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haben sie es verstanden, ihre Entschließungen und Pläne in das tiefste Geheimniß zu hüllen, so daß man heute — und schon morgen werden die Dele
gationen eröffnet — noch nicht im Mindesten weiß, ob sie ihren ReichsrathS-Strike auch auf die Delegation erstrecken oder ob sie, trotz ihrer Reichsrathsflucht, n der gemeinsamen Vertretung ihren Platz einnchmen werden. In den Regierungskreisen, soweit man in-btt Lage ist, auS ihnen zu schöpfen, scheint man freilich an ihre Abwesenheit nicht zu glauben, und cS möchte das die Vermulhung rechtfertigen, daß doch unter der Hand gewiffe Zusicherungen gemacht sind, welche die Vollzähligkeit der Delegation außer Zweifel stellen, aber auf der anderen Seite haben die Polen gerade keine Ursache, sich zu beugen, nachdem noch eben erst daS Votum im Abgeordnetenhause über die galizische Eisenbahnvorlage den Beweis geliefert hat, daß man in Wien an nichts denkt, als feurige Kohle» auf ihr Haupt zu sammeln und auch ohne die Vertreter Ga- izienS die Geschäfte Galiziens zu besorgen.
Pest, 4. April. Als Präsident der ungarischen Escomptebank ist der gewesene Minister deS Innern, Wilhelm Thoth, als Gouverneur der Abgeordnete Moritz Wahrmann dcsignirt. Der Ablöjungsplan der ungarischen Regierung in Betreff der ungarischen Ostbahn hat greifbare Gestalt angenommen. Ver- waltungsrath Berlau soll von dem ungarischen Finanz. Minister verständigt worden sein, daß er, vorbehaltlich der Zustimmung der Legislative, die Bahn für den Staat anzukaufen gedenke. Die Prioritätenschuld werde Letzterer in unverändetcr Form übernehmen. Den Actionären werden 130 Gulden baar oder 150 Gulden nominell in Prämienloosen angeboten. •
Bern 4. April. Der Bundesrath hat einstimmig beschlossen, den Rekurs der Solothurner Pfarrgeistlichen gegen das Gesetz über ihre Wiederwahl als unbegründet abzuweisen.
Paris, 3. April. Die Republique Francaise schreibt über die Entlassung Grevy's: ES ist klar, daß Grevy so hartnäckig auf seiner Entlassung bestand und die Gelegenheit ergriff, seinen Posten unter den Republikanern' der Nationalversammlung wieder
vom Könige auf unbestimmte Zeit verlängert worden. Im schwedischen Reichstage ist am 29. März der Antrag gestellt worden, zur Krönung des Königs 70,000 Rdlr. schwed. zu bewilligen; worauf aber die Zweite Kammer schwerlich cingehen wird.
In Rußland sind die israelitischen Staats und Rabbinatsschulen aufgehoben worden und sollen dafür Elementarschulen und pädagogische Seminare nach russischem Maßstabe errichtet werden.
Die türkische Regierung hat eine Anleihe von 50 Millionen Pfd. St. zum Cours von 63 pCt. gemacht. Im diesjährigen Budget der Pforte soll sich doch ein Ausfall von 8 Millionen Pfd. St. herausgestellt haben. Die Meldung, die serbische Regierung sei vom Großvezir an die Zahlung des rückständigen Tributs gemahnt werden, war durchaus grundlos.
Die rumänische Kammer hat genehmigt, daß eine Staatsanleihe von 10 V2 Millionen Francs gemacht und durch den Verkauf von Domainen gedeckt werde, desgleichen, daß die rumänischen Eisenbahnen mit den türkischen durch eine von Giurgewo nach Rusischuk über die Donau zu sührende Brücke in direkte Verbindung gebracht werden.
Die Gemahlin des früheren Fürsten von Serbien, Karageorgiewicz Persida, geb. Nenadowicz, deren Bruder als Mitschuldiger an der Ermordung deS Fürsten Michael Obrenowitsch in Belgrad erschossen worden, ist am 29. März in Wien gestorben.
Deutsches Keich.
