Präsidenten der Republik empfangen werden. Graf I die Schwester an der Hand. Als der Taunusbahnzug heran- Beust verweilt feit gestern hier. brauste warf sich die schon seit einigen Wochen geistig ver-
vcrmischteS.
n — sUniv. - Nachr.s Profefforvr.Braniß in Breslau tft daselbst im 81. Lebensjahre gestorben.
Frankfurt, 3. Juni. Gestern Abend fand an der Verbindung der Taunuseisenbahn mit den andern westend- lichen Bahnhöfen ein jedes fühlende Herz erschütternder Selbstmord statt. Eine Frau ging mit ihren beiden Kindern und einer ihrer Schwestern in der Nähe der bezeichneten
wirrte Frau mit ihrem Kinde vor die Locvmotive und wurde mit dem armen unschuldigen Wurm zermalmt. Die Frau lebte, so viel wir hören, in ganz günstigen Verhältnissen.
telegraphische Tours- und Marktberichte.
Frankfurt a. M., 3. Juni. (Schluß-Course). Ltaatsbahn-Aktien 3421, Elisabeth 249;, Galizier 225), Lombarden 1931, Nordwestbahn 221, Creditactien 2801 Silberrente641, Papierrente—, 1860rLoose91 j. National- bant 1001, Spanier 19^, l882r Amerikaner—, Darmstädter Bank —, Effectenbank —, Kurheffen—.
Berlin, 3 Juni. (Anfangscourse). Creditactien 163 Staatsbahn 1971, Lombarden 110J, Amen!. 96J.
Wien, 3. Juni. (Anfangscourse). Creditactien 283.00 Lombarden —, Napoleons —.
sodann die Ernennung des Generals Ladmirault zum Oberbefehlshaber der Armee von Versailles an und schließt: „Ihr werdet die bleiben, als welche ich Euch immer gekannt habe, treu der Devise, welche die Tapfersten unter Euch auf der Brust tragen: Ehre, Vaterland, Tapferkeit, Disciplin." — Ter Minister deS Innern fordert in einem Rundschreiben die Prä- fecten auf, sich an die Spitze aller ehrlichen Leute ohne Unterschied der Parteien zu stellen und verpflichtet sie zu gewissenhafter peinlichster Beobachtung der Gesetze. — General Leflö behält den Botschafterposten in Petersburg. General Ladmirault, der zum Obercommandirenden der Armee von Versailles er nannt ist, behält zugleich den Pariser Gouverneurposten. — Ein Bericht des Centralvorstandes der Industrie- und Handelskammern constatirt einen erheblichen Geschäftsaufschwung seit Mac Mahvn's Ernennung zum Präsidenten der Republik. — Prinz Napoleon Hal bei dem französischen Consul in Mailand um einen Paß nach Frankreich nachgesucht. Die Regierung ermächtigte den Consul zur Ausstellung des Passes. Der Prinz beabsichtigt, gutem Vernehmen nach, die Rückkehr nach Frankreich indessen nicht, sondern wollte nur sein Recht zur Rückkehr constatirt sehen. — Der Prinz von Joinville sagte in einer Rede bei der Bezirksausstellung in Langres, ThierS sei Frankreichs Hauptstütze gewesen, feine Verdienste feien noch in aller Erinnerung. Jetzt habe aber ein gebieterisches Bedürfniß nach Sicherheit die Rechte veranlaßt, sich um den Verwundeten von Sedan zu schaaren, dessen Muth und Loyalität Jedermann Vertrauen einflößen. — Mac Mahn will dem Vernehmen nach alle constitutionellen Fragen bis nach Räumung des Gebiets vertagt haben.
— 2. Juni. Die Regierung hat officiel oder officiös erklärt, sie wolle in der auswärtigen Politik keine Aeuderung gegen früher eintreten lassen. Ein Punct ist von dieser Erklärung ausgenommen, die Handelspolitik, und das neue Cabinet kann sicher sein, für diese Abweichung von den Principien des Herrn ThierS den Beifall des Auslandes zu finden. In einem zweiten Punkte werden gleichfalls Versuche ge-' macht eine Aenderung herbeizuführen, in der Betretung ber sogenannten katholischen Interessen. Man weiß, daß das Cabinet Broglie wesentlich clericale Färbung hat. Einige einflußreiche Mitglieder desselben sind für ein Vorgehen in ultramontanem Sinne, und es fehlt nicht an geistlichen Koryphäen, welche die Regie- ruug bestürmen für ihre Zwecke thätig aufzutrcten. Doch ist anzunehmen, daß die Majorität des Ministeriums sich der Schwierigkeiten und Gefahren bewußt ist, die von der Erfüllung solcher Bitten ab- rathen. Die Folgen eines ultramontanen Schrittes . nach außen sind k,ar. Frankreichs Nachbarn sind die Mächte, welche alle drei von Seiten der Curie und ihrer Helfer erbitterten und heimtückischen Angriffen ausgesetzt sind. Sie führen eben den Bertheid igungs- kampf gegen dieselben und sie wissen, daß die Feinde, welche sie im eigenen Lande nähren, mit Vorliebe nach außen schauen, wenn ihre Kraft nicht hinreicht, das Werk des Wurmfraßes von innen heraus zu vollenden. Eine Unterstützung, irgendwo dem Jesuitis mus gewährt oder zugesagt, würde daher von Italien, der Schweiz und Deutschland gleichzeitig empfunden werden unb* würde auf eine gemeinsame feste Haltung der drei Machte stoßen. Auch den Ultramontanen im Innern der drei Länder würde sie schwerlich Nutzen bringen. Denn man würde annehmen, daß sie der Erfolg ihrer Jntriguen sei; man würde sich an die Drohungen erinnern, in welche z. B. die baierischen die römischen und die schweizer klerikalen Blätter den Namen Frankreichs verflochten haben; man würde in jeder, auch in der höflichsten Verwendung zu ihren Gunsten, z. B. in nachbarlichen Rathschlägen, nur eine Form der Einmischung in innere Angelegenheiten "blicken, die um so gehässiger wäre, weil sie sich als Folge ränkevoller Beziehungen zwischen dem inländischen und dem französischen Jesuitismus präsentire. Und so würde der Erfolg nur eine Vermehrung der Schwierigkeiten für die hiesige Regierung sowohl wie > für ihre vermeintlichen Schützlinge im Auslande sei». : Es ist zu hoffen, daß die Minister des Marschalls Mac Mahvn sich über diesen Punkt keine Illusionen ! machen und daher dem Andrängen ihrer klerikalen 1 Rathgeber weislich widerstehen werden, so wie ihm ' Herr ThierS mit gutem Grunde widerstanden hat. :
i — Die fünfte Milliarde ber von Frankreich an : Deutschland zu zahlenden Kriegsentschädigung ist butc; , die 200 Millionen, welche die Bank der Regierung ' gegen Schatzscheine vorzustrecken sich verpflichtet hat, nunmehr komplet zur Disposition der Regierung vor-
■ Händen.
Rom, 2. Juni. Der neuernannte deutsche Ge sandte, Hr. v. Keudell, ist hierselbst eingetroffen. — Die Deputirtenkammer genehmigte den Gesetzentwur über die Einführung von Postkarten zum Preise tooir 10 Centimes. — Die Organe des Vatikan hatten sich beeilt, den Höflichkeitsbesuch, welchen die Kaiserin dem Papste abgestattet, in ihrer Weise zu kommeniiren. Aus eine Lüge mehr oder weniger kommt es bekanntlich diesen Blättern nicht an, wenn nur der Zweck erreicht wird Verwirrung anzustiften. Ein Telegramm aus St. Petersburg entzieht jedoch den desfallsigen Ausstreuungen des „Giornale di Firenze" jeden Boden und stellt sowohl die dem Papste zugeschriebene Fürbitte für Polen, (das klerikale Blatt wußte sogar den Wortlaut derselben mitzuthetlen), wie die der Kaiserin zugeschriebene Zusage entschieden in Abrede. Es wird hervorgehoben, daß der Besuch lediglich ein Akt der Courtoisie ohne jede Nebenabsicht gewesen sei.
Turin, 2. Juni. Dem Herzog AmadeuS von Aosta ist eine Bürgerkrone überreicht worden.
