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oder der andern Confession Anstoß erregen können. Ebenso werden für den deutschen Unterricht Lesebücher auszuschließen sein, welche in der Auswahl deS Stückes einen scharf ausgeprägten confessionellen Charakter tragen." Das Ministerium beauftragt deshalb die Lehrkörper der bezeichneten Anstalten, die bisher be­nutzten Lehrbücher der Geschichte und die deutschen Lesebücher einer eingehende» Prüfung zu unterwerfen und darüber zu berichten, ob ste in Erwägung der jetzt bestehenden Verhältnisse dieselben auch ferner für benutzbar halten, oder welche Bücher sie andernfalls an Stelle derselben wünschen. Gestern sand eine Generalversammlung der Spitzeder-Gläubiger statt Bei derselben hatte der Redactcur desVaterlandes", Herr Sigl, die kaum glaubliche Dreistigkeit, sich zum Mitglied des Gläubiger-Ausschusses Vorschlägen zu lasten, da indeß die von ihm vertretenen Forderungen sich pecuniär weniger hoch beliefen als diejenigen der anwesenden Rechtsanwälte' und Notare, so mußte der journalistische Berathcr der Spitzeder von seinem Verlangen abstehen. Die Versammlung, die durchweg aus den unteren Volksklassen zusammengesetzt war, verlief sich sehr tumultuarisch, einige Male mußte mit der Abführung der Unruhestifter gedroht werden, doch war schließlich kein Eingreifen der sehr zahlreich an­wesenden Schutzmannschaften nöthig.

Ausland.

Wien, 13. Mai. Die Nationalbank benutzt ihre verfügbaren Mittel auögiebig, um den Geldbedürfnissen des Marktes zu entsprechen. Abgesehen von jenen 5 Millionen, die sie zu den von Banken und Banquier- Comits's aufgebrachten 21 Millionen beigesteuert hat, verwendete ste heute allein 5 Millionen im Escompte und 1 Million im Lombard, wobei vornehmlich den Bedürfnisten der verschiedenen Creditvercine Rechnung getragen wurde. Nachdem der HülföfondSbetrag zur Effecten Belehnung bereits überschritten ist, belehnt die niederösterreichische Escompte - Bank Effecten zu analogen Coursen. Gleichzeitig melden glaubhafte Gerüchte die bereits eingetroffene Einwilligung Seitens der ungarischen Regierung zur SuSpendirung der Bankakte. Nachdem das bis zum Donnerstag ein­geräumte Zahlungsmoratorium behufs frühzeitiger Unterscheidung Solventer von Insolvente» auf heute abgekürzt worden, damit der regelinäßige Verkehr sich wieder anbahne, herrschte heute auf der Börse große Aufregung. Verschiedene Redner besteigen die Börsen tribüne und werden theils mit Acclamation, thcils mit Zischen empfangen. Augenblicklich macht ein geachteter Coulissier den Vorschlag, vorläufig weder Differenzen zu zahlen, noch Effecten zu übernehmen, bis eine Universalregulirung eingetreten sei. Hierauf erfolgt allgemeine Zustimmung.

13 Mai. Gestern Abend hat neuerlich eine Eonferenz im Finanzministerium stattgifunden. Außer den bei den früheren Conferenzen erschienenen Ver­tretern von Banken und Firmen waren noch Epstein, Paul Schiff, Julius Goldschmidt und Mahlmann zu- gezogen worden. Der Finanzminister legte der Ver­sammlung die Frage vor, ob picht die Suspension der Bankacte durch eine Finanzoperation, welche die Verstärkung des Bankdevisenbesitzes, uns. folgemäßig eine Erhöhung der metallischen Bankbedeckung bezwecke, zu ersetzen sei. Alle Anwesenden bis auf einen sprachen

Dies neue, plastische Bild des Lebens und der Bewegung dachte an kein Aufhöxen, denn die Liebe ist Durst, Berauschung und Wahnsinn zugleich.

Wolfram störte sie nicht, er weidete sich nur, hinter ihnen auf- und abgehend, an dem Anblick, indem er murmelte:So ist's gut, so seid Ihr gebunden und gefestet. Ich dachte nur an die Güter, der Himmel der Liebe schüttete erst recht sein Füllhorn über Euch aus." v .

