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Buffet das Präsidium. Derselbe spricht der Ver- ammlung seinen Dank aus und hebt zugleich die Schwierigkeiten seiner Aufgabe, die für ihn als Nach olger GrevyS besonders groß feien, hervor. Nachdem er Grevy Lobeserhebung gemacht, sagt er: Die Functionen der Präsidentschaft müssen allen Parteigeist auslöschen; er bitte um daS Bertrauen aller Parteien ohne Unter
bis auf Weiteres mit der Leitung deö Kriegsministeriums und den Finanzminister Jovanovics mit der Leitung des Communications-MinisteriumS betraut.
schied. Alles, was die Autorität abzuschwächen gecig net sei, wäre ein Unglück für die parlamentarische Re gierung. Wir haben einen Theil unserer Ausgaben mit der Hülfe unseres berühmten Präsidenten der Re gierung erfüllt. Wir haben aber noch eine andere Aufgabe: unserem Lande Stabilität zu geben. Sie iönnen auf meine unbedingte Ergebenheit zählen, um den Rechten der Versammlung Achtung zu verschaffen. (Lebhafter Beifall der Rechten und des Centrums.) — In der heutigen Abendsitzung der Nationalversammlung bringt Verenger folgenden Antrag ein: Die Nationalversammlung wird die definitive RegierungS form festsetzen, bevor sie eine Commission zur Be- rathung der constitutionellen Gesetze ernennt. Der Antrag wird zurückgezogen, soll aber nach dem Wieder zusammentritt der Nationalversammlung wieder eingebracht werden. Die Versammlung entscheidet, daß noch vor den Ferien über den Entwurf betreffs des Kriegsschadenersatzes für Paris, und die Departements beschlossen werden soll und tritt heute in die Dis- cussion dieses Entwurfs ein. Nächste Sitzung Montag Vormittag.
Row, 5. April. Die vom Minister Sella heute in der Deputirtenkammer vorgclegten Gesetz entwürfe, betreffen die Besteuerung der Gewerbe und Abänderung der EinregistirungS und der Stempel steuer. Die Kammer zog den Antrag auf Aufhebung der Bestimmung, daß die Kammer als Comite be- rathen könne, in Erwägung. — Die Vorlagen des Finanzministers erhöhen die Staatseinnahmen um 32 Millionen. Der Finanzminister wird Gesetzentwürfe, betreffs der Uebertragung des Staatsschatz : dienstcS an die Creditinsiitute und betreffs Regelung ■ der Notencircutation verlegen. — Der Papst hat den Großfürsten Wladimir von Rußland empfangen.
Lissabon, 5. April. Das Organ der pro
Marmorurne trug, und darunter: „Leichter a,lS des Lebens Bürde sei ihm die Erde!"
„Seiner Ruhe und dem Glücke seiner letzten LebenStage," sagte Johanna gerührt und mit gesenktem Blicke, „habe ich daS Opfer gebracht, das uns für immer getrennt hat. — Leben Sie wohl, Brandau!" fuhr sie mit zitternder Stimme fort, ihre Hand ihm reichend. «Hier will.ich auf ewig Abschied von Ihnen nehmen. Denn der Schatten meines Vaters würde mit einem Blick be» Vorwurfs auf mich herabsehcn, wenn ich nur einen Augenblick meine Pflicht vergessen könnte. Leben Sie wohl! Schonen Sie meine Ruhe!"
Sie sprach diese Worte mit einem Ausdruck von Adel und Würde, daß Brandau, im Innersten bewegt, nicht wagte, ihr noch einen Schritt zu folgen, und mit seinem Schmerze das Wäldchen verließ.
Johanna warf noch einen wehmüthigen Blick auf drs Vaters Denkmal und kehrte mit gestärktem Muthe in das Schloß zurück.
