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liegt im Interesse München'S selber, daß dies bekannt wird, und wenn der Eine und Andere durch Schaden klug oder doch vorsichtiger wird, so kann damit'auch der Gesammlheit nur gedient sein. Man hört auch nicht, daß anderswo, wo die gleichen Ursachen zu den­selben Wirkungen führen, ein Theil der Börsenwelt so verzweifelt thut, als bei unS, wo — wir wieder­holen eS — man sich zwar den Magen etwas über­laden hat, aber die ganze Constitution doch gesund ist.

Äuälmtii.

Pari-, 6. Mai. Bien Public dementirt aufs förmlichste, daß Unterhandlungen wegen früherer Räumung Verdun's stattfiflben. Solche Gerüchte seien nur in Umlauf gesetzt, damit man später sagen könne, di« Regierung hab« einen Mißerfolg gehabt. — Der größere Theil der französischen Handels­kammer sprach sich gegen die neuen Handelsverträge aus. Die Einen finden die Zollgesetze zu hoch, die Andern zu niedrig. — Die neuen republikanischen Deputaten werden bei dem Wiederzusammentritte der Kammer ein Manifest ertasten, welches die Unverletz­lichkeit des Stimmrechts, die Auflösung der Versamm­lung und ein allgemeine Amnestie verlangt. — Bien Public sagt: Der Ministerrath berieth gestern über die constilutionellen Gesetzentwürfe, die der Kammer nach ihrer Rückkehr vorgelegt werden sollen. Die Behauptung, daß über die Auflösung der Kammer berathen worden sei, ist falsch.

Lissabon, 6. Mai. Zahlreiche spanische Staats­männer, radicale und conservative, wie Figuerola, Sardoal, Gandara, sind hier eingetroffen. Mehrere hielten in ElvaS an, um Zorilla zu begrüßen.

Loudon, 7. Mai. Der Dilke'jche Antrag be­treffs anderweiter Vertheilung des Wahlrechts für England, Schottland und Irland ist vom Unterhause mit 268 gegen 77 Stimmen abgelehnt worden.

Kopenhagen, 3. Mai. Heute Nacht ist nach eilsstündiger, sehr erregter Verhandlung im Folkcthing die Abstimmung darüber erfolgt, ob dem derzeitigen Ministerium die Steuern zu verweigern seien. Da der Schullehrer Berg, der Sprecher des Ausschusses, heute in Familienangelegenheiten verreisen muß, hat man ausgehalten, um die große Frage zum Abschlüsse zu bringen Gegen Mitternacht kam es zu eimm leidenschaftlichen Zusammenstoß zwischen dem ehemals national-liberalen Mitgliede der Linken Tauber und dem Cultus-Minister Hall. Ersterer griff in starken Ausdrücken das Ministerium von 1863 an, dessen Vorsteher Hall gewesen. Hall trage die Schuld an dem Verluste Schleswigs, dessen Verwaltung „der Freunde und der Feinde Herzen von uns abgewendet habe;" eS sei eine Beleidigung des dänischen Reichs­tages , und des dänischen Volkes, daß die Männer, die deS Vaterlandes Unglück herbeigeführt hätten, wieder in der Regierung zusammengekommen seien und

Telegraphische Cours- und Marktberichte.

Frankfurt a. M., 8 Mai. (Scklutz - CourleL Ätaatsbahn - Actien 355%, Elisabeth 257j, Galizier 2364, Lombarden 2034, Nordwestbahn 229, Eredilaciien 338!,, Silberrente 664, Papierrente —, 1860t Loos- 944, Rativnw- bant 985, Spanier 184, 1882r Amerikaner—, Darmstädter Bank—, Effectenbank —, Kurhessen —.

Berlin, 8 Mai. (Anfangöcourse). Creditactien 1934 Vtaatsbahn 203|. Lombarden 116J, Amerik. 9ö|.

Wien, 8 Mai. (Anfangscourse). Creditactien 327.00, Lombarden 190.20, Napoleons 8.73.

