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1873.

Marburg, Dienstag, den 15. 3ult.

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Eomite neulich sestgcheUt aerben ist.

Am Mittwoch,

27. August, 7 Uhr Adenbö, -findet die Begrüßung

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Der Juristentagsmilglieber mit ihren zum Sammriplatz der Festgencssen

Damen in dem bestimmten und

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pfang des elften deutschen JuristeniageS, der bekannl- tich in der Zeit vom 27. bis 31. August in unserer Stadt versammelt srin wird, sind hierorts in vollem Gange. Außer dem geschästSlritenden Ausschüsse, b.» stehend auS den Herren Regierungsrath Bosse, Ober GerichtSanwalten v. Enge>brechteu und Linckelmaun und Obergerichtsrath Thomsen, sind in 3 für die Geschäfte des BureanS, der Blohnungen und des 93er gnügeuS gebiideien SubcomiteS etwa 40 hiesige, dem Richter mtd Auwattsftande so wie der Verwaltung angehörige Juristen thätig, um alles Erforderliche heiznrichten. Für weitere Kreise, namentlich die Be- lheiltgten in unserer Provinz, welche im Begriffe sind, ijre FeriendiSposilion zu treffen, wird daS vorläufige Festprogramm iniereffiren, wie es vom allgemeinen

Blut verloren die Wunden sind nicht lebenSge tährlich die Stretfjchußwunde in der Gegend des HerzeuS rührt von einer matten Kugel her und hat nur tie eine Rippe verletzt."

Ter Arzt eilte wieder nach den beiden großen aneinankerstoßenden Stuben und widmete den hier ^Liegenden seine Aufmerksamkeit, während Felece noch einige Zeit in der Kammer verblieb und mit Theil nähme aus die entstellten Züge BenncS blickte.

Mit Ausnahme einer einzigen Patrouille wurde das Stillleben auf dem Schü.ienhofe nicht gestört, erst spät Abends langte eine stärkere Patrouille an welche, als sie erfahren, daß meist Franzosen sich in dem Gehöfte befänden, einen Wachtposten zurücktieß.

6. I« Vogeseuschlotz.

Nur die aufmerksamste Pflege wird im Stande ssein, Ihren Freund zu retten!" hatte der Arzt zu Felice gesagt, als diese ih.i über das Befinden deS Kranken gefragt.

Tas Mädchen war rasch entschlossen, AlleS für die Rettung d.s Verwundeten aufzubieten. Daß ihm bei der Maffe der Verwundeten, denen von preußischer Seite durch die Unzulänglichkeit der Vorkehrungen am zweiten Tage nach der Schlacht bei Wöuh lagen auf den Höhen nach Sxachbach und Elsaß bansen noch eine Menge Verwundete und Tovte keine Hülfe zu Theil werden konnte, daß er keine sorg fame Pflege zu erwarten hatte, das sah Felice ein. ES galt daher, ihn unter allen Umständen in einen vom augenblicklichen KriegStheater entfernten Lazareth platz zu bringen.

Bei der eifrigen Verfolgung des Feindes von deutscher Seite über Niederbronn hinaus nach Bitsch zu hatte man, wie eS schien, die südwcst.iche Seit, des Schlach.fildeS ganz außer Acht gelassen, der an den Schürtenhof tommaubirte Posten war auch ver-

Maßregeln handelt. Der niederrheinische Verein für 6ff ntliche Gesundheitspflege veriolgte inzwischen den Plan weiter und war um so mehr dazu geeignet, als gerade seine Zusammensetzung auS AerztiN, Technikern, Verwaltung-- und Commnnalbeamten, Juristen, Lehrern u. s. w. ihn befähigt, einem solchen Eongreffo vorzu­arbeiten. Später nahm Revacteur LammeeS in Bre­men sich ter ganzen Angelegenheit ganz besonders eifrig an , so baß die Einladungen schon großencheilS ab» g hen konnten. Zu den Einladenden gehören aus den öjttichen Provinzen, in denen das Interesse für öffent­liche GesunDheitspflege biS j tzt leider noch ein sehr geringes gewesen ist, sehr erfreulicher Weise eine An­zahl von Bürgermeistern größerer Städte, wie die Herren Hobrecht, von Forckenbcck, Kohleis, Gobbin und Andere mehr. Die Fragen der öffentliche» Ge» lunvhettspflege in Teulfchrand sind in der Thal, be» fonv.rs für die großen Släote so brennende geworden, daß man keinen Tag vergehen lassen darf, ohne mit allen verfügbaren Kräften an ihrer Lösung zu arbeiten. Der Congr.ß wird dioergirende Anschauungen zu klären wissin und die oben erwähnten, so überaus anerken- nenswertheN Bestrebungen der Bundesregierungen durch Einsetzung besonderer centraler Behörde» und Eom- mijsioiie» seinerseits bessere Zustände anzubahne». jeden- lallS unterstützen. Auch aus diesem Gebiete ist seit Errichtung des deutschen Reiches resp. durch dieselbe eine neue Aera eingetreten.

