Einzelbild herunterladen
 

Verfügung zu treffen. Die Kirchenbehörde wendete sich nunmehr an den Senat der Universität: Die vcn der Plenarversammlung der Universitäts-Professoren getroffene Entschließung, daß die Jesuitenkirche dem Cult der sogen. Altkatholiken einzuräumen sei, ver­letze den Zweck und die Bestimmung dieser aus­schließlich den römisch-katholischen Bedürfnissen ge­widmeten Kirche. Man könne nicht zustimmen, daß diese römisch-kalholische Kirche der erwähnten Seele zur Benutzung eingeräumt werde; werde vielmehr, so­bald in derselben sakrilegischer Gottesdienst gehalten werde, nach bestehender kirchlicher Bestimmung den kaiholischen Gottesdienst in dieser Kirche sistiren. Da dieselbe also durch die Einräumung an die Alt­katholiken ihrem Zwecke entzogen werde und der ka­tholische Militär- und Gymnasiumsgottesdienst in der selben aushöre, so lehne die kirchliche Behörde jede Leraniwortlichkeit für diese Mißstände von sich ab, und lege gegen diesen Beschluß der Plenarversamm­lung der Universitäts-Professoren Verwahrung ein. Der Senat der Universiiät Freiburg entgegnete: Er bedauere, auf die Zuschrift erwidern zu müssen, daß derselben keine Rechnung getragen werden könne. Er sei nicht in der Lage, dem Beschlüsse der Plenarver­sammlung entgenentreten zu können, vielmehr »er pflichtet, denselben zum Vollzug gelangen zu lassen. Es sei deshalb auch bereits von dem academifchen Direktorium Einleitung dazu getroffen, daß die Alt katholiken am Ostermontag den von ihnen gewünschten Gottesdienst in der Kirche abhalten können.

München, 28. April. Zum Empfang des Prinzen Leopold und der Prinzessin Gisela, Erz­herzogin von Oesterreich, wurden schon heute Morgen alle königlichen und staatlichen, sowie die magistrati­schen Gebäude und die Kirchthürme mit Flaggen rc. geschmückt und ebenso auch auf der k. Residenz die Hausflagge Sr. Mas. des Königs aufgezogen. Auch viele Privatgebäude in den Hauptstraßen und alle Gebäude in den Straßen, durch welche sich der Fest- zug bewegte, waren becorirt und auf dem Platze vor dem Bahnhofe, sowie da, wo der Magistrat in der Schützenstraße die hohen Ankommenden empfing, waren hohe Flaggenbänder in großer Zahl aufgestellt. Die Flaggen waren in den baierischen und öster­reichischen, wie in den habsburgischen Hausfarben; auf den Kirchthürmen wehte auch die deutsche Reichs sahne. Zum Empfang im festlich geschmückten Bahn- Hofe, war eine Compagnie Infanterie mit Musik und Fahne aufgestellt worden, gefolgt durch den Staats­minister deö k. Hauses und des Aeußern, Herrn von Psretzschner, den königl. Oberstceremonienmeistcc Grafen von Moy, den Stadteornmandanten rc. und die Begrüßungsanrede Namens der Residenzstadt hielt Herr Bürgermeister Dr. Erhardt. Prinz Leopold dankte in herzlichen Worten. In der k. Residenz wurden die Neuvermählten von II. MM. dem König, der Königin-Mutter, den Prinzen und Prinzessinnen,

Mädchenglück ist launig. Manche fischen sich durch ein Gertchtchen Backobst mit Klößen, durch ein seines Butterbrödchen einen Mann weg, andere durch ein hold gespitztes Mäulchen oder einige Walzerchen, öder­em Arietchen von Mozart. Wie es mir aber scheint, so wirst Tu auf den Höhen kein Glück finden, vielleicht, weil Du nicht dahin gehörst. Seit mehreren Jahren verehrst Du nun schon in des reichen Wechs­lers Hause, scheinst die Freundin des reichen Fräuleins Wolf zu fein, und ich, ich bewirthe mich allein im Haus, koche mir meine Grütze, mein Biersüppchen selbst: was aber hilft Dir daS eigentlich?"

O, sie hat mich immer mit reichlichen Geschenken bedacht."

