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Marburg, Freitag, den 18. April.

1873.

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pjn Reichenau, dem vorletzten Hof vor dem Haupt

grenzten, wofür der Landwirth ihn keck auslachte, von einer Flasche Madeira, die sie mit von Hans wodurch wurde dieser sehr empfindlich berührt, denn hierhergeführt hatten. Der Administrator.hatte^sich

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fragte zum Exempcl Wolf überall nach dem ^tth und der Qualität jedes Ackers; wenn der ^ponent die Summen von 30 oder 50 ober 100 Salet pro Morgen vernahm, wollte er auch sogleich oder 12 Procent Zinsen davon sehen, und er ^Ultelie gewaltig mit dem Kopf, wen» ihm der Land von einem Brach- oder Kleeschlag keinen Pfennig »nähme herrechnen konnte. Doch wir übergehen l. ^inzelnheiten dieser langen Fahrt, die für uns n Znterefse hat, da solche Augen wenig oder nichts

Der bereits telegraphisch hierüber gemeldete Artikel der„Prov.-Corr." tautet vollständig:

Von dem Augenblicke an, wo der Anspruch Deutschlands auf nationales Leben sich Geltung ver­schaffte, brach sich mit unwiderstehlicher Kraft die Ueberzeugung Bahn, daß die wiedergewonnene Einheit nicht blos in politischen Einrichtungen, sondern auch in der Gemeinschaft der Rechtsbestimmungen und der Rechtshandhabung zum Ausdruck gelangen müsse. Die Verfassung des Norddeutschen Bundes traf für die Verwirklichung dieses Gedankens Vorsorge, indem sie laut Artikel IV eine Reihe der wichtigsten Interessen deö staatlichen, gesellschaftlichen und wirthschaftlichen Lebens dem Bereich der gemeinsamen Gesetzgebung zuwieö. Die bezügliche Bestimmung, welche in die Verfassung des deutschen Reiches übergegangen ist, hat das deutsche Strafgesetzbuch und eine Anzahl von Einzelgesetzen, wie auch das Institut des deutschen Obcr-HandelsgerichtS in das Dasein gerufen, während die Einführung einer gemeinsamen Civil und Straf­prozeß-Ordnung zur verfassungsmäßigen Beschluß- »ahme vorbereitet wird. Vor Kurzem machte der Staats-Minister Delbrück im Namen des Bundes­raths dem Reichstage eine Mittheilung, welche der weiteren Entwickelung der nationalen Nechtsgemein- jchaft überaus günstige Aussichten eröffnet. Derselbe gab nämlich, als der im Reichstage gestellte Antrag auf Ausdehnung der Reichszuständigkcit über das Gcsammtgebict des bürgerlichen Rechtes zur Berathung kam, die Erklärung ab: die bisherigen Schwierigkeiten ; feien soweit überwunden, daß man die Zustimmung des Bundesrathes zu der vorgeschlagenen Verfassungs­änderung und die Ausarbeitung eines allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuchs für Deutschland gewärtigen könne.

zum Theil auf ungenauen thatsächlichen Angaben be­ruhen und vorzugsweise dem Mißvergnügen darüber Ausdruck geben, daß die Einsetzung eines obersten Reichsgerichtshofes mit voller Zuständigkeit auf dem gesammten Rechtsgebiet nicht unmittelbar erreicht wor­den ist. Hierbei geräth aber der patriotische Eifer in Gefahr, die öffentliche Meinung ohne Noch zu beun­ruhigen und die befriedigende Lösung einer wichtigen Aufgabe zu erschweren. Zunächst ist darauf Gewicht zu lege», daß die bisherigen Verhandlungen noch kei­neswegs eine abschließende Bedeutung hatten und das Ergebniß derselben erst im Anschluß an die Berathung über die Civil Proceßordnunz zu Tage treten wird. Ueberdies aber erscheint eine verzagte oder grollende Zustimmung um so weniger am Platze, als die Be­sprechungen der Minister von allseitigem Entgegen- fo*n?ien Äkugniß abgelegt und den Boden zukünftiger Verständigung geebnet haben.

ES ist zu wünschen, daß die öffentliche Meinung sich das Urcheil über die jüngsten Verhandlungen und über den ganzen Verlauf der wichtigen Angelegenheit nicht durch Regungen ungeduldiger Hast trüben lasse. Der gesunde Sinn der Nation braucht nur der Er­folge zu gedenken, welche die einheitliche Entwickelung des deutschen Reichslebens in der Frist weniger Jahre errungen hat, um für den Werth der bereits erlangten Ergebnisse und der in Aussicht stehenden weitere» Fortschritte eine richtige Schätzung zu gewinnen. Das Dtreben »ach Rechtseinheit findet in immer weiteren Kreisen Anerkennung, und die nationale Bewegung < toirb auf gern bisherigen Wege besonnener Verständi gung sicher ihre höchsten Ziele erreichen.

