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b ÄrsailleS, 19. März. Die Bank gewährt! Rtr Ägierung einen Baarvorschuß von mehreren 'Pü/zhqt Millionen, daher steigen die Bankactien heule ÜB* Tirea 80 Frcs. — Die Kammerferien dauer»
spricht man diesem Umstande alle Beveutung ab, indem man die Sache blos den Feinden der Regierung zu- schreibt. Die Nationalversammlung verwarf mit 123 gegen 58 Stimmen das Amendement Garcia Nuiz. welches statt der sofortigen dir allmählige Abschaffung der Sclaverei verlangt.
Loudon, 19. März. Der gestrige Ministerrath dauerte vier Stunden; heute wird ein zweiter abgehalten. Von den Beschlüsse», die Gladstone und College» gefaßt haben, ist noch nichts bekannt. — Das Organ des Erzbischofs Cullen, die „Evening Post", constatirt, daß die katholische Partei einem Ministerium Disraeli niemals ihre Unterstützung ge währen könne. — Graf Bernstorfs hat eine unruhige Nacht verbracht.
Haag, 16. März. In Nordbrabant, wie über Haupt in den südlichen Provinzen werden gegenwärtig von französischen Händlern große Pferdeankäufe gemacht, wie man hört, im Auftrage der französischen Regierung. Da aber die holländischen Pferde notorisch zu der schlechtesten Race in ganz Europa gehöre», so daß man daraus schließen muß, baß die französische Regierung mit der Reorganisation der Armee bedeutende Eile zu haben scheint. — Eine Commission aus Berlin war vor nicht langer Zeit in Groningen, um daß dortige Abfuhrsystcm, oder wie man es hier nennt, wnnenstelsel, zu studiren, und der Rapport, der von der Commission abgestattet wurde, spricht sich über die Zustände, welche in dieser Hinsicht in Groningen herrschen, sehr günstig auö. Man wundert sich übrigen» allgemein darüber, daß man gerade Groningen als Modellstadt genommen hat, während letzteres von anderen Städte», namentlich Delft, welch letztere Stadt in diesem Punkte wohl den ersten Rang einnehmen dürfte, weitaus übertroffen wird.
Petersburg, 19. März. Der neu ernannte Gesandte der Vereinigten Staaten von Nordamerika, Zames Orr, wurde vom Kaiser gestern zur Ueberreichnug seiner Creditive in besonderer Audienz empfangen.
Konstantinopel, 18. März. Die lateinische Geistlichkeit brachte in der Kirche zu Bethlehem eine «tue Wandtapete mit einer lateinischen Inschrift an. Die Orthodoxen erblickten hierin eine Demonstratio», unb führten am eonnabenb einen Conslict herbei.
Washington, 18. März. Der Senat bestätigte das bisherige Cabinet, in welchem aber an Stelle Toutweü's Richardson Schatzsecretär wurde. — Aus Laureneebury (Kentucky) und Elysia (Ohio) werden bedeutende Feuersbrünste gemeldet und wird der Brandschaden im Ganzen auf eine halbe Million Doll, angegeben. — Tas Maschinen - Personal der Missouri-Bahn strikt, hindert die Fahrten und be- dhädigt das Material. Zum Schutze der Bahn sind Truppen verlangt.
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von.Endc.März bis zum 28. April. Die Regierung wird die drei constitutionellen Vorlagen erst nach den Ferien einbringen. — Die „France" erfährt, daß auf Moltke's Anrathen Verdun, weil näher an Paris gelegen, an Stelle Belforts verlangt wurde. — Die gestrige Soiree bei Rsmusat war ungewöhnlich glänzend; auch Guizot kam, um zu gratuliren.
Rom, 18. März. Nicotera entwickelt in der Deputirtenkammer seine» Antrag wegen der bis läng jtens 1874 zu vollendenden Armirung der Festungen. Der Kriegsminister Ricotti aceeptirt den Antrag theil weise, jedoch unter Vorbehalt der zu verwendenden Summe.
Madrid, 19. März. Die hiesigen Vertreter Frankreichs unb Englands haben Drohbriefe erhalten, welche von der Internationale unterzeichnet sind; doch
Telegraphische Cours, und Marktberichte.
Frankfurt a. M.. 20 März. (Schluß der Börse). Staatsbahn-Actien 355|. Elisabeth 262, Galizier 2404, Lombarden 2014. Kordwestbahn 232, Credilactien 3611' Silderre'.tte 67j, Papierrente —, 1860t Loose 96j National! bunt 1052, Spanier 22$, 1882t Amerikaner—, Darmstädter Bank-, Effectenbank-, Oregon-.