Das leugne ich nicht; allein wvs dort von jungen Männern ein- und ausgeht, blickt vornehm auf Dich herab; von den wohlhabenden Bürgersöhnen der Stadt fiel wie der Goldschmied und solche! wagt Keiner an eine Heiralh zu denken, weil wieder Du ihnen zu vornehm erscheinst; und den Herrn Kleinschmidt, von dem Du immer noch als Reserve lräumtcst, nahm Dir Deine Freundin selbst weg"

Ach, erinnere mich an diesen Verrath meines Her­zens nicht!" Hagle die Tochter heftig.

Ja, ich merke wohl, Du bist sehr ärgerlich da­rob und meidest deswegen jenes Haus man kennt das 1"

Nein, ich verzweifle noch lange nicht!" rief daS Mädchen.Ich kann mich nur immer noch nicht Über die Reuchlins Tochler zufrieden geben."

Ci, ei, wer wird Neid empfinden?"

Neid? Ich würde einen Goldschmied doch wohl nie geheirathet haben. Aber diese GanS ist kaum achlzehn Jahre alt*

Und Du zählst ein Decemiium mehr!"

O nicht doch, Vater, kaum ein Triennium!"

Na, Töchterchen," kicherte der alte Lehrer,das bleibt unter uns."

welche der gesammle Hofstaat umgab, In überaus herzlicher Weise empfangen Allgemeine Bewunderung erregte der neue prachtvolle königliche Galawagen mit den 6 Schimmeln und den reichsten Geschirren der­selben und in der Thal dürfte sich kaum irgendwo ein glänzenderes und prachtvolleres Gespann finden. Tie von Genien getragene Königskrone auf dem Dach des Prachtwagens war für heute durch einen silbernen Myrthenkranz ersetzt. Aus heute Morgen erlassenen Beseht Sr. Maj. des Königs waren die drei Infanterie-Regimenter der hiesigen Garnison ausgerückl und bildeten dieselben vom Bahnhof bis zur Residenz Spalier. Se. Maj. ließ an einigen Plätzen Musikcorps aufstellen, welche zur Begrüßung Der hohen Ankommenden die österreichische National Hymne spielten. In allen Straßen befand sich eine ungeheure Menschenmenge, von welcher die hohen Neuvermählten mit recht herzlichen Zurufen begrüßt wurden.

Nürnberg, 30. April. Der AppellatiotiSpräsi- dent Barth in Nürnberg ist auf sein Ansuchen quieö zirt, der Appellationsrath Schab in Amberg nach Nürnberg versetzt, der Ministerialrath Meißner in Bamberg zum Appellations-Präsidenten befördert wor­den. DerNürnb. Corresp." meldet: Der Vor schlag der Würzburger Universität, den Prof. Laffon aus Berlin als Ordinarius der Philosophie zu berufen, wurde allerhöchsten Ortes abgelehnt.

Ausland.

Paris, 29. April. Thiers macht viele Ausfahrten und war sogar gestern im Jardin d'Acclimatisation, um den Versuchen anzuwohnen, die man mit den Zebras, die dort geboren wurden, als Zugthicre an- stellte. Von dort begab er sich zu Fuß durch die Avenue de Neuilly und die Avenue de la Grande Armee bis zum Arc de Triumphe in den Champs Elysee, wo fein Wagen aus ihn wartete. Wie seine Umgebung versichert, so soll derselbe die Lage keines­wegs mehr als besonders ernst ansehen, in so fern es die Stimmung in Paris anbelangt, da die radikalen Blätter alle befeuern, daß die SonmagS-Abstimmung nichts Feindliches gegen ThierS selbst hatte, daß bas allgemeine Stimmrecht ihm nur gegen bie royalistischen Jntriguanten zu Hülfe komme unb seine bebrohte Stellung retten wollte. Eine große Anzahl sonst ge­mäßigter Republikaner, barunter sogar viele angesehene Mitglieber des Hanbelsstanbes, stimmten für Barodet, weil sie ber Zweideutigkeit der Lage ein Ende machen unb aubeuten wollten, baß eS Zeit sei, bem Provi­sorium burch bie Erklärung der endgültigen Republik, die heute die allein mögliche Regierung sei, ein Ziel zu setzen.Siede" berichtet über die bei ber letzten Wahl in Paris verbrauchten Anschlagzettel: Herr v Remusat ließ 200,000 Wahlprogramme, 65,000 Anschlagzettel unb 600,000 Streifen mit seinem Namen an die Mauern von Paris kleben; bas mach! für biefe Canbibatur 865,000 Anschlagzettel. Die

