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fkh der Republik; er empfahl, den reaktionären Chefs, s Geschichte von den Schlacken gereinigt aus dem läu-
rethe von der W-rtburg) als Erfindung der Chro- nifien des 15. Jahrhunderts nachgewiesen, deutet er die aus Nothwendigkeit hin, die tdüringisch-hessische Geschichte, wenn auch zum Leidwesen mancher Aesthe- tiker, von dem falschen Schmucke zu befreien, und schließt mit dem Wunsche, daß die Zeit nicht mehr fern sein möge, wo auch die thüringisch-hessische
Telegraphische Cour-» und Marktberichte.
Frankfurt a. M-, 15. Mai. (Schluß -Course). Etaatsbadn-Aktien 338, Elisabeth 234, Galizier 240, Lombarden 194, Nordwestbahn 220, Creditactien 303, Silberrent« 64 , Papierrente —, 1860r Loose 92, Nationalbank 970, Spanier 19, 1882r Amerikaner —, Darmstädter Bank —,Effcctenbank —, Kurheffen—.
Berlin, 15. Mai. (Anfangscourse). Credilattien 170, Staatsbahn ISO, Lombarden 111, Amerü. 95.
Thaten unserer Väter in Hellem Lichte strahlen zu lassen, das Land einer frühen und reinen Cultur in seinem Glanze und alter Herrlichkeit zu zeigen.
Marburg, 15. Mai. Sämmtliche Berliner Zeitungen und Correspondenzen sind heMe wieder einmal glicht rechtzeitig hier eingetroffen. : >. 'S.
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schafterS, worin derselbe die Zusammenkunft der beiden Laisec berichtet, auf dem hiesigen Ministerium des Neußer» eingetroffen ist. Herr v. Rsmusat brachte diest Depeschen sofort nach dem Elisse, um mit Herrn Thiers darüber zu berathen. General Le Flo berichtet nämlich darin, daß in Petersburg ein Protokoll Betreffs der orientalischen Frage und der Stellung der beiden Machte Frankreich gegenüber unterzeichnet worden sei und daß man dasselbe später Oesterreich zur Begutachtung verlegen werde. (Ist indessen mit aller Borsicht aufzunehmen. Anm. b. Reb.) Im Elisoe erregten biese Mittheilungen, welche bie Plane des Herrn ThierS durchkreuzen, große Bestürzung. Ob die Mittheilungen Le Flos begründet sind, weiß man nicht. Sicher ist, daß er solches hierher gemeldet hat. — Die hiesige Regierung beschästigt sich im Augenblick sehr viel mit der Steinkohlenfrage, und suchl nach Mitteln, um die französische Production zu vermehren. Bis jetzt liefert Frankreich ; nämlich nur 130 Millionen Quintaux Mölriques, während-"vir Industrie allein 200 Millionen verbraucht. — Alle parlamentarischen Vertreter sind für den 17.18. und 19. zusammenberufen. Die verschiedenen Deputirten sind alle aufgefordert worbefl' so schnell als möglich sich in Parts einzufinden. Es ist noch immer die Rebe von der Fusion des Christophle und der gemäßigten Linken unter der.. Prästbenlschaft Grvvi's. — bem Abmiral Tiehouard geht eS besser. Er soll sich außer Gefahr befinden.
Rom, 14, Mai. Man versichert, daß die beste Aussicht vorhanden sei, ein Einverständniß der Majo nlät bezüglich deS Klostergesetzes zu erzielen. — Der Papst hatte einen Ohnmachtsanfall und empfängt Niemanden. — Es wird schwer sein, die Zahl der Leute genau zu bestimmen, welche sich an dem öffentlichen Aufzuge vom 11. Mai mit Absicht betheiligt und nicht durch bloße Neugierde in den Strudel mit hineingerissen worden sind. Jedenfalls ist der Zug auf dem Wege vom Theater Corea bis zu den unmittelbar zum Quirinal führenden Wegen lawinenartig gewachsen, und wenn es Anfangs 2000 Personen waren, so kann die Zahl später das Doppelte und Dreifache betragen haben. „Nieder mit den Jesuiten!" «ar das Feldgeschrei, doch fehlte es auch nicht an Lebehochs auf bie Republik und aus Garibaldi. An den zum Quirinal hinausführenden Wegen staute sich die Menge vor dem dort aufgepflanzten Militär. Hier «urde daS Rufen und Drängen so schlimm, daß Feuer gegeben werden mußte. Die geringe Zahl von Verwundeten spricht am besten für die augenblickliche Wirkung. Pulver zu riechen ist der römischen Volks männer Sache nicht. Doch ist der Vorfall trotz des tragi-komischen Ausganges bedauerlich. In der Kammer ist man vernünftig genug, daS Verhallen der Regierung zu billigen. Die beiden Republikaner Doda und Cairoli konnten allerdings ihrer Parteifarbe zu Liebe nicht umhin, die Auslösung der Versammlung ungesetzlich zu finden. Lanza berief sich auf die der öffentlichen Ruhe drohende Störung. Die Regierung könne keinenfallS gestatten, daß, während die Volksvertretung über daS Klostergesetz in Bcrathung begriffen sei, der Versuch gemacht werde, eine Pression auf dieselbe auszuüben. Der ganze Zwischenfall hat indessen zu weiteren Folgen keine Veranlassung gegeben.