Berlin, 20 Marz. (Anfaugscourse). Creditaetien 206 Staatsbahn 203, Lombarden 114, Amerik. 96|.
Wien, 20. März. (Anfangscourse). Ereditactien338.00, Lombarden 188.00, Napoleons 8.70J.
Berlin, 19. März.
Der Reichstag überwies den von mehrere» Mitgliedern eingebrachten Entwurf eines Reichspreßgesetzes, bei dessen heutiger Berathung die Mitglieder des Bundcsrathcs sich durchaus schweigend verhielte», an eine Commission aus 21 Mitgliedern. Der Antrag Schraps-Sonnemann — auf Freilassung Bebels, wurde mit großer Majorität abgelehnt.
Das Gesetz über den Austritt aus der Kirche, dessen zweite Berathung auf der heutigen Tagesordnug des Hauses der Abgeordneten stand, erregte keine große Debatte, zumal da sich das Gentrum dies mal den Anschauungen der linke» Seite des Hauses genähert hatte. Diese beiden Parteien wollten alle diejenigen Vorschläge der Kommission streichen, durch welche der Austritt aus der Kirche erschwert werhe; indeß erhielt die Kommissionsvorlage in allen Punkten die Majorität des Hauses, die sich bei Gelegenheit einer namentlichen Abstimmung in dem Verhält- niß von 169 zu 130 zeigte. Nur ein Punkt, die Stellung der Juden in Bezug auf den Austritt aus ihrer Kirche, wurde zu einem Gegenstand längerer Ausführungen Seitens mehrerer Redner. Es handelte sich um das Verhältniß der einzelnen Judenge- meinbett, die nicht vom Staate anerkannt sind, und darum, daß der Austritt aus diesen Gemeinden künftig gesetzlich zu regeln sei. Eine dahin gehende Resolution des Abg. Lasker wurde angenommen, nachdem auch Seitens des Herrn Kultusministers dieser Gedanke^ gebilligt worden war. Im weiteren Verlaus oer Sitzung beschäftigte sich das Haus mit kleineren Gesetzentwürfen, unb nahm dieselben in erster und zweiter Berathung ohne Ainendirung an. Schließlich wurde trotz des Widerspruchs des Abg. Windthorst (Meppen) beschlossen, morgen in die dritte Berathung der ersten drei kirchlichen Gesetzentwürfe einzutrcteu; außerdem wird auch die Interpellation v. Grand-Ry morgen zur Verlesung kommen.
O Marburg, 19. März. Gestern wurde» hier wieder und zwar durch Kreisihierarzt Kaiser in ame rikanischem Speck Trichinen gefunden. In der kurze» Zeit, seit welcher auch die Händler mit Schweinefleisch- Waaren zu deren mikroskopischen Untersuchung au: Trichinen verpflichtet sind, sind hier nun schon be, drei verschiedenen Kaufleuten in amerikanischem Speck Trichinen gefunden worben.
Marburg, 20. Mäaz. Zur Feier des GcburtS- !ches Sr. Majestät des Kaisers und Königs findet 22. d. M. Morgens 9 Uhr in der reformirten Kirche ein Mililär^GotteSdienst statt.
,, Marburg, 20. März. Die hiesige» Univer- Aätsbehörden haben den englischen Blätter» die Nächst zugehen lassen, daß während der letzten Jahre ^reiche gefälschte Diplome für gutes Geld von Schwindlern, die sich als beglaubigte Agenten der Marburger unb anderer Universitäten auSgaben, an nichtgläubige Personen angebracht worben sind. Mehr
48 Engländer sind, wie es heißt, mit falschen chkvlogischcn und philosophischen Doctordiplomen hin Nrs geführt worben und haben in gutem Glau- **n die betreffenden Titel geführt. Die „Times" fügt ’n Mittheilung über die Sache den Rath hinzu, daß Maber Marburger Diplome dieselben bei der deut- Hen Botschaft vorlegen ober unmittelbar an die Uno ^fitätsbehörden in Marburg zur Bestätigung ein- sUden möchten.
Telegraphische Depesche« -er Ober- hessische« Zeitung.