Von den edelsten Vorsätzen erfüllt, setzte sie sich sogleich nach ihrer Rückkehr nieder, um ihrem Freunde zu schreiben, was sie zur Entsagung gezwungen hatte; aber bei der Stimmung, worin sie war, verrieth jed« Zeile, wie sehr sie den Vorwurf verletzter Treue von sich zu entfernen, und ihren Schritt bloS als ein schmerzliches Opfer, das harte Nothwendigkeit geboten, anzustellen suchte. Sie verschwieg ihm zwar auch nicht, welche günstige Meinung Werner über ihn ausgesprochen hatte, ließ aber zugleich die Besorgniß merken, daß ein Versuch von seiner Seite, eine nähere Verbindung mit ihm anzuknüpfen, sehr leicht ihre und dieses edlen Mannes Ruhe stören könnte. „Für Sie bestimmt zu sein," schrieb Johanna zuletzt, «glaubte ich einst, aber das Schicksal hat es nicht gewollt und erlaubt mir jetzt Nichts, als Ihre Freundin zu bleiben und Gott zu bitten, daß Sie an der Seite einer Würdigeren und Glücklicheren vergeffen mögen, roaS wir einst gehofft haben."
Die Entschlüsse, womit sie die,en Scheidebrics vollendete, welchen sie nach Wien sandte, denn der Proseffor hatte ihr die Mittheilung gemacht, daß er,
Parts, 5. April. Der Herzog von Aumale gibt heute zur Feier seiner Aufnahme in die Akademie ein großes Diner. ThierS wird nicht anwohnen, da, wie Bien Public sagt, die Geschäfte am Tage des Schlusses der Session zu wichtig sind. Er begibt sic auch erst morgen ins Elisse, um dort feinen Aufenthalt zu nehmen. Die Minister begaben sich nach der heutigen Sitzung zu dem neuen Präsidenten der Na tional-Versammlung, um ihn zu beglückwünschen. Thiers fehlte, er ließ sich entschuldigen. Die Kunde
weil er eine ihm an der Akademie der bildenden Künste angetragene Professur angenommen habe, von jetzt an wiederum daselbst wohnen werde, brachten zwar eine ruhigere Fassung in ihre Seele zurück, aber ihre Heiterkeit war doch so sehr gestört, daß Werner von den unruhigsten Besorgnissen für die Gesundheit seiner Gattin erfüllt wurde.
Eines Tages, als er von einem Besuche zurück- gekehrt war, zeigte er sich ungewöhnlich ernst. Er sah feine Frau, wenn dieselbe ihm still gegenüber saß, ost forschend an, ohne ein Wort zu reden.
„Der Profeffor v. Brandau, Dein Freund, ist an der kaiserlichen Akademie zu Wien als Lehrer angestellt worden," hob er endlich an, immer seinen Blick auf sie heftend, «und wohnt auch bereits daselbst. Weißt Du eS noch nicht?"
Johanna erbebte bei dieser Frage und vermochte kein Wort hervorzubringen.
„Ein ebenso gebildeter, als liebenswürdiger Mann!" fuhr Werner fort. „Als ich vorgestern in der Stadt war, wurde ich von dem Direclor der Akademie, der mir sehr befreundet ist, wegen Restauration eines kost baren Gemäldes, das ich von meinem Vater geerbt habe, an ihn gewiesen, und ich habe denselben bei dieser Gelegenheit kennen gelernt."
Johanna's Verwirrung bemerkend, brach er jedoch darauf das Gespräch plötzlich ab; allein er blieb den ganzen Abend sehr ernst, und wenn sie zuweilen ihr Auge zu ihm erhob sah sie, wie er in tiefes Nachdenken versunken war.
Die Stunde der Trennung zur nächtlichen Ruhe kam; Werner erfaßte sanft die Hand seiner Gattin, sah sie einige Augenblicke an und sprach bann bewegt: „Glaube mir, liebe Johanna, ich verkenne Dein Herz nicht, aber ich bin überzeugt, cS ist kein Gefühl darin, daß Du Dir selbst etwas vorwerfcn müßtest." Von Empfindungen überwältigt, sank sic an feine Brust, und ein Strom von Thräneu brach au» ihren Augen hervor.
„Ich möchte fast vermuthen," hob er wieder an, „daß Du von seiner Rückkehr schon in Kennlniß gesetzt worden seiest, und ich fühle, wa» in Dir vor-
und da» von mehreren Zeitungen verbreitete Ge- ’ rücht von dem Rücktritt des Fürsten Gortschakoff de- mentirt.
