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diesen, indeß hinreichenden Grund verschanzen. Dieser bonapartistische Schriftsteller bin ich. Jetzt nun, wo tie vergangenen Streitigkeiten selbst in der Erinne­rung nicht mehr bestehen, wo ein gemeinschaftlicher Zweck fast alle monarchischen Parteien vereinigt, danke ich demSiede", mir bie Gelegenheit geboten zu haben, dem Andenken des großen Redners und des großen Patrioten öffentlich Genugthuung gewähren zu können." Diese Erklärung istPaul de Cassagnac" unterschrieben. Wenn Berryer dieses lesen und daraus ersehen könnte, wie tief seine politischen Glaubens­genossen gefallen sind, so würde er sich jedenfalls in seinem Grabe auf die linke Seite umwenden. Der letzte Mameluk Napoleon's I., MoseS Zumero al Cussa, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Derselbe war lange Post-Director gewesen und hinterläßt ein be­deutendes Vermöge».

15. Mai. Die Minister Goulard und Jules Simon, haben ihre Entlassung gegeben, ThierS weigert sich jedoch, dieselbe vor Wiedereröffnung der National- Versammlung anzunehmen.

Madrid, 13. Mai. Die Wahlen sind heute zu Ende gegangen. Die Schlußergebnisse sind noch nicht genau bekannt, doch berechnet man das Verhältniß der Parteien auf 360 Föderalisten, 20 alte Radicale und 10 Conservative. Die Arbeiterfrage scheint in der gewerbreichen Provinz Barcelona bedenklich zu werden. Fabrikanten, welche bie von den Arbeitern aufgestellten Lohnsätze nicht unterzeichnen, werden mit dem Tode bedroht; eine Fabrik in Granollerö wurde geschlossen, weil der Besitzer den Tarif nicht annehmen wollte. In CaldaS wurde einem Tuchfabrikanten, der den Tarif nicht unterzeichnete, aber dabei erklärte, daß er fortan nur die Hälfte seiner Arbeiter beschäftigen könne, die Antwort zu Theil, daß die andere Hälfte trotzdem ihren Lohn weiterbeziehen werde. Die Be­hörden fühlen sich nicht stark genug, um dem ausge übten ungerechtferrigten Zwange entgegenzutrelen.

Perpignan, 15. Mai. Nachrichten aus Barce­lona vom 14. melden, daß der Carlistenführer Saballs mit einer 800 Mann starken Bande gestern in das Städtchen Mataro, 20 Kilometer von Barcelona ent fernt, eingedrungen ist. Die überraschten Einwohner leisteten schwachen Widerstand. Die Stadt wurde mit einer sofort zu bezahlenden Contribution von 10,000 Douros belegt und die Zollkassen weggenommen. Eine Lbtheilung Regierungstruppen ist sogleich von Barce­lona abgerückt, um Saballs zu bekämpfen.

London, 14. Mai. Durch den mit 203,339 Dollars in Gold in Plymouth eingetroffenen Dampfer »Elbe" sind folgende Nachrichten aus Central und Südamerika eingegangen: In Salvador hatten neuer­dings wiederholt Erdbeben stattgesunden, durch welche u. A. auch der Nationalpalast zerstört worden war. In Panama hat der Präsident seine Stelle nieder­gelegt, und ist an seiner Statt Cervera zum Präsi­denten ernannt. In Guatemala dauert der Bürger­krieg fort; von der Partei derReactionäre" wird bie Candidatur Cerna's um die Präsidentschaft unter­stützt. Die Grenzstreitigkeiten zwischen Columbia und Venezuela nehmen einen anscheinend friedlichen Verlauf.

Kopenhagen, 14. Mai. Das Landsthing hat in dritter Lesung die skandinavische Münzconvention angenommen. Der Finanzminister beantragte einen Zusatz, wonach Norwegen, dessen Storlhing bekannt­lich die Vorlage abgelehnt hat, der Beitritt Vorbe­halten werden soll. Denselben Beschluß hat (wie be teitg gemeldet) auch die schwedische Regierung gefaßt.

Petersburg, 14. Mai. Von dem Chef des KrasnowodSkischen Detachements der Khiwa-Expedition ist, demRussischen Invaliden" zufolge, die Meldung eingegangen, daß die Colonne am 17 /29. April in

ildvocaten durchschnitten. Weil auf seine Einwilligung nicht zu rechnen war, trotz wiederholter Verhandlung so war der alte Adam, hoffnungslos im Gefängiiiß bedrängt, zu einem noch schlimmem Ausweg überredet »erben. Der Bankier brachte all bie Forderungen an das Gut an sich, was sehr leicht war und schloß »it dem Baron einen zwanzigjährigen unkündbaren Pachtcontract ab, wonach er gegen die Verzinsung der Schulden die Güter pachtete. Nur 1 Procenl der Zinsen sollte als Amortisation angerechnet werden; kurz der Contract war ein siebensacher Riegel für die Kamille und ein Ding mit vielerlei Hinterthüren für den Bankier. Dieser war thatsächlicher Besitzer und »enn Wolfram einmal starb, fo war Alles danach -ngkthan, daß'der Verkauf sich von selbst vcllzichen äugte. Diese Schlinge war fertig; der alte Adam Küßte hineingehen, weil er nur so aus dem Gesängniß kam, und dazu feine Leibrente erhöht auf 700 wieder erhielt! Auch Alfred war nicht dagegen und dies schmerzte den Vetter am meisten. Dessen Zustimmung hatte wieder wesentlich Antonie beeinflußt, die ihren beliebten durchaus frei sehen wollte.

(Fortsetzung folgt.) j

Jgda angelangt ist. Die russische Cavallerie war bis zu dem turkmanischen Aul Alabajeff vorgedrungen und hatte in der Nähe desselben ein Scharmützel mit den Turkmanen gehabt. Die Letzteren hatten 22 Tode, von den Russen wurde ein Offizier verwundet. Tausend Kameele wurden erbeutet und viele Gefangene gemacht. Die Krasnowodskische Colonne wird Voraussichtlid am 1/13 Mai Jsyfchir erreichen, das von Khiwa 60 Werst entfernt.

Washington, 13. Mai. Edwards Pierrepoint ist zum Gesandten in Petersburg ernannt.

Nrwyork, 13. Mai. Die Modocs haben das amerikanische Lager angegriffen und vier Soldaten ge- tödtet, wurden aber zurückgeschlagen und ließen ihrer­seits 6 Tobte zurück. In Lnisiana ist die Ruhe wieder hergestellt.

Havanuah, 13. Mai. Nach amtlichen spani schen Berichten ist Jgnacio Agramonte, der oberste Führer der Aufständischen in Cuba, getödtet.

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Marburg, 16. Mai. DerFuld. Anz." läßt sich ans Berlin mittheilen: In den Kreisen der vor­mals kurhessischen Actnare herrschte vielfach bie Be sorgniß, daß die ihnen zufallenden Serviszulagen an der Entschädigung, welche sie für weggefallene Ge­bühren außeretatsmäßig beziehen, in Abzug gebracht würden, wie dies bei den vorjährigen Gehaltserhöhungen der Fall gewesen ist, so daß sie in Wirklichkeit wiederum teer anögehen würden. Sicherem Vernehmen nach hat sich die Staatsregierung bereits mit dieser Frage beschäftigt und ist zu der Ansicht gelangt, daß die Serviszulagen nicht als eine eigentliche Gehaltser­höhung anzusehen und daß dieselben daher den Actuaren auch neben ihrem außeretatsmäßigen Einkommen und ohne Abzug an demselben auSznzahlen feien/

Marburg, 16. Mai. Die mit dem Berliner Morgen- Courierzug fälligen Berliner Zeitungen sind heute wiederum nicht eingetroffen.

Kassel, 15. Mai. Am 19., 20. 21. d. M. werden in unserer Stadt bie brutschen Zuckerfabrikanten tagen unb sind denselben während dieser Zeit die hie­sigen Kunstschätze Seitens Königlicher Generalverwal tung des Königlichen Hansfivei-Comisses unentgeldlich zugänglich gemacht worden. Auch werden den Theil nehmcrn zu Gefallen die Kunftwasser der Wilhelms- Höhe nächsten Mittwoch, Nachmittags i/23 Uhr, sämmt- llch angelassen werben, während am Abend desselben Tages im Königlichen Theater Wagner'SLohengrin" in Scene gehen wird. Die Verhandlungen beginnen in den Hanufch'fchen Sälen Montag den 19. Mai, Morgens 8 Uhr. (N. K. Anz.)

Fulda, 13. Mai. Bei. dem Gewitter am vorigen Sonnabend schlug der Blitz in den Kirchthurm der benachbarten Gemeinde Johannisberg ein, sowie in die Kirche zu Bchmalnau an der Röhn, nicht ohne beträchtlichen Schaden, namentlich an dem letzteren Orte, anzurichten. . (F. A.)

Hanau, 12. Mai. Gestern starb hier der Geh. Justizrath a. D. Joh. H. Becker, früher Criminal- gcrichtsdirector in Marburg.

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Berlin, 15. Mai.

DaS Herrenhaus überwies in seiner heutigen Sitzung die Gesetzvorlage betreffs Theilnahme der Beamten an der Verwaltung von Erwerbsgesellschasien einer aus 15 Gliedern bestehenden Commission, ge­nehmigte unverändert mehrere aus dem Abgeordneten­hause herübergekommene kleinere Gesetzentwürfe und nahm schließlich die Gesetzvorlage über den Gebrauch der deutschen Sprache als Amtssprache an.

Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute in dritter Berathung die Gesetzvorlage über die Revision Cer Normalpreise. Bei der sodann folgenden zweiten Berathung des Gesetzentwurfes über die Eisenbahn- Anleihe von 120 Millionen erklärte der Handelsmi- nister Dr. Achenbach: Ein bindendes Programm einer Eisenbahnpolitik kann und will ich vor Veröffent- ichuilg des Resultates der Special - Uiitersuchungs- Commifnon nicht abgeben, ich werde dann nicht mit Worten, sondern mit bestimmt formulirteti Gesetzvor­lagen vor das Land treten. Schon jetzt' könne er aber sagen, daß er kein Freund der Jvee sei, das Eisenbahn-Concessionswesen in einer Hand zu con ccntriren. (Beifall) Die Frage, ob Staatsbahnbau ober Privatbahnbau? sei weder einfach zu bejahen, noch zu verneinen; die öffentliche Meinung neige zum Staatsbahnbau, aber der Ltaat sei nicht immer in einer so glücklichen finanziellen Lage wie gegenwärtiL unb werde künftig nicht immer in einer solchen sein. (Beifall.) An der Ausarbeitung der, gegenwärtigen Vorlage unbeteiligt, übernehme er doch die volle Verantwortlichkeit dafür vor dem Lande, dieselbe sei einer Ueberzeugung nach so nothwendig und dringlich, daß schon eine einjährige Hinausschiebung bie wich­tigsten Lanbesinteressen schädigen würde. Der Mi nister schließt mit der Versicherung, er übernehme fein

schweres Ami nur mit der Hoffnung steten unb ein­trächtigen Zusammenwirkens mit der Landesvenretung. Nachdem Richter bie Vorlage bekämpft unb Lasker bieselbe unter Hinweis auf die ihm aus der Unter» suchungscommission bekannten energischen Grundsätze des neuen Handelsministers vertheidigt hat, erklärt der Finanzminister, daß auch er bie volle Verantwort­lichkeit für die Vorlage übernehme, hervorhebend, daß financiclle Gründe gegen bie Vorlage nicht vorlägen, da Preußen über umfassende Geldmittel verfüge. 74 Millionen ständen zur.Disposition, der Antheil an den Contribtitionsgeldern werde mindestens 100 Millionen betragen, außerdem würden nicht einzelne Provinzen, sondern der ganze Staat bei den Bahn­anlagen berücksichtigt werden. Nach der Rede deS Finanzministers werden bie Linien Berlin-Wetzlar unb Coblenz Sierck bei namentlicher Abstimmung mit 251 gegen 57 Stimmen genehmigt, bann bie ganze Vorlage mit allen Commissionsanträgen und der Re­solution Kamcke'S angenommen. Ebenso wird die Gesetzvorlage über Verwendung des preußischen An- theils an der Kriegscontribution unverändert in zweiter Berathung angenommen. Nächste Sitzung morgen.

