Marburg, Dienstag, den 1. Julii
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»erze a» Oberkopfe vermuthen mußte. ■ zurück. Zu gleicher Zeit hörte er auch Kinder Ferne Steht, Hallmikeul" rief der Förster, außer stch das Heulen eines Hundes. - ü r, i
vor Wulh.
*) Nachdruck nicht gestattet
Hamburg, 26. Juni. Die „Hamburger Nach richten schreiben aus- Helgoland: Gestern wurde für die Hamburg-Helgoländer-Telegraphen-Gesellschaft von Helgoland aus, das neue Thelegraphen-Kabel nach dem Festland« gelegt und ist hierdurch die telegraphische Verbindung zwischen der Helgoland und dem Festlande vollkommen gesichert. Die jahrelang unterbrochen ge- lvcsene Telegraphenleitung ist nun ivieder hergestellt und wird selbst in weiteren Kreisen diese Nachricht gewiß mit lebhaftem Interesse begrüßt werden. Wer die vielen Klagen des Publikums über das Fehlen des Telegraphen gehört, wer diesen Mangel, der so manchem Geschättsmünne den Besuch der sonst je reizenden Insel unmöglich, machte, selbst empfunden hat, wer die un säglichen Mühen und Opfer des gegenwärtigen Hertii Gouverneurs, des Obristlieutenant Maxse, welcher Mit unermüdlichem Eifer das Wohl der Insel und den Eomfort der Badegäste zu fördern weiß, kennt, der wird dieses jetzt so vollkommen gelungene Werk preisen^ und zu schätzen wissen. Bekanntlich fährt ein' der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Aciten-Gesellschaft gehörendes, mit elegantem Salon und jeglichem Comfort ausgestatteres großes Räderdampfschiff von Juni bis Oclobrr regelmäßig mehrere Male wöchent lich zwischen Hamburg und Helgoland. Bei der großen Schnelligkeit des betreffenden Schiffes dauert die xigentliche Seefahrt nur zwei Stunden-
r Dresden 24 Juni. Auf der alljährlich zu Meißen stattfindenden evangelischen Kirchen Conserenz
Es regte sich nichts in der Nähe. Nur von-fern hörte man das Knicken von dürren Aestrn und Zweigen, welche durch einige Herannahende gestreift oder übertreten wurden. Der aufwallende Zorn über die heimtückische Handlungsweise der Wilddiebe hatte dem Förster einige AugenÜicke seine ruhige Entschlossenheit mld Besounen^it geraubt. Jetzt, nachdem er vor sich Deckung verspürte und wohl auch die Ueberzengung gewann, daß er e- jedenfalls nur mit zwei Verbrechern zu thun habe, kehrte sein ganzer Much wieder
Ein heiseres Lachen untrem eigenthümlicher, greller, in kurzen Absätzen sich wiederholender Pfiff antwortete ihm. Einen Augenblick später tönten aus verschiedenen Richtungen des Walder die pfeifenden Signale zurück und brachten ihm die schreckliche Gewißheit, daß er sich , vollständig allein, einer größeren Anzahl von Spießgesellen gegenüber befinde. Er sprang hinter eine ftarte Buche, diese als Deckung benutzend. -
Die dunkle Mainacht, eine von denen, wie sie das Jahr 4870 so vielfach brachte, ließ Personen und Gegenstände nur auf eine sehrI kurze^Distanz erkennen. -us -HiiC/, rr-r
Die Augen weit auftzerissen, versuchte- der junge Förster die ih» umgebende Nacht zu durchdringen, jeden Augenblick gewärtig von dem feindlichen Geschoffe getroffen zu werden.
Wit dem Echo.de» zweiten Schusses wischte sich das Dröhnen einer nur «euize Secundeu später abgegebenen Ladung, -r Der Lichtblitz war aber von der Serie gekommen xnb hatte dem Förster die Ueder- zeugung betgebrachr,,daß ter Schütze, oder richtiger gesagt, der Genoffe de« Wilddiebes ein im Gebrauch der Feuerwaffe Geübter sein umßte, denn die Kugel, augenscheinlich für seinen Kopf bestimmt, hatte ihm die steife Jägermütze und möglicher Weise auch einige Haare vom Kopse gerissen, wie er au» dem stecheudeu
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n „Sich, Sehworzer/ oder ich schieß'! tief der herzogliche Förster, der eben ungefähr zwanzig Schritte vor ihm autgelauchten herkulischen Gestalt zu.
Die sich nur in ihren Umrtffen markirmdr Person schioi betroffen sttheu zu bleiben. Aber nur einen Moment. Ein Blitz, ei« Krach und das Geräusch einer Heben rem Förster üi den Baum cmschlagendeu Kugel ear die Antwort des Angerufenen.