Die Entwickelung der deutschen Rechts­einheit.

- -v Jruderet) bezogen Sgr., durch die Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

.....ein herrschast- Itajcö Wohnhaus, denn es bildete zu Zeiten den Allen- fttz der Familie, — aßen sie zu Mittag. Der Bankier und fein Disponent saßen allein am Tisch und tränten

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von dem anmuthigen Zuschnitt der Landschaft sehen; wo der Buchenwald nur nach den Klaftern Holz be­rechnet wurde, die aus ihm zu schlagen waren, daö blaue Auge der Seeen nach der Fischercipacht, die ein- genommen, das Idyll der weidenden Heerde nach der Wolle, die davon geschoren werden mochte. Das gras­fressende Thier beriecht wohl auch den sinnigen Blu­menstrauß, der von schöner Hand gewunden, allein es verschmäht die starken Gerüche und tritt ihn mit Fußen, ober — verzehrt unter dem Gedanken einer erbärmlichen Kost den Strauß, wenn eö ausnehmend hungrig ist

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Deutsches Reich.

•* Berlin, 16. April. Aehnlich wie der „Staats- Anzeiger in einer halbofficieüen Note Betrachtungen über die jüngsten Minister-Conferenzen gegeben, ver­breitet sich die heutige „Prov.-Corresp." über den- elben Gegenstand in einem längeren Artikel: „Die Entwickelung der deutschen Rechtseinheit" und läßt dieser Artikel die Auffassung zu, daß derselbe ebenso wie die Note des „Slaatsanz." dazu bestimmt ist, einer verlotterte» Polemik über die noch schwebenden Unterhandlungen vorzubeugen. Die „Prov.-Corresp." macht darauf aufmerksam, daß die bisherigen Ber-

ziemliche Portion Eitelkeit und Selbstbewußtsein rtt seine Kenntnisse wohnten dem Disponenten bereits ®**e- Er wurde mißmuthig uitb absprechend, rümpfte !38a ^a*e Über das elende Landbatigeschäft und sonnte is % bashr in dem Glanz seiner kausmänmschen Kennt- ®ht.

Q-t t,a6cfi>blr ^bmtnistrator sprach zu mir von 6000 ^rn Pacht blos tur die Ackergüter, er möchte die Pachlung^selbst haben und bot 10,000 Thlr. Kaution. ®enfcn Lie, daß der zuviel anbietet? Sic kommen wohl aus 7000; das sind 7 Procent ohne den Wald und die Nebeiirevenüeit; das gibt 10 Procent mit Leichtigkeit. Der alte Baron sitzt tief in Noth und betßt an auf einige Tausend Thaler baar, die ich ihm herauszahle.

b™fe- er kann nicht verkaufen, es soll so eine Art aUe Observanz bestehen —"

»Sie meinen die Mannlehnsgeschichte? Das be­sagt nur, daß sein Sohn und der alte Wolfram in &cn Kauf miteinwilligen müssen, das sind die einzigen Lehnsvettern. Dazu muß man einige hundert Dukaten springen laffen, wenn's nicht anders geht. Und der königliche ConsenS, pah! ist erst recht eine Kleinig­keit, ich habe meine Verbindungen noch von dem Kriege her."

„Hm! hm!" brummte der Disponent und rückte aus seinem Stuhle umher. „Haben denn der Herr

‘ Handlungen noch keineswegs eine abschließende Bedeu­tung haben, das halbamlliche Blatt spricht sich über- Haupt im Ganzen günstig über die zu erzielenden Resultate aus und vermeint, daß das Ziel jedenfalls erreicht werden wirt»..— Die „Kreuzztg." fährt in tyren Betrachtungen über die Ausgaben der conser- valiven Politik fort und ereifert sich dabei gegen den Präsidenten des Herrenhauses und gegen die Regie­rung, sie meint, der Präsident des Herrenhauses habe den Bernuth'schen Antrag nicht dulden solle», denn ein Haus könne nicht in einer Sache zwei Beschlüsse fassen. Wenn schon die „Kreuzztg." eine eigene An­schauung von de» Rechten der Volksvertretung docu- mentirt, so ist die Kritik über daö Verhalten deS Präsidenten des Hauses noch sonderbarer, da dieses auf allen Seiten vollkommen gewürdigt wird, und die „Kreuzztg." will nur nicht mit einem Wort in dieses ßob einftimmen, weil sie sich nicht der Vorgänge in ber Commission erinnert, die doch nur den Bernulh- fdjen Antrag veranlaßt haben, ber Crebit des Hauses erforderte absolut die Verlegung ber Berathung ber Kirchengesetze in das Haus, beim bie Vorberathung n ber Commission hätte boch nur einen Skandal herbeigeführt, welcher zu einem der schlimmsten Art fich gestaltet hätte. - Innerhalb bet Regierungskreise werben jetzt Erwägungen iinb Berathunzcn abgehalten tn Bezug auf ein zu erlassenbes Preßgesetz, ba be­kanntlich 'bas beii, Bunbesrath früher vorgelegene von ben einzelnen Regierungen mit verschiedenen Be­anstandungen versehen worden ist. Nachdem nun diese Bemerkungen der Regierungen zusammengestellt worden sind, ist unter Benutzung derselben in eine zweite Se» rathung eingetreten worden. — Der Handelsminister Hai an die königl. Eisenbahn-Commissionen eine Ver­fügung erlasse», nach welcher schleunigst Bericht er­stattet werden soll, welche Anordnungen getroffen sind vm Unsällen auf Eisenbahnen der Privatgesellschaflen vorzubeugen; zu gleicher Zeit soll berichtet werden, wte die tägliche Dauer des Dienstes der im äußeren ■betrieb beschäftigten Beamten geregelt ist und welches Maximum die täglichen Dienststunden der einzelnen Beamten einnehmen. — Der Schweizer Bundesrath hat soeben den ersten dreimonatlichen Bericht über ben Bau ber Gotthardsbahn versandt. Aus dem Be- richt istzu ersehen, daß zur Zeit der Verhandlungen