Aber der friedlich-feierliche Anblick, dies idyllische Stillleben sollte plötzlich von der rauhen Hand der Wirklichkeit gestört und weggewischt werden.

Kleinschmidt rogr auf seinem Gang zu dem glück lichen Gedanken gekommen, den GerichtSdiencr zu bitten, daß er mit ihm an seines Chefs Hause vorbeiging Hier traf er den Diener und ließ sich den Bankier selbst rufen, womit sich der Jrrthum aufklärte und die Rückkehr nach der Wohnung des Barons angene- ten wurde, da Wolf rote ein Märchen die Nachricht vernahm, seine Tochter sei dort. Tie Baronin kam zufällig ebenfalls nach Hause, und alle Drei trafen so ziemlich vor der Thür der Wohnung zusammen.

Die Baronin trat ein, gefolgt vom Bankier Wolf und seinem Disponenten, der schon in der Thür wieder­holt voll EiserS rief:Sie werden's sehen, mein Herr Chesl" Himer ihnen blitzten gar noch die blanken, gelben Knöpfe am blauen Rock des Gerichtsdieners.

Die Baronin, die die Liebenden noch in der Um­armung überraschte, schrie vor lauter Züchtigkeit über diesen Anblick laut aus. y£

(Fortsetzung folgt.)

ich wegen der Unmöglichkeit, rasch große Devisen zu beschaffen, gegen solche Operation aus. Das Resultat der Berathung war, daß man bei dem Anträge einer event. Suspension der Bankacte verblieb. Die Vor­bereitungen der Publicatiou dieser Verordnung sind bereite 'getroffen. Mehrere größere Blätter wollen wissen, daß die ungarische Regierung ihre Zustimmung jpr Suspension bereits telegraphisch gegeben habe. Ein eigentlicher Geldmangel besteht nicht; es bedarf nur die Wiederherstellung des gesunkenen Vertrauens, um ausreichendes Capital aus seiner Reserve zu lassen. In der gestrigen Eonferenz von Vertretern größerer Baubanken wurde auf Grund verfügbarer finanzieller Mittel die Fortsetzung der bisherigen Bauthätigkeit in gleichem Umfange für dieses Jahr beschlossen. Heute Abend wurde an der Börse von vertrauenswürdiger Seite versichert, daß von dem coalirten Bankcomite an heutiger Mittagsbörse große Summen Effecten gegen Comptant gekauft werden würden. Das Ijermin- Geschäst resp. der Arrangementsverkehr ist vorläufig istirt, bis die Ordnung einigermaßen hergesteüt ist. Die Stimmung int Börsen-Publikum ist hierauf weit ruhiger.

Der Kaiser von Rußland trifft, wie dasTele graphen Correspondenz-Bureau" meldet, am 1. Juni jier ein und wird während seines sechstägigen Auf- enthalteö im Lustschlosse Schönbrunn Wohnung nehmen. Der König von Belgien wird am 28. Mai erwartet.

Pest, 13. Mai. Der Finanzminister erklärte im Unterhause, zu der von der cisleithanischen Regierung verlangten Suspension der Bankacte seine Einwilli­gung gegeben zu haben.