Berlin, 19. März. Die „Norbd. Allg. Ztg." führt die Mittheilungen der „Kreuzzeitung" und der „Berliner Allg. Corresp." über die bisherigen Arbeiten der Untersuchungs Commission an unb bemerkt, daß gegen deren Richtigkeit kaum etwas zu erinnern sein dürste; sie erklärt jedoch die Behauptung der „Berl. Allg. Corresp.", wonach die Verhandlungen der Commission irgend etwas Gravirendes gegen die Pommcrsche Centralbahn zu Tage gefördert hätten, für durchaus unbegründet. — Die „Kreuzzeitung" enthält eine Replik des ehemaligen CultusminislerS Mühler auf die Erwiderung der „Nordd. Allg. Ztg." vom 16. März. Dieselbe erklärt, daß mit den vertraulichen Verhandlungen zwischen dem Cultusmini- fterium unb dem auswärtigen Ministerium die katholische Abtheilung des Erstere» Nichts zu ihn» gehabt habe, wenn nicht der Minister des Auswärtigen ausdrücklich ein Gutachten derselben verlangt habe. Der stärkste Beweis seiner (MühlerS) Unabhängigkeit sei, daß er selbst die Auflösung der katholischen Ablhei- lung verlangt habe. Was die Frage einer Nuntiatur angehe, so sei ein Nuntius nicht nur eine diplomatische Person, sondern zugleich ein Geistlicher, mit kirchlicher Autorität über die LandeSbischöfe bekleideter Delegat des Papstes. Dies sei vornehmlich gegen die Nuntiatur ins Gewicht gefallen.
Straßburg, 19. März. Bezüglich der Landesverweisungen erinnert die „Straßb. Zeitg." an den 8 10 des Verwallungsgesetzes vom Jahre 1871, welcher den Oberpräsidenten bevollmächtigt, zur Aufrechterhaltung der Sicherheit diejenigen Gewalten auS- zuüben, welche die französischen Gesetze den Militärbehörden im Falle eines Belagerungszustandes überwiese». — Sämmtliche aus der französischen Zeit im Dienste gebliebenen Justizpersonen, 53 an der Zahl, Haden den Diensteid geleistet, worin sie dem deutschen Kaiser Treue und Gehorsam schwören.
Pest, 19. März. Einer Nachricht des „Pester Lloyd" zufolge, habe der Finanzminister die Genehmigung des Kaisers zur Vorlage eines Gesetzes erhalten, welches die Regierung zur Concessionirung einer großen ungarischen Escompte-Bank ermächtigt. Dieselbe solle für gewisse Verpflichtungen, welche sie als Regierungsbank dem Staate gegenüber übernimmt, besondere Begünstigungen erhalte». Der ginanzmi- nifter habe sich bezüglich der Ausführung von vornherein durch ein Vertragsproloeoll mit einer bedeutenden Finanzgruppe sichergestellt, dessen Bestimmungen mit dem Gesetzentwürfe vollkommen übereinstimmend seien. Das Unterhaus hat bas Stempelsteuergesetz angenommen.
Versailles, 19. März. In der Nativnalver- ammlung stattet Victor Lesraiic, welcher heute von der mit der Prüsung des Vertrages mit Deutschland beauftragten Commission zum Berichterstatter ernannt ist, seinen Bericht ab, worin er unter Hervorhebung her von dem Präsidenten Thiers und der Regierung dem Lande bargebrachten Huldigung, die von der Finanzverwaltung bewiesene Geschicklichkeit constatirt und den Sympathie» Frankreichs für das heroische Verdun Ausdruck gibt. Die Versammlung nimmt einstimmig den Vertrag an. — Einige Journale m-lben, daß in einigen occnpirten Orten, die Nachricht über die baldige Befreiung entschuldbare aber ärgerliche Manifestationen veranlaßt habe. Preußische Offiziere seien auf der Straße absichtlich angerannt worden; indessen hätten die deutschen Militärbehörden, den Umständen Rechnung tragend, sich jeder Art von Reprefsivmaß- regeln enthalten.
Hamburg, 17. März. Das Hamburg-New-Dorker Post- Dampfschiff Silefia, Gapitain Hebich, am 6. d. M. von New-Iork abgegangen, ist nach einer Reise von 10 Tagen 2 Stunden am 17. d. M. 4j Uhr Morgens in Plymouth angekommen, und hat nachdem es daselbst die Verein. Staaten- -rost, so wie die für England bestimmten Passagiere gelandet, um ös, Uhr die Reise via Cherbourg nach Hamburg oitgesetzt. Daffelbe überbringt: 90 Passagiere, 136 Bries- äcke, 13 .0 Tons Ladung, 103,470 Dollar Gontanten.
