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Wien, 21. Mai. Bei der Nationalbank wurden gestern zum Escompte nur 3 Millionen, zum Lombard l'/r Millionen eingereicht. Die Nachricht von der Erschöpfung der Pester Dotation erscheint, nach den Informationen des „Telegraph. Corr.spondcnzburraus" nicht authentisch. — Der Börsenbericht der „Wiener Abendpost" sagt: In Folge der von Berlin, Hamburg und Frankfurt gemeldeten tieferen Course war der Börse minder günstig. Im Verlaufe der Börse trat eine Besserung ein. Die Wechselstuben traten in den bedeutendsten Summen als Käufer der verschiedensten Papiergattungen'auf, wodurch eine derartige Hebung der Course herbeigeführt wurde, daß die gestrigen Notirungen zum größten Theil überschritten wurden. Die Käufe erfolgten theils gegen Baar, theils gegen Casse per Nachmittags oder Morgen, jedoch fanden auch Umsätze für Liquidation statt, waS jedenfalls die Erstarkung des Vertrauens beweist. — In der heutigen Generalversammlung der Nordbahngesellschaft wurde festgestellt, daß der Reingewinn 11,012826 fl.
billigeren Frachtsätze auch für Viehtransport gelten; eine jüngst ergangene Verfügung deS Handelsministeriums bejaht diese Frage, da auch lebendes Vieh in den Ausstellungsgegenständen einbegriffen ist.
Bresla«, 22. Mai. Nach einem Telegramm der „Breslauer Zeitung" aus Neustadt vom gestrigen Tage ist der Candidat der Ultramontanen, Graf Stolberg-Brustawe, im dortigen Kreise mit bedeutender Majorität zum Reichstagsabgeordneten gewählt worden.
Bundesrathes und des Reichstages: „Wir sagen Ihnen den herzlichsten Dank, wir kommen, um die gcmetn- samen Werke kennen zu lernen, welche zur Befestigung der deutschen Wehrkraft entstanden sind. Bremen Hal uns diese Fahrt erleichtert und einen glänzenden Empfang bereitet, schon nach Uelzen uns einen Gruß entgegengesandt durch ein Festblatt der Weser-Zeitung und durch einen herrlichen Sonnenstrahl uns hieher i geleuchtet, da wir auf Bremens Schienen einfuhren, um die Gastfreundschaft zu genießen und uns zu erfreuen an der Entwicklung der Größe und Bedeutung dieser deutschen Handelsstadt. Lassen Sie mich Ihren Gruß erwidern mit dem Rufe: Hoch lebe Bremen!" Dreifaches Hoch erscholl unter dem Jubel der Menge auf dem Bahnhofsplatze. Die Fest-Theilnehmer fuhren dann in ihre Wohnungen. In Uelzen hatte die Magdeburg-Halberstädter Bahn die Festgenosien mit Frühstück in der prachtvoll decorirten Wagenhalle cm pfangen. Regierungsrath Lent als Bahndirector brachte den Festgenossen ein erste« Glas und der Reichstags-Präsident Fürst Hohenlohe erwiderte mit Dank und Hoch auf die Gesellschaft. Der Bürger- meister Uelzens, brachte ein Hoch auf den Bundes-
prangte^glänzend in ihrem Fcstschmuck. Eine dichte Menfchenschaar umstand den Bahnhofsplatz; das Mu- sikcorps des 75. hanseatischen Infanterie-Regiments empfing den Zug. Der Consul Herr H. Meyer be-. grüßte die Feftgenossen: „Bremen heißt Sie, meine Herren, herzlich willkommen und feiert Ihre Anwesenheit als Festtag. Bremen hat Ihnen wenig zu bieten,
Reichstag trafen auf ihrer Festfahrt bei herrlichem Wetter um 1 Uhr 35 Minuten ein. Die Stadt
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bestehenden Anwesenden den Zweck auseinander. Man wird wohl noch im Lauf« dieser Woche zur definitiven Gründung des JnstituS schreiten. <
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, : Sämmtliche Ännoncen-Büreaus nehmen Inserate an.
Er aber sagte: „Der Wolfram hat mein Herz gewonnen, ich muß ihm schon den Gefallen thun. Und Du, Du wirst nun doch eine Baronin, wirst Du auch in den adligen Tic verfallen?*
»Ach Vater, ich werde immer Deine bürgerliche Tochter l leiben. Er soll den Adel ablegen, wenn Da willst ..."