Anhänger von Herrn Stoffel asfichirtrn ungefähr 100,000 Wahlprogramme unb 300,000 Streifen mit dem Namen deS Candidaten. Herr Barodet unter- stützte feine Candidatur durch 150,000 Wahipry- gramme und 300,000 Namensstreifen. Außeroem kommen zu dieser Anzahl noch die Anschlagzettel der Mairien, die administrativen Anzeigen und verschiedene andere Wahlprogramme, wie das deS Herrn Marcus Allard auf tricolorem Papier, waS gegen zwei Millionen Anschlagzettel ergeben möchte.«Siede" berechnet die Länge der neben einander gelegten Zettel auf 800 Kilometer und die Höhe der aufgestapelten ans 30 Meter; zusammengestampft würden sie 240,000 Kilo­gramm ergeben. Man berechnet, ein Arbeiter könne in einer Stunde 35 Exemplare aufkleben; das Auf­kleben ber Anschlagzettel gelegentlich ber letzten Wahl erforderte bemnach eine Arbeitszeit von ungefähr 71,428 Stunben." DerFranyais" will trotz aller bagegen erhobenen Zweifel wissen, baß ThierS fchon am Samstage bem stänbigen Ausschüsse Mit­theilungen über bie feit 9. April schwebenden Ver- hanblungen über bie Räumung von Verdun und die frühere Zahlung des Restes von der Kriegsschuld, als dieselbe vereinbart wurde, gemacht habe. Bestäti­gung stchr abzuwarten.

Madrid, 26. April.Tiempo" meldet:Gestern Nachmiltag hatten die Herren General Contreras, Rispa, Garcia, Lopez und andere Ultra-Republikaner von Madrid eine Conferenz mit Herrn Figueras. Die politische Frage wurde in derselben gründlich discutirt und die Nothwendigkeit anerkannt, entschiede« die vom föderalistischen Programm gefotberten radi- calen Reformen in Angriff zu nehmen. Vor Allem würbe Herrn FigneraS baS Versprechen abgenommen, an ber Spitze ber Geschäfte zu bleiben. Ferner wurde im Principe eine Mobification deS Ministeriums be­schlossen, dessen Basis jedoch Figueras, Castelar und Pi y Margell bleiben würden. Hinsichtlich ber neuen Elemente ist noch keine Verständigung erfolgt, doch spricht man in gut unterrichteten Kreisen von bem Eimritte von Contreras, Pierrab, Estevanis, RiSpa unb Garcia Lopez. General Contreras würbe nur unter ber Bedingung bas Portefeuille bes KriegS- ministeriumS annehmen, wenn zugleich brei ober vier seiner Freunbe in bas Cabinet treten würden." DerPensamiento Cspannol" schreibt:Alle Mit­glieder der Permanenz Commission, welche die Zu- sammenberufung der Assemblve verlangten, sind ent- roeoer versteckt ober auf der Flucht. Der einzige Ge­fangene, welcher sich im Gesängniß des Salaoero be­findet , ist Herr Figuerola. Alle Eisenbahiibeamten haben Befehl erhalten, keinem Reisenden zu gestatten, Madrid zu verlassen, wenn derselbe nicht einen vi- sirten Passirschein verweisen könne." Von Mittwoch an wird auf der Nordbahn wieder ein regelmäßiger Verkehr hergestellt sein.

London, 30. April. Das Unterhaus lehnte

Indessen klopfte es und er rief:Herein!"

Es war ein Bote, der einen Brief in der Hand hatte und nach dem Rector Lauscher fragte. Der Rector nahm den Brief und fragte nach dem Absender, der als ber Baron v. Nöbell (»er Sohn) gemeldet wurde, worauf Antonie sich sogleich besann, baß sie ihn kannte unb braußen in Walsleben gesprochen habe.

Als der Bote gegangen unb ber Rector bie Adresse besah, sagte er zu seiner Tochter:Ei, ber ist ja nicht an mich, fonbern an Fräulein Antonie Lauscher; sieh einmal!"