Madrid, 12. Mai. Das Kunststück, den Födera liSmus, d. h. die Auflösung in provinzielle Rcpublikchen, auch auf die Armee zu übertragen, bringt die erbaulichsten Dinge zum Vorschein. Zu den letzteren gehört ein Erlaß des Generals Pierrard, von dem ein Ccrrespondent der „Jndependcnce beige* meint, daß, wenn man in einem Bande alle Produkte menschlicher Dummheit zrisammensaffen wollte, dieser Erlaß in der ersten Linie einer solchen Sammlung figuriren müßte. Zn Folgendem ein Pröbchen. Der General spricht: »Als politischer Mann wie als Militair bin ich Anhänger der föderativen Republik, weil dies die einzige Regierungsform ist, welche die Menschen frei und Unabhängig macht. Ter Föderalismus ist für die Menschheit die Wiederauferstehung zu bürgerlichen Institutionen; er muß daS nämliche Resultat auch in wilitairischeu Dingen haben und in der Armee die Gewalt, daS Kommando und die Verwaltung decentrali- stren. Ich werde der nächsten Assemblee eine Reihe dvn Gesetzentwürfen unterbreiten, die in die Armee alle diejenigen Reformen einführen sollen, welche auS bem Soldaten, der heute ein Sklave ist, einen freien Vürger mit dem Vollbesitz seiner Selbstbestimmung machen". Eine saubere Schule militairischer Zucht und Ordnung. Diese Soldatenpolitik hat aber keineswegs nur die höheren Kreise in der Armee ergriffen. In Tarragona berief der „söderalistische Club der ktrmee und der Marine" eine Versammlung, Welcher Sergeanten, Corporale, Soldaten und Vürger der Stadt beiwohnten. Ein Militair-
hat der General Nouvilas auch seinerseits einen Tagesbefehl erlassen, in welchem er den General Pierrard förmlich desavouirt und erklärt, daß bie Republik burchauS nicht bie Auflösung bei Armee wolle. Pier- rarb ist auf diese Weise genöthigt worben, seine Demission zu geben, bie Exaltado's aber verlangen, daß er auf seinem Posten bleibe unb wie bie Sachen heute stehen, kann man erwarten, baß bies Verlangen erfüllt. werbe.
Stockholm, 13. Mai. Die hierher abgeorb- neten Krönungsbotschafter General Blumenthal, Fürst Liewen, Fürst Metternich, Graf Menabrca, General du Barrail sind vom Könige durch Verleihung des Seraphinenorbcns ausgezeichnet worben. '
Petersburg, 13. Mai. Nach Mittheilungen, welche ber russische „Invalide" über bie Khiwaexpe- dition enthält, hat die von Kasalinsk aufgebrvchene Truppenabtheilung innerhalb vier Wochen eine Strecke von 500 Werst zurückgelegt unb wirb sich sonach am 12./24. April in ben bukanskischen Bergen mit bem von Dshisak ausgerückten Detachement vereinigt haben. Die Avantgarbe ber erstgenanittm Abtheilung steht unter dem Befehl deS Großfürsten Nikolaus Constan tinowitsch. Dasselbe Blatt sagt, es gereiche der rüssi- schen Armee, zur großen Ehre, daß ber in militairischen Dingen so hochbernhmte beutsche Kaiser bei ber Be sichtigung der Truppentheile aller Waffengattungen das günstigste Urtheil über dieselben gefällt habe.
