centton mit der Krone Preußen. Die Commission sprach sich für denselben aus und betrachtete ihn gewissermaßen nur als eine Erinnerung an einen ähnlichen in der vorigen Landtagssession gestellten Antrag. An der Annahme deS Letzteren Seitens der Landes- Versammlung ist somit kaum mehr zu zweifeln.
Ttraßburg, 17. März. Der bischöfliche Ge- neral-Vicar Rapp, geheimer Gründer und Leiter des hiesigen Central-Comites, eines Vereins zur Leitung der politischen Wahlen, hat den Befehl erhalten, Elsaß- Lothringen binnen 48 Stunden zu verