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der Präfekten und der Geistlichkeit gelegt wurde, war iS mit seiner Lchrer-Carriere im Staatsdienste derbe, er wurde abgesetzt. Er eröffnete eine Privatschule Cuisery; dort war er nach dem Staatsstreiche nebenbei sehr thätig, gefährdete Demokraten über die Grenze zu schaffen. Später gab er seinen Unterricht ganz auf, wurde Buchhalter bei einem Mechaniker in Lyon und seil 1869 Direktor einer Feuerversicherungs Gesellschaft. AuS dieser Stellung nahm ihn die Zeii der Commune, um ihn zum Maire von Lyon zu machen. Was ihm seine Gegner stets voiwerfen, ist, daß er das Schutbudgel der Stadt Lyon von 400,000 aus 1,100,000 Fres. gebracht, und zwar, wie bekannt, durch seine Vorliebe für den Laienunterricht. Ob ihm das als Verbrechen anzurechnen sei, möge der Leser selbst beurtheilen. — Die Legitimisten der Na tionalversammlung gehen mit dem Plan um, Thiers zu Maßregeln gegen die Radiealen zu drängen und falls er sich nicht bekehrt, ihm bui Prozeß zu machen und ihn hinter Schloß und Riegel zu bringen; die »energischen Conservativen" glauben in diesem Falle der Armee sicher zu sein. Da ThierS weiß, was ihm eingebrockt wird, so .müßte er mehr als leichtfertig sein, wenn er nicht danach' seine Maßregeln träfe. Eins freilich ist vorbei, die Zeit de« Heuchelns und und Schmeichelns; der Augenblick naht, wo es gilt, Amboß oder Hammer zu fein.

; Rom, 2. Mai „Opinione" meldet: Das Mi- »isterium riech dem Könige an, Pisanelli zu berufen und denselben mit der Neubildung des CabinxlS zu beauftragen. Pisanelli machte geltend, daß daS Kam- mervotum, welches die Krisis herbeigeführt, von rein administrativer Natur sei. — Der König hat den beabsichtigten Besuch bei der Kaiserin von Rußland in Sorrent verschoben.

Bayonne, 1. Mai. Das Gerücht, Santa Cruz sei erschossen worden, ist nicht wahr. Er hat gestern dm Commandeur der Freiwilligen von Astigarroya ausgefordert, den Ort zu räumen.

London, 2. Mai. Das Unterhaus fuhr gestern in der Diseussion des Antrages Smith fort, die Re­gierung aufzufordern, daß sie ihre Stellung zu den Staats- und Lövalsteuern angebe, bevor sie eine Ver­minderung der iNdireelen Steuern beschließe. Nachdem Disraeli und Gladstone gesprochen, wurde der An­trag unter dem Beifall der ministeriellen Mitglieder des Hauses verworfen. — Das Oberhaus genehmigte die Bill, durch welche der Ober-Appellationsgerichtshof eingesetzt wird.

Haag, l.! Mai. Der Minister der Colonien theilt in der heutigen Sitzung der zweiten Kammer eia Telegramm des .General-Gouverneurs mit, in welchem gemeldet wird, daß nach einem telegraphischen Berichte des Regierungseommissars vom 25. April die^ Truppen nicht mehr durch den Feind beunruhigt worden seien; auch'scheine das Einschiffen Schwierig leiten zu bieten. — Die zweite Kammer hat heute mit 61 gegen 4 Stimmen den Verträgen mit Belgien über Kapitalifirung der veräußerlichen Rente, über Benutzung holländischen Territoriums bei dem Bau