Marburg, 15. Mai. In der gestrigen Ber- sammlung des hessischen Geschichtsvereins erfreute Herr Dr. Poße, vom königlichen Archiv dahier, bie Mitglieder mit einem Bortrage über Thüringische Sagen. Derselbe hob in seinem sehr interessanten Vor trage namentlich hervor, baß mit ber späten Entwick lung ber kirchlichen unb politischen Selbstänbigkeit Thüringens bie erst späte Entwicklung der thüringischen Geschichtsschreibung in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts eng zujammenhing, was für die thüringische Geschichte um so schlimmere Folgen gehabt hat, als mau in späterer Zeit zur Sage griff, um ganz unverständlich gewordene Zustände historisch zu erktären Dari» ist ein Hauptgrund zu suchen, weshalb so viele Sagen und Märchen in die thüringisch-hessische Geschichte eingedrungen sind, die mit ihrem romantischen Flitter derselben zwar eine große Anmuth verleihen, aber bie historische Erkenntniß sehr erschweren. Erfurt, ReinharbtSbrunn unb Eisenach bezeichnen bie Stabien thüringischer Geschichtsschreibung Vor allem aber ist aus bem Kloster Reinhardtsbrunn ein Werk hcrvor- gegangen, welches, uns nur noch in Bruchstücken erhalten, bie Leuchte für bie genannte spätere Geschichtsschreibung geworden ist; sie wurde bie Mutter aller spätere» Chccniken, indem sie bie in den „Reinharbts- brunner Geschichtsbüchern" in ihrer ursprünglichen Gestalt aufdewahrten Sagen immer weiter ausbilden unb romaiuisiren, bis Johann Rothe aus Eisenach (Kaplan ber Lanbgräfin Anna, gestorben 1440) im 15. Jahrhundert dieselben nach Mühlbach'schem Genre zum Roman verdreht unb ausspinnt. Der Redner führte sodann bie wichtigsten Sagen, wie z. B. von ber Einwanberung ber Grafen, späteren Landgrafen von Thüringen aus Burgund und ihrer Verwandtschaft mit ber Kaiserin Gisela, vor unb wies nach, wie sich bieselben allmälig ausbildeten, wie sie in Reinhardtsbrunn mit ber Tendenz componirt feien, das landgräfliche Haus, den Stifter und die Schutzherren des Klosters Reinhardtsbrunn zu verherrlichen. Dieselbe Tendenz spiegelt sich unter anderen in den Sagen von Ludwig bem Springer (seiner Liebe zur Plaizgräsin von Goslar und ber Ermorbunz des Pfalzgrafen, seinem Sprunge von Giebichenstein u.s. w), Ludwig dem Eiserne» (Schmied in -der Ruhl unb Edelnacker) wieber, Sagen, die alle ihre weiteste Aus schmückung erst km 15 Jahrhundert erhalten haben. Ein ganzer Theil ber Sagen, wie sie uns in dem Reinhardtsbrunner Werk, ber Urquelle aller späteren Chroniken, vorlicgen, steht auf der Grenze von Geschichte unb Märchen. Eö spiegelt sich ip ihnen bie Sucht nach angenehmer Unterhaltung ab, sie verrathrn aber zugleich auch beutlich bie Art ihrer Erdichtung. Nachdem ber Redner unter anderen sodann die Haltlosigkeit ber Sage vom Eintritt bcs Landgrasen Conrad (L>über Ludwigs bes Frommen) in den deutschen Orden 1232, da ber von Friedrich mit ber gebissenen Wange (in Folge der Flucht seiner Mutter Marga-
wie Serrano unb Topete, nicht zu gehorche» unb lästernden Feuer ber Forschung hervorgehe, um bie zum Schluß eine Pelitio» an ben General Nelarke —t— mtl- -- n" —
zu Gunsten ber verhafteten Jäger vor. — Uebrigens
Berlin, 14.. Mai.
Der Reichstag hat in'der heutigen Satzung in erster unb zweiter Berathnng den Antrag Büsing unb Genossen, betreffend ben Gesetzentwurf über bie Volksvertretung in den Bundesstaaten bei namentlicher Ab- ftimmung mit 474 gegen 62 Stimmen angeiiommen^ Der mecklenburgische Minister v. Bülow bekämpfte beft Antrag, welcher von ben Anlragstellern Miquel, Karborff unb Wiggers befürwortet, von Maltzahn aus bem formellen Grunde der Jnconchetenz des Reichstages bemängelt würbe. Bei der zweiten Lesung berührte ber Abgeordnete Hausmann den Umstand, haß das Fürstenthum Lippe ohne Verfassung fei, wötauf ber Lippe'sche Bunbes - Commissär von Flottivall ihm Mangel an Muth vorwarf, weil er sich hinter ben Antrag stecke, ber auf Mecklenburg abziele. Präsident Sims'on^„Wenn ein Abgeordneter baö gesagt hätte, hätte ich ihn zur Ordnung gerufen", v. Flottwell: „Ich ziehe ben Ausdruck zurück". Abg. v. Hover- beck ^.bemerkt, baß ber Präsident ben Ordnungsruf hätte» ertheileN sollen. Prästbent Simson: „Im Landtage ist bas Disciplinarrecht des Präsidenten über ben Ministertisch unzweifelhaft, weil bie Minister auch Abgeordnete seien unb bei ber Präsidentenwahl Mitwirken können. Wo diese Wahltheilnahme wegfällt, wie bei bem Reichstage, welchem Mitglieber bes Bun- desratheS nicht angehören können, bleibt dem Präsidenten nur übrig, seine Meinung in doppelter Form auszusprechen, wie ich es that. Uebrigens lasse ich mir nicht in mein Amt Hineinreben unb würbe eventuell meiner Stelle weichen."
Das Herrenhaus setzte bie Berathung bes Ge- setzentwurfes über bie Geschäftssprache der Behörden von der heutigen Tagesordnung ab und auf bie von morgen,"'und nahm in der Schlußberathung die Gesetzvorlagen über bie Erbschaftssteuer, bie Klaffensteuer unb cloffifickte Einkommensteuer in ber denselben von bem Abgeorbnetenhanse gegebenen Fassung an. Der übrige Theil ber Tagesorb tiyng ipap arhne allgemeines Interesse. ! ' ' A “<c
Auf bie Interpellation Petrk'S im Abgeordnetenhaus, ob bie Regierung eine Vorlage über bie Vertheilung ber Grundsteuer in ben neuen Provinzen einbringen Werde, erwidert der RegierungS- commiffär, daß die Arbeiten sich aus Mangel technischer Kräfte, für die Vermessungs-Arbeiten ver- zögerten unb bie Regierung baher noch keine Vorlage machen könne.
'■ Vermischtes.
Limburg a. b- Lahn, 10. Mai. Der „Elbf. Zig." wird geschrieben: „Heute Nachmittag 5 Uhr wurde der Raubmörder Koch, der vorigen Herbst in der Nähe unserer Stadt, bei Niederhadamar, einen Kammmachergesellen ermordet und beraubt hatte, bei hiesigem Kreisgericht eingeliefert, nachdem er vorgestern in Kirn an dcr Nahe war verhaftet worden. Zwischen Oberstein und Kirn begegn.te derselbe einem reisenden Handwerksburschen aus Usingen, einem alten Kameraden aus der Soldatendienstzeit, der ihn sofort erkannte und ihn mit Nennung seines Namens begrüßte. Koch stutzte, setzte aber, von seinem Kameraden über seine Sicherheit beruhigt, mit diesem die Reise nach Kirn fort, wo der Begleiter ihn dem Arm der Gerechtigkeit überlieferte. Derselbe hat ihn denn auch hieher begleitet, um die auf die Gefangennebmunz Koch's ausgesetzte Prämie' von 100 Thalern in Empfang zu nehmend
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Telegraphische Depesche« -er Ober- hessischen Zeitung.
Pest, 14. Mai. Zn einer Conserenz aller hervorragenden hiesigen Bankinstitute ist beschlossen worden, bei den Kostenzuschüssen möglichst schonend vorzugehen, mittelst ber Zusammengeschossenen bedeutenden Baarfonds billig ausgebotene Effecten gemeinschaftlich anzukaufen unb ferner bie Nalionalbank zu veranlassen, baß die Pester Filiale ausgiebiger Wirt werde.
Gratz, 14. Mai. Der österreichische Botschafter beim päpstlichen Stuhle, Alois Baron v. Kübeck, ist heute Vormittag hier gestorben.
Bern, 13. Mai. Der Bundesrath hat heute den zwischen der schweizerischen Jurabahngesellschaft und der französischen Ostbahngesellschaft abgeschlossenen Eisenbahnvcrtrag genehmigt.