Der Förster riß jetzt, wülhend über das Vorgehen de» berüchttglm und verwegene« Wilddiebes, ebenfalls jein Jagdgewehr .itr dir Höhe und jagte die Kugel aach der Stell», von der auö da» tödttiche Blei nach
Annahme rechtfertigen, daß von den Extrahenten ein« unvorsichtige Führung des Schießgewehres ober eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, zu besorgen sei. Eine förmliche Prüfung durch Sachverständige „ .... ______o...,„/....... 0
darüber anstellin ieiffen, ob der Extrahent d«S Jagd >wurde heute in Bezug auf die kirchenpolitischen ppen- fcheins in der Führung dcS Gewehres eine hinrei- ßischen Gesetze nach lebhaften, unter dem Vorsitz des chende Geschickbichkeit besitze , sei -nirgends vorgeschric- sLcchziger Universität-. Professors Dr. theoL Fricke " " "" .....n- l .n.i.i..,. i m, «,*■■■- t~ i ---BBBmäe --- -
gepflogenen Verhandlungen von gegen 300 sächsischen Geistlichen und Weltlichen nachstehende Sätze angenommen: 1) Die preußischen Kirchengesetze sind zu- snächst durch innerhalb Preußens liegende Verhältnisse- veranlaßt worden; sic haben aber in ihrer inneren -und thatsächlichen Bedeutung eine Tragweite, jocit hinaus über ltie Grenzen des preußischen Staates. ES ist daher auch Aufgabe evangelischer Christen, zu -ihnen Stellung zu nehmen. 2) Die Konferenz erkennt >in den Gesetzm eine berechtigte Nothwehr des Staates zur-Sicherung feiner politischen und nationalen Aufgabe. 3) Die Conferenz bedauert, daß der Staat -verhindert war, vor Erlaß der Kirchengesetze die Organe bet evangelischen Kirche über sie zu vernehmen und vermag bies nur aus dem staatlichen Princip bet Parität erklärlich zu finden. Gegenüber der evangelischen Kirche hätte überhaupt der Staat solcher Gesetze -nicht bedurft. 4) Die Conferenz erkennt trotz der .Bedenklichkeit einzelner Punkte in den erlassenen Ge- sehen nach Absicht und Inhalt keine specifische Gefahr für die evangelische Kirche,-sobald und soweit derselben ■eine ihre innere Selbstständigkeit gewährleistende Verfassung gewährt ist.
27. Juni. Viel Aussehen macht die in diesen Tagen erfolgte Auslösüiig bet Stadtverordneten - Versammlung in der gewerbreichen erzgebirgischen Stadt Meerane durch Verfügung des königl. Ministeriums. Die Regierung konnte wohl nicht anders, nachdem aus Meerane selbst eine Eingabe von mehr als 300 Bürgern an sie gelangt war, worin offen ausgesprochen ward, es bleibe, wenn nicht Alles drunter und drüber gehen solle, gar nichts anderes übrig, als das Einschreiten der Staatsbehörde. Schon längst war da- Sladtverordneten-Collegium zu Meerane (einer Stadt von 29,000 Einwohnern) durch und durch social« ^demokratisch. Bisher war eS indeß durch Übel und :dSse gegangen, Zumal an der Spitze de« Stadtraths ein sehr energischer Mann, Bürgermeister Puder, stand. Neuerdings aber war ein neuer Vorsteher an bit Spitze der Stadtverordneten gestellt worden, der m der Feindseligkeit gegen alte bestehende Rechte und GeseUschaftszustände das Menschenmögliche leistete, so daß er die Beunruhigung der Stadt, den Eonflict bet beiden städtischen Kollegien, die Verwirrung innerhalb des StadtverordnetencvllegiumS selbst aus die Spitze trieb- Da erfolgte endlich jene äußerste Maßregel, zu der die Regierung Kirch die bestehenden Gesetze vollkommen berechtigt ist. Auch die gleichzeitig verfügte Unwählbarkeitserklirung des StadtvervrdlietenvorsteherS 'Meister, dem man die Hauptschuld an btefer Maß-
Mik der Rechten das Gewehr Haltmd, zog er mit der Linken die Schnur, an der feine Pfeife hing aus der grünen Pikesche und ließ den dem Hühnerhunds bekanntm Lockruf ertönen, um im nächsten Augenblick mit der Hand wieder das Gewchr zu erfassen und den Zeigefinger in die Nähe be« Drückers zu bringen.
Halte nun der Gegner die Bewegungen des Försters gescheit, ober wollte er sonst ein Pröbchen von Tollkühnheit an de» Tag lege», kurz, einer der Wilddiebe war aus dem Bauche vorwärts gerutscht uud war jetzt vielleicht noch sechs Schritte vor dem Förster, um diesem, sobald er näher gekommen, die Seine „ab- zustrciseu," wie cs in der Sprechweise der Wilddiebe hfißt, wenn man dem Andern die Beine fassen und diesen so zum Falle bringen will.