•• Berlin, 4 April. Wie es heißt, soll der 'Artikel der „Prov.-Corresp.", betreffend die conservative Opposition in gewissen Kreisen dcS Herrenhauses ziemlich unmuthig aufgenommen worden sein. Man will sich mit der Behauptung Entschuldigen, die Verschleppung der. kirchlichen Vorlage liege an der Zusammensetzung der Commission. Diese Behauptung rüst aber wohl unwillkürlich die Frage hervor, an wen man sich nun wegen der Zusammensetzung der Commission halten soll? Uebrigens hat über diese selbst bereits der heute cingebrachle Antrag des Herrn v. Bernuth das Urtheil gesprochen; derselbe schlägt nämlich vor, den Beschluß, die Vorlagen einer Commission zu überweisen, auizuheben und statt dessen ihre Berathung im Plenum vorzunehmcn. Weiter aber ist zu bemerken, daß die „Prov.-Corresp." sich gar nicht an die Commission speciell, sondern an jene absolut unbelehrbaren Elemente des Hauses gewandt hat, deren Absichten Herr v. Senfft-Pilsach erst heute wieder sehr naiv zu Tage brachte. Er bat nämlich den Präsidenten, die auf der Tagesordnung stehende zweite Abstimmung über die Versaffungsäuderung in Anbetracht der eingegangcnen Petitionen wieder davon adzusetzen, welchem Verlangen Graf Slvlberg natür lich nicht Nachkommen konnte, da er wohl die Tagesordnung festzusteUcn hat, nicht aber eigenmächtig abändern kann. Die Verfassungsänderung wurde schließlich mit 87 gegen 53 Stimmen angenommen. Man darf sich daher wohl mit einigem Grunde der Hoff nuiig hingebcn, daß auch die kirchenpolitischen Gesetze selbst die Zustimmung des Hauses finden werden. — Die Polemik gegen die „Prov.-Corresp." scheint jetzt für die „Germania" schon beinahe zur süßen Gewohnheit deS Daseins zu gehören. Auch heute läßt das Blatt wieder einen langen Artikel von Stapel, der indessen schließlich eben so auf dem Sande stecken bleibt, wie alle übrigen. Besonders viel zu Gute thut sich der Schreiber desselben auf seine Entdeckung, daß
sogleich ihren Sitz und eilte in das nahe Pfarrhaus, um dem Professor nicht zu begegnen. Es war eine glückliche Vorsicht. Denn als sie neben der Pfarrerin am Fenster stand, sah sie Brandau und dessen Begleiter am Kirchwege stehen, und es schien ihr, als ob er in hestige Bewegung gcrathen wäre, nachdem er angelegentlich mit einigen Landleuten gesprochen hatte. Beide gingen nach einiger Zeil an der Kirch hoimauer auf und nieder, und lenkten sodann ihre Schritte nach dem Gasthose.
Johanna eilte nun auf dem nächsten Wege nad; dem Lustwäldchen ihres Landgutes, und überließ fid) auf ihrer Wanderung den Gefühlen einer tiefen Weh muth, von welcher ihr Herz so mächtig ergriffen war Seine edle Gestalt war nocb herrlicher ausgebildet, seine Züge waren kräftiger und männlich schöner geworden, auch schien ihm das Gefühl seines Weiches und dcS wohlerworbenen Ruhmes eine stolzere Haltung zu geben.
Ais sie in den dichtesten Schattengang des Wäldchens ein getreten war, blieb sre plötzlich, in tiefe? Nachdenken versunken, sichen, bis sie endlich, von dem Gefühle ihres Verhängnisses niedergedrückt, ausrief: ,O Gott, waS habe ich verloren!" —
(Fortsetzung folgt.)
politischer B-ziehung sehr geringen Bedeutung, welche eine besondere Vertretung Baicrns bei der Curie nunmehr hat wird eS zur Leitung derselben einer höheren diplomatischen Persönlichkeit, als der eines Legations- sccretärs auch gar nicht bedürfen.
AuSlanv.