Vermischtes.

(Uuiv.-Nachr.) Prof. A. Kirchhoff von der Berliner Militär-Akademie ist zum ordentlichen Professor für den in Halle neu errichteten Lehrstuhl für Erdkunde ernannt worden.

Ernennungen, Verleihungen re.

Dem pens. Gymnasial-Oberlehrer Profeffor 0r.Flügel zu Kaffel ist ber rothe Adlerorben 4r Klasse verliehen.

Berloosungen.

Pi en, 15, Mai. Bei der heutigen Gewinnziehung der ungarischen Prämien-Anleihe von 1870 fiel der Haupt­treffer von 150,000 ft. auf Serie 2103 Nr. 17, der zweite Gewinn van 15,000 fl. aus S. 1301 Nk. 8, der dritte von 5000 fl. auf S. 2627 Nr. 12, je 1000 fl. auf S. 4232 Nr. 28, S. 4654 Nr. 22, S. 5311 Nr. 43, S. 5334 Nr. 21. Sonst wurden die folgenden Serien gezogen: 2717 2963 3557 5903 322 675 1219 5173 1297 1405 2002.

Krakauer Loose. Ziehung am 2 Mai, zahlbar am 2. November c. an. 15,000 fl. auf Nr. 17953, 3000 fl. auf Nr 1129, 600 fl. auf Nr. 3326 9637 16720 34263 und 61267.

Telegraphische Depeschen der Ober- hessischen Zeitung.

Wien, 15. Mai. Nach übereinstimmenden Meldungen mehrerer Blätter ist die Börsencreditbank allerdings für insolvent erklärt worden, jedoch erklärte die Bank, daß nicht sie, sondern ihr Agent Weißen­berger insolvent sei. DerNeuen freien Presse" zu­folge hat bie Börsenkammer von ber Bank eine be­stimmte Erklärung verlangt, diese ist aber noch nicht eingetroffen. Die Gerüchte über bie Insolvenz der CommissionSbank bestätigen sich nicht. DieNeue freie Presse" sagt weiter, daß die feit einigen Tagen ccurfirenben Gerüchte ber Jnsolvenzerklärung dieses großen Bankhauses nicht eingetreten feien, da daS Bankhaus mit Geldern, die es auf feine Liegenschaften aufgenommen habe, feinen Verpflichtungen nachgekommen sein soll.

Paris, 15. Mai. DieAgence HavaS" pu- blicirt ein Telegramm aus Rom von gestern Abend, wonach das Befinden deS Papstes bester ist. Der Papst habe die Messe gehört und einzelne Congrega- tionSbeamte in Geschäften empfangen.

Petersburg, 15. Mai. Ein Telegramm ans Odessa vom heuiigen Tage meldet, daß an der dor­tigen Börse großer Geldmangel herrsche. In Folge besten seien bie Werthpapiere gefallen unb der Dis- cont gestiegen. Die Discontirnng von Wechseln sei nur schwer zu 9 pCt. beschaffbar.

Telegraphische Cours- und Marktberichte.

Frankfurt a. M., 16 Mai. (Schluß.Course). Slaatsbabn - Actien 336, Elisabeth, Galizier Lombarden 194 , Nordwestbahn, Creditactien 299 Silberrente 63^, Papierrente, 1860t Loose 93, National-' bank 1006. Spanier 19, 1882r Amerikaner, Darmstädter Bank Effectenbank -, Kurheffen -. '

Berlin, 16 Mai. (Anfangscourse). Creditactien 172 Staatsbahn 195, Lombarden 111$, Amerik. 95.

Marburg, 15.Mai. Dem heutigenViebmarktwaren zugetrieben 1193 Stück Schweine und 26 Stück Rindvieh. Die Preise, sowohl für Schweine als Rindvieh, waren mäßiger als früher, der Handel überhaupt geringer und wurde deshalb viel unverkauft wieder abgetrieben.

Aecht kölnisches Wasser von Zra« Styria Farin«.

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531] Johan» Maria Farina in Köln.