„Nun, das wäre Thorheik, denn man soll keinen Vortheil unnütz wegwerfen. Du, nimm Dich aber in Acht, wache über Dich und dünke Dich nicht« Besseres als die Andern. Die Menschen sind alle gleich; nur das Geld und die Klugheit geben Macht, doch ist das nicht zu ändern. Dann seh' ich wohl, großherzig sind diese RöbellS, und verschwenderisch dieser Alfred wohl auch nicht, aber ob sie's so recht zusammenzuhalten verstehen, daS fragt sich. Darum versprich mir, recht spaifam in Deinem Haushalt zu sein, und auch Deinen Mann dazu anzuhalten. Hörst Du?" 7
»Ich verspreche Dir'S, Vater, Du hast mich zur Sparsamkeit erzogen und mich in früheren Tagen immer dafür belobt."
„Nun, laß mich, liebes Kind", sagte darauf der Bankier, „gieb mir Bleistift und Papier her, ich muß noch Einiges überrechnen. Geh und bestelle, daß man meinen Anwalt herrufen soll."
Antonie ging, während der Bankier mit Zahlen rechnete und schrieb. Bald aber hing sie selig am Halse ihres Geliebten, den Wolfram zuerst von dem Vorgang in Wolfs Hause benachrichiigt hatte. Auch der alte Adam mit der Frau Baronin eilten pflicht- schuldigst daher, sie noch in der Morgentoilette (eS war noch früh am Tage, vielleicht 11 Uhr Vormittags) selbst ein kleiner Rahmflcck aus der Küche zierte ihre Nase, den glücklicherweise ihr treuer Adam noch be-
DeutscheS Reich.
#• Berlin, 21. Mai. Die heutige „Prov.» Corresp." bringt nähere Mittheilungen über die Reise Sr. Majestät nach Wien, -welche von dem halbamtlichen Blatte im Laufe deS Monats Juni zu einer noch näher zu bestimmenden Zeit gemeldet wird. In den weiteren Mittheilungen ist eS interessant zu lesen, daß Kaiser Wilhelm mit dem Kaiser Alexander am 15. und 16. Juni einen Besuch in Darmstadt und Jugenheim abftatten wird. — In ihren leitenden Betrachtungen bespricht die „Prov.-Corresp." die letzte LandtagS-Session, indem sie mit Befriedigung auf die großen und wichtigen Resultate hinweift, auf die KristS, mit welcher die Session begonnen, welche jedoch, wie daS officielle Organ sagt, entscheidend und frucht bringend für den ganzen Verlauf der Session geworden ist, eS ist eine Parteibildung und Gruppirung in« Leben getreten, welche es der Staatsregierung möglich machte, die bedeutsamen Aufgaben auf allen Gebieten durchzusühren. Am Schlüsse des betreffenden Blattes wird besonders betont, daß es auch der künftigen Legislatur an Erledigung wichtiger Arbeiten nicht fehlen wird und namentlich in Bezug auf Fragen <raf dem socialen Gebiete. —Das schamlose Auftreten des Herrn Sonnemann im Reichstage veranlaßt auch die „Prov.-Corresp." auf dasselbe zurück zukommen, indem sie die Rede des Abgeordneten für Frankfurt als die eines verrufenen Vertreters einer vaterlandslosen- Demokratie bezeichnet. — In der Miltler'schen Buchhandlung ist eine Flugschrift, jedoch Acht amtlich, erschienen, welche Über die Einkommensverhältnisse der Offiziere handelt und welche in weiterer Ausführung die hierbei in Betracht kommenden Gesichtspunkte entwickelt unb mit Thatsachen belegt; eine der Schrift bcigelegte Tabelle, welche die Besoldungsverhältnisse der Beamten und Offiziere aus den Jahren 1825 und 1872 zusammenstellt, wird nach- gewiesen, daß die Einkommensverhällnisse der Offiziere sich gegen denen der Civilbeamtm sehr ungünstig fortgebildet haben, so z. B. ist das Einkommen der Secretäre bei den Gerichten I. Instanz seit 1825 em 62,3 pCt. gestiegen, während das eines Premier- Lieutenants nur um 23,9 pCt. zugenommen hat. — : Es ist die Frage zur Sprache gekommen, ob die für die Gegenstände der Wiener Ausstellung bewilligten i — ", ■ ---—as___|2.
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■ DaS Majorat.
Historisches Familiengemälde von M. A- Niendorf.
(Fortsetzung.)
„Kann denn der Mensch für die Gedanken, die « ihm aufsteigen? Eine Conjunktur fuhr mir na Amtlich wie ein Blitz durch den Kopf, indem ich in Ihrem Sinne rechnete ..."
„Sie Machen mich neugierig . . ."
„Nun, «ar'S nicht klar? Wenn der reiche Wolf M Tode gerädert wurde, so ward seine Tochter stank Aid frei, ward Herrin ihres Willens... Ich glaubte stgar, sie wollten meinen Tod beschleunigen, als Sie das Gewehr anlegten ..."