Wien, 2. April. Einem Telegramm der „Preffe" aus Konstantinopel zufolge, hat der Vertreter Rumäniens den Jahreslnbut an die Pforte entrichtet und zugleich bestimmt erklärt, daß der Fürst keinen Agenten in Washington ernennen werde. — Die Polen Ifinö sonst nie als besonders schweigsam bekannt ge«
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auch das halbamtliche Organ auS dem Schreiben j wesen, aber seit ihrem Exodus aus dem Reichsrath Namszanowski's eine Stelle weggelasienwabe. Unglück licher Weise besagt aber diese Stelle nichts anderes, als was die von ihm angeführten Passus bereits ur Genüge erkennen ließen, nämlich braß der Feld >ropst auf eine friedliche Beilegung tzes Conflicts joffte. Da die „Prov.-Corresp.' nicht jo viel Raum zur Verfügung hat, wie die „Germanfa", so ist ein solches Verfahren gewiß sehr natürlich und ändert nichts an der Thatsache, daß ihre Darstellung durchaus actengemäß und wahrheitsgetreu war. Mit solchen Entdeckungen wird die „Germania" ihrer Sache nicht
viel nützen. — Es bestätigt sich jetzt, daß Graf Kö- nigsmarck in seinem Amte verbleiben wird. Wie es Reifet, soll ihn vorzüglich der Wunsch des Königs zu diesem Entschlüsse bestimmt haben. — Graf Eulen bürg hat bereits die Geschäfte deS Oberpräsidiums zu Hannover übernommen. Derselbe wird nicht die vom Grasen Stolberg innegehabte Wohnung am königl. Schlöffe beziehen, da dieselbe für den Prinzen Albrecht reservirt bleibt, welcher mit seiner Gemahlin in Hannover residiren wird. Nach einer mit dem Hausminister v. Schleinitz getroffenen Verabredung bezieht der Oberpräsidcnt nunmehr die Gemächer im Schlosse an der Linie, welche der Prinz bisher be* wohnte.
Königsberg, 4. April. Der Strike der Arbeiter an Der Königl. Ostbahn dauert fort. Die Direction der Ostbahn hat befohlen, keinen der Stri- kenden wieder anzunehmen und die fehlenden Arbeitskräfte zwischen Eydlkuhnen und Bromberg mit einer Zulage von 10 Sgr. pro Kopf zu requiriren. Tie Slrikendcn erklärten sich mit dem Taglohn von 22*/2 Sgr. einverstanden, wollen aber, daß ihnen derselbe garantirt werde, weil eine früher versprochene Lohnerhöhung nicht eingetreten sei.
Frauenburg, 4. April. Gestern ist der Weih- bischos Frenzel nach längerem Leiden gestorben und ist dadurch die Domprobstei erledigt. Als Nachfolger wird der Bischof NamSzanowski bezeichnet.
Ems, 31. März. Endlich ist das historische Plätzchen in der Nähe deS Commissariatsgebäudes, wo König Wilhelm am 13. Juli Abend zwischen 6 und 7 Uhr die unverschämten Zudringlichkeiten des französischen Botschafters Grafen Benedetti, niemals wieder die Einwilligung zu geben, wenn die hohen- zollern'sche Throncandidalur in Spanien wieder aufleben sollte, kurz abwies und die Verhandlungen ab brach, gefestigt worden: man hat da einen Marmor stein mit dem betreffenden Dalum eingefügt.
Darmstadt, 4. April. Die Vorarbeiten bezüglich oeS kaum vorgelegten Volksschulgesetzes sind durch den Referenten Realschuldirector Greim in Offenbach bereit? so weit gefördert, daß der Gesetzgebungs Aus- schuß bereits Mitte d. M. zusammentr-ten wird.
