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dargebracht einem Manne, von dem der Kaiser am 18. Januar 1871 an die Kaiserin mit den Worten belichtete:Bourbaki Hal nach dreitägiger Schlacht sich vor dem Wclderschen heldenmülhigen Widerstande zurückgezogen. Werder gebührt die höchste Anerkennung und seinen braven Truppen."

Ttrastburg, 7 Juli. Die Arbeiten an den neuen Befestigungen um Straßburg werden, wie man derK. Ztg." schreibt, auf das Eifrigste betrieben. Die auf dem linken Rheinufer auf dem Umzuge zwischen den Dörfern Reichstett und Lingolsheim liegenden sechs Forts, welche vor sich einen trockenen tiefen Graben haben, sollen schon so weit fertig gestellt sein, daß sie bereits jetzt zu einer energischen Vertheibigung zu gebrauchen sind. Im vorigen Monat haben an zwei auf einander folgende» Tagen durch das Gou­vernement Allarmirungen der hiesigen Garnison und die daran sich knüpfende Besetzung der Forts nebst Vorterrain zu Uebungszwecken stattgefunden, um die Truppen mit den neuen Verhältnissen bekannt zu machen. Gegenwärtig betreibt man den Bau der Ka­sernen, welche in die Rückseite der Forts unter einen deckenden Erdwall kommen und so die Besatzung vor einem etwaigen Bombardement schützen sollen. Die Forts bei Jllkirch, Station Graffenstaden und Wan genau, welche nasse Gräben erhalten, sind in diesem Jahre erst in Angriff genommen und demnach noch nicht so weit vorgeschritten, als die anderen älteren FortS. Jedenfolls aber wird mit Ablauf dieses Jahres die neue Stellung aus dem ganzen linken Rheinufer vertheidigungsfähig sein und auch auf dem rechten Ufer um Kehl herum sind die Stellen für drei weitere FortS bestimmt, sür welche mit dem Ankauf des dazu erforderlichen Terrains demnächst vorgegangen werden soll. Die im Mittelpunkt der drei''Gemeinden Kaiscrsberg, Ammerschwir und Kientzheim gelegene große und schöne Erziehungsanstalt der Dames du Satte - Coeur wird auf obrigkeitlichen Befehl am Schluffe des Schuljahres ihre Thätigkeit einstellen. Das Pensionat zählte oft über 100 Schülerinnen.

Ausland.

Wie», 7 Juli. Die Angelegenheit des Moni torsLeitha", welchem als einem Kriegsdampfer in Paffau die Weiterfahrt aus der Donau von Seite der bairischen Behörden verweigert wurde, ist durch die Abberufung des Fahrzeuges erledigt. Die öfter, reichische Regierung hat sich nachträglich formell mit der Bitte an die bairische Regierung gewandt, die Fortsetzung der Fahrt zu gestatten, die betreffende Er laubniß ist aber in München nicht ertheilt worden. Der Zwischenfall ist insofern nicht ohne Bedeutung, als durch denselben das erste entscheidende Präjudiz sür den Satz geschaffen wird, daß die durch die Acte publique du Danube eingeräumte Schifffahrlsfreiheit auf Kriegsfahrzeuge keine Anwendung findet. Den Lärm, welcher in einem Theilc der bairischen Lokal preffe gegen das Vorgehen Oesterreichs erhoben wurde, hat er indessen schwerlich verdient. DasN. W. Tagblatt" brachte die Nachricht, daß der Druck der bereits unter die Prcffe gegangenen zweiten vollstän­digen Ausgabe des osficiellen Generalkatalogs der Ausstellung seit drei Tagen sistirt sei. Diese Mit­theilung entbehrt, wie diePresse" erklärt, jeder Bc gründung. Der Katalog wird demnächst erscheinen; die Druckerei derPresse" hat auch in den letzten drei Tagen ununterbrochen, Tag und Nacht, auch gestern am Sonntage, den Druck des Katalogs, wel­cher bis zum 38. Bogen vollendet ist, fortgesetzt.