Paris, 12. Mai. Der Ausgang der gestrigen Wahlen hat nur geringes Aufsehen erregt, im Elysoe wurde das Ergebniß sehr ruhig aufgenommen.Bien Public" erklärt, die Wahlen stießen nichts von dem um, was es bisher gesagt. Es bringt nochmals auf die Constitnirung einer endgültigen Regierung. Laut Lien Public" bestimmt das neue Wahlgesetz: Ab­stimmung nach Arrondissements und Listen, zwei Jahre Domicil für nicht in ihren Geburtsorten stimmende Wähler, jeder 21-jährige Bürger wird in seinem Ge burtsort als Wähler eingeschrieben und kann sofort stimmen. ThierS und Familie speisten heute beim russischen Botschafter. Rouher hat sich zur Be­rathung mit der Kaiserin nach Chiselhurst begeben. Die Provinz hat nun auch ihre Wahlen beendet, das Resultat ist, der allgemeinen Erwartung entsprechend, radikal mit Ausnahme der unteren Charente, welche einen der bonapartistischen Streber, den früheren Prä- fecten Boffinton, in die Versammlung schickt. Letzterer ist ein lebendiger Protest dieses Departemenks gegen die Handelspolitik der Regierung im Allgemeinen und die Besteuerung der Weinproducenten im Besonderen; denn die untere Charente verdankt ihr Aufblühen der Freiheit, welche Napoleon ihrem Handel, unter dem der mit Spirituosen hervorragt, gelassen hat. Die Republikaner behaupten übrigens, die Wahl Bosfin- ton's sei durch Bestechung und andere nachweisbar ungesetzliche Mittel zu Stande gekommen und wollen dieselbe beanstanden; da sie mit nicht großer Majorität, 49,900 gegen 46,500, erfolgte, ist ihr Versuch we­nigstens nicht ganz aussichtslos. Wichtiger -als diese Einzelheit, und wichtiger auch als die mit so vielem Geräusch commentirte Wahl Barodet'S, ist das Er- gebniß, welches man aus der Gesammtheit der nun­mehr beendeten Wahlen ziehen muß. ES haben am 27. April und am 11. Mai die verschiedensten De­partements von Frankreich Gelegenheit gehabt, ihre politische Parteistellung zu bekunden, Land und Städte sind gleichmäßig beteiligt gewesen; und waS sich herausstellt, ist ein überwältigender Sieg der republi­kanischen , ja, der radikal - republikanischen Meinung, Das Morbihan und die untere Charente allein wähl­ten je einen Monarchisten, und in beiden ist die Wahl stark bestritten, die Majorität gering. Es unterliegt daher keinem Zweifel mehr, daß die Mehrheit des Landes entschieden republikanisch und dem Vorgehen der Versailler Majorität feindlich gesinnt ist. Die Zunahme der Radikalen gegenüber den gemäßigten Parteien ist schon ost betont worden; seit die Dreißiger Cornmission operirte und die Regierung ihren republi kanischeu Standpunkt aufgab oder maskirte, war sie unvermeidlich. Die Verhandlungen zwischen General Manteuffel und dem Grafen St. Vallier in Betreff Verdun's sind, wie bereits mitgelheilt, rein technischer Natur und beziehen sich hauptsächlich auf die Frage der Etappenaufstellung und auf die Abgrenzung des RayonS von Verdun, für welch' letztere General von Manteuffel wegen der Schießübungen eine nicht zu geringe Ausdehnung in Anspruch nehmen mußte.

Madrid, 15. Mai. Gestern wurde hierselbft eine carlistische Verschwörung entdeckt. Die vorgenom- mtnen Haussuchungen führten zur Verhaftung von drei der Theilnahme an der Verschwörung verdächtigen j Personen. Sagasta hat gestern Abend Madrid

verlaffen. Die Wahlen werden in aller Ordnung fortgesetzt. Man rechnet, daß die Opposition 3040 Deputirte zählen wird.

London, 12. Mai. DerGreat Eaitem" hat das neue, französische transatlantische Kabel an Bord genommen und wird morgen von Sheernes in See gehen, um darauf mit der Legung des Kabels von Valencia nach Neufundland zu beginnen. Der Tele­graphenkabel zwischen Madras und Penang ist, hier eingetroffenen Nachrichten zufolge, zerrissen und die directe Verbindung mit China und Australien in Folge dessen unterbrochen.

Stockholm, 12. Mai. Die feierliche Krönung des Königs und der Königin hat heute Mittag in der Storkyrka stattgesunden. Der König legte den Weg vom Schlosse nach der Kirche, welche in ihnm festlichen Schmucke einen prachtvollen Anblick gewährte, trotz heftigen Regens zu Fuß zurück; die Königin bedienfp sich eines Wagens. Eine unabsehbare Menschen­menge war versammelt und begrüßte das königliche Paar mit enthusiastischen Kundgebungen und endlosen Jubelrufen. Die Spezialgesandten der auswärtigen Mächte, die übrigen hier accreditirten Mitglieder des diplomatischen Corps, die Mitglieder des Reichstage» und die hohen Würdenträger wohnten der Cere- monie bei. r, ?. -

Berlin, 13. Mai.