Darmstadt, 12. Juli. DieDarmstädter Hei­lung meidet die zu Jugenheim stattg.habte Verlobung Der Großfürstin Marie Alexmorcwna von Rußland mit Prinz Alfred von Groybiitantrien.

Straßburg, 11. Juli. Die Eolonie von russi­schen Damen, die in Zürich an ter Universität Me- dicin ftubirte, ist bekanntlich von der rujnschen Re- giernng aufgehoben und zerstreut worden. Viele dieser Russinnen sittd nun einfach nach Straßburg g>kommen, um hier ihre Studien fortzusetzen, und da sich schon jrüber einige solcher interessanter Zöglinge der Wissen» schäft hier befände», ergab eS sich, daß geg>uwärtig unsere eubt Die beträchtliche Zahl veu 163 russische» etubentinnen zählt. Doch ist Der hier dabei unge­haltene S-udiengang und bas öffentliche Leben von

schwunden, ja man Halle sogar unterlaffen, dem die französische Amdulance führenden Arzt das Wort für Die Richchmtfetnung seiner Paizenten abzun>h»e».

Der Ambulance war als AusladungSort der auf» .wfundenen Verwundete» St.-Die bezeichnet worden. Eine Verpflichtung hatten die Führer ter Expedition nchl übernommen; wenn sie die Verwundeten hier znrückgelasfen Härten, en st« sicherlich in preußi che G-san^enschast gerathen und va» »eilten sie um kei­nen Preis.

ES galt daher einen Versuch, die Verwundeten aus der Nähe deS Schlachtfeldes nach den weniger bedrohten Punkten im Süden FrankretchS zu bringen. AIS eS bereits zu dunkeln anfing, begann man damit, die Kranken in die Teaneportwagen zu bringen und nach wenigen Stunden schon bewegte sich der Zug aus Zaber» zu. AIS man tief in cer Nacht in die Nähe dieser Stadt kam, hatte Felice so recht Gelegen­heit den pmischen Schrecken zu beobachten, der in Folge der Niederlage Mac M.honS hier entstanden »ar. Alle nackt dem Gebirge führenden Wege wäre» m t Fliehenden bedeckt uno eS gehörte die ganze Um­sicht Der Ambulanteiühr.r dazu, in diesem schrecklichen Wirrwarr vorwärts zu kbmme». Nach Zabern selbst zu kommen, war ei» Ding der Unmö siichkeit, beim ootk sammelten sich, wie sie hörten, bie Reste des ge ichlagene» Mac Mahonichen Ko>ps. Man folgte deßhalb bem allgemeinen Zuge in das Gebirge.

Benno, ber sich natürlich ebenfalls in einem der Transportwagen befand, meikte von alle» dicfe» Vor» .rängen nichts, denn der große Schwächezustanb und daneben das bedeutende itiuurpeber hatte» ihn gänz­lich feiner Sinne beraubt- In Waffelone, welches matt am andern Tage erreichte, wuibeii bie Verwnn- vete» in Eisenbahnwagen Bei laben. Felice trennte sich von ber Ambulance und begleitete bie nach Sulz be»

Deutsches Keich.

,* Berlin, 12 Juli. Di« in den Zeitungen enthal- tenen Nachrichten über eine Eonferenz wegen Adschluff.« eine« allgemeinen für alle europäischen ©waten gültigen PostvertrageS beruhen bis auf bie Angabe, baß am 1. September zu Berit «in« derartige Eonferenz stattfi» dm soll, auf Permuthungm und Etfindungm. Der Sachverhalt ist folgender: Die deutsche Postverwaltung hat bei sämmtlichen Regierungen bett Vorschlag ge macht, daß eine Eonferenz zu dem angegebenen Zwecke m Bern abgehalten werben möge. Vorher hatte man sich hier darüber Gewißheit verschafft, baß bie eib genösstsche Regierung bie Sache i» bie Hand nehmen erde. Von dieser ist jetzt, wie vorausgesetzt wird, die formelle Ginlabung zur Beschickung der Conferetrz an bie Regierungen erlassen wviben. lieber biefee Stabium hmaus ist bie Sache noch nicht gebiehen. Die Angaben über bi« Höhe eines gemeinsamen gleich­mäßigen Porto« sind, ebenso wie alle übrigen Conjec turen, welche schweizerische Journalisten aus unbestimm- ten Andeutungen zustrmmenges.tzt haben. Erst die Eonferenz wird über die Höhe deS PoNoS und anbere GegenstSi'de bestimmen. In landwitlhschastlichen Ätetf.ti wird vielfach beklagt, daß bie cnglischeit Fabri I tunten landwirthjchaftllcher Masehine« ans einer Eon ferenz b schlossen habe», an den von ber General Äns- stellungs Eommtsnvn beftimmieu Concurreirz Akdeitrti lanbwtrthichastlicher Maschinen mit ihren Fabrikate» nicht Theil zu nehmen. Sie behaupten, es habe keine» Werth, die Arbeit einer landwiithschaftlichen Maschine auf dem von ber General AuSsteUungs-Directivn be stimmten beschränkten Terrain unb in- so kurzer Zeit milanzusehen, weil sich hierbei kein Urtheil über die Leistungsfähigkeit einer Maschine fällen lasse, auch nicht im Berg etch zu einer anderen Maschine, da ge­rade die weniger empsehlenSwerihe auf dem Terram und in der Zeit »>ehr leisten könne, als die bessere. Auch wären diese Arbeits - Versuche mit erheblichen Kosten verknüpft, da von England bie erforderlichen VeiuenrmgS Mannschaften von jedem einzelnm Fabri kanten entienbet werden müßten.