Prag, 8. Juli. Auf der süd-norddeutschen Ver­

bindungsbahn zwischen Eisenbrod und Semlin fand eine Entgleisung der Maschine und mehrerer Wagen des Perfonenzuges statt. Der Maschinenführer ist todt, mehrere Personen sind verwundet.

Bern, 9. Juli. Zufolge einer Anzeige des deut­schen Reichskanzleramtcs, daß sammtliche betreffenden Staaten die Abhaltung eines Congresses behufs Grün­dung eines eurcpäifch-nordamerikanischcn Postvereins vorgeschlagen hätten, hat der Bundesrath beschlosien, die definitive Einladung zum 1. September 1873 nach Bern zu erlassen.

Pari-, 8. Juli. Die Blätter stürzen sich jetzt aus den Schah, wie Fliegen auf den Honig.Jetzt", so doeirtRepublique Frontzaise",hat die wahre Hauptstadt Frankreichs einmal wieder das Gefühl ihrer Rolle im Lande gezeigt." Und nun entwickelt Gambetla's Organ die Rolle, die französischer Einfluß in Persien gespielt hat, zumal an dem Briefe, den Napoleon L 1805 an Feth-Ali schrieb:Drz wirst den Rathschlägen eines Krämervolkes mißtrauen, das in Indien mit dem Leben und den Kronen von Fürsten Schacher treibt, und Du wirst die Tapferkeit Deines Volkes den Einfällen entgegenstellen, die Rußland so oft auf den Thcil Deines Reiches wagt, der an sein Gebiet grenzt." Feth-Ali befolgte den Rath, mußte 1813 aber zur osfieiösen Vermittlung des Krämer­volkes seine Zuflucht nehmen, um dm Frieden von Gulistan zu erlangen, der dem Zaren sehr vortheilhaft war; 1828 mußte Persien dann drei Provinzen im Frieden von Turkmantschai an Rußland abtreten und 80 Millionen Rubel Kriegsentschädigung zahlen. Frank reichs Vermittelungen waren später so wenig glücklich wie damals, und man gesteht selber zu, daß sein Ein fluß in Persien jetzt auf dem Nullpunkte steht, aber das kommt bloß von der französischen Bescheidenheit, und ist hohe Zeit, eine Stellung wieder zu erobern, die Persien mehr als je Grund hat Frankreich zu gönnen, dennDeutschland will jetzt sich unserer Rolle bemächtigen". Ueberall Deutschland, es ist entsetzlich, selbst im Orient soll eS Licht und, Schatten zwischen Russen und Engläitdern machen. Auch dasUneverS" will von dem Besuche des Schahs profiriren, es ver langt, daß die Regierung den Aufenthalt des Schah nicht bloß zur Erneuerung des Handelsvertrages mit Frankreich benutze, sondern darin ausreichende Bürg schäften für die katholischen Missionen in Persien be dinge. AuchSiede" klagt, daß französische Diplo maten nicht die Borcheile, die erwartet wurden, aus dem Handelsverträge vom 12. Juli 1855 gezogen haben. Nun habe Deutschland in Petersburg einen Vertrag mit Persien erlangt, worin (Art. 18) Deutsch land sich bereit erkläre, auf Wunsch des Schah feine gute» Dienste zu leisten, wenn Persien in ein Zerwürs » mit einer anderen Macht gerathe. Die Franzosen finden es impertinent, daß Deutschland, wie Figura zeigt, unaufhörlich seinen Einfluß zu er.e eitern sucht; es sei dies einAvertissement", das nicht in dm Wind geschlagen werden dürfe. Wenn die guten Pariser etwas tiefer in die orientalischen Angelegen­heiten eingeweiht wären, so würden sie wissen, daß der König bet Könige jetzt an Macht so schwer wiegt, wie eine Zeit lang der Großmogul, nachdem die Dy­nastie der Katscharen durch Verwechselung ihrer ver meintlichen mit ihrer wirklichen Macht und Größe eine ganze Kette von Unheil und Verderben über das Land gebracht hat. Persien steht am Vorabend einer neuen Zeit. Wenn Rmter's Refvrmprojecte«auch nur zum Theil Wahrheit werden, so ist der Schah auf dem besten Wege, auch schließlich das Ende des Groß