Äecht kölnisches LVnffer
von Zrait Maria Fariua.
Meine ausschließliche Niederlage davon auf der Expedition der Oberhessischen Zeitung in Marburg empfehle ich zu folgenden Preisen: pr- Dutzend Flaschen 4j Thlr., pr. halbes Dutzend 2 Thlr. 10 Sgr. und pr. Flasche 12j Sgr.
Marburg, 20. März. Die gestrige Theatervorstellung des Arthur Müller'schen Lustspiels „Gute Nacht Hänschen" war im Ganzen eine recht gute. Frau und Fräulein Novak vom fürstlichen Hoftheater zu Sondershausen als Gäste waren in den Rollen der Maria Theresia unb der Gräfin Colleredo vorzüglich und da. Wie wir hören, auf einige Beit beide Damen der hiesigen Bühne angehöien werden, können Wir dieses als höchst erfreulich bezeichnen. Beide Damen, den hiesigen Theaterfreunden schon von früher bekannt, waren tets recht brav in ihre» Leistungen und nach ihrem gestrigen Auftreten zu urtheilen, hat namentlich Fräulein Novak wesentliche Fortschritte mit vielem Erfolg gemacht. Hoffentlich Wird dieses gute Vorbild auch auf das Herren-Personal nicht ohne Einfluß bleiben. Dieses muß entschieden mehr Sorgfalt auf Sprache unb Spiel verwenden und ganz be- onders müssen aber auch kleine Rollen memorirt werden, damit sie ernste Scenen nicht unnützer Weise in komische verwandeln. Die Masken des Pater Häsler und Pater Richter, sowie des Baron Turschkoi waren sehr charakteristisch, wie beim überhaupt die Garderobe am gestrigen Abend eine ganz brillante zu nennen war. Herr v. Reichardt als Josef 11. und Herr Binder als Frohn genügten nur in einzelnen fecenen unb brachten ihre an unb für sich sehr bankbaren Parthieen nicht zur vollen Geltung.
— (Univ.-Nachr.) Der außerordentliche Professor der Philosophie an der Universität Würzburg Dr. Franz Brentano, bekanntlich Priester und Anti-Infallibilist, hat um Enthebung von seiner Professur nachgelucht
— Tas „Dresdener Journal" berichtet: Dr. Stricker, welcher eine Arbeit über den „Blitz und seine Wirkungen" veröffentlichte, führt über die Bildung von Gewitter unb Wetterleuchten eine für (eben Laien interejfante Ansicht vor. Es heißt barin: „baß bas Wetterleuchten kein fernes Gewitter, keine Entlabung nach oben, fonbern baß es die Nachwirkung entweder einzelner, von dem Kerne der Gewitter ich Ibfenbcr Wolkentheile oder ganzer, in Theile sich auf» äsender ober plötzlich gewaltsam zerstreuter, noch nicht voll- tänbig entlabenet Gewitterwolken ist." Ein Gewitter aber entsteht nach bet Ansicht beS Verfassers, wenn bie Wolken eine solche Dichtigkeit erlangen, daß sie die Wärmestrahlen der Sonne in ihrer direkten Wirkung auf dem Raum und die Erbe mehr als gewöhnlich verhindern. „So entsteht eine Temperaturverschiedenheit zwischen dem wolkenfreien, dem wärmeren, und dem bewölkten, dem kälteren Raume, und zur Ausgleichung derselben eine entsprechende Luftströmung vom wärmeren zum kälteren Raume, welche den Regelwind aufhebt und als Eigenwind zunächst btrect auf die Wolke unb bann inbirect unb genau um bie Grenzen derselben verläuft. Der auf diese Weise entstehende Wirb. l- wmb setzt die Wolke in eine kreisende Bewegung und macht ie durch Reibung und Compression elektrisch. Je größer also die Temperaturverschiedenheit, desto heftiger die Drehung, desto stärker die electrische Ladung und Entladung Ferner erklärt sich daraus der Umstand, daß alle Gewitter dem herrschenden Winde entgegengeben. Nähert sich aber bie Temperaturverschiebenheit ihrer Ausgleichung, so schwinbet die hörbare Explosion und die Blitze finden nur noch mit r.- „-.w ----------- — T*.
geringerer Leuchtkraft stall; wir nennen dies Wetterleuchten." 153] Johan» Maria Fariua in K 0 l n.