München, 2. April. Wie man vernimmt, hat der k Kriegsminister seine Anträge in Betreff der Wiederernennung eines commanbircnben Generals des 2. baierischcn Armeecorps an des verstorbenen Hart- mann's Stelle, sowie in Betreff noch anderer Personaländerungen im höheren Offizierenps vorgestern Sr. Mas. dem König tu Vorlage gebracht und sieht man der allerhöchsten Entscheidung alsbald entgegen. Als der Tag, bis zu welchem die neuen Gradauszeichnungen in der baierischen Armee eingefühlt sein sollen, wird vermuthlich der 1. Juli d. I bestimmt werden. In unseren militärischen Kreisen wird mit Bestimmtheit versichert, daß Se. k. k. Hoheit der Kronprinz des Deutschen Reiches auch im diesjährigen Sommer und zwar im Laufe des Monats August, größere Truppen- Jnspicirungen in Baiern und in Württemberg vornehmen wird. Wie vor mehreren Monaten der deutsche Geschäftsträger, Herr Stumm, so verläßt jetzt auch der baierische Gesandte bei der römischen Curie, Graf von Tauffkirchen Rom „in Urlaub" und zwar ist demselben zunächst aus Gesundheitsrücksichten ein Urlaub auf 3 Monate ertheilt. Wie man aber aus völlig unterrichteter Quelle hört, wird Graf Tauffkirchen, der mit seiner Gemahlin kommende Woche hier eintrifft, gar nicht mehr nach Rom zurückkehren, vielmehr in Zukunft seinen ständigen Wohnsitz in München nehmen. Die Vertretung BaiernS bei der Curie wird wohl für längere Zeit dem Legations- jecretär v. Cello übertragen bleiben. Bei der in
einzunehmen, weil er eing^ehen, daß seine Rolle der Versöhnung und der Unparteilichkeit weder dem Lande noch der Republik fernerhin nützen konnte. Diese Rolle ist in der That unmöglich geworden. Die seit mehreren Monaten angenommene neue Politik, die der Rechten und dem rechten Centrum gemachten Concefsionen, diese unerklärlichen Gcsälligkeiten, welche die Hoffnungen der Rechten belebt, haben dem Präsidenten zum Nachdenken Anlaß geben müssen. Er hatte seine Unterstützung nicht gewährt, um diese Umtriebe und Jntriguen zu begünstigen. Nach und nach halten übrigens die durch die Schwäche der Einen, durch die Mitschuld der Anderen ermulhigten Männer der Rechten ihre Kaltblütigkeit verloren und konnten die Autorität eines republikanisch.n Präsidenten, wie unparteiisch und' gerecht er auch war, nicht mehr ertragen. Der Rücktritt des Herrn Grevy mußte also früher oder später die Consequenz der Politik sein, welche die der Botschaft verdunkelt Hal. Wenn die Regierung durch diesen Rücktritt beunruhigt ist, so muß sie sich sagen, daß sie selbst daran Schuld ist. Konnte sie, als sie dem Ehrgeiz der Feinde 6er i Republik schmeichelte als sie ihnen die Staatsämter überlieferte, als sie zu ihren Gunsten Gesetze gegen das allgemeine Stimmrecht vorbereitete, als sie den schlechten Leidenschaften und Absichten derselben schmeichelte, als sie WiederstandSkammern ankündigte, als sie die Hauptstadt aufgab, als sie nicht aUdn die Gemeindebchöroen von Lyon, -sondern alle Gf- mcinvebehörden, die schuldig waren, der Botschaft ihren Beifall gezollt zu haben, bedrohte, — konnte die Regierung da hoffen, daß ein Republikaner länget von jenen feindseligen, gereizten und siegreichen De- putirten geduldet werden würde, ober daß dieser Re pudlikaner sich dem gesährlichen Manöver, dieser zweideutigen Politik, anschließen werde? Augenscheinst^ nicht. Man erntet immer, was man säet, und die Demission des Herrn Grevy ist die Frucht der Post' tik des Herrn Dufaure und des Herrn de Goulard- Dieser Artikel verdient Beachtung, weil er geschrieben wurde, nachdem ©ambetta gestern eine Unterredung mit Grevy hatte. Das vollständige Aufgcben rod Thiers Seilens der Republique Francaise darf auch in so fern nicht außer Acht gelassen werden, aU sehr ernstlich davon die Rede ist, daß Grevy jetzb wo der offene Kampf zwischen den Royalisten und Republikanern begonnen hat, an der Spitze der gt* jammten republikanischen Partei mit Zustimmung von ©ambetta gestellt werden soll. — Wie Chancy heult in der Commission für die Kapitulationen mitlheiltt- hat der KriegSminister erklärt, daß Bazaine vor dtü Kriegsgericht kommen werde.
Rom, 3. April. Die Kammer der Abgrord«