Tas Mädchen, welches am Fenster staub, sicher­lich wieber in Gedanken an bie Reuchlins Tochter wanbte sich um unb besah ben Brief von rechts unb links:Wirklich an mich? Ich bars ihn wohl nicht öffnen?" fragte ihr kinblicher Respekt, allein ber ehr­same Vater nickte:

In meiner Gegenwart kannst Du baS wohl."

Die Tochter öffnete unb leise Ueberraschungsrufe ließen sich hören, endlich las sie:Mein angebetetes Fräulein!"

Hm, hm, brummte ber Rector,ließ ben ganzen Brief boch laut."

Die Tochter las:Mein angebetetes Fräulein! Verzeihen Sie, wenn ich sofort nach unserer ersten Begegnung an jenem benhvürbigen Tage bem Gebot einer schnell erwachten Liebe folge unb Ihnen hiermit mein Herz unb meine Hanb anzubieteii wage. Wie? WaS!" rief sie wie geblenbet.

DaS gesteh ich! Sein Herz?" fragte ber Rector.

Nicht blos bas Herz, sonbern auch bie Hanb!" berichtigte Jene, starr auf die im Brief stehenben Worte blickenb.

Ich bin überrascht!"

Ich noch mehr! Ein Baron!" trinmphirte die Tochter.Sehn Sie, das kommt von meinem Um gang im Wölfischen Hause. Ach! die Reuchlins Tochter I"

Lies nur weiter, ich bin gewinnt."

Sie las:Ich sehe mit guter Hoffnung einer An­stellung bei der Regierung entgegen, unb wenn diese auch zunächst bescheiden sein wird, so werden mich doch meine Verbindungen und meine Fähigkeiten weiter führen . . .!" Sie brach ab unb tief:SD, er hat Verstaub, hat Geist!"

So ein Batönlein macht sein Glück wohl", fügte bes Schulmanns Calcül hinzu. Es heißt zwar, der Abel soll nicht mehr vorgezogen werben, allein - man kennt baö schon!"

Sie müssen meine Kühnheit entschuldigen," fuhr bie Leserin foWboch brängenbe Einreden, baß ich aus Eigennutz eine Geldheirath eingehen sollte, zwinge« mich, rasch zu hanbeln unb bem Antrieb meines Herzens zu folgen . . . Ei, folgen Sie diesem Antrieb, Herr Baron!" commentirte bie Tochter.

Er schreibt mit Feuer!" cenfirte ber Vater.

Die Anmuth JhrcS Herzens, Ihre echt weibliche Bilbung haben mich vom ersten Moment an gefangen. Seh'» Sie, Väterchen, die Bilbung, meine Bildung!' nickte bie Schöne.

Nun, wenn Du nur Dein Glück erst anfängst so soll mir's gleich sein, ob's bie Harfe ober ci« Gericht Backobst vermochte."

Nein, ich ließ nur einige Worte über bie Classi' ter unb ben letzten sinnigen Roman von Clauren fallen, worauf er mich ftaunenb und schweigend a* sah. Das hat's gethan, gewiß, gewiß! Ich bemerkte es ja, denn es war zu auffällig."

(Fortsetzung folgt.)

Marburg, 1. Mai. Im Theater findet morgen d« Benefiz-Vorstellung für Herrn Hohl, ein tüchtiges Mitglied der Gesellschaft, statt. Derselbe hat hierzu die PoffeEiner von unsre Leut'" gewählt, die dem Vernehmen nach red)1 gut einstudirt sein soll. Da nun an diesem Tage der Benefiziant seine fünfzigjährige Wirksamkeit als Schall spielet zu feiern beabsichtigt, wäre demselben ein gut besetzte« Haus zu wünschen

in f au! runa ftoni Nap pfW dem »He zu > jkön

gfle £er licht «ach gew« baue Exp« urth des aber solle herb (eine den genc xutr 10,t holli das Dar

burt bega Neff Um die

Kais Preu dort seine Ban die! gege 11/2 das para schic tabc emp' desse ißiei 6 l Gas leuch fuhr Mu strci 8td?i Sch dem Wil Zub

Kird 6tgi tun; brat Kitc Late d>ori

flnti no6( ««UI in d zu t ohne diele ferm Die «an

dritt tgte an i $8i (M. trag richt »mte ben tonte h ü