„Ei, ei, wo dachten Sie hin, Herr Wolf", rief der Barmi und schüttelte halb unwillig mit dem greisen Haupte. Ich calculirte viel einfacher. Ich sah als Mensch einen meiner Nebenmenschen in schwerer Lebensgefahr und sagte zu mir selber, als ich das Ge Aehr hob: ruhige Hand, Wolfram, und Haren Blick! tarn von dem sicheren Schuß hing das Gelingen ab, Senn ich den Racker fehlte oder nur streifte, wär' er »och wilder geworden und ich hatte ihn nur einmal schußrecht." -
Die Augen deS Heinen Bankier erglänzten, er Achtete sie voll unverkennbarm Wohlwollens 'auf Wolfram und sagte:
„Ich bewundere Ihre Uneigennützigkeit und Ihre EtisteSgagenwart, im richtigen Moment daS Rechte zu taffen."
„Und dieselbe Geistesgegenwart rettete Such mich, tast, Vater!" fiel Antonic lebhaft ein; „wer hätte *ohl, t»W- Alfred, an den rochen Ehawl gedacht und
so selbst prriSgebend in die Gefahr gestürzt?"
„Ja, daS muß Ihrem Geschlecht angeboren sein!" •tameUt der Bankier nachdenklich.
„Wir sind eben vom Lande und wissen Bescheid in seinen Schwierigkeiten ! Wer daS nicht kann und nicht lernt, der kommt draußen nicht fort", erklärte Wolfram.
„Darum wünschte ich wohl", hob der Bankier an und blickte prüfend auf den Baron, „daß Sie mir die große Schwierigkeit der Güterverwaltung abnäh- men. Ihre Ruhe und Ueberlegung, mit der Sie wilde Pferde zum Stehen bringen, bürgt mir dafür, daß Sie auch mit diesen verschuldeten Gütern daS Richtige anzufangen wissen. Wollen Sie? . .
»Ich bin nicht zuin Bedienten geboreck, Herr Wolf", entgegnete Wolfram kopfschüttelnd. „Dennoch wollt' ich's — unter Einer Bedingung . . •"
„Die wäre?"
-„Es ist aber eine solche, die Sie schon früher einmal in Harnisch brachte . .
„Reden Sie, ich will ruhig sein ..."
„Nun, wenn mein Neffe Alfred und Ihre Tochter Antonie..." Er hielt inne und blickte lächelnd und lauernd zugleich dem Bankier ins Auge. Dieser unterbrach ihn selbst und erwiderte ruhig:
,Lch weiß, was Sie sagen wollen. Wenn ich aber auch wollte, was würde der stolze Baron Adam und die gräfliche Frau Mutter zu einer solchen Mesalliance sagen?"
„Darüber seien Sie ruhig. Nichts sagen Sie!" rief Wolfram. „Soll ich Sie holen?"
„In Gottes Namen!" nickte der Bankier. Woffram lief wie ein Jüngling und hörte kaum, wie Jener ihm noch nachrief: „Aber kommen Sie bald wieder, wir muffen uoch weiter verhandeln." ‘ •
Antonie barg mit thränendem Auge ihren Mund auf de- Vaters Hand und strömte über von DankeS- Ergüffen. :i>-
rath und den Reichstag, Fürst Hohenlohe auf die Stadt Uelzen.
Straßburg, 21. Mai. Ein Institut, deffen segensreicher Einfluß in Deutschland allgemein anerkannt ist, sucht sich jetzt auch bei uns einzubürgern. Es sind dies die im Jahre 1854 von Perthcö in Bonn gegründeten „Herbergen zur Heimath", die sich bereits über etwa 120 deutsche Städte ansgebreitet - I „ „-----------o—-v- -.......haben und den Zweck verfolgen, unselbständigen Hand-
Bremen, 21. Mai. Der BundeSrath und ber’•wertem aller Consessionen (Handwerksburschen) für ,4uS*"'' *“**“ *“c "*■ c billige Entschädigung eine gastliche Aufnahme zu be
reiten, Um sie dadurch sowohl den Versuchungen und Widerwärtigkeiten deS WirthShauslebenS zu entrücken, als vor den Verlockungen socialistischer Jrrlchrer zu schützen. Der erste Schritt zur Ueberführung dieser humanen Anstalten in unser Reichsland geschah in voriger Woche, indem angesehene Bürger und Beamte hiesiger Stadt zu einer vorverathenden Versammlung u-i—o- v“* ■uv“'-“ 8“ vnitn, । einluDen, welche letzten Donnerstag ist der St. Pe
es bringt treue deutsche Herzen entgegen, die Ihnen terökirche stattfand. Herr Universitätsprofissor Dr. Melnd zurufen: Bundesraih und Reichstag Hoch I" lGeffken setzte dabei den au8 etwa 50—60 Personen Der Präsident Delbrück antwortete Namens des bestehenden Anwesenden den Rroeif auseinander Man
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