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(Fortsetzung folgt.)
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sagt, daß, wen» ihn irgend etwas über die Unterdrückung der lhoner Gemeindefreiheiten trösten kann es die allgemeine Mißbilligung ist, welche das Gesetz vom 4. April gefunden habe. Daß der Präfect von Lyon, Cantonnet, seine Entlassung eingereicht hat ist nach Vien Public nicht begründet. — Heute hielt die parlamentarische Commission für de» 4. September eine Sitzung, um den Obersten NicolaS wegen seiner Aussage gegen den Deputirten Gent zu vernehmen.
Barcelona, 12. April. Gestern Abend verbreitete sich in der Umgegend von Barcelona, zumal in den an den Eisenbahnen nach Tarragona und Gerona gelegenen Ortschaften Sans, Bordeta, Hospitalet, Cor- nelln, Horta, San Andros, das Gerücht, Carlisten- schaaren seien im Anzuge oder ständen in der Nähe schon bereit, die Orte zu besetzen. Die Freiwillige« traten unter die Waffen und marschirten aus, den Feind zu schlagen; dieser aber war nirgendwo zu finden. Auch nach Barcelona pflanzte sich die Aufregung fort; die Gemeinderäthe, die Vorsteher r« republikanischen Vereine, die Offiziere der Freiwilligen pflogen Rath über die zu treffenden Maßregeln, bis sich endlich herausstellte, daß die ganze Verwirrung durch eine irrige Meldung einer Schildwache entstanden war. Es scheint, daß diese Meldung zu sofortigen telegraphischen Benachrichtigungen an die benachbarten Orte Anlaß gegeben hat. Leider war der falsche Alarm von der übel» Folge begleitet, daß die Freiwilligen von Sans und Hospitalet, da sie keim Carlisten fanden, in der Dunkelheit auf einander schossen, welcher zweite Zrrthum den Tod einer Mannes herbeiführte. I» Barcelona wurden vier Carlistenführer verhaftet, welche wichtige Schriftstück besitzen sollen. Die Stimmung des Volkes ist noch immer so gereizt, daß der Bürgermeister Buxo strenge Gewaltmaßregeln angedroht hat, wenn Unbrrnfem noch einmal die Justiz in die Hand nehmen würden. Dieser Tage wären wieder drei verhaftete Carlisten nahezu auf der Straße erschlagen worden; die Begleitmannschaft mußte der andringenden Menge energischen Widerstand leisten, um die Bedrohten zu retten.
London, 14. April. Die Vermulhung, daß bei den Erdbeben-Nachrichten aus Central-Amerika die Gleichnamigkeit des Staates und der Stadt San Salvador zu einer Verwechslung Anlaß gegeben habe, erhält .durch den Panama Star and Herald vom 21. März ihre vollkommene Bestätigung. Nicht die Stadt Salvador, sondern die Stadt San Vicente im Staate Salvador ist die unglückliche gewesen, welche von dem großen Erdbeben heimgesucht worden ist. „Erdstöße werden" — so lautet der Bericht — „fortwährend in der armen Stadt San Vicente gefühlt. Die Häuser im Lempa-Thale sind zum größten Theil unbewohnbar. Nach dem großen Erdbeben vom 30. Dezember wurde oer nahe an der Stadt vorbeifließende Acahuapa ganz schlammig, was auf eine unsägliche Verbindung mit dem Vulkan San Vicente schließen
war lange her, denn er zählte wenigstens seine hohen Fünfziger. Desto mehr stand daö intelligente lebendige Gesicht des Kaufmanns im Contraft mit seiner Figur, sowie auch seine Bewegungen einen energischen und bewußten Willen verriethen. Sein glänzend dunkelbraunes Haar fing eben erst an, sich mit Grau zu mischen, es kräuselte sich ohne alle Kunsthülfe in kleine Röllchen, weshalb man wohl leicht auf orientalische Abstammung hätte schließen können. Jndeffen war davon nirgends Etwas bewiesen und er selbst war ein eben so guter Christ, wie feine viele» Mitmenschen. Hellblaue blitzende Augen conlrastirten ebenso mit einer feingeschnittenen kleinen Adlernase, die einen praktischen Verstand und sichere Urtheils- kraft offenbarten.