Hauau, 27. April. Der „Frankfurter Presse" wird von hier geschrieben: In dem Börsenbericht vom 26. d. M. des „Franks. Journals", Hauptplatt Nr. 116, lesen wir zu unserm nicht geringen Befremden und Selbstbewußsein, daß das aus der Pust geriffene Gerücht eines Hanauer Tumultes die Ursache einer Börsen - Baisse gewesen ist. Der seither ungeahnte a-ichtige Einfluß, welchen sonach unsere Stadt auf die für die europäischen Course maßgebende Frankfurter Börse übt, gibt denn auch einem sonst schlichten und bescheidenen Bürger Hanaus den Muth, Ihnen einige Zeilen über unsere hiesigen Verhältnisse zugehen zu lassen, damit die Frankfurter Börse und mit ihr die europäische Finanzwelt sich keinen weiteren Täuschungen über die politische Bedeutung, so wie über Ursachen und Wirkungen der „Bierkrawalle" hingebe. Hierorts hat sich nämlich der landesübliche „Bierkrawall" in äußerst harmloser und unpolitischer Weise vollzogen. Tumult- los, ohne Schutzleute oder Militär, zu iucommodiren, hat man, nicht in „krawaller" Manier, sondern in ächt kausmännischer Weise, die Waare da nicht ge­nommen, wo man sie zu lheuer fand; man hat ein­fach diejenigen Wirthschaften nicht besucht, in welchen ein Aufschlag Statt gefunden hat, und übel oder wohl mußten die „Aufschläger" zum alten Preis zurück­kehren, um ihre Wirthschaften zu Gunsten der „Nicht­aufschläger" nicht leer stehen zu sehen. Um so mehr war man hier erstaunt, daß auswärtige Blätter, namentlich durch Frankfurter Correspondenten, von der unserer Bevölkerung gänzlich unbekannten und da her auch mit Recht angezweifelten Thalsache Keuntniß zu erhalten, daß der Frankfurter „Bierkrawall" haupt- fächtich durch Hanauer Arbeiter in Seene gesetzt worden sei. Um uns nicht mit fremden Federn zu schmücken, wollen wir daher auch die uns so selbstlos zugedachte Ehre dieser Unternehmung weder ursurpiren noch über­nehmen, obgleich eS uns mit stolzem Selbstbewußlfein erfüllen könnte, für Frankfurter wichtige Creignisse, für „Krawalle" und Börsen Baisse, als die bewegende, wenn auch nur vermeintliche Triebfeder zu gelte».' Uebrigens sollen dem Vernehmen nach am Tage jener tauen Börsenstimmung (am 26. v. M.) wirklich ei» Dutzend Leute die Absicht gehabt haben, auf dem hie- igen Markte wegen der hohen Butterpreise Seandal

zu machen, und siehe da — die Frankfurter Course tnd, wie in dem Sensation erregenden Börsenberichie des „Franks. Journals" deutlich zu lesen ist, ins Sinken geralhen. Zur Beruhigung beeilen wir uns jevoch mitzutheilen, daß unsere Schutzleute nirgends aus Widerstand gestoßen sind, und freudig soll'S ver­kündet sein: „Lieb Vaterland magst ruhig fdnl"

I Ev.-luth. Gern.: 1) Frau Elisabeth Weber geb. Areularius, des verstorbenen hiesigen Bürgers und Schuh- machermeisters Jacob Weber hinterlassene Witwe, 75 I. 4 M. u. 9 T. alt. 2) Der Maurer Johannes Nick'ol 111. ,u Ockershausen, 56 I S M. u. 12 T. alt.

St. Eli sa b. -Gern : Ludwig, des Maurers Johanne- Rabe von Marbach S-, 7 I. I I M. u. 6 T. alt-

ü Berloosungen.

7 München, 30. April. Bei der heutigen Gewinn- Zlehung des baierischen Prämien-Äntehens von 1865 gewann Ar- 101999 175,000 ft., Ar. 147314 28,000 fl., Nr 105041 10,500 fl., Nr. 5578- 2b00 fl, Nr. 86718 157630 611 r-7 und 101988 je 1400 ft., Nr- 49997 88474 25639 107125 J05027 14730? 25626 123993 je 700 fl.

■önfarefter Prämien-Anleihe. Bei der am 1. Mai in Gotha stattgehabten Ziehung fiel der Haupttreffer Don 100,000 Frcs auf Nr. 15 der Serie 3342: 25 O K) Frs- fielen auf Nr. 95 der Serie 4376 ; 5000 Frs. auf Nr. 71 der Serie 1549. Gezogene Serien: 508 715 1069 1484 1549 1671 3158 3342 3395 3521 4044 4376 4725 5257.

das Gros des orenburgischen Detachements vom Em-l baposten in der Rötung auf den Abugirgolf am 30 März ausgerückt. Das Vorrücken der vier Tage früher abmarfchirten Avantgarde wurde durch große Schneemassen gehemmt. — Kaiser Wilhelm hat bei dem Geburtsfeste seines kaiserlichen Neffen den wäh­rend seines hiesigen Aufenthalts ihm als Ehrengeleit beigegebeuen Offizieren hohe Orden verliehen, nament lich dem Fürsten Suwarow den Schwarzen Adler- oroen. Zu Mittag war heute Familiendiner beim Großfürsten Michael. Am Abend findet ein Ball im Petersburger Adelselub statt

Washington, 1. Mai. Die Staatsschuld hat sich im April d. I. um 2,248,000 Doll vermindert Im Staatsschatz besinven sich 76,976 000 Doll. Gold, i 2,998,000 Doll. Papiergeld. , i

Ev.-ref. Gern.: I) Wolf Heinrich Otto, des König! r-verst a. D. Johann Conrad Darap-ky S. 2) Johann Heinrich, des Schuhmachers Heinrich Kißling S , . 'luth. Gern: 1) Johanna, des hiesigen Töpfers Heinrich Müller T 2) Juliane, des Ackermanns Nicolaus Leiz zu Ockershausen T. 3) Richard, unehelich.