München, 3. April. Der König hat ein Gemälde des jungen Künstlers Bodenmüller, bas bie Betheiligung ber Baiern an ber Schlacht bei Seban barstellt, für Rechnung ber CabinetSkaffe ankaufen (affen. — In der Dachaucr-Bank-Angelegenheit hat die Rathskammer deS Bezirksgerichts München L I. in ihrer Sitzung vom 29. März befchlvffen, die Adele Spitzedcr wegen Verbrechens des betrügerischen BankerottS, die Rosa Ehinger wegen Theilnahme hieran, den AuSgeher bei Kaufmann Schulze, Preglcr und dessen Frau wegen Vermögens-Verschleppung, dann den Spitzeder'schen Kammerdiener, Jakob Nebel, wegen desselben Rcates zur weiteren Behanvlung der Sache an das Appellgericht zu verweisen. Die Anklagekammer des Appellationsgerichts hat nun darüber zu entscheiden, ob Spitzeder, Ehinger, das Pregler'sche Paar und Nebel vor daS Schwurgericht zu verweisen seien.
Ausland.
Wien, 5. April. Der Auswärtigenausschuß der ungarischen Delegation erledigte das Budget. Der Vertreter der Regierung Orczy erklärte, daß Graf Andrassy die am Montag erfolgende Vorlage deS RvthbucheS mit einem Expose begleiten werde. — Der Gemeinderath hat einstimmig einen Antrag angenommen, anläßlich der Sanctionirung der Wahlreform durch den Kaiser den Dank der Bevölkerung an den Stufen des Thrones niederzulegen.
Bern, 5. April. Die gestern zu Solothurn zusammengetretene Diöcesankonferenz, welche ihre Be- rathungen heute fortsetzt, hat das Vorgehen des Vororts Solothurn gegen'Lachat in Sachen des Linder- schen Legats gebilligt. Ihrem Beschluß zufolge soll der Domsenat als dritte Partei ins Recht gerufen werden.
Antrag einging, an dem SiegeSthurme an paffender Stelle die Namen derjenigen Marburger anzubringen, bit in den Jahren 1870/71 den Heldentod fürs deutsche Vatei-
geht; aber folge Du immer der Stimme Deine« reinen Gemüthes. Vergiß aber nie, um das Eine nur bitte ich Dich, daß ich Dein Freund bin, dem Du unbegrenzt vertrauen kannst, und dem Dein Glüö und Deine Ruhe über Alles theuer und heilig sind.'
Mit diesen Worten verließ Werner seine Gattin, derselben freundlich eine „gute Nacht" wünschend.
Johanna stand noch eine lange Zeit unbeweglich, und Thränen rollten über ihre Wangen herab, den« der Schmerz ihrer Empfindungen hatte sie überwältigt, bis sie endlich ihre Hände erhebend ausrief: „L Gott, laß mich allein unglücklich fein, wenn Du d einmal über mich verhängt hast; aber leite mich nur so, daß ich bie Ruhe biefeS eblcn Mannes nicht störe.'
Vier Tage nach ber Absendung ihres Briefes erhielt sie einige Zeilen von dem Professor. Er btt ihm noch eine Zusammenkunft zu bewilligen. „A dem Grabmale Ihres VaterS will ich zum letzte« Male Sie sehen," fügte er hinzu, „Dies wird S« auch völlig darüber beruhigen, wit welcher Gesi«' nung und in welcher Stimmung ich zu Ihnen komme« werde."
Er wollte sie des andern Tages Abends um je# Uhr an der bestimmten Stelle erwarten.
Johanna dachte jetzt an die rührende Bitte, mit Werner ihr Vertrauen gefordert hatte, unv P erster Entschluß war, die Zusammenkunft nicht zu iv währen.
Unter schmerzlichem Kampfe verging ihr ber TH und sie verrieth sich so sehr, baß Werner ihre UnW mehr als ein Mal bemerkte.
Der Morgen bes verhängnißvollen Tages angebrochen. Johanna war ruhig, unb ihre Freu«* lichkeit ließ Werner baS Beste hoffen.