Obwohl Herr Wolf niemals sich eines hervor- ragend-n Glückes in der Liebe hatte erfreuen können, so hatte ihm doch einstmals ein armes, aber schönes und gescheutes Mädchen aus andern Gründen seine Hand gereicht. Indessen war die Ehe bis zum Ab- leben seiner Gattin nie recht erfreulich gewesen, das einzige Glück, das ihm hieraus geblieben, bildete seine Tochter Antonie, die wir bereits kennen gelernt. Desto mehr Glück blühte dem kleinen Mann sein Lebelang im Handel und Geschäft. Vom armen Commis halle er sich durch Fleiß, einschmeichelndes HandelStalcnt und Sparsamkeit das erste Sümmchen erspart, wurve bald Kaufmann en gros, ward in der Kriegszcit, wo alle andern Menschenkinder verarmten, durch Armee lieferungen und umsichtige Speculationen reicher und reicher und machte in letzter Zeit nur noch in Geldgeschäften. Er war der Bankmatador der anfehnlichen Provinzialstadt, genoß den Rus unerschöpflichen Reich- thums und das unbegrenzte Vertrauen seiner Mit kürzer, wiewohl man sonst gern ihn mit Reit und hinterträzerischen Nachreden verfolgte.
Dennoch war Wolf, nachdem er ein Mann von
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Bälle, namentlich seitdem seine Töchter heran wuchsen, die er nach den Vorschriften des guten Tones erziehen ließ. Er zeichnete freiwillig für milde Zwecke, wo sein Name genannt wurde, half hie und da sogleich so gründlich, daß die ganze Stadt davon sprechen mußte. Was wollte man mehr? Wenn früher namentlich bei den Lieferungen für die Armee nicht Alles zu loben gewesen sein sollte, that er doch jetzt Alles, was lobenswerth war.
Dabei hatte er schon verschiedene Verluste ertragen müffen. Sie stammten aus einer unglücklichen Ver heirathung seiner ältesten Tochter, die obendrein im Wochenbette gestorben war, an einen Baron und Garnisonosfizier von Krummenfels, der die schöne baare Mitgift von 50,000 Thalern mit sammt der reichen Ausstattung schändlich verspekulirt und verspielt halte. Derartige Heirathserfahrungen mit seinem Geld und seiner Tochter hatten ihn äußerst mißtrauisch gemacht, denn der vorsichtige Mann, der durch die Vorsicht reich geworden war, verschmerzte diesen Schlag sehr schwer.
Eine stark kontrastirte Figur gegen den Herrn bildete sei» Dlsponenl und Geschäftsführer Namens Kleinschmidt. Obwohl er ein „Klein" in seinem Namen führte, war er gegen jenen groß, namentlich gedrungen und kräftig zu nennen. Kleinschmidt hatte ein rundes, echt bürgerliches volles Gesicht mit einem rosigen Anflug, der indeß weit entfernt von dem Rojenanflug jugendlicher Wangen war. Er zählte 38 Jahre und war länger als ein Dezennium im Comptoir seines Herrn, wo er sich von Anfang an den Beifall seines Prinzipals errungen und dauernd erhalten hatte. Nicht war dies durch Schmeichelet
Wiener Jugend zu veranstalten. — Mit dem Eintreffen brieflicher Mittheilungen aus Rom über das Befinden des Papstes werden Besprechungen, welche in den letztereil Tagen wiederholt zwischen dem Grasen Andrassy und dem hiesigen Vertreter der französischen Regierung stattfanden, in Zusammenhang gebracht, und das „N. W. Tgbl." will wissen: „Betreffs des Nachfolgers Pius IX. sollen Oesterreich und Frankreich einig sein, wogegen eine gleiche Uebereinstimmung zwischen Oesterreich und Italien in dieser Angelegenheit oft angebahnt aber nie erzielt worden sein soll."