sehen, wie halberwachsene Mädchen erscheinen, sind in der Thal 21 Fuß lang, haben also das Vierfache der gewöhn­lichen Lebensgröße. Während der Eröffnungsfeierlichkeit waren doch im Momente, da die Majestäten erschienen, über 7000 Menschen darin versammelt, und dennoch gab es da Lichtung von 20-30 Klafter Länge und 5-6 Klafter Breite Der coloffale Löwe, der einen Ausstellungsgegenstand der Pariser Abtheilung bildet, der mit dem Piedestal gewiß die Höhe eines respectablen Hauses hat, sah gar nicht imponi- rend aus und muthete wie ein eigens zur Decorirung der Rotunde gearbeitetes Versetzstück an. Die außerordentlichen Dimensionen der großen und jene der kleinen Laterne, die großartigen lichten Arcaden mit den riesigen Fenstern sind auch die Erklärungsgründe dafür, daß es selbst bei Regen- welter in der Rotunde so hell ist . daß man sogar mit Blei geschriebene Notate ganz gut und ohne besonders die Seh­kraft anzustrengen lesen kann. Dabei wirkt diese gewaltige Größe nirgends Plumb und drückend-

London, 5 Mai. Heute wurde eines der großartigsten Hotels, wenn nicht gerade das großartigste im ganzen ver­einigten Königreiche hier eröffnet. Es ist dies die Haupt- clleubahnstatlon der Midland Railway Company, und das gigantische nach Zeichnungen Sir Gilbert Scott's errichtete Gebäude kostet mehr als 350,000 L- Von der Pracht des Innern kann man sich einen Begriff machen, wenn man be- denkt, daß für das Mobilar nicht weniger als 150 000 L oöer netto eine Million Thaler verausgabt wurden. Das H°^l soll 600 Gaste zu gleicher Zeit beherbergen können Die Küche ist gänzlich einem Deutschen, Herrn Etzenberger anvertraut worden, der sich durch seine vortreffliche Leitung des Hotels Victoria in Venedig bekannt gemacht hat “

lich verbinden, die ich liebte und ich fand die Ban- kierslochter, die bereits einem Andern versprochen ist."

„Aber die Sache ist nicht fest, die Tochter kann den Ladendicner nicht aus stehen!"

„Doch der Bankier mit seinem Haß gegen den Adel und seiner Verachtung gegen uns,, dann meine Mutter, o Himmel, Sie nennen Sie!" -

„Larifari mit dem Bankier und was würde wohl die reinblütige Gräfin zu Deiner Liaison mit der RectorStochter gesagt haben?"

„Da war mir wenigstens der Lehnkonnex nicht hinderlich; waren die Güter verkauft, so brauche ich die Einwilligung meiner Eltern im Nothfall nicht, denn ich bin majorenn."

„Nun höre Alfred, werf einmal die Flinte nicht Sleich in's Korn!" sagte bedächtig der Vetter. „Du liebst die Bankicrstochler und sie ist Dir geneigt."

„Mir geneigt?" fragte rasch der Liebende, „woher wissen sie daS?"

„Na, das wäre! Als ob man so Etwas nicht werken sollte! Siehst Du, das war mein einziger Wunsch, daS war gewissermaßen das Hauptstück von der ganzen Geschichte. Nun will ich Dir helfen uns wenn es Kopf und Kragen kostete!" schloß er ent schieden.

„Aber wie?" fragte Jener zweifelnd.

„Das geht Dich nichts an," entgegnete Wolfram Und drängte feinen Neffen nach dem Saal zu. „Be­schäftige Du Dich nur mit dem Gegenstand Deiner wünsche, tanze mit ihr nach Herzenslust und unter­halte sie hübsch artig und fein. DaS Andre laß weine Sorge sein." Damit schob er den Jüngling w den Saal, während er im Nebenzimmer sinnend u»s und ab schritt. „Ja, meine Sorge, was fang ich an?" überlegte er. „Helft mir List und Jntrigue! ~a ist dieser Tölpel von Ladenhüter, der den Vogel schon unter der Mütze hat, da ist der feine Bankier,

ist die gräfliche Muhme mit ihrem Ahnenlic. Haha! das wird einen schönen Sturm geben.

(Fortsetzung folgt.) |

Ernennungen, Verleihungen rc.

§Eaatsanwalts-Gebülfen sind ernannt: Der ®e- nchtsaffeffor Sporleder bei der Staatsanwaltschaft deS Kreisgerichts in Hanau, und der Gerichtsaffeffor Goebell bei der Staatsanwaltschaft des Kreisgerichts in Kassel L*r- ^"nian.n, Unterarzt vom 2. Garde-Dragoner-Regt. 'st unter Versetzung zum Hess Feldartillerie-Regt. Nr. 11 rum Assistenzarzt ernannt worden.