Gestorbene.

i Ev-.'ref. Gem.: 1) Johann Wilhelm Leister, Beisitzer und Bleicher dahier, 47 I. 9 M u. 13 T. alt. .2) Georg Ä' ^ti^^^^l7---r-t°rSSetedrich Wilhelm Ludwig

der Eisenbahn von Antwerpen nach Gladbach und über Aushevuug des von Belgien aus hölländische (oe Wirte) Spirituosen gelegten Zollzuschlags ihre Zu­stimmung eriheilt.

Christiania, 28. April. Der bekannte Dichter Björiipjerne Björnson hat neuerdings wieder über sein Lieblingsthem», die Herstellung eines beffereti Belhältnissis zwischen Deutschland und dem skandi. »avischen Norden, vernehmen lassen. Die Provinzial zeituiig „Oplandenes Avis" bringt von ihm einen Artikel, der die Chaneen des angeblich unvenneivtichen Kampfes zwischen den Germanen und den verbündeten Romanen und Slaven und die von Dänemark bei Metern Kampfe einzuschlagenden Politik behandelt. Rach Herrn Björnfon's Meinung muß Dänemark w diesem Kampfe unbedingt die Partei Deutschlands ergreifen, da es im gegentheiligen Falle an ein sieg tticheö Deutschland zn dem bisher Verlorenen noch Sütlanb und Fühnen hinzu verlieren würde, hie Niederlage Deutschlands aber für?Dänemark und ganz Skandinavien den Verlust ihrer Seldststänoigkeit an Rußland und ihr Herabsinken aus die Rolle und Stellung Finnlands bedeuten müßte. Herr Björnson “Kiiit, daß dieser Gedankengang auf den dänischen Volksfesten wdller verbreitet werden muffe und stellt ^üe Mitwirkung zu diesem Zwecke für eine im ®cmmer von ihm zzz unternehmende dänische Reise Xa Aussicht., Die dänischen Blätter von der National- ^Uei sind über diese Auslassungen des norwegischen Dichters, außerordentlich erbittert mch laden ihn llonisch ein, als auswärtiger Minister des geeinigten Skandinavien seine idealen Anschauungen in die Praxis »8 übertragen.

Telegraphische Depeschen der Ober« hessischen Zeitung.

Fulda, 2. >.Nai. Heute Abend werden die Con- ferenzen der preußischen Bischöfe geschloffen. Mit dem Nachtzuge und morgen früh reisen die Bischöfe ab. Ein gemeinsamer Hirtenbrief und eine Denkschrift, welche die kirchenpoliiischen Gesetze betrifft, wird wahr­scheinlich folgen, doch ist Näheres über die gefaßten Beschlüsse nicht bekannt.

SSteii, 2. Mai. Die Reichsrathsdelegation er­ledigte tic Vorschläge des ReichSfinanzministerinms und obersten Rechnungshofes, sowie das Ordinarium und Extraordinarium des Kriegsbudgets pro 1874 wesentlich nach den Ausschußanträgen. Die Delegation stellte bei mehreren Titeln des Kri.gsbudgets Seitens bes Ausschusses gestrichene Posten im Gesammtbelrage von ungefähr einer halben Million wieder ein. Die ungarische Delegation genehmigte den TheuerungSbei- trag für die Wiener Garnison während der Welt­ausstellung.

Bern, 1. Mai. Der Berner RegicrungSrath hat jetzt beim Appellalions- und Casialionshofe die Ab­berufung der renitenten 97 jurassischen Geistlichen beantragt. . ;

2. Mai. Die Journale eonstatiren die Schwierigkeiten der Situation bezüglich der Minister­krisis. — Die-Frostschäden sind auf einige Oerllich- teiten beschränkt.

Haag, 2. Mai. Der Regierung ging ein Tele­gramm des indischen GeneralgouverueuiS zu, Inhalts dessen der Regierungscommiffar für Atchin die am 28. April erfolgte glückliche Einschiffung der Truppen angezeigt hat. Der Gouverneur fügt hinzu, er habe Truppen.nach Dell zum Schutze der für die Blo- cadeflotille bestimmten Kohlendepots angezeigt. — Die Depulirlenkammer genehmigte in der heutigen Sitzung oen Vorschlag des Finanzmigisters, die-Schutdenlil- gungssumme um 7 Millionen zst erhöhen, also 8,900 000 Guloen zu amomsiren.