<- Eben erhob sich der Wilddieb etwas in die Höhe, schon ^zog er die Beine an sich und eben wollte er zum Sprunge auSholen, als er auf einem Polster deö glänzenden Astmooses auSrutschte und dadurch eiu Geräusch verursachte.
DcM Herbeilocken des Hundes hatte die Ausmerk- samkeit deS Försters einen Augenblick von seiner näch, sten Umgebung abgelenkt. Durch das Rutschen und Fallen deS schwerm Körpers unmittelbar vor sich hatte « sofort das Bedrohte seiner Lage erkqnsL
Ein entsetzliches Angstgeschrei, wie das eines zum Tode Getroffenen, ertönte, als der Förster seinen letzten Schuß aus der Doppelflinte ans die -sich vor ihm befindliche Gestalt abgegeben hatte,
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NeÄt»7'L8 Juni. In der gestrigen Sitzung deS Bündesrathes wurde, der „National-Zeitung" zufolge. der vom Reichstage angenommene Antrag wegen Einführung von Volksvettretungen in den Bundes staaten abgelehnt, indessen das dringende Ersuchen um möglichst baldige Erledigung der Verfassungsfrage an die mecklenburgische Regierung gerichtet. — Im Han delsministermm sind di« technisch«» specieüett Arbeiten zur Ausführung der Eisenbahnlinien, für welche nach den letzten Kammerverhandlungen 120 Millionen Thlr. bereit gefteflt wurden, energisch in Angriff genommen worden. Nach dem „D. W. B." ist man hierbei von dem früher üblichen-Verfahre», wonach in der Regel für den Bau bestimmter Linien auch besondere Com Missionen eingesetzt wurden, abgegangen und hat die Leitung der Arbeiten den bestehenden kölliglichett Eisen- bahndirectionen in der Art übertragen, daß die erste Strecke der Berlin-Wetzlarer Linie, etwa von Berkin bis zum Harz von der Direction der Ostbahn, die Fortsetzung do« da bis Wetzlar von der Eisenbahn direction zu Raffel, die Verbindung zwischen Ober- Lahnstein und der neuen Moselthalbahn der Eisenbahn- direction zu Wiesbaden, die MosclthalbahN selbst, bis zur lothringischen Grenze bei Sierk, der Direction der Saarbrücker Bahn zufällt. Das Schlußstück der Berliner Ringbahn baut die Niederschkesffch Märkische Bahn-Verwaltung, die Bahn von Harburg die Direction zu Hannover. Man hat auf diese Weise die Zusam mensetzung neuer BerwalmngS Behörden vermieden und, da jede der genannten Bahn-Verwaltungen bereits einen Theil geschulter Techniker und sonstiger Arbeitskräfte besaß, diese für die möglichste tztrderüNtz der neuen Eisenbahnbauteu nutzbar machen wollen.
■ In Folge eines streitigen FalleS bei Erwä- gung der Qualifikation für denjenigen, welcher einen Jagdschein verlangt, haben das Ministerium des Innern und der laudwitthschastlichen Angelegenheiten entschieden, daß nur in den §. 15 I. c. des Jagdpolizei- gesetzes vom 7. März lb50 bestimmten Fällen ber Jagdschein ausnahmsweise versagt werden könne. Für die Anwmdung der Bestimmung des §. 47 al- i. c. müßten bestimmte Thatsachen vorliegen, ■ welche die
ben. — ^Zu Mitgliedern der internationalen Juvh auf bet Wiener Weltausstellung sind aus dem deutschen Reiche für di« Gruppe II (Land- und Forstwirthschast und Gartenbau) berufen worden: Einer v. Gronow- Kalinowitz, Dr. Herth-Heidelberg, Obersorstrath Ju- dcich-Tharand, Dr. v. LangSdorff-DreSden, General- Secrelär A. Müller-München, Graf v. Darkheim- Montmartin-Fröschweiler, Director Rau-Hohenheim und Gutsbesitzer Schalburg Herzberg.
Paderborn, 25. Juui. Nach Miltheilung ber „Düffeld. Ztg." ist der hiesige Staatsanwalt Müller vor einigen Tagen gegen den hiesigen Bischof klagbar aufgetreten. Den Grund bilden die „Verleumdungen der protestantischen Landeskirche", welche in den von dem Bischof publicirten vielbesprochenen Briefen protestantischer Pastoren in Bezug auf Anbahnung der konfessionellen Wiedervereinigung durch das Vaticanum enthalten sein sollen.
liS; 1 1873
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