Mit Vergnügen hatte sie ihren Gatten, auf dessd Wunsch, auf einem kleinen Ausflug nach bem nächstd Nachbarborfe begleitet, woselbst biefer ein dringlich" Geschäft abzumachen hatte, doch schon am MiU^ brachte das flüchtige Gespann daS heitere Ehepaar ««* dem Schlosse wiederum zurück und unter Scherz Freude verging der Tag.
(Fortsetzung folgt)
Marburg 7. März. Das Comite für die Er. bauung eines Thurms auf Spiegelsluft hat befchlvffen, im Laufe dieser Woche die Sammlungen von freiwilligen Beiträgen in unserer Stadt vorzunehmen, unb werden in jedem der vier Stadlquartiere eine Anzahl Sammler mit den nöthigen Listen versehen sich diesem Geschäfte unterziehen. Wir hoffen, daß unsere Stadt m Anerkennung dieses so schönen Zweckes und im Hinblick aus die rege Theilnahme, die daS Projekt von auswärts schon erfahren hat, sich allseitig entsprechend mit Beiträgen beteiligen wird. — WaS diese auswärtige Betheiligung anlangt, so sind wir in bet Lage, zunächst wieder über zwei Zusendungen erfreulicher Art berichten zu können. Die eine Sendung tarn abermals auS Kiew in Rußland und bestand in einem Betrage von 16 Thaleru, die uns« Landsmann Hr. Hesselbein bei dortigen Freunden und Bekannten für unfern Thurm gesammelt hatte. Die andere Zusendung besteht in einem Briefe, den einer unserer Marburger Söhne, Hr. Z i m m e r m a n n, aus Richmond in Virginien an ein Comitemitglieb gerichtet hat, ein Schreiben, baS von so allgemeinem Interesse fein bürste, baß wir baffelbe hier wörtlich ber Ocffentlichkeit zu übergeben für angemessen halte». Es lautet: „Bezugnehmend auf ein Circular, welche« uns vor Kurzem übersandt wurde und den Bau eine« SiegesthurmS auf Spiegelslust bei Marburg in Aussicht stellt, traten die Söhne Marburgs in Richmond zusammen, um dieses schöne Projekt nach Kräften zii unterstützen. Es liegt daher in unserer Absicht, obiger Unternehmen nicht nur finanziell zu unterstützen, sondern eS würde uns ein großes Vergnügen machen, wenn wir die Erlaubniß des Comite's einholen könnten, obigem Monumente einen behauenen Virginische» Granit-Stein einzuverleiben, und dadurch die festen Bande, welche Richmond an Marburg fesseln, zu bo> cumentiren. Sollte uns diese Erlaubniß ertheilt werden, so wünschen wir ferner, daß Sie uns gef. die Größe und Form dieses Steines angeben, damit derselbe mit der Bauart des ThurrneS übereinstimmt." — Schließlich fei noch bemerkt, daß beim Comite eil.
nicht bie geringste Demonstration zu machen, ba man ber Deputirtenkammer tritt eine lebhafte Opposition le« alaubt. bak bie clerical - rovalistischc Partei Unruhen gegen bie Gesetzentwürfe ber Regierung hervor. im
glaubt, baß bie clerical - royalistische Partei Unruhen gegen bie Gesetzentwürfe ber Regierung hervor.
; 'L Belgrad, 5. April. Der Ministerpräsident
' Versailles, 5. April. In der heutigen Vor- General Blaznavatz ist heute Nacht 3 Uhr in Folge mittags-Sitzung der Nationalversammlung übernahm von Diphteritiö gestorben. Der Fürst hat Ristics i..» m-ir.i.:___ Nils mit der Leituna deS KrieaSministrriuma
t ...... ............J________________ greffistifchen Partei erklärt daS Gerücht, daß der
von der Annahme des Gesetzes, welches"die Centralmairie Herzog von Soule die Absicht habe, wegen der allzu von Lyon aufhebt, wurde in der betroffenen Stadt fortgeschrittenen Tendenzen der hervorradendsten Mitäußerlich mit großer Ruhe aufgenommen. Die Ge glieder seiner Partei von der Leitung der Partei müther sind zwar erregter, aber bas LoosungSwort ist, zurückzutreten, für Unbegründet. In den Sitzungen