„93,000!" nickte Jener, „und Alles in kleinen Postchen, ich glaube, es sind deren 76. Der Baron ist Gott und Aller Welt schuldig. Die größten Forderungen indeß habe - ich! Was meinen Sie Kleinschmidt?

»Zih trnine nichts, Herr Prinzipal", erwiderie Kleinschmidt achselzuckend, „denn ich verstehe noch nichts so lange Sie mir nicht sagen, was Sie wollen?" '

„Kleinschmidt, ich nahm Sie heute mit, daß Sie bie Guter mit ihren eigenen Augen ansehen sollten. Zch halte sie für ein Geschäft."

»Ah, das ist etwas anderes. Doch sind's immer nur Landgüter und keine Börsenpapiere, solide Papiere steigen, die besten Güter fallen manchmal."

„Nein, nein, mein Bester. Es kommt hier nur auf bie Maare unb ben Preis deS Einkaufs an. Die ffiaare ist fein, sag' ich Ihnen, solches, altes Lehn, immer noch gut erhalten." *

„Und ber Preis?"

fS I“nb 100,000 zu bekommen."

„100,000! rief Kleinschmidt erschreckt, ein enormes Stück Geld!" w "

in ber übliche,, Verwaltermanier mit dem Nachtisch entfernt, um einige Bestellungen zu Machen.

„Treffliche Güter", begann der Bankier sinncub und klopfte mit ben Fingern auf den Tisch.

„Aber auch treffliche Schulden", fiel der Dispo- nent ein, „tagte ber Herr Prinzipal nicht: Alles in Allem 93,000 Thaler Passiva? Wann werben Sie zu Ihrem Geldc kommen?

Inzwischen waren in gleicher Richtung andere vorbereitende Schritte gethan worden. Die Justiz­minister der größeren Bundesstaaten waren zu einer h'M vertraulichen Besprechung zusammengetieten, um bie ^Grundsätze einer allgemeinen Gerichtsverfassung für Deutschland in Erwägung zu nehmen. Ueber ben Verlaus unb bie Ergebnisse biefer Berathungcn sinb mancherlei Berichte in die Ocffentlichkeit gelangt, welche

istS- Das Majorat.

risiei Historisches Familiengcmälde von M. A. Niendorf. (Forlsctzung.)

Diese beiden Seelen des Hanfes Wolf fuhren durch die gesegneten Gefilde der vier Güter, durch die Wälver, Wiesen, Weiden, Höfe, Schäfereien und der Kaufmann namentlich suchte sich bei dem alten Adounistrator nach Allem zu erkundigen. Der Be- •We hatte eine schwierige Stellung in der Beanlwor- 138? all der Fragen, welche die beiden Kaufleute auf- dilirfen. Das war, wie gesagt, erklärlich, da beide Vichts von den inneren Bezügen des Lanbbau's rer- Men, zumal Keiner von ihnen auf dem Lande er ------------- vtul VCUCBien yof cor

Pcn mar, wodurch dem Verständniß Vieles von selbst! gut Walsleben, befand sich ebenfalls ei Wiegt. Wenn ber Bankier auch noch ziemlich ver- u -

®önftige Fragen hervorbrachte, so machte ber Dispo *»1 mehrmals Aeußemngen, die an das Ungeheuer- Uk grenzten, wofür der Lanbwirlh ihn keck auslachte.

Oderhessische Zeitung

dammtliche Annoneen-Büreaus nehmen Inserate an.