mogulö zu nehmen. DerFigaro", der Ausbund aller Barbiere, widmet dem hohen Gaste einen in persischer Sprache abgesaßten Willkommensgruß und stößt dabei den reactionären Seufzer aus:Man sagt, Sie fühlten sich nach Paris hingezogen und daß im Verlause Ihrer Wanderungm das Bild der großen Stabt es ist, das am meisten Ihrem Geiste vorschwebt. Ach, Sie finden sie schwer betroffen, noch blutend an den Wunden des Bürgerkrieges und des Krieges mit dem Auslande; aber so wie Paris ist, wird es, um Sie zu empfangen, seine Narben und seinen Jammer vergessen, seine Festgewänder anlegen und sich mit Blumen bedecken. Unser einzige» Bedauern ist, daß Sie hier zu Ihrem Empfange nicht einen König, wie Sie, auf dem Throne feiner Väter finden." Also selbst die Anwesenheit des Schah« wird von Regierungs­blättern, und wenn's auch nur einFigaro" ist, be­nutzt, um Capital für die monarchische Restauration daraus zu schlagen.

9. Juli. Das amtliche Blatt zeigt an, daß 250 Millionen von der Kriegsentschädigung am 5. d. an Deutschland gezahlt worden sind, welche Summe das zweite Viertel der fünften Milliarde darftellt. -- Der Schah hat sich gestern nach Versailles begeben und Mae Mahon, sowie dem Präsidenten der National- Versammlung einen Besuch gemacht, den Park besehen und daS Tiner in der Spiegelgalerie eingenommen. Das Wetter war herrlich, die Volksmenge unermeßlich, der Empfang, der dem Perserherrscher in Versailles zux-Theil wurde, sehr sympathisch.

Rom, 7» Juli. Einstweilen will Minghettt mit feinem zustande' gebrachten Ministerium ver alten Rechten und dem rechten Zentrum den Karren weiter- schieben. Es ist ihm vor Allem gelungen, den Wider­stand BiSconti-Venosta's zu besiegen und den feinen, gewandten und schweigsamen Minister des Aeußeen aus dem früheren Cabinet in das neue hinüberzu­retten. Das wird schon für sich allein ein starkes Bindemittel für die bei der Abstimmung vom 28. v. M. getrennten Fraktionen fein. Minghetti selbst wird die Präsidentschaft und das Finaitzministerium über­nehmen, dieses letztere aber später wahrscheinlich mit einem reu zu schaffenden Ministerium deö Staats­schatzes vertauschen und die allgemeine Verwaltung des Staatshaushalts einem Andern überlassen. Kriegs­minister Ricotti wird bleiben, aus sachlichen Gründen, die bereits auseinandergesetzt worden sind. Lanza'« Nachfolger im Ministerium des Innern wird ter Senator Girolamo Cantelli jein. Dieser hat dasselbe Portefeuille bereits einmal unter Menabrea gehabt und ist als ein Mann von Charakter und festen Grundsätzen bekannt, de Vineenzi, der wenig berühmte Minister der öffentlichen Arbeiten, wird im früheren Patrioten und jetzigen Depulirten Silvio Spaventa, Neapolitaner und unpopulärer Polizeiminister zu Neapel im Jahre 1831, eine energische und arbeits­kräftige Persönlichkeit zum Nachfolger erhalten. Ob die D'putirtcn Süditaliens glücklich sind, auf diese Art tritt dem kleinsten aller Portefeuilles abgespeist zu sein, kann man nicht wissen, jedenfalls ist dieser Ressort für ihre Provinzen der allerwichtigste. Senator Vigttani, bis jetzt Präsident des Florentiner Cassa- lionshofeS und Freund Lanza's, ober im Uebrigen ein Manu von umgänglichen Manieren und fließender Suada, ist zum Siegelbewahrer auSersihen. Für den öffentlichen Unterricht hofft man Scialoja im Amt« zu behalten. Offen ist noch die Frage, wer Minister der Marine fein soll. Während Fansulla der Madonna der Schiffbrüchigen eine Wachskerze von 3 Metern

Zähre vermischte sich mit den von der Stirn perlenden Schweißtropfen, als er abstieg, das Pferd am Zügel nahm und es nach der Stadt führte.