Petersburg, 2. Mai. Henle Mittag hat die große Parade zu Ehren deS deutschen Kaisers statt­gefunden. Die Truppen waren in fünf Reihen aus­gestellt: 12 Jusanterieregimemer ä 3 Bataillonen, 15 Schützen - Bataillone, die Cadktten des Marinelehr- oaialUons, 9 Cavallerieregimenter und mehrere Batte­rien reitender und Fußartillerie. Der deutsche Kaiser war mit dem Großeorvon des GeorgSordens, der Kaiser Alexander, sowie die Großfürsten mit dem Großcordon des schwarzen Adlerordens geschmückt, jämmtliche Generale trugen preußische Orden. An der Spitze der Suite rüt das Kaijerpaar, daraus der Großfürst Nikolaus, der Obersteommandirende Feld­marschall Berg und Feldmaischall Mvltke. Bei dem Vorbeirilt längs ter Fronte füllte der deutsche Kaiser ich beim Grenadierregiment Friedrich Wilhelm auf, den ruffffchen Kaiser salutirend, welcher sofort hiuzu- ritt und die Hänve des- deutschen Kaisers lange schüttelte. Fürst Bismarck in weißer Kürassierunisorm mit dem Cord«! des AnvreasordenS crrigie allgemeines Aufsehen.'

Berlin, 2. Mai.

Der Reichstag setzte in seiner heutigen Sitzung die zweite Berathung des Gesetzentwurfs über den Reichsinvalidenfonds fort. § 2 wurde in der Fassung t er Commiffion mit einem Amendement Bendas, welches ie Anlegung der Fonds in Communalpapieren der ' arovinzeii, Kreise und Gemeinten zuläßt und von Münster Delbrück eventuell acceptirt wurde, genehmigt. § 3 wurde gleichfalls mit einem Anträge Bambergers genehmigt, -welcher Lombarddarlehen auf solche Effecten gestattet, welche zur Anlegung des JnvalidenfonS selbst geeignet fein würden. § 4 wurde gleichfalls mit einem aus Wechsel und Sicherheiten für Lhmdaiddar- lehen und auf außer Cours gesetzie Schuldverschreibungen bezüglichen Amendement Bambergers angenommen. Nächste Sitzung morgen.

Kirchliche Nachrichten -er Stadt Mardma

vom 26. April bis 2. Mai 1873.

Geborene.

Petersburg, 1. Mai. Einer Mittheilung des

-Russischen Invaliden" zufolge ist nach den letzten isn,tav, t^s ilonststonal-Secretärs Friedrich l «er die Khiwa-Expeditton vvrltegenden Nachrichten | Gustav Pohl S-, 3 I. 4 M. u. 16 T. alt.

Lrlegraphtsche Eours- und Marktberichte

Frantfurl- ä. M-, 3 Mai.

(öujiuB -Gourle). Staatsbahn-Actien 357j, Elisabeth 258, Galizier —, Lombarden 204, Norowe^babii 229), Crediiactien 3434 Silberrente «6^, Papierrente—, 1860r Loose 94^ Nationai- bald 1000, Spanier 20^, 1882r Slmenfaner 95i Darmstadter Bank -, Essectenbank 127;, Kurheffen -.

Berlin, 3. Mai. (Anfangscourse). Srebifättien 2044 Ltaaisbahn 205|. Lombarden 116^, Amerik. 96J.

Wien, 3 Mai. (änfangScourie).6rebitactien 331.70, Lombarden 190.20, Napoleons 8.7?J. y ä, ,

Marburg-, 3. Mai. Der heutige Wochenmarkt war von Verläufern gut besucht. Lutter kostete das Pfund . 11 12 Sgr., Zwetschen das Pfund 24—3 Sgr , Wolle pc- Pf- 18 — 25 Sgr., Flachs pr. Pfd- — Sgr., Hafer­mehl das Liter 2j-3 Sgr., Erbsen 2 Liter 21 -3 Sgr, Linsen 2Liter 4—41 Sflr., Eier 9 -10 St ück 4 Sgr., Käsepr.Stück 9 — 12 Hlr-, Käsematte pr..8tück 5-6 Hlr, Kohlraben pr. Stück — Hlr-, Hahne pr. Stück 18—20 Sgr., Hühner pr. Stück 10—15 Sgr , Tauben das Paar 7—8 Sar. gwetscken- mus 1 Maastopf 12-15 Sgr. ' ° W