regelung beimißt, findet ihre Begründung in der Allgemeinen StLdteordnung.
Straßburg, 28. Juni. Die heute erschienene Eröffuungönummer des „Elsässer Journals", bringt einen Programm Artikel, welcher „Elsaß zwischen Frankreich und Deutschland" betitelt ist. Derselbe führt aus, daß das „Elsäsier Journal" seine Stimme zu Gunsten der elsäsfischm Interessen, seiner Wünsche und Traditionen erheben »olle; dasselbe werde streng die Lurch den Cesfionsvertrag von 1871 gezogenen Linien innehalten. Innerhalb dieser G nzen werde sich das Journal >ber bemühen', dre Lage zu klären und so Reibungen und Zusammenstößen vorzubeugen, die nur sehr selten Märtyrer schafften, wohl aber Opfer forderten. Der Leiter de« Journal» würde, wenn das in einem wahnsinnigen Kriege siegende Frankreich das linke Rheinufcr anncctirt hätte, in gleicher Weise die französische Regierung zur Schonung und Respectirung der Sitten, Gebräuche und Erin , nerungen aufgefordert haben. ;<ici
Kallen. ::v-?hb£\.!^
Wien, 29. Juni. Das Aushilfscomito macht bekannt, daß die Belehnung tipn Waaren ultimo dieses Monats beginnen wird. Zinsfuß von 8 Procent, Deckung durch Waaren und dreimonatliches Accept sind die zu erfüllenden Bedingungen. Das Comits hat weit über 5 Millionen in Escompte und Lombard verwenden können. — Die Generalversammlung der ungarischen Ostbahn hat alle Anträge ceS Verwattungsrathes, darunter die Sistirung der Zahlung des Actiencoupons, angenommen. Der Prioritätencoupon wird bezahlt. — Die Versammlung der Gläubiger der österreichischen Industriebau! hat die außerordentliche Liquidation beschlossen. — Die Hypothekenbank liberirt Aktien und reducirt die geforderte Einzahlung auf die Hälfte. — Der „Reuen freien Presse" zufolge sollen die Verhandlungen betreffs der Organisation der Börsenjustiz und Einführung eines zweitägigen Arrangements im besten Zuge sein, — Nach gut unterrichteter Quelle ist das Concessionsge- such der Disconto- und Handelsgesellschaft, welche 7 Banken vereinigen sollte, aus formellen Gründen zurückgewiesen. — Die Nationalbank zahlt am 1. Juli 30 ft. Dividende. — Der Dividenden Coupon, von der Baubank wird bestimmt als Einzahlung verwendet. — Die Handelsbank wird im Juli ihre Bilance veröffentlichen und die Generalversammlung über die Dividendenzahlung definitiv entscheiden lassen. rr
P-st, 27. Juni. Der Deakclub beschloß, morgen im Abgeordnetenhaus« die Antwort der Regierung in der Angelegenheit des Rosenquer Bischofs gutzuheiße» und die Einsetzung einer Commission zu beantragen, welche das Verhaltniß zwischen Staat und Kirche regeln soll. —. Die kroatische Regnicolardeputation acceptirte auch bezüglich des letzten Dificrenzpunktes die Anträge der ungarischen Regnicolardeputation. Sonntag findet die Schlußsitzung der ersteren statt — Dem „Pester Lloyd" zufolge ist zwischen Oester reich und der Pforte ein Prälimiyarvertrag betreffs der Regelung des eisernen Thores und des Anschlusses der rumänischen an die österreichischen Bahnen abgeschlossen und unterzeichnet worden,
— 28. Juni. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde in der Debatte über das Vorgehen des Ministers gegen den Bischof von Rosenau wegen der Verkündigung de« Jnfallibilitäts - Dogma«
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In den Holzgingen deS Waldes raschelte eS in unmittelbarer Nähe. ;• . >h;
„Hierher — hierher!" krächzte jetzt auch die Stimme deS „Schwarzen", wie der Förster ganz deut lich zu unterscheiden vermochte.
„Ich sterbe — schlagt dm Hund tobt!" brüllte gleichzeitig der nur wenige Schritte vor ihm jedenfalls unter den entsetzlichsten Schmerzen sich Windende.
Die herkulische Gestalt des Schwarzen hob sich jetzt aus dem Dunkel heraus und stürzte Mit den Worten: „Das war Dein letzter Schuß!" auf den Förster zu. Dieser hob den Kolben hoch und ließ ihn, wie er glaubte, aus den Kopf des gegen ihn Heran- stürmcnden nicderfallen; allein der Wilddieb bog zur Seite aus, so daß die Büchse zwecklos daS Moos am Bodm aufwühlte. Ehe er zum zweiten Schlage ausholen konnte, das wußte der Förster, mußten ihn bereits die sehnigen Fäuste des wegen seiner bedeutenden Körperstärke bekannten, unter dem Namen „Schwarzer" allgemein gefürchteten Wilddiebe« gepackt haben. Er sprang deshalb einige Schritte rückwärts, um Zeit zu gewinnen, die Büchse noch einmal zum verderblichen Schlage schwingen zu können.
ES wäre ihm vielleicht möglich gewesen, den ihm an Körperkraft bedeutend überlegenen Feind mit der Waffe niederzustrecken, aber was sollte er gegen die jetzt immer näher und näher kommenden Genoffen der Wilddiebe auSrichten? Dieser Gedanke trat in seiner ganzen Schrecklichkeit an ihn heran. , ' .
von Seiten Deak's unter allseitigcm Beifall das libe rate Programm der Deakpartei in kirchenpolitischer Beziehung entwickelt. Deak befürwortete den Antrag des Ministers zur Entsendung einer Commission behufs Einreichung von Vorschlägen zur Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche. Motttag wird die Debatte fortgesetzt.
Pari-, 28. Juni. Gestern gingen 150 Millionen iy Wechseln nach Deutschland zur Zahlu.g auf die nächsten 250 Mllionen ab. Der Rest in Gold ist in Nancy. Der hiesige päpstliche Nunciüs geht am 1. Juli nach Rom. Soleil beklagt sich über die großartig« bonapartistische Propaganda in der Provinz, tte mit bonapartistischen Flugschriften überschwemmt werde. Der Präfect von Lyon-hat besohlen, daß Leichenzüge ohne besondere Erlaubniß aus nicht mehr als 300 Personen bestehen und keine Reden an den Gräbern gehalten werden dürfen. Dieser Präfect will auch vier Zeitungen unterdrücken. Die, welche .geschont werden, dürfen nur Abonnenten haben und müssen Namen und Adreffen der Abonnenten bei der Polizei angeben. Unter der lyoner Bourgeoisie erregt Das gewaltsame Auftreten der Behörden große Befürchtungen; alle Geschäfte stehen still. Neber hundert Deputirte wallfahren heute nach Para^le-Monial und nehmen eine Fahne mit, die unter den übrigen als Das Banner der katholischen Nationalversammlung figuriren soll. Eben so werden heute von Lyon etwa 1500 Pilger dahin aufbrechen und aus der Diözese von Tours soll ein Exlrazug die Wallfahrter befördern. An der Spitze der Katholiken der Touraine werden ‘bet Erzbischof von Tours und der Bischof von Ba-, silite stehen, begleitet von einer Legion von Domherren, Generalvicaren, Priestern und Seminaristen. Trotz ■bei großen Erfolge von Paray-le-Monial, die noch täglich wachsen., wird morgen eine zweite große Pilgerfahrt nach dem AndachtSorte vom Nolre Dame-du- Laus in der Diözese von Gap beginnen. Dieselbe soll nur vier Tage dauern, vom 27. Juni bis zum 2. Juli. Fünf, Tage später — nämlich am 7-. Juli — fangen die Pilgerzüge nach Amettes zu Ehren des h. Benoit Laber an. Dieses klerikale Fest soll vom Bischof Lequeue geleitet werden. . Die Bischöfe von PimogeS, von Bourges, von Cambrai, haben ihre 'Mitwirkung versprochen, um recht viele Leute auf die Beine zu bringen. Da aber in den nördlichen Theilen des Landes der Eifer der Bevölkerung für diese Wall führten nicht sehr groß ist, so wird die Kohlenberg- werksgesellschaft von Ferfay die Pilger gratis befördern — Das officielle Blatt bringt heute eine lange Reihe von Ernennungen in dem Gerichtspersonale und die Ernennung des Generals de Ciffey zum Obercommando in Tours. Da de Ciffey Deputirter ist, so erhält er sein Commando gegen das Gesetz tust dem Zusatze „in zeitweiliger Mission".
— Der Moniteur bringt folgendes Schreiben aus Belfort vom 27. Juni: „Seit dem 17. Juni haben die deutschen Truppen mit dem Fortschaffeu des Kriegs- geräthes begonnen. Der Anfang wurde mit unseren Kanonen, Lafetten, Bomben, Kugeln u. s. w. gemacht. Wir sehen mit Trauer, daß unsere Artillerie fortge- schleppt wird, denn diese Kanonen, diese Belagerungsgeschütze haben wir immer aus den Feind abgefeuert; es scheint, daß sie einen großen Theil deS französischen Ruhmes mit fortnehmen. Die Preußen nehmen Alles mit, das geringste Stück Holz, die Balken, die Schanz-
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„Wo seid Ihr?" ruft eine Stimm« aus dem letzten Holzgange.
„Hier — hier!" antwortete die Stentorstimme de« Schwarzen. „Hierher Freunde! — Der Förster hat den Langmüller erschossen! — Schießt ihn auch nieder, wje einen tollen Hund! —* ....
Der Schwarze weicht einen Schritt zurück, als er di« gehobene und drohende Waffe in der Hand des Gegners, gewahrt, die jetzt wohl sicherer ihr Ziel erreichen dürste. Keuchend und schnaubend arbeitet sich eine Gestalt hinter dem Förster durch das Brombeergesträuch verzweifelnd wirft er den Blick rückwärts und gewahrt —t die glühenden Augen feines Jagdhunde». Seiner Brust entringt sich ein tiefer Seufzer.
„Faß, Diana, faß!" pressen s«ne Lippen hervor.
„Hülfe! Hülfe!" schreit der von btm wütheuden Thiere gepackte Wilddieb.
Aus dem Dickicht brechen dunkle Gestalten. Der Förster schätzt sie auf mindestens sechs. Noch einen Blick auf das Thier, welches seinen Gegner, wie es scheint an der Gurgel gefaßt hat, und dann begann die Flucht. . .h._u. .$,< ... : .tv,':;
Was schadet «s, daß die schmucke grüne Pikesche in Fetzen an den Dornen und dem Gebüsche hängen bleibt? Was thul es, daß da« Blut aus den ebenfalls von den Reisern und Dornen zerfleichten Händen und von dem zerrissenen Gesicht spritzt? Es gilt das Leben zu retten.
körbe, sogar die Steine, die zu ihren Festungsbauten gedient haben. Eine merkwürdige Einzelheit: Alle Welt kennt die famose Katherine, das große Geschütz, welches 1815 den Verbündeten und 1871 den Preußen so arg mitspielte und das sich teer Her Citadelle befand. Dieses Geschütz wurde por der Äebergabe von einigen Personen bei Seite geschafft. Am Tage der Befreiung wird es ausgegrabey werden und unsere tapferen Soldaten begrüßen. Für da« Fest, welches nach dem Abmarsche der Deutschen Statt findet, erwartet man 40,000 Elsässer. Im Elsaß hat man alle Vorbereitungen getroffen." - D- .
Rom, 28. ,3unL Der König hat sich wegen eines leichten Unwohlseins nach Bad Valdiere begeben. — „Opmione" bestätigt, daß Minghetti mit der R«u- bildung des Cabinets betraut ifb DaS Blatt glaubt, Rigotti werde Kriegsminister blechen, um. die Armee revrganisation zu vollenden. — Ein Cücular des HandelsministerS erlegt den Actiengesellschafte», welche «ine Concession nachsuchen, strengere Vergpflichtungen auf und verordnet, daß die Aktiengesellschaften die ohne Ermächtigung der Regierung ausgegebenen Scheine zurückziehen. 3;;.: i
Madrid, 29 Juni. Einer Meldung der „Agence Havas" zufolge hat Pi y Margall das Ministerium, in welchem er selber die Präsidentschaft und das Res- fort des Innern übernimmt, folgendermaßen zusammengesetzt: Maisonnave Auswärtiges, Gonzales Enlogio Krieg, Gil Berges Justiz, Carbajal Finanzen, Aurich Manne, Costale« Fomenlo (Handel und Ackerbau), Kuner Colonien.
Bayonne, 28. Juni. Der ^Agence HavB", zufolge, sind ein französischer Maire und ein Correspon beut deö Journals „Pays", welche gestern nach Vera reisten, von Santa Cruz verhaftet worden. Derselbe will sie nur unter den Bedingungen freigeben, wenn hie französische Regierung zwei iuterjiirte Carlislen ausliefert. ' <dr 'T niti.Ti vi s
London, 28. Juni. In Bath ist Lord Gr.y de Weltou, ein Conservatjver, ins Unterhaus gewählt worden. „ <;• •n'bmhtr •
Petersburg, 29. Juni. T er „RussischeInvalide" enthält ein gestern eingegangenes Telegramm des Generals Kaufmann, wonach die vereinigten Truppeu- abtheilungen am 29. Mai a. Kl. die Hauptstadt Chiwa eingenommen haben und der Khan von Chiwa nach Ioumoudow entflohen ist. - 7 ■>;.
Rew - Uork, 28. Juni Die Stadt Hamilton in Nevada ist durch eine Feuersbrunst verheert worden.
Calcnlta, 28. Juni. Nachrichten aus Sumatra bestätigen, daß die Holländer den Atchinesen behufs friedlicher Beilegung des Streites Schadenersatz für die Beschießung von Coat Mosquee und Bezahlung der Kriegs kosten angeboten haben; als Gegenleistung fordern-.sie nur die Bestätigung gewisser Pri vilegien. Die Holländer erkennen die Unabhängigkeit des Sultans an und versprechen, sich nicht in die ReligionsverhältnisseAtchinssdasselbe ist muhamedanisch) zu mischen. —Delhi ist ruhig.
+ Marburg, 28. Juni. In Folge der durch die Maß- und Gewichtsordnung festgestellten neuen Maße ist, theils durch irrige Auffassungen, cheils durch unrichtige Angaben, im Hinblick auf die Brenn« Holzpreise, ein so beklagenSwerther Zustand einge» treten, daß «ine nähere Inbetrachtziehung desselben er- ----- -■ grp,- j^äHT ~~ ü f* ’~J1
In dieser wilden Flucht mochte der Förster etwa fünf Minuten fortgeeilt sein, al« ihm eine kleine Lichtung des Waldes Gelegenheit bot, wieder ausrecht zu sichen. Dinö-A
j Die Brust des jungen Mannes arbeitete gewaltig; in bett Schläfen pulsirte das Blut und die zitternden Hände vermochten kaum noch das Gewehr zu halten. Er fetzt« e« auf den Bodm. Als et nach kurzem Verschnauf»« umherblickte und trotz der Dunkelheit sich etwas zu orientiren versuchte, drangen verworren« Stimmen von bar ©egenb des Kampfplatzes her an sein Ohr. Das sich mit dem von der Stirne perlende« Schweiße vermischende Blut raun über die in Fieberhitze glühenden Wangen des jungen Manne«.
Würde es Tag gewesen sein, man würde das her- abrinnende Blut von der Purpurriche deS Gesichts nicht haben unterscheiden können, al« der Förster jetzt wieder seine Aufmerksamkeit nach der Unglücksstelle richtete und mit dem geübten Ohr« des Forstmann«« bkutlich da« Näherkommen der Stimmen zu unterscheiden vermocht«. Gleichsam als wolle er daS hörbare Klopfen des Herzens unterdrücken, preßte er krampfhaft die Linke auf die Brust und lauschte mit zurück gehaltenem Athem nach der Richtung, auS der jetzt ganz deutlich di« Worte zu ihm drangen: „Der Hund hat die Fährt« . . . halt' Einer von Such den Hund mit - <-• sonst muß ich ihn loslaffeus". j.jüS .
(Fortsetzung folgt.) .dlutii t.i