Spante«. Am ersten Pfingsttage sind in Ma drid die Cortes zusammengetreten, um dem Lande wiederum — eine neue Verfassung zu geben. Die bei dieser Gelegenheit gehaltenen Reden athmen diejenige Zuversichtlichkeit, welche die in Madrid herrschende Partei vom Tage der Uebernahme der Regierungsgewalt an zur Schau trägt und welche weder durch die Auflösung im Heere, die Leerheit des Schatzes, noch durch den Ausfall der Wahlen, die sich zu vollständigen Minoritätswahlen gestalteten, erschüttert worden ist. Die Cortes stehen vor der unendlich schwierigen Aufgabe, dem unaufhaltsam auf schiefer Ebene abwärts rollenden Staatswagen Halt zu gebieten. Während in einem Theile der nördlichen Provinzen die Madrider Staatsleitung thatsächlich keine Autorität mehr besitzt, ja allem Anschein nach ihr auch die Mittel fehlen, dieselbe wieder zur Geltung zu bringen, soll die Legislative des Landes die Hand anlegen, um auch in den andern Theilen Spaniens alle Bande der Ordnung zu lockern. Denn mehr ist wohl kaum von der Arbeit einer solchen Majorität zu erwarten. Das Mißtrauen Europa's richtet sich nicht gegen die republikanische Staatsform, wenn diese anders die Bedingungen der Ordnung, des Friedens, der Dauer der unerschütterlichen Grundlagen der Gesellschaft in sich trägt. Wohl mit Recht ist in der Eröffnungsrede hervorgchoben worden, daß eine heilige Allianz nicht existire und daß die Anerkennung der Republik einzig davon abhänge, daß im Innern eine Politik der Ordnung gehandhabt werde. Aber noch fehlen die Symptome der letzteren und es bleibt zunächst abzuwarten, ob die Cortes sie zu schaffen vermögen. — Wie die „Agence Havas" mittheilt, ist Don Carlos seiner Sache bereits so sicher, daß er die gefangenen Offiziere auf Ehrenwort entläßt. Allem Anschein nach bereiten sich im Norden Spaniens Entscheidungen vor, welche sich als inhaltsschwerer, wie die von den Cortes in Madrid zu treffenden, erweisen zu wollen scheinen.
Petersburg, 3. Juni. Das amtliche Blatt weist auf die von russischen Flüchtlingen gemachten Versuche, die in Zürich studirenden russischen Frauen in revolutionäre Umtriebenetze zu ziehen, hin. — Der Schah von Persien hat, wie die „ St. P Ztg." mit» iheilt, der Großfürstin Cesarewna den Damenorden Churchid (Sonne) an aprikonsenfarbenem Bande mit grünem Rande verliehen. Dieser Orden besteht aus einem Stern mit Strahlen in Brillanten; in ber Mitte befindet sich ein Kreis mit dem Bilde ber । Sonne., Derselbe ist vom Schah Nafferebdin beson- । ders für Damen aus regierenden Häusern gestiftet und wurde bis jetzt nur ber Mutter des Schahs verliehen. ,
Rewyork, 2. Juni. Die Staatsschuld ber Bereinigten Staaten von Nordamerika hat sich (aut amt 1 !icher Bekanntmachung im Monat Mai um 3,525,000 ; Doll, vermindert. Im Staatsschätze befanden sich am 31. Mai 75,588,000 Doll, in Gold und 6,065,000 Doll. Papiergeld.
Telegraphische Depesche« der Ober, hessische« Zeitung.
Berlin, 4. Juni. Die heutige „Prov. Corresp." weist in einem Artikel über die Collectiveingabe bes preußischen EpiscopatS nach, baß die Auflehnung ber • Bischöfe eine grundsätzliche Bekämpfung der Staats- - souveränetät sei, da, wo die StaatSgefetzgebung das innere Kirchengebiet nicht verletz?. Es könne daher sich jetzt nicht um weitere Erörterungen handeln, sondern um eine feste, sichere und durchgreifende Ausführung und Handhabung der neuen Gesetze. Die Vorbereitungen dazu seien getroffen. Im Kircheninteresse solle soweit wie möglich, auch wo die Ausführung den königlichen Behörden allein zustehe, eine vertrauliche Verständigung mit den Kircheubehörden stattfinden. Die Staatsregierung werde davon erst abgehen, wenn das Verhalten ber Bischöfe erkennen lasse, baß dasselbe es ihr unmöglich mache. Die Staatsregierung wiffe, daß sie Priester und Bischöfe an der Functionsausübung hindern, die Kirchenämler aber nicht besetzen könne. Was sie wolle, sei die Begleitung der Kirchenämter durch berufsmäßig vorgebildete, die Staatsgesetze achtende und den öffentlichen Frieden wahrende deutsche Geistliche.
