Einzelbild herunterladen
 
  

öffentlich! die Ernennung von 4 Präfecten und 36 Unterpräfecten. — Der Präfect von Lyon hat die Statue der Republik aus dem Sitzungssaale der ge­nannten Stadt hinwegnehmen lassen.

Versailles, 2. Juli. Dufaure zeigte gestern Nachmittag dem Justizminister osficiell an, daß er heute beantragen würde, die constitutionellen Gesetz­entwürfe zur Berathung an die Bureaux zu ver­weisen.

Rom, 2. Juli. Nach einem der „Agencia Ste- fatii" aus Florenz zugegangenen Telegramm ist Ge­neral Ricotti heute früh vom Könige in Anwesenheit MinghettiS empfangen worden, um die Ziffer der Militärausgaben festzustellen. — Maurogonato hat das Finanzportcfeuille aus Familienrücksichten aus­geschlagen. „Nuova Roma" will wissen, daß dasselbe nunmehr dem Grafen Cambray-Digny angeboten ist, welcher einige Bedingungen gestellt haben soll. 1 „Jta- lie" berichtet, daß der König Cambray-Digny und Peruzzi berufen hat, um über die Lage zu berathen. „Diritio" glaubt, der König dringe auf ein Einver- ständniß zwischen Minghetti und Depretis bei der Cabinetsbildung.

Madrid, 30. Juni. In der amtlichen „Gaceta" von Madrid macht die Verwaltung der Staalsschulden bekannt, daß der Julicoupon der Staatsschuld zwar vom 1. Juli ab eingereicht werden könne, daß aber die Art und der Zeitpunkt der Einlösung desselben seiner Zeit noch bekauni gemacht werden würde. — Zu Sevilla ist am 27. d. M. der Belagerungszustand verkündet worden in Folge der drohenden Haltung der Freiwilligen. Man befürchtet Zusammenstöße zwischen dem Volke und den Truppen. — Wie bald die Befürchtungen, welche man wegen der Haltung der Linken gegen die neue Regierung hegen mußte, sich verwirklichen sollten, zeigte sich schon gleich vorgestern, als Pi seine Collegen den Cortes vorstellte. Die Un versöhnlichen nahmen sofort die beiden Minister, die aus ihren Reihen in das Cabinet eingetreten waren, aber schon vor einigen Tagen mit der Regierung ge­stimmt hatten, auf's Korn; der hauptsächliche Jnqui rirte, der jetzige Colonial-Minister Sunner y Capde- vila, that nun in der Selbstverlheidigung ein klebriges und sprach sich so sehr im Sinne der Linken aus, daß er den lauten Beifall der letzteren erhielt, dagegen mit denselben Erklärungen seinen ministeriellen Collegen so großen Anstoß gab, daß das Wort Krisis wieder von Mund zu Munde geht. Schlimmer als das: die öffentliche Ruhe hängt wieder an einem Haare. Die Unversöhnlichen beschränken sich nicht darauf, ihre Unzufriedenheit über die neue Regierung in der Kam­mer kundzugeben, sie verpflanzen die Aufregung auf die Straße. Wieder erscheinen die bewaffneten Banden, und die Freiwilligen drohen offen mit Gewalt. In einer heute abgehaltenen Versammlung haben die Frei­willigen Officiere beschlossen, der Regierung nur noch eine Woche Zeit zu lassen, aber nur so lange sich ruhig zu verhalten. Inzwischen suchte die Regierung Maßregeln der Nothwehr zu treffen; die Truppen sind stets marschbereit, die Garnison hat aus den Provinzen Cavallerie und Infanterie zur Verstärkung an sich gezogen, und es soll wirklich mit Energie jenem Aufruhr begegnet werden. Das reizt die men Krischen Geister der Linken nur noch mehr. Heute Abend wimmelt es in den Straßen wieder von Be­waffneten, welche den Ruf ausstoßen: Nieder mit der Armee! und man hört wiederholt Schüsse fallen. Es wäre nicht zu verwundern, wenn die Regierung, in dem Bewußtsein, wie wenig sie sich am Ende aus die Truppen verlassen kann, einen schwächlichen Rückzug anträte, gerade» wie sic aus Sevilla vor den Drohungen der Menge die Truppen hat abmarschiren lassen.

Lissabon, 1. Juli. Eine portugiesische Kriegs corvette wird nach Cadix abgehen. — Eine liberale Deputation von Oporto ist auf dem Wege hierher, welche bei der Regierung Schritte gegen die Behörden Hfl" will, die am 29. Juni einige Leute wegen Hoch- ruscus auf die Freiheit bei der Feier zu Ehren des Papstes verhaftet hatten. — Zorilla ist hier ange­kommen.

Kopenhagen, 30. Juni. Die Volks- und Parteiversammlungen scheinen auch in der politischen Ferienzeit nicht abreißen zu sollen. Nachdem die Reichstagsabgeordneten bisher einzeln vor ihren Wäh Krn Rechenschaft abgelegt haben, wird nach Ptovin zialbläitern um die Mitte des Juli zu Odensee ein «rohes Redetournier zwischen mehreren Häuptern der National- und der Bauern oder. Volkspartei abgehalten werden. Von Seiten der „Bauernfreunde" werden u. A. die Schullehrer Berg und Boysen und der be- tamte I. A. Hansen erscheinen, von nationalliberaler Eeiie in erster Linie der bekannte Reichstagödeputirte und Publicift C. St. Bille.

Ministerium des Auswärtigen die Mittheilung gemacht, daß die Ratifikationen des am 27. v. M. zwischen Dänemark und Schweden abgeschlossenen Münzver­trages am 21. d. in Kopenhagen ausgewcchselt worden sind. Ungefähr gleichzeitig damit sind jetzt zwei schon am Ende des Vorigen Monats vom König bestätigte Münzgesetze von eingreifender Bedeutung — die letzten Glieder in der Kette von Regierungsmaßnahmen — erlassen worden. In dem einen wird die Reichsmünze in Uebereinftimmung mit dem Münzverlrage bestimmt; und zwar sind die hauptsächlichsten Anordnungen darin: daß die Rechnuugseinheit „Krone" anstatt Reichsthaler heißen und, (wie dieser) in 100 Ocre zerfallen soll; daß in Gold zwei Hauptmünzen, die eine zu 10, die andere zu 20 Kronen, zu Scheide münzen aber theils mit Kupfer legirtes Silber, theils Bronce in bestimmten Stücken von 1 Krone bis zu 1 Oere herab geprägt werden soll; daß man im Münzwerke des Reiches stets Goldmünzen, nicht aber Scheidemünzen geprägt erhalten kann, und daß Gold­münzen gesetzliches Zahlungsmittel bei der Staatskasse zu sein aufhören, wenn sie durch Abnutzung mehr als 2 pCt., und im Privatverkehr, wenn sie mehr als 1/2 pCt. des gesetzlichen Gewichtes verloren haben. Das andere Gesetz betrifft den Uebergang zu der neuen Münze; in demselben ist das Hauptsächlichste, daß vom 1. Januar 1872 an alle öffentlichen Rechnungen nach dem neuen Münzsystem geführt werden, und daß, so bald tote der Münzvertrag ratistcirt ist, die in Uebereinstimmung mit denselben geschlagenen dänischen Münzen ganz ebenso wie die schwedischen gesetzliches Zahlungsmittel in Schweden sind.

Konstantinopel, 30. Juni. Dem Levanv He- ralo zufolge hat der Sultan am Samstag dem Khe- dive in einer Audienz einen neuen Beweis seiner Achtung dadurch gegeben, daß er ihn gebeten, künftig zum Eintritt in den Palast sich des den Sonverainen und den Vertretern der fremden Mächten vorbchaltenen Thores zu bedienen, statt durch die Thür zu gehen, durch welche die türkischen Minister eintreten. — Ter neue Botschafter Herr,v. Eichmann ist hier eingetroffen.

New-Uork, 2. Juli. Nach hier eingetroffenen Nachrichten ist auch in St. Louis die Cholera ausge­brochen. Doch ist sie in Nashville in der Abnahme begriffen. — Nach Berichten aus der Havannah ist ein Aufruf in föderalistischem Sinne verbreitet worden, welcher die Parteien zur Einigung mahnt, die Aus­rührer zur Einstellung des Bürgerkrieges und zur Annahme der Republik auffordert.

BermtschteS.

Mainz, 24. Juni. Trebur war gestern Zeuge eines sonst seltenen, aber, wie es scheint, in diesem Jahre nicht vereinzelt dastehenden Phänomens. Gegen halb 12 Uhr Mittags sahen gestern die dortigen Einwohner einen weißen Wolkenstretsen, der sich aus dem Rheine zu erheben schien mit großer Schnelligkeit aus ihre Gemarkungen hinbewegen. Eme dichte Luftsäule von der Dicke eines Ofenrohres Anfang, wie ein Augenzeuge sagt, dann stärker und stärker werdend, bewegte sich unter furchtbarem Sausen und donnerähnlichem Getöse über den Boden hin, wobei sie einen weißen Dampf ausstieß, als ob etwas brenne. Man glaubte sogar, es brenne im Orte Sie nahm ihren Weg über die Gemarkung wo sie an hundert Bäume entwurzelte, entästete oder mitten abdrehte. In der Schwarzbach über welche die Windhose fortging, wurde das Wasier hoch empor gerisien, auf Kar­toffelnäckern , über welche dieselbe ihren Weg nahm, waren die Pflanzen schwarz geworden. Die ganze Erscheinung währte etwa eine halbe Stunde.

Lerloosuugeu.

Braunschw i->er Prämien-Anleihe. Braun­schweig, 30. Jun Bei der heutigen Rummernziebung zu dem Prämien - An! lhen von 10,000,000 Thalern fiel auf Serie 2660 No 27 ein Gewinn von 2000, auf Serie 3188 No. 35 ein Gewinn von 5000, auf Serie 5243 No. 43 ein Gewinn von 600 und auf Serie 7914 No 6 ein Gewinn von 20,000 Thalern.

Meininger 7-fl.-Loose. Serien-Ziehungamt.Juli. Serien-Nr. 39 578 606 745 1044 2057 2271 2423 3786 4459 4672 4695 5447 7546 7984 8370 8389 9027 9249 9460.

Hamburger Staats-Prämien-Anleihe vom tiahre 18 46. Serien-Ziehung am 1. Juli. Serien-Nr. 99 145 192 210 232 319 389 393 402 413 434 513 517 5.31 549 570 589 620 660 812 893 987 995 .1008 1074 1102 1109 1163 1178 1184 1185 1325 1352 1462 1509 1532 1552 1573 1608 1652 1695 1717 1725 1826 1837 1880.

Wien, 1. Juli. Bei der heutigen Serien-Ziehung der Oesterreichlschen 250-fl.-Loose von 1854 wurden folgende Serien gezogen: 143 506 602 856 1022 1086 >102 1117 1211 1338 1721 1950 2197 2281 2282 2346 2365 2462 2768 2779 2862 3219 3265 3403 3516 3691 3699 3882.

Bukarester Prämien-Anleihe. Ziehung am 1. Juli. Hauptpreise: Serie 1972 Nr. 77 75,000 Fr., S. 2388 Nr- 72, 15,000 Fr. S- 4160 Nr. 83 5000 Fr. Außerdem wurden folgende Serien gezogen: 252 397 412 725 765

1108 1923 1972 2388 2446 2629 2656 2906 3009 3209

3338 3570 4030 4160 4257 4610 4721 4858 4924 4979

6017 6420 6527 6831 7190 7325 7445 7463

.„oAtneV“nct 2°°fe- Ziehung vom30.Juni. Serie •030 No. 14. 14 Lire 100,000, Serie 3155 No- 11 Lire

Stockholm, 28. Juni. Der schwedisch-nor- 1WV ^gische Gesandte in Kopenhagen hat dem hiesigen |2000.

j Telegraphische Depeschen der Ober, hessischer» Zeitung.

Wien, 2. Juli. Die Königin von Würtemberg ist Begleitung der Grcßfürstin Vera von Rußland zum Besuch der Weltausstellung heute hier einge- troffen. Der Kaiser, die Kaiserin, die Erzherzoge und Erzherzogin Chlotilde empfingen am Bahnhofe die Königin, welche in der Hosburg abgestiegen ist.

Pest, 2. Juli. In der Sitzung des Unterhauses beantwortete der Finanzminister die Interpellation Tarnoczy's in der Bankfrage dahin, daß er die so­fortige Errichtung einer ungarischen Zettelbank sowie eine Emission von Staatsnoten für unthunlich finde. Hinsichtlich einer Interpellation Czernatonys, weshalb die Deputationen bei ungarischen Geldinstitute sich an den österreichischen Finanzminister gewendet hätten, sagte Kerkapolyi, daß dieses mit seiner Zustimmung geschehen sei und wisse er für die Intervention dem österreichischen Minister Dank.

Bern, 2. Juli. Die erste in Luzern abgehaltene Generalversammlung der Gotthardtbahn-Actionäre hat einstimmig den vorgelegten Geschäftsbericht genehmigt.

Versailles, 2. Juli. In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung, welcher Thiels nicht an­wohnte, wurde von Dufaure der Antrag eingebracht, die constitutionellen Gesetzentwürfe, welche auf den Befehl der Kammer vorgelegt seien, an die Bureaux zu verweisen. Der Antragsteller erinnerte an die Er­klärungen der Mitglieder der Majorität, des Herzogs von Broglie und der Botschaft Mac Mahons, indem er ausrief: „Diese Gesetzentwürfe werden gepiüft wer den, sie sollten es jetzt werden, sie sind ein so natio­nales wie dauerhaftes Werk." Leurent (vom rechten Centrum) sprach gegen den Antrag. Das Land, sagte er, beschäftige sich nicht mit Politik, sondern wolle arbeiten. Indem man die Gesetze zur Prüfung stellte, würde man cs in seiner Sicherheit und in seinen Geschäflen stören. Gehen wir unsere Wähler aufs suchen, und wir werden ihre Gesinnungen gründlicher kennen lernen. Redner beantragte, die Kammer möge beschließen, daß sie, im nächsten Monat zurückgekehrt, eine mit der Prüfung der Gesetzentwürfe zu betrauende Commission ernennen werde. Gambetta bestritt die Befugniß der Nationalversammlung, Gesetze constitutiven Charakters zu schaffen und forderte, daß die Versamm­lung sich auflöse. Ihm gegenüber bemerkte der Herzog von Broglie: Die Kammer habe nicht die Erlaubniß Gambettas nöthig gehabt, um ins Leben zu treten, sie habe sie nicht nöthig um zu Leben. Die Regierung erhebe Übrigens keinen Widerspruch dagegen, daß die Gesetze geprüft würden, doch schienen ihm die von Lcurent entwickelten Ansichlen eine richtigere Würdigung der Lage darzustellen. Die Regierung, welche das Vertrauen der Majorität besitze, trage die Last der Gewalt, ohne davon erdrückt zu werden. Nachdem noch Leon Say (vom linken Centrum) den Antrag Dufaures befürwortet, wird zur Abstimmung geschritten und der Antrag Leurent angenommen.

Haag, 2. Juli. In Beantwortung einer Inter­pellation über den Atchinkrieg erklärte der Colonial­minister in der zweiten Kammer: Zwischen den krieg, führenden Theilen seien keine Unterhandlungen im Gange, wahrsücinlich würden jedoch die befreunbeten benachbarten Radjechs ben Sultan von Ätchin zur Anknüpfung von Unterhandlunge, zu bewegen suchen. Wenn ein ehrenvoller Friebensabschluß möglich sei, werbe bas indische Gouvernement zur Ersparung von weiterem Blutvergießen bazu bereit sein, inbcsscn die Vorbereitungen für eine zweite Expedition fortsetzen. Daß der Friede bereits geschlossen sei, wie von Cal- cutta aus gemeldet, sei der Regierung nicht bekannt; Friedensbedingungen, wie sie die betreffende Nachricht angiebt, werde die Regierung nie zustimmen, s

Telegraphische Cours- und Marktberichte.

iytaiilfurt a. M., 3. Juli. (Schluß-Eourse,. Staatsbahn -Actien 349Z, Elisabeth 2221, Galizier 2214 Lombarden NXtz, Nordwestbahn 216j, Stcbilactten 242 Silberrente 65z, 'Papierrente —, 18«0r Lome 924, National bank 1025, Spanier 18z, 1882r Amerikaner —.

Berlin, 3 Juli. (Anfangscourse-. Ereditactieu 139, Staatsbahn 200, Lombarden 114, Amerik. 97^.

.Kassel, 1. Juli. Am heutigen zweiten Wollmarkttage wahrend welchem weiter ca. 300 Gentner Wolle zugeführt ttaten, wurde der allergrößte Theil der aufgstapelten Wolle verkauft. Die Preise waren jedoch durchschnittlich pro Ctr. um 2 bis 3 Thlr geringer, als die gestrigen. Weitere Zufuhren von Belang sind nicht zu erwarten.

Aecht kölnisches Wasser

von Iran Maria Fariaa.

Meine ausschließliche Niederlage davon auf der Expe­dition der vberhessischcu Zeitung in Marburg empfehle ich zu folgenden Preisen: pr. Dutzend Flaschen 4J Thlr. pr. halbes Dutzend 2 Thlr. 10Sgr. und pr. Flasche 12z Sgr' 153) Johann Maria Fariua in Köln.