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Regierung übernommen. Auch ist die von Scuiari nach Nikomedia fertig und eröffnet; von dort arbeitet man fleißig weiter und die Regierung hat sich bei dem Versuch, selbst die Strecke bis Nikomedia zu bauen, überzeugt, daß diese Weif/ die wohlfeilste und — beste ist. *

den Stadtvorstand gerichtet. — In dringenden Fällen kann die zuständige Militairbeböroe auch sonst die Leistungen direct von der Gemeindebehörde und wo diese nicht rechtzeitig zu erreichen ist, von den Leistungs- Pflichtigen in der Gemeinde unmittelbar requiriren. — Anordnungen, wie Requisitionen sind in der Regel schriftlich zu erlassen und.müssen die genaue B zcich« nunz der geforderten Leistung enthalten. — lieber die erfolgte Leistung O Bescheinigung auszustellen/ Abg. Gumbrecht glaubte in dem zweiten Alinea eine ex-

xaar wohnte am Sonnabend einer Abendgesellschaft bttm Grafen Beust an. — Der Herzog von Edinburg ist nach London zurückgekehrt.

— Die „Saturday Review",,das leitende Wo chenblatt, widmet dem Besuche des deutschen Kaisers in Petersburg eine. Betrachtung, welche ruhig und maßvoll das Ereigniß selbst Und seine Tragweite für die europäische Situation erörtert. Die „Review" gibt im Laufe ihrer Besprechung unbedenklich zu, daß der Czar seinen Oheim aufrichtig liebe und verehre. Deutschland sei Rußlands bester Verbündeter. Die Freundschaft der beiden regierenden Häuser fördere den Frieden Europä's und habe Deutschland bereits wesentliche Vorthrile gebracht. Die Schilderungen über die .Festlichkeiten in Petersburg dienen „Times", als Anhaltspunkte für eine Betrachtung über die SÄxen und Mühsale, welche die Großen der Erde zu ertragen haben: „Namentlich bei "Staats- besuchen — sagt sie unter Anderem — wird die Lage oer'Fürsten geradezu bedauernswerth. Glücklicherweise sind vergleichen Besuche meist nur kurz^ sonst wären sie überhaupt auch nicht auszuhalten' Was der deutsche Kaiser in Petersburg überstände« hat, ist ganz unerhört. Wir haben schon oft.com Strudel des Vergnügens gehört, allein das ist der wahre Mahlstrom. Daß der Kaiser Alles daS auszuhalten vermag, beweist seine jugendliche Frische, indessen muß diese Atmosphäre doch auch einen gewiffen Reiz füi sich haben, der aus der langen Gewohnheit zum Be­dürfnis; wird."

1 — Zwei englische Blätter haben telegraphische Nachrichten von einem Mordversuche erhalten, der auf den Kaiser Wilhelm gemacht worden sei. Die Mittheilung deS Daily Thelegraph verlegt den Schau platz nach Insterburg, wo ein Priester während einer Truppenrevue auf den Kaiser geschossen, aber nur den Helm getroffen habe, nach dessen Durchbohrung die kugel einen Officier verwundet habe. Nach Daily News dagegen hätte dieses Attentat in Petersburg Statt gesunden. Von einem Attentat in Insterburg kann jedoch um so weniger die Rede sein, als her tkaiser dort gar keine Revue abgehalten hat. Eine Verwechslung zwischen Insterburg und Petersburg läge nun freilich nahe; jedoch fehlt es bisher an An Haltspunkten, welche jenen Angaben zur Bestätigung dienen könnten.

PortSmouth», 12. Mai. Der Kriegsdampfer Valorons wird heute nach Cape Sooft Castle mit einer Abtheilung Marine - Artillerie uich einer Feld­batterie abgehen. Der an der spanischen Küste liegende Dampfer Barracouta 'wird sich dort dem Valorous anjchließen.

