der Lothringer in den letzten 18 Monaten sich geändert, hat, zeigte das in diesen Tagen hier stattgehabte Examen zur Ausnahme von Lehramtskandidaten in das kais Lehrerseminar. Bei der Uebernahme dieser Anstalt durch die deutsche Verwaltung meldete sich von den damaligen Zöglingen nur ein einziger. Die übrigen zogen es vor, auszutreten oder sich in ein französisches Seminar ausnehmen zu lassen. Auch während des ersten Jahres meldeten sich nur wenige Zöglinge. Hieran an knüpfend prophezeiten die französischen Zeitungen, das Hinstechen der MetzerLcolö vormals. Zu der diesjährigen Prüfung nun meldeten sich gegen |70 geborene Lo thringer. So wird nun das hiesige Seminar, die ein­zige derartige Anstalt Lothringens, über 70 Zöglinge zählen, d. h. so viele, als die Räumlichkeiten auszu­nehmen gestatten, überhaupt mehr, als je unter sran zöstscher Herrschaft.,

Er hat die Krisis überstanden!" flüsterte der Arzt Felice zu, als er beim Austreten aus der Stube auf sie stieß und diese, ihn fragend anblickte.Lassen Sie eine Wache während der Nacht hier zurück. W.nn der Mann zu trinken verlangt, so lassen Sie ihm Wasser mit der Arznei geben, welche auf dem Tische steht. Durch dieselbe soll er zu Kräften kommen."

Felice führte die Anordnungen deS ArzteS mit peinlicher Genauigkeit aus.

7. Zwei «riefe.

Seit Anfang August war nach der Föisterwohnung in Thüringen keine Nachricht gelangt, und heute schrieb man schon den sechSundzwanzigsten.

Keine Nachricht vom Kriegsschauplätze?" rief Anna v. Hohenheim der Oberföesterin entgegen, als sie in dem kleinen Gärtchen vor dem Hause dieselbe traf.

Nein", antwortete diese kleinlaut.

Mein Cousin hat heute geschrieben und auch über Ihren Sohn Einiges mitgetheilt."

Erzählen Sie erzählen Sie bitte!"

Der Cousin Anna's hatte au seine Verwandte die sämmrlichen Details geschrieben, wie wir sie bereits aus einem der früheren Capitel kennen Diese theilte sie nun der lauschenden Obersörsterin mit.

Während die Oberförsterin staunend der Erzählerin folgte, naht« sich dem Forsthause der Briefträger. Er brachte ein großes Schrciben.

Mit zitternden Händen erbrach die alte Frau das Schreiben. Ein schwerer Gegenstand siel nach Eröff­nung desselben heraus.

Tas eiserne Kreuz für den Herrn Lieutenant!" jubelte Anna v. Hohenheim.

Die Oberförsterin hörte den Ausruf nicht. Bor Auflegung vermochte sie kaum den silbernen Klemmer

Ausland.

Wien, 14. Juli. Ter König von Würtemberg ist heule Mittag mittelst Extrazugs der Westbahn hier eingetroffen und von dem Kaiser und den hier anwe­senden Erzherzögcn empfangen worden.

Pest, 11. Juli. DerPester Lloyd" schreibt: Der Präliminar Vertrag, den Graf Ludolf Namens ter österreichisch ungarischen Regierung mit der Pforte bezüglich der Arbeiten am Eisernen Thore abgescblossen hat, ist ganz geeignet, die Realisirung dieses Unter­nehmens in baldige Aussicht zu stellen. Die Pforte macht sich anheischig, die Hälfte der Kosten zu decken. ES erübrigt nunmehr, diese Angelegenheit mit Serbien und Rumänien zu regeln."

Paris, 14. Juli. Die Regierung hat den Prä fetten von Nancy benachrichtigt, daß Feste in düse Stadt bei Gelegenheit der Räumung auS Rücksichten der allgemeinen Sicherheit nicht gestattet werden sollen. Diese Maßregel wurde natürlich deßhalb ergriffen, weil der Gemeinderath Herrn Thiers zu den Feiten geladen und den Antrag, Mac Mahon ebenfalls ein zuladen, verworfen hat. Gestern wohnte der Schah einem Wettrennen in Longchamps an. Mac Mahon und Gemahlin, so wie Broglie waren mit dem Schah in der Ehrentribüne. Das Wettrennen war um 5Vr Uhr beendet. Eine ungeheure Menschenmenge hatte sich eingefunden, aber nirgend wurden Rufe laut Man schätzt die Zahl der vom Auslande und aus den Provinzen nach Paris gekommenen Besucher auf eine halbe Million. Das Abends 9 Uhr statlge- hable Nachtfest war glänzend; die Illumination und das Kunstfeuerwerk gelangen vorir-fflich. Eine uner meßliche Menge wohnte demselben bei und begleitete zum Schlüsse einen Fackelzug, von 6000 Fackelträgern, welcher die Champs E-ysces und die prächtig erleuch­teten Boulevards durchzog. Der Schah, der von allen Autoritäten am Trocadero empfangen wurde, sagte, er werde den Empfang durch die Stadt Paris nie vergessen. Die Rede Gambettas in der National- eerjammlung, hat außerhalb der rein politischen Kreise kein besonderes Aussehen erregt. In der Provinz, auf welche dieselbe hauptsächlich berechnet war, wird sie aber nicht verfehlen, die beabsichtigte Wirkung her» vorzubringen, und die Anklage des Ex DictatorS, daß die Regierung und ihr Anhang das alte Regime wie derherstellen will, um so mehr Eindruck machen, als man dort in Folge der vielen religiösen Schaustellun­gen und der anderen in der letzten Zeit ergriffenen Maßregeln die Furcht, daß man Frankreich wieder in Zustände, wie sic vor 1789 gewesen, zurückführen will, eine allgemeine ist. Wie die Patrie meldet, ist die Regierung benachrichtigt worden, daß dieIn ternaticnale" Agenten nach den großen Städten ge­sandt hat, wo französische Truppen liegen, um unter diesen Propaganda zu Gunsten ihrer Ideen zu machen In Folge dessen haben die Verwaltungsbehörden Be­icht erhalten, alle Maßregeln zur Verhinderung dieser Propaganda zu ergreifen, und der Kriegsminister hat

auf die Rase zu bringen. Endlich war eS ihr geglückt und sie überflog den Inhalt des Schreibens.

Das General Comniando theilte ihr mit, daß der Unlerotfizier Brendel wegen seiner bewiesenen Tapfer keil das eiserne Kreuz vom Könige erhalten habe und daß er sofort auf dem Schlachtfelde vom Unteroffizier zum Lieutenant ernannt werten sei.

Die freudigen Züge der Oberförsterin wichen plötz­lich dem Ausdruck des Schreckens, denn in dem Schrei­ben wurde weiter mitgetheilt, daß leider bis jetzt noch keine Spur von Benno aufzufinten gewesen sei, nur die Blechmarke, welche Benno am Halse getragen, sei einige Tage nach der Schlacht aufgefunden worden, und es wäre nicht zu ermitteln gewesen, ob der Ge­nannte unter den Massen von Leichen sich befunden, oder ob sonst ein eigenthürnlicher Zufall denselben etwa in Gefangenschaft geführt habe.

Die Oberförsterin ließ den Brief fallen und be­deckte ihr Gesicht mit beiden Händen.

O, Du grunbgütiger Gott warum Das?" rief sie voller Schmerz.Ich habe es geahnt!" Anna von Hohenheim hob den Brief auf und Überlas ihn, während in der Brust der Oberförsterin der Schmerz der Mutter sich zu regen begann. Anna hatte die Lektüre des Briefes beendet und betrachtete mit Theilnahme die Mutter BennoS, welche sich über die Nachricht nicht zu fassen vermochte. Sie versuchte gerade durch die Ungewißheit über Bennos Bermißi- feiu der alten Fran Trost einzusprechen, allein diese wies jede Beruhigung mit stummem Kopfschüueln zurück.

Als Anna von Hohenheim das Forsthaus verlassen hatte, brach in ihrem Mutterherzen der Schmerz über ben Verlust deS Sohnes in feiner ganzen Mächtigkeit au«, bis er nach und nach in eine stumpfe Rcsigna lion überging. , .

(Fortsetzung folgt.)

|bie Generale aufgefordert, die unter ihren Befehle« stehenden Truppen aufs strengste zu überwachen und den Verwaltungsbehörden bei ihren Maßregeln hülst reich ait die Hand zu gehen. Wie man nacht,äa- lich erfährt, wohnten die fremden Gesandten dem Banket deö Schah nicht bei, weil ihnen die persische« Großen, welche die asiatische Majestät begleiten, de« Vorrang nicht einräumen wollten. Ter Schah besuchte auch die Notre-Dame-Kirche und war sehr erstaunt über den Reichthum der kirchlichen Gefäße Der Erzbischof war nicht zugegen.

Madrid, 13. Juli. Amtliche Mittheilungen be lagen: Tie traurigen Ereignisse in Alcoy können al- überwunden betrachtet werden, denn zu biefer Stunde sind zahlreiche Truppen dahin abgegangen, welche strenge Strafen auferlegen und die Ordnung um jede« Pseis Herstellen werden. Der General Ripoll, der mit einer starken Adtheilung dorthin gerückt ist, wird die Aufständischen alsbald unterwerfen. , Die Corte- haben der Regierung ein Vertrauensvotum gegeben unb ihr anempfohlen, unerbittlich zu sein gegen die Urheber der Unordnungen, und die Regierung, die bisher so nachsichtig war, hat da« System energischer Repression angenommen, dessen Erfolg sich bald ver- Ipüren lassen wird.

11. Juli. In ben CorleS bestätigte der Mi­nister Suner eie Niederlage und den Tod Cabrinetty'« so wie den inlernaiionalistischen Ausstand in Alcoy. Ter General Velarde rnarichirt von Valencia her gegen Alcoy. Der Maire von Alcoy, ein entschiedener Republikaner, wurde getödtet und sein Körper durch die Straß-.n geschleift; ebenso der Steuereinnehmer. Die bedeuleiidste Baumwollfabrik der Stadt wurde in Brand gesteckt. Auch bestätigt Suner, daß der rothe Carvaial mit Freiwilligen und Geschützen von Malaga ausgerückt sei. Es scheint dies nicht sowohl einen Sieg der OrdnungSpartei zu bedeuten, als daß der genannte Landstreicher einen neuen Sire fzug durch Andalusien machen will, um die Unabhängigkeit biesesStaates" zu sichern, mit anderen Worten, das Bißchen Ansehen und Einfluß, welches die Madrider Regierung noch besitzt, gänzlich zu vernichten. Der Gouverneur von Malaga hat inzwischen telegraphisch seine Entlassung verlangt, denn eS ist ihm nicht mehr geheuer in einer Stadt, wo es zum Zeitvertreib ge­hört, einen Bürgermeister zu erschießen, und wo jetzt wieder bei Gelegenheit der Stiergefechte ein Straßen­kampf sich entspann, in ober nach welchem mehrere Mitglieder dcS Gemeindcraths ermordet wurden. In Cadiz weiß Salvoechea, der dort wie Carvajal^in Malaga als Pascha mit den drei Roßschweifen schaltet, alle im Namen der Freiheit, wenigstens die äußere Ruhe aufrecht zu erhalten. Das dauert eben genau {o lange, wie die Madrider Regierung sich nicht herausnimmt, ein Wort in die Willkürherrschaft hinein- zureden. Würde sie ihre gebührende Autorität zu wahren den Versuch machen, so wäre ihr eine höh- sMche Zurückweisung sicher. Was sie alsdann zu er- uhrcn hätte, hat Salvoechea ihr durch ein Telegramm an den alten Orense angekündigt, worin der Ge meinderath von Cadiz die Unversöhnlichen wegen ihres energischen Austreten« und ihres Manifestes gegen die Regierung lobt unb beglückwünscht. Tie Stabt Cadiz erklärt also durch ihre Behörde, sich in offene Opposition zu der Regierung zu stellen. wird schwerlich^ an einem Einverständnisse zwischen ben beiden Stadt - Despoten Carvajal unb Salvoechea fehlen, und es wäre nicht zu verwundern, wenn die- fclben sich an der Spitze ihrerHeere" gegenseitig Besuche abftatten, wie von Souverän zu Souverän, wiederum Alle« im Namen der demokratischen Frei­heit. Castelar hatte wohl Recht, wenn er Angesichts solcher Zustände in seiner gelingen großen Rede be­merkte :Wenn die republikanische Partei im Osten, ,m Norden und vor Allem im Süden sich erst über­zeugt, daß jtc dieser Kammer und dieser Regierung gehorchen muß, dann wird auch kein Hinderniß sich mehr gegen die Anerkennung unserer spanischen Republik durch Europa erh ben. Ein ausgezeichneter Diplomat sagte:Europa ist eine Reihe von Monar- chieen, in welchen die ersten Minister so zu sagen Republikaner sind; aber wie kann man denn verlangen, daß der Kaiser Alexander, der Körrig Wihelm, der Kaiser Franz Joseph, der König Victor Emanuel und bie Königin Victoria republikanischer sein sollen, als die spanischen Republikaner?"Und in der Thal füge ich hinzu, wenn schon in Malaga die Regierung der Republik nicht anerkannt wird, wie wollt Ihr bann, baß man sie von Petersburg her anerkennen soll?" Mit Malaga hätte der Redner zugleich noch Caviz, San Fernando, Sanlucar, O una, Granacm Sevilla und, hätte er heute erst gespioä>en, die Herrfthast der Commune in Alcoy anführen können, um den Czaren Dafür zu entschuldigen, daß er die Republ k Spanien noch nicht anerkannt habe. Ein anderer Redner, der EinheitSrepubtikaner Garcia Ruiz, hat eine Bemerkung