Köln, 4. Juni, Mittags. Soeben ist der Breslauer Professor Dr. Joseph Hubert ReinkeuS von Geistlichen und Delegirten der säu.mtlichen allkatho- lischen Gemeinden und Vereine Deutschlands nahezu einstimmig zum deutschen Missionsbischof gewählt worden und hat die Wahl, ber „Köln. Ztg." zufolge, angenommen.
98Bicn, 3. Juni. Gestern war in Schönbrunn großes Diner, welchem Kaiser Alexander, der Großfürst Thronfolger nebst Gemahlin, ber Großfürst Wlabimir, bas Personal ber russischen Gesandtschaft, der dänische Gesandte, General Menabrea und Graf und Gräfin Audrassy beiwohnten. Abends 10 Uhr fand Ball in der großen Galerie statt, auf welchem auch der König von Belgien und der Großherzog von Weimar erschienen. Heute Mittags ist ber König von Belgien mittelst Westdahn nach Regensburg abgereift. . Das „Tageblatt" will wissen, baß die Ankunft deS deutschen Kaiserpaares in Wien definitiv am 21. d. erfolgen soll. — DaS Haus Braudeis & Weikenheim hat feine heute fälligen Wechstl nicht eingelöft. Von der noch heute stattfindenden Versammlung ber Gläubiger hängt es ab, ob bie Eröffnung des ConcurseS ober ein außergerichtlicher Ausgleich erfolgt.
Bern, 3. Juni. Als Endresultat des Oltener Arbeitercongresses ergab sich die Bildung eines fchwei- zerischen Arbeiterbundes mit einem Bundescorniis an ber Spitze.
Pari-, 3. Juni. Einern anderslautenden Berliner Telegramm der „Times" gegenüber meldet die „Agence HavaS": Die Anerkennung der neuen Regierung durch bie fremden Mächte ist auf keine Schwierigkeit gestoßen und keiner Bedingung unterworfen worden. Nach ber „Agence Havas" ist auch die von der „Times" berichtete angebliche Unterredung zwischen dem öflerreichifchen Botschafter, Grafen Appouyi, und Mac Mahon erfunden. Die „Agence Havas" meldet ferner: In einer den Vertretern mehrerer confervativer Blätter gewährten Audienz hat ber Präsident ber Republik bie Erklärung erneuert, daß die neue Regierung betreffs ber Beziehungen zum Auslande der von feinem Vorgänger innegehaltenen Linie, welche immer bie Zustimmung ber Majorität ber Nationalversamm- ung erhalten habe, treu bleiben w-rde. — Ein Schreiben, wodurch ber Vicomte de Gontaut Biron als Botschafter bei dem deutschen Reiche beglaubigt wird, ist heute Vormittag von Versailles nach Berlin mittelst CabinelscourierS abgegangen.
Paris, 3. Juni, 10 Uhr 5 Minuten. Am Boulevard neueste Anleihe 90. 75. Geschäftslos.
Row, 3. Juni. Ratazzi ist gefährlich erkrankt. — Der französische Gesandte Fournier Hal gestern der Regierung die offfcielle Mittheilung von dem Wechsel des Präsidenten gemacht. — Die Kammer etzt die Berathungen über die Definition des Budgets fort.
— Die Gesandten Rußlands und Deutschlands Nehmm heute den officiösen Verkehr mit der neuen Regierung auf. Die officielle Ueberreichung der Cre dilive ist einem späteren Zeitpunkte Vorbehalten. Die französischen Gesandten in Rom und Petersburg, Fournier und Leflo, verbleiben auf ihren Posten. D ie Eventualität der Ernennung Mac MahonS zum Präsidenten auf 3 Jahre wird noch immer in maßge» S2.**■» D« L,<»< «MP)$e Botschafter Fürst Orloff soll morgen vom | sic auf dem Arm, das andere von ca. 5 Jahren führte