Hawuover, 12. Juli. DerHann. C " schreibt: Tie techniichen Vorarbeiten lür den würdigen Em

lefetbiiten Oceon statt. Donnerstag, 28. August, 3 Uhr Nachmittags, Eorsofahrt (mit Den Damen) nach Herrenhaufeu uno von da durch bie Eilenriede nach Dem Zoologischen Garten; später Besuch deS Tivoli. |!lm Fiettag, 29 August, Nachmittags, Eon ert und Kaff.e in Bella Vista, AbendS Festvorstellung im Theater unb später gesellige Vererntgung mit Tanz vergnügen im Odeott. Sonnabetrd, 30. August, findet Nachmittags das Festbankett im Odvon statt. Sonn­tag, 31. August, Ausflug nach Hameln und Pyrmont per Bahn und W-serdamplschiff.

Frankfurt a. M., 12 Juli. Vor ber bicS jährigen Naturiorscherversammlung, welche Ende Srp tember in Wiesbaden ftatifiucet, wirb hier in Frank furt eine Versammlung von Männern zusammeiilreten, roeldie sich theoretisch UND praktisch für bie öffentliche GefetnbheitSpflege intete firen, um auch für diese Fragen dahrn zu wirken, daß zu ihrer Förderung ein steter i Eongreß in'S Leben trete. Die Anregung war schon i ans ber letzten Natur lorscherverjammlung in Leipzig teschehen, Da eS sich heraus stellte, baß die Section für öffentliche Gesundheitspflege Der Naturforscherverjamm : luttg unzulänglich ist, wo es sich wie hier ja vor Allem auch um praktisch - technische und administrative

Tie Elsäff.imt.

, : .. i Naville von AnorS Hugo.

(Forti etzung.)

Felic» sah dw, daß sie mit Strenge Nichts aus zuricylen vermochte. In diesem Augenblicke fthc ihr auch, wie sie dacht«, ein g Ücklicher Gedanke durchs H.rr». Senno sprach gewandt französich, Uniform trug er nicht mehr, ein sönftiges Erk nnungszeichen konnte eS ja sonst auch nicht m.hr geben.

iinr jagt Euch denn, daß ber Daliegcnde ein Preuße ist er tr ägt ja feine Uniform*, sagte sie mit einem gewissen Triumph.

Er trägt eine Blechuiarkc auf ter Brust die Preußen haben alle solche.*

Felice faße schnell einen anderen Entschluß. Mit ber Scheere schnitt sie den Fake» entzwei uno wart die Marke auf die Seite. Dann gr ff sie in iyre Börse und drückte einem jeden ber Krankenträger ein Fünffnurkenstück in bie Hand.

Jetzt bitte ich Euch sckafft den armen Men schm »ach dem Schüitcnhof*, fi hte sie.

Die Krankenträger blickten sich einett Augenblick Verleger» an, dann griffen sie zu, unb schleppten, so gut es gehen wollte, Benno nach bem impeovrsiiten Lazareth. Felice begleitete sic.

Hier waren bereits fast alle Räume gelullt; nur eine kleine ©eitertlamnter mit einem kleinen Fensterchen war noch unbelegt. Felice ordnete sofort ein Lager von Str oh unb Decken, rief bann ben vielbeschäftigten Arzt herbei unb weihte diesen in das Geheimniß ein, wobei si» ihm bemerkte, daß der Deutsche ein naher Verwandter von ihm sei. Ter Arzt untersuchte die Vlunden unb verband sie

Haben Sie Hcffnung, Herr Doktor?*

Dre Blicke FeliceS hingen an ben Lippen des AczteS.

Kann noch Nicht» sag« ber Mann hat viel

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11* außer de« Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch bie Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22jSgr., durch btt Sar (erd. Bestellgebühr und ütd. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 8gr. InsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

* ' Simmtliche Annoneeu-Büreau» nehme« Inserate an.

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