Paris, 15. April. Das Wahlschreiben des Mini. sterS des Aeußern, Remusat, wird schwerlich die Republi- caner und die Radicalen bestimmen, Barodet's Can didatur aufzugeben. Von den conservativen Blättern haben sich durch Remusat's Rundschreiben bis jetzt nur zwei bestimmen lassen, für denselben einzutreten, nämlich die Liberte und der Moniteur. Von den legitimistischen, bonapartistischen und übrigen ractio nären Organen sind die einen nach wie vor für den elsässischen Israeliten Libemann, die anderen für die Enthaltung. Letztere wird besonders von der Patrie befürwortet, welche räth, daß man die .„conserva- tive" und die wirkliche Republik den Streit allein auS- fechten lasse, um, im Falle der Niederlage des Herrn Remusat, den schlagenden Beweis zu haben, daß Thiers und seine Republik unmöglich seien. Die Wahlversammlungen finden in ziemlich großer Zahl Glatt. In einigen derselben gestattete man, daß No musat (Ratisbonne von den Debats konnte in der Rue Cadet eine ziemlich lange Rede für ihn halten) vertheidigt wurde. Doch erhielt er nirgends mehr wie sieben biS zehn Stimmen. Alle Anderen erklärten sich für Barodet. — Das officielle Journal veröffentlicht das Decret, wodurch die Wahlen in den vier noch rückständigen Departements auf den 11. Mai ausgeschrieben werden. In dem Aufrufe Barodet's an seine Wähler verlangt er die sofortige Auflösung der National-Versammlung in Versailles und unbedingte Unverletzbarkeit des allgemeinen Stimmrechts und Einberufung einer einzigen Versammlung in kurzer Frist. Barodet fügt hinzu: Es gilt, Versailles eine Warnung zu geben. Schließlich faßt er sein Programm in den beiden Worten zusammen: Auflösung und Republik. — Dem Präfekten von Lyon, Cantonnet, wurve es sehr schwer, bekannte Persönlichkeiten für die sechs Mairieen von Lyon zu finden. Die Männer, welche ihm bisher mit ihren Rathschlägen zur Seite standen, weigerten sich alle, dieselben anzunchmen, und er war daher genöihigt, Leute in Vorschlag zu bringen, welche Unter dem Kaiserreiche zur Municipalvcrwaltung gehörten. Der Deputirte Ferrouillat hat jetzt auch seine Entlassung als Mitglied des lyoner GemeinverathS eingereicht. Derselbe besteht jetzt nur noch aus Ducarre (ebenfalls Depu- tirter) und Marceau. Der Ex Maire von Lyon, Barodet, hat an die lyoner eine neue Proclamation veröffentlicht, worin er seinen Rücktritt ankündigt und
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Vereine mit ca. 30,000 Mitgliedern, darunter viele süddeutsche, durch Delegirte vertreten; den Vorsitz führte der Generallieutenant von Stockmar. Die Constituirung erfolgte unter einem begeisterten Hoch rufe auf den Kaiser und das kaiserliche Haus. Bei dem späteren geselligen Verkehre wurde von dem De- legirten Friedemann dem Kronprinzen von Sachsen ein Hoch gebracht.
München, 14. April. Der Commandeur der 1. baierischen Infanteriedivision, Gencrollieutenani v. Stephan ist unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie auf sein Ansuchen Pension!« worden. — In dem Befinden des an einer Lungenentzündung schwer erkrankten Professor Liebig ist seit vorgestern eine Besorgniß erregende Verschlimmerung eingetreten.
Straßburg, 15. April. Der Gemeinderath hat gegen die Absetzung des Bürgermeisters Lauth und gegen die Ernennung des Polizeidirectors Back zum commissarischen Verwalter der Bürgermeisterstelle Straßburgs Protest eingelegt. In demselben wird die bekannte Aeußcrung des Letzteren als eine private bezeichnet, die Gesetzlichkeit der Amts-Enthebung an- gezweifelt und erklärt, daß die commissarische Ernennung des Polizei Directors Back die Bedingungen, welche erforderlich seien, um den Verhandlungen des Gemeinderaths präsidircn zu können, nicht erfülle. Von den 33 Gemeinderaths-Mitgliedern erklärten 28 dem Bezirkspräsidenten, sie würden einen Vorsitzenden, der nicht Gemeinverathsmitglied fei, nicht acceptire». Deshalb wurde auf Grund des Artikels 13 des Gesetzes vom 5. Mai 1855 der Gemeinderath auf'zwei Monate suspendirt, und da die Einsetzung einer vom Gesetz vorgesehenen Commission auf Schwierigkeiten stößt, Rechte und Pflichten des Gemeinderaths auf den außerordentlichen Commissär Polizeidirector Back übertragen. Vor der Ernennung des Commissars wurde ein GemeinderathSmitglied befragt, ob es die Bürgermeisterstelle übernehmen wolle, was verneint wurde.