Die Pfarrei Oberelsungen in der Klasse Zierenberg ist dem bisherigen Pfarreiverweser Ernst Albert Grau zu Nordshausen übertragen worden. Dem Pfarrverweser Georg Ludwig Hartwig zu Lischeid ist die erledigte Pfarrstelle zu Immichenhain in der Klaffe Neukirchen, verliehen worden. - Dem Kreis-Physikus 0r. Friedrich Fuhrhans zu Geln- haulen ist der Charakter als Sanitätsrath verliehen worden. “ Gartengehülfe Miß zuMlhelmshöhe istzumOber- gehülsen für die Anlagen und Pflanzengärtnereien daselbst ernannt worden. — Der Sergeant vom 2. Westphal. Inf. Regiment Nr. 15, Carl Wilh. Daniel Sachsenberg ist zum Kreisboten bei dem Königl. Landrathsamte in Rinteln bestellt worden. - Der Aufseher Friedrich Heise ist zum Werkmeister bei den Königlichen Strafanstalten in Kassel bestellt worden. "

Berloosunge».

•rfle09>Ic^l^Soofe- Ziehung am 1. Mai Haupt- Ä™ j‘S fr'“”' *'• -----

Zahlung vom 1. October 1873 ab in Gold oder zu dessen Tagesconrse in Berlin bei den Bankhäusern H. C. Plaut u Co. Nr. 4823 100,000 Fr, Nr. 64879 und 96880 je 2500 Fr-, Nr 34352 56780 100307 und 110382 je 1000 Fr -Ar. 4995 5205 8603 12910 17708 25662 48139 64767 69546 83068 88012 97618 und 103996 je 500 Fr.

, .^OO-Fr.-Loose der Stadt Verviers vomJahre 18 73. Ziehung am 1. Mai. Auszahlung am 1. Mai 1874. Nr. 66355 25.000 Fr., Nr. Nr. 65429 500 Fr. Nr. 37787 53612 und 66135 je 300 Fr., Nr. 31522 und 52644 ie 250 Fr., Nr. 49149 89484 und 52314 je 200 Fr Die übrigen gezogenen Nummern erzielten einen Gewinn von ie 125 Fr. *

Telegraphisch- Depesche« der Ober, hesfische« Zeitung.

Köln, 7. Mai. Dec „Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet: Die gestrige Annahme des Zweimarkstückes wird dem Fehlen vieler Mitglieder der Rechten zugeschrieben und in Lundesrathskreisen sehr ernst aufgefaßt, doch wird der Bundesrath erst nach Beendigung der dritten Lesung des Münzgesctzes in der Frage Beschluß fassen. Der in zweiter Lesung gefaßte Beschluß des Reichstages über die Papiergeld­frage hat für jetzt keine Aussicht auf Annahme im Bundesrathe. Eine schließliche Verständigung über das ganze Gesetz auf Grund neuer Vorschläge des Bundesraths ist keinesweg ausgeschloffen.

Wie», 8. Mai. In einer gestern Abends statt- gehabten Conferenz von Vertretern von 15 Banken wurde dieZusammenschießung eines namhaften Betrages beschlossen, um eine weitere Papierentwerlhung hintanzu ! falten.

Rom, 7. Mai. Die gestrigen allarmirenden Ge­rüchte über den Gesundheitszustand des Papstes be­tätigen sich nicht Das Befinden desselben ist zwar noch immer schwankend, hat sich aber nicht verschlimmert.

• Vermischtes.

sUniv. - Nachr.j Prof. vr. H a y m in Halle wurde zum Rector der baftgen Universität für das nächste Univer­sitätsjahr (12. Juli 1873 bis dahin 1874) erwählt. - Staats­anwalt Dr. jur. Fuchs in Breslau, der im,Herbst v. I. einen Ruf nach Basel als Professor des Strafrechts abge- lehnt hatte, ist nunmehr zugleich zum außerordentliäwn kofeffor in der juristischen Fakultät der königl. Universität Breslau ernannt worden.

Beckum, 1. Mai. In voriger Woche wurde in der Nähe des Dorfes Enniger ein scheußlicher Mord an einer Kötterstochter begangen. Dieselbe verließ Abends ihr elter­liches Haus, um zu dem zehn Minuten entfernten Dorfe zu geben. Am nächsten Tage sand man sie mit vielen Wunden bedeckt tobt im Bache neben bem Wege liegen. Der Mürber ist bis jetzt noch nicht entdeckt. Die Königliche Regierung ;at eine Prämie von 100 Thalern auf die Entdeckung des­selben gesetzt.

— Die Rotunde des Ausstellungs-Gebäudes in Wien 'st über 40 Klafter hoch: jeder Pfeiler, welcher die so ge- wichtige Decke trägt, ist so umfangreich, das man ein kleines Sommerhäuschen darin unterbringen könnte. Von dem Parterre aus gesehen, erscheinen bie Menschen auf ber ersten l Galerie schon wie Zwerge; die Victorien, welche die Felder

dem Volke Trotz böten. Hall, der in seiner Entgegnung | bet Juteverkleidüng der Decke schmücken, die von unten ge« auf die großen Schwierigkeiten der damaligen Sage Hlii> und auf den Beifall, den die damalige Regierung im Volke gefunden, aufmerksam machte erklärte, daß er Tauber's Aeußcrung, er habe das Unglück des Vater­landes zur Einschränkung der Freiheit benutzt, mit tiefer Verachtung zurückweise. Da diese Äußerung von den zahlreichen Zuhörern mit großem Beifall au

genommen ward, ließ der Vorsitzende Krabbe eine Viertelstunde Pause eintreten und zugleich die Tribüne räumen, weil das Publicum durch laute Meinungs­äußerung einen Druck auf den freien Gang der Vcr- Handlung auszuüben gesucht habe. Nur die Steno­graphen und die Zeitungsreporter durften dem weiteren Verlaufe der Sitzung beiwohnen. Schließlich ergrif Berg das Wort und mahnte alle Parteigenossen zum festen Zusammenstihen: daS Finanzgesetz solle und müsse verworfen und daS Ministerium so zum Rück­tritt gezwungen werden. Aber die jüiländischen Bauern, als deren Hauptsprecher der geistvolle Termansen erst- mahnend auftrat, wollten diesmal nicht Ordre pariren. Gegen 2. Uhr kam es zur Abstimmung unter Namens­aufruf. Sämmtliche 100 Abgeordnete waren zur Stelle, jeder stimmte mit; das Finanzgesetz wurde von 61 (gegen 39) Stimmen angenommen.

Petersburg, 5. Mai. Bei dem gestrigen Diner im Nicolaisaale trank der Kaiser von Rußland auf das Wohl „feines besten Freundes, des deutschen Kaisers." „Unser Freundschaftsband, von den Eltern herstammend, hoffentlich auf die Kinder übergehend, giebt die beste Garantie für den allen erwünschten Frieden Europa. Gott erhalte Ew. Majestät viele Jahre, lasse Sie in Ruhe und Frieden den wohlver bienten Ruhm genießen. Dies sind meine innigsten Wünsche." Der deutsche Kaiser dankte für die er­lauchten Worte, die auf immey seinem tiefgerührten dankbaren Herzen eingeprägt seien, eine gleiche Dank­barkeit habe er auszusprechen für den ihm bereiteten Empfang. „Die Wünsche und Gefühle Ew. Majestät sind auch die meinigen, der Allmächtige schenke ihnen Erfüllung zu unserer Völker-, zu Europa's Friedens- wohle."

Konstantinopel, 6. Mai. Seid Effendi, Statthalter von Atchin, ist mit einer außerordentlichen Mission vom Sultan von Atchin betraut, hier ange­kommen, um die Vermittelung der Pforte bezüglich des zwischen dem Sultan von Atchin und den Holländern bestehendeit Conflicts zu erbitten. Die Regierung ver­wies 140 Perser aus dem Lande, welche an den letzten Unruhen lheilgenommen hatten.

Bukarest, 7. Mai. Die umlaufenden Gerüchte von der beabsichtigten Abdankung des Fürsten Karl werden osficiös aufs Entschiedenste dementirt. Der Fürst wird sich demnächst zum Besuche der Weltaus­stellung nach Wien begeben. — Der Minister des Aeußern, Costaforu, hat seine Entlassung gegeben; derselbe geht als politischer Agent nach Wien an Stelle Earps, welcher nach Rom versetzt worden ist.

Newyork, 7. Mai. Die Unionstruppen von Neworleans haben Befehl erhalten, den Sleuerem- rfängern hülfreiche Hand zu leistW. — Der Wider- tand der Bevölkerung von Louisiana dauert fort. Waffenläden sind geplündert worden.

Fulda, 3. Mai. Heute Vormittag sind sämmt-i iche preußische Bischöse abgereift und fo ist die ganze Zusammenkunft derselben spurlos an dem Publikum vorüber gegangen. Nur diejenigen, welche die Früh­messe in der Domkirche besuchten, wurden eigentlich etwas von dem bedeutsamen Ereignisse gewahr, und hier war es namentlich die imponirende Gestalt des lolnischen Erzbischofs-Primas, welcher aller Blicke esselte. Derselbe zeichnete sich durch seinen purpurnen -)alar und den goldenen Sporen — er gehört näm­lich den wenigen Trägern des päpstlichen Sporen erbens an — von seinen übrigen College« aus.