Die Worte des Reiters wirkten mit Zaubergewalt auf die Umstehenden, denn nach einigen Minuten waren die Bewohner Hagenau's verschwunden.

Es trat eine kurze 'Pause ein.

Wenn mich nicht Alles trügt," sagte jetzt der Arzt, ,fo ist Frankreich verloren. Es wollte den Krieg über den Rhein hinnbertragen und der Preuße weist ihn von seinem Boden ab und wirst die Kriegs­furie auf unser Land. Deutschland ist einig. Baiern, Schwaben, Badenser, Hannoveraner und Alle die Uebrigen kämpfen mit den Preußen. Großer Gott, wie wird das enden?"

Der Arzt hatte kaum geendet, als wieder ein Feld genbarm dahersprengte.

Wie ftehtS?" rief der Arzt dem Herangaloppi- renben zu.

Die Preußen sind mir auf den Fersen!" war die flüchtige Antwort.

Können wir mit der Ambulance auf dem Wege nach Wörth sortkommen?"

Kein Gedanke die Straße ist mit Fliehenden bedeckt."

Dann müssen wir nach Reichshofen zu!" wandte sich der Arzt an Felice.

Diese hatte eine schreckliche Unruhe erfaßt. Sie drängte zum Fortkommen.

Der Zug setzte sich in Bewegung und schlug den Weg nach Reichshosen ein.

Wenn auch nicht in dieser Ausdehnung und Stärke wie auf dem Wege von Wörth nach Hagenau, so doch in noch immer beträchtlicher Anzahl, eilten fliehende Soldaten an ihnen vorüber.

Kürassiere, Lanziers, Husaren, Feldgendarmen, Artilleristen auf abgeschnittenen Zugpferden, Infante­risten auf Hujarenpserden, Alles im bunten Gemisch, bot sich der Beobachtung. Mitunter wurde der Schwarm der Fliehenden jo stark, daß die Wagen des Zuges halten mußte». Durch diese Umstände konnte die Am- bulance erst spät in der Nacht bei Reichshofen ein- treffen. Ter Schürtenhof, ein großes, verlassenes Gut, wurde als Station für die Ambulance bezeichnet und man ging sogleich an das Werk.

Von dem Schürtenhof auswärts zieht sich eine tiefe, breite Thalschlucht In ihr lagen massenweise die Tobten ober mit dem Tode Ringenden. Sie wurden durch die Krankenträger fortwährend nach der Station gebracht und hier von dem Arzte, so gut eS ging, mit dem ersten und nothwendigsten Verband versehe».

Die Feldflasche auf der einen Seite, auf der an­deren eine Tasche mit Scheeren, Messern und Ver­bandzeug eilte Felice Manteau mit einem der Kran­kenträger von einem der Daliegenden zu dem Andern, hier labend, dort Schmerzen mtlbehtb.

Im Osten graute der Tag, als sie über den Landsberg nach Elsaßhanjen hinüberschritt. Eine Strecke weit fanden sich keine Verwundeten vor; als sie jedoch mit den nachgekommenen Krankenträgern an das Hopfenfeld kamen, an dem. gestern der Kampf so fürchterlich gewüthet hatte, da überlief sie ein ei«1 kalter Schauer, denn hier lagen die Verwundeten und Verstümmelten am zahlreichsten.

Hier find auch schon Marodeurs gewesen!" ries jetzt einer der Krankenträger, als sie bei den ersten Tobten und Verwundeten wieder anlangten und diese meist entkleidet und beraubt am Boden liegen sahen-

Marodeurs?" fragte Felice.Wohl von den Preußen?"

Nein, das sind Franzosen gewesen," antwortete ihr dieser.Die preußischen Soldaten können nicht raube» und plündern, denn diese sind ja jetzt noch engagirt oder ruhen nach den ungeheuren Strapaze« und preußische Einwohner können dem Heere nicht folgen, auch find diese ja ganz und gar nicht mit de» Oertlichkeiten hier vertraut. Forts, in b. Sonntags-Nr)