Konstantinopel, 5. Mai. An der heiligen Grabstätte. zu Bethlehem haben die sogenannten lateinischen und griechischen Christen wieder einmal die Ostern mit einer wiederholten Prügelei gefeiert. Dabei handelte es sich um nichts anderes, als um den Weg, der auf griechischem Eigenlhum zu der lateinischen Krippe sührt. Diesen Weg zu gebrauchen haben die Griechen den Lateinern erlaubt. Der Orient hat da ui Bezug auf Eigenlhum ganz seltsame An- fichten/ So micthet man z B. eine Loge zu Theater, aber der Eingang muß von jeder Person noch be­sonders bezahlt werden, wodurch man das erzielt, daß die Loge», weist leer sind. Noch sonderbarer ist es, daß, wenn man ein Haus oder Grundstück.kauft, ohne im Kaufconlract ausdrücklich auszumachen: " „mit der Luft darüber," diese Luft dem früheren Be­sitzer verbleibt, der also cbenüber das Recht hat, zu bauen, was er will, wenn er sich irgendwie einen Zugang von benachbarten Besitzern verschafft. Dieses Jahr nun hatten die Griechen den ihnen gehörigen, aber den Lateinern zur Benutzung dienenden Durch- gangsweg zum ersten Male festlich mit Lampen er leuchtet und geschmückt. Da wird nun jedes natür-. liche Menschenkind sich sagen, daß die Lateiner de» Griechen befondern Dank für die ihnen bewiesene und zu Gute kommende Aufmerksamkeit wiffen sollten, Aber nein! Gerade als ob sie etwas mur ihnen Zukommendctz gegen eine fremde Hand und Gefahr zu verlheidigcn hätten, fielen sie, von ihren Priestern nicht abgehaltcn, sondern geführt s'und angespornt. über die Lampen her und zertrümmerten Alles. Da wollte natürlich der Fanatismus der Griechen nichts schuldig bleiben: in der unterirdischen lateinischen Krippe wurde unter Kampf mit den Anwesenden, Vergeltung geübt, jedoch mehr forigeschleppt als zer­stört. Die hohe Pforte erhielt Telegramme auf Telegramme. Im ersten Rath war jchon beschlossen, selbst Truppenverstälkungen und einen außerordent­lichen Gommiffor hinzusenden. Seitdem hat aber

Berlin, 12. Mai.

In der heutigen Sitzung des Reichstags, an welcher auch Fürst Bismarck Theil nahm, richteten die Abgg. v. Dcnzin, v. Helldorf, Baron v. Minnige- rode und Wilmanns an das Reichskanzleramt eine durch mehr als 100 Unterschriften unterstützte Inter­pellation, dahingehend, ob der Reichskanzler beabsichtige, „dem Reichstage noch in dieser Session eine Vorlage zu machen, welche darauf hinzielt, bei Streitigkeiten, welche zwischen Arbeitgebern und den von ihnen zu gewerblichen oder landwirthschaftlichen Arbeiten ge­dungenen Personen über den Austritt, die Fortsetzung oder Aushebung des ArbeitSveihältuiffes entstehen, rechtswidrigen Ausschreitungen entgegen zu treten." Abg. v. Minnigerode begründete die Interpella­tion durch den Hinweis auf die in neuerer Zeit überhandnehmcnden, straflos bleibenden Contractbrüche. Die Gefahr derselben liege weniger in dem daraus erwachsenden materiellen Schaden, als darin, daß das Rechtsbcwußtsein des Volkes erschüttert werde und vorzugsweise aus diesem Gesichtspunkte sei die An­frage an die Reichsregierung gerichtet worden. Prä­sident Delbrück erklärte hierauf, daß die in dir Interpellation berührte Frage bereits die Aufmerksam­keit ’ber verbündeten RegieruugAi auf sich gezogen und dieselben veranlaßt habe, einen entsprechenden Gesetzentwurf ausarbeiten zu lassen, der demnächst dem Bundcsrathe und wahrscheinlich noch in dieser Session dem Reichstage vorgelegt werden solle. — Das Haus ging hierauf zur zweiten Berathung des Gesetzes über die Kriegsleistungen über. § 1 des Regierungsentwurfs lautet: „Von dem Tage ab, an welchem die bewaffnete Macht ganz oder theilweise mobil gemacht wird, tritt für das Bundesgebiet die Verpflichtung zu allen Leistungen für Kriegszwecke nach den Bestimmungen dieses Gesetzes ein." — Die freie Commifsson, welche den Gesetzentwurf vorbe- rathen hat, schlug hierzu folgenden Zusatz vor: „Be­schränkt sich die Mobilmachung aus einzelne Ablhei- lungen der bewaffneten Macht, so tritt diese Ver pflichtung nur bezüglich der mobil gemachten, augmen tirten oder in Bewegung ; gesetzten Theile derselben, sowie zur Herstellung der nvthwendigen Verlheidigungs- Anstalten ein. Ter Abg. Weigel, welcher als Referent der freien Commifsion fuugirte, wies daraus hin, daß die Commijsionsbeschlüsse das Ergebniß eiruS Compromisies feien, welches man zur Ver­meidung der Gefahr, das Zustandekommen des Ge­setzes in Frage zu stellen, nicht wieder uwstoßen möge. § 1 wurde hierauf ohne weitere Debatte in der von der Commission vorgeschlagencn Fassung an­genommen. Daffclbe geschah bezüglich der §§ 2 und 3 von denen der erstere bestimmt, daß die jeden­falls zu vergütenden Kriegsleistungen nur insoweit in Anspruch genommen werde» dürfen, als für die Be­schaffung der Bedürfnisse nicht anderweitig gesorgt werden kann, wähxend § 3 die Leistungen der Ge­meinden selbst näher specialisirt. § 4 lautet in der Fassung der Commission: „In welchen Fällen und in welchem Umfange die Verpflichtungen des § 3 ein zulreten haben, wird auf Requisition der Militair- behörde durch Anordnung der. nach den- Landesgksetzeii zuständigen Civilbebörde bestimmt. ES ist hierbei auf die Leistungsfähigkeit der Gemeinden Rücksicht zu nehmen. — In Städten, welche unmittelbar einer Landes- oder Provincial-Regierung untei stellt sind, werden der Regel nach die Requisitionen direct an

Kassel, 12. Mai. Die Darmstädter Bank beab­sichtigt die Errichtung einer Filiale in hiesiger Stadt. — Die nächste Sitzung deö ständischen Verwaltungs- Ausschusses wird am 15. d. M. stattfinden? Ein Hauptgegenstand der Berathungen wird die Dienst- ordnu-ig für die ständischen Beamten sein.

Fulda, 12. Mai. Bestem Vernehmen nach dr- culiren die in Fulda beschlossenen Specialerlaffe unter dem preußischen Epiöcopat zu nochmaliger Be­gutachtung.-rs ; « 7 , i| '’f j ..

der Gouverneur' gemeldet, daß es ihm gelungen, den Frieden wieder herzustellen, und daß die geraubten Gegenstände zurückerstattet find. Die Eisenbahnstrecke , ö-------------a .... .e-

vvn hier bis Adrianopek ist nun vollständig von dericeptionelle Bestimmung zu Ungunsten der kleineren

Städte zu sehen, und beantragte deshalb die Streichung desselben, das Haus trat jedoch nach längerer Dis- cusston der von den Abg. Weigel, v. Winter und Frhr. v. Stauffenberg vertheidigteu CommissionS- vorlage bei. Ebenso wurde §. 5, welcher die Gemein­den für die rechtzeitige und vollständige Erfüllung der geforderten Leistungen verantwortlich macht, nach den Vorschlägen der Commission unverändert genehmigt. Unter/Ablehnung aller zu § 6 gestellten Amendements und obschon zu §. 8 die Commissare deS Bundes- rathes, v. Vvigt-Rhetz und Graf Moltke, eindringlich die Wiederherstellung der Regierungsvorlage zur Ver­meidung unbegründeter Reclamationeii befürworteten, wurden dieselben in der von der freien Commission vorgeschlagenen Fassung angenommen. Bei §. 9 wurde die Debatte auf morgen vertagt.

Ernennungen, Verleihungen re.

Bei dem Gymnasium in Cassel ist der Lehrer Dr. Hartwig zum Oberlehrer befördert worden.

Telegraphische Depeschen der Ober- hessischen Zeitung.

Berlin, 13. Mai. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses theilt Finanzminister Camp- Hansen mit, das Beamten -Servisgesetz fei Allerhöchst genehmigt, die Publication stehe unmittelbar bevor. Ministerpräsident Graf Roon bittet mittelst Schreibens um Absetzung der heutigen Berathung der großen Eisenbahn - Anleihe von der Tagesordnung wegen schwebender Verhandlungen über den Rücktritt deS Handelsministers, Grafen Jtzenplitz. Das Haus stimmt zu und nimmt dann eine Anzahl kleinerer Gesetzent­würfe in dritter Berathung an.