Ausland.
Wien, 13. April. Cislcithanien schwimmt in Loyalitätsbezeugungen, und die Fluch ist sichtbar im Steigen. Noch täglich „erfolgen" Dankeskundgebuiigen von allen Seiten an den Kaiser wegen der Sanctionirung der Wahlreform, und um der Sache mehr Feierlichkeit zu geben, marschiren diese Danksagungen in langen Reihen telegraphischer Depeschen auf. In vielen dieser Telegramme ward den» auch der Beschluß von Beglückwünschungsadressen wegen der Vermählung der Erzherzogin Gisela gemelvet. In vielen Städten wurden Gisela-Stiftungen beschlossen; in Znaim wird sogar am 19. April ein Festschießen und ein Banket veranstaltet, in anoeren Orten, wie in Bielitz, wurde FestzotteSdienst angeordnet. Ein Comite, bestehend aus Angehörigen der ftudirenden Jugend des Beamten und Kaufmannsstandes, hat sich gebildet, um anläßlich der Vermählungsseier eine Ovation im Namen der
Arbeitskraft schätzbar machten für einen Herrn, welcher sein lebelang unter seltsamen Erfahrungen im Gebiet der Comptoirgehilfen hatte leiden müssen.
Kleinschmidt glänzte zunächst durch eine stets saubere Handschrift, durch eine große Fertigkeit im Rechnen und eine wahre Bienenemsigkeit, sich über Alles zu unterrichten, was den Handel und das Geschäft anging. Ohne damit hervorzuthun, bemerkte .sein Herr ihn gewöhnlich eine Viertelstunde früher als die GeschäflSstunde erforderte, an seinem Pulte und Abends beim Schluß mußte er ihn oft förmlich hinaustreiben; dabei war er außer der Dienstzeit zu jeder Verrichtung bereit, was bei einem Herrn immer von angenehmer Wirkung ist. Wenn Andre sich in den Nebenstunden vergnügten, studirte und unterrichte er sich in doppelter italienischer Buchführung oder int kaufmännischen Briesstyl. Dabei war er sparsam, liebte blanke Geldstücke vom allerneuesten Datum und versuchte sich in kleine Spekulationen, denen der v Kaufmann wohlgefällig zusah, wie ein Vater dem Wisers, spiel seiner Kinder. — Herr Wolf hatte den fleißigen jungen Mann so jahrelang beobachtet, ihn immer W höher hinauirücken lassen und zuletzt zu seinem Dis- * Mei» ponmten gemacht, dem er oft die schwierigsten Dinge" hierin anvertraute. Dabei war Kleinschmidt stets bescheiden, pur, rescrvirt, ehrerbietig in seinem ihm angeborenen dien- Wat j samen Wesen und weil er dabei stets ernst und ehr- bei bar, wie das Greisenalter, blieb, so baß wohl eher M m eine Gottlo;lgkeit, als ein Scherz über seinen Mund Ue gekommen wäre: so halte er nach unb nach ein solche v bis Hochachtung eingeflößt, baß bieser oft mit ihm wie ^ert, i zu seines Gleichen sprach, was inbeß den Diener bie durchaus nicht verleitete, sich baburch als dessen Gleichen *5c mil zu betrachten. ?r men
mehr als 200,000 Thalern geworden, durchaus nicht geschehen, sondern Kleinschmidt entwickelte eine Un» mehr knauserig, wenigstens that er AlleS, um solchen summe von löblichen Beamteiieigenschaften, die seine bösen Schein zu meiden. Er machte ein anständiges ™ c " ■
Haus, bewirthele Gäste, besuchte Schauspiele und