Der Reichstag hat heute die zweite Berathung des Kriegsleistungsgesetzes beendet und dasselbe in der von der freien Commission vorgeschlagenen Fassung unter Zurückstellung des Paragraphen 15 ». genehmigt. Nächste Sitzung morgen. *> " -------- 1

In der heutigen Sitzung des Abgeordneten' Hauses theilte der Finanzminister mit Bezug auf die Interpellation des Abg Virchow über die Publi­kation des Beamten-ServisgesetzeS mit, daß das Gesetz bereits allerhöchst vollzogen sei und desien Publikation unmittelbar bevorstehe. (Beifall.) Ein Schreiben ber Königlichen Staatsregierung an den Präsidenten des Hauses sprach den Wunsch aus, mit Rücksicht auf die noch schwebenden Verhandlungen über den Rücktritt des betreffenden RestortministerS die Berathung über die Eisenbahnanlelhe von 120 Millionen bis auf Weiteres von der Tagesordnung abzusetzen. Das Hans schloß sich dem Vorschläge deS Präsidenten, diesem Wunsche zu entsprechen, ohne Widerspruch an und genehmigte sodann ohne wesentliche Debatte die Gesetzentwürfe, betreffend die Reisekosten und Tage­gelder der rheinischen Gerichtsbeamten, die Erhöhung der Gebühren her rheinischen Advocatanwalte und Advocaten und die Verwcrthung der Forstnutzungen aus den kurhessischen Staatswalbungen. Zu bem Gesetze über den Ausschluß der Beamten von der Verwaltung von Erwerbsgenossenschaften beantragte Abg. Wachter (Oels) einen Zusatz, welcher in lieber» einftimmung mit dem analogen Reichsgesetz die pensio- nirten und zur Disposition gestellten Beamten von den Bestimmungen deS Gesetzes auszunehmen bezweckt. Der Minister Graf zu Eulenburg wünschte, daß man auch denjenigen Beamten, denen bis jetzt die Genehmigung zur Uebernahme von Verwaltungsstellen an Erwerbsgesellschaften igeroährt worben sei, diese Er- laubniß weiter gewähre und demgemäß dm in zweiter Lesung beschlossenen Zusatz, welcher die bisher ge- währten Genehmigungen mit dem 1. Januar 1874 aufhebt, zur Vermeidung von Härten streiche. Diese« Wunsche schloß sich Abg. Windthorst (Meppen) an, während Abg. LaSker demselben als einer Ver­letzung des Princips, das bem Gesetze zu Grunde liege, mit Entschiedenheit entgegentrat. Halte man eS für nothwendig, den Beamten größere Einnahmen zu gewähren, so möge man ihre Besoldung erhöhen, nicht aber sie auf Nebenverdienste anweisen. Der Finanzminister bestritt, daß dies die Tendenz des von der Regierung geäußerten Wunsches sei. Es handele sich nur darum, in einzelnen Fällen, in denen sich bisher aus der Uebernahme von Verwaltungsstellen bei Erwerbsgesellschaften keinerlei Jttconvenienzen her» ausgestellt Haden, die einmal gewährte Erlaubniß vor­behaltlich des Widerrufs bis auf Weitere« fortbauern zu lassen. Uebrigens werde sich die Regiemng be» Willen des Hauses felbstverstänblich fügen. Der Ge­setzentwurf wurde hierauf mit bem vom Abg Wachter beantragten Zusatz nach ben Beschlüssen der zweiten Lesung mit großer Majorität definitiv angenommen. Der Abg. Rickert referirte hierauf übet die all­gemeine Rechnung deS Staatshaushalts für 1869 nebst bem Vorbericht unb den Bemerkungen bet Ober« technungSkammer. Er wies darauf hin, daß sich bei Prüfung ber Rechnungen herauSgestellt habe, daß bet frühere Cultusminister v. Mühl et trotz eines ab­lehnenden Beschlusses des Hauses auS bem allgemeinen DispositionSfonbs seines Ministeriums in ben Jahren 1868, 69 und 70 dem inzwischen verstorbenen Unter»