Rom, 12. Mai. In der heutigen Vormittags­sitzung der Deputirtenkammer fand eine längere Erör­terung der gestrigen Ereignisse statt. Der Minister» präsivent Lanza legte die Gesetzlichkeit des MeetingS- verbots dar und fügte hinzu, daß, während das Par­lament das Klostergefetz berathe, die Regierung einen Pressionsversuch nicht dulden könnet Minghetti er­zählte, daß er von den Demonstranten infultirt wurde, weil er für 'den RezierungScntwurf sei. Nachdem noch mehrere Redner für ein energisches Vorgehen der Negierung gesprochen, wurde der Zwischenfall ge­schlossen. Die Stadt ist vollkommeü ruhig.

Rom, 1!?. Mai, Abends. Der König verlangte einen detaillirten Bericht über die gestrigen Ereignisse. Die Regierung hat energische Maßregeln ergriffen, um jeden Versuch einer Ruhestörung zu unterdrücken. Auch wurden noch Verhaftungen vorgenvmmen. Die gestern verhafteten Individuen gehören dem Arkeiter- stande an. —•" Tie Kammer fetzte des Mends die Berathung über daS Klostergefetz fort. Nach der Sitzung demostrirten einige vor der Kammer ver sammelte Individuen gegen mehrere Deputirte.

Madrid, 12. Mai. Nach den bisher bekannten Wahlrcsultaten des ersten Wahltages sind 138 Fö­deralisten, 9 Radicale, 2 Couservative, 1 Alphonist und ein unitarischer Republikaner gewählt worden. Die Wahl von etwa 350 Föderalisten und 40 Oppo- sitiousabgeordneten aller Parteien wird Allgemein als Gesammtresullal der Wahlen' erwartet.

London, 12. Mai. Im Oberhaufe bestätigte Lord Granville, daß die Sendung Sir Bärtle Frere's überall Erfolg gehabt habe, ausgenommen in Zanzi­bar und Hultar. — Das Oberhaus wird vom 27. d. bis zum 9. Juni, das Unterhaus vom 27. d. bis zum 5. Juni Ferien halten.

Telegraphische Cours- und Marktberichte.

Frankfurt a. M., 13 Mai. (Schluß-Course). Staatsbahn - Aktien 328 , Elisabeth —, Galizier —, Lombarden 187, Nordwestbahn —, Creditactien 291, Silberrente82z, Papierrente—, 1860t Soofe —, National­bank 950, Spanier 19^, 1882r Amerikaner —, Darmstädter Bank—, Effectenbank —, Kurheffen —.

Berlin, 13 Mai. (Anfangscourse). Creditactien 175, Staatsbahn 191, Lombarden 111, Amerik. —. ,

Frankfurt, 12. Mai. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Viele auswärtige Händler waren am Platze. Angetrieben waren 340 Ochsen, 160 Kühe und Rinder, 240 Kälber und 300 Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. p.Ct. 42fl. Kälber l.Qual.p.Ct. 40 fl.

- 2. . - . 36-40 - - 2. - . - — .

Kühe l. - - . 37 - Hümmel 1. • . < 36 »

-2. - . - 35 - . 2. . - . — .

Frankfurt, 12. Mai. (Fruchtbericht.) Heutige Preise: Mehl Nr 1 27 fl., Nr. 2 25z fl., Nr. 3 24 fl., Nr. 4 21 fl, Nr. 5 15J fl. Roggenmehl 'f, (Berliner Marke) 16z fl., do. II. (BerlinerMarke) 10‘t fl., Weizen effektiv hiesiger 17sj fl., bayer. —, ungar. —. Roggen 11^ fl., Gerste 12$—13 fL, Hafer 8|—9J fl., Kohlsamen 20 fl., steigend, Erbsen 10 dis 11 fl., Wicken 9z fl., Linsen 10—14 fl., Rüböl 44 fl. Stimmung im Verlauf des Marktes ermattend. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht — 100 Kilo.) Weizen ab unserer Umgegend 17z —t fl., fremder aus Lachsen und Thüringen 17 —^.fl-, Californier >7j fl Umsätze mäßig. Französischer Roggen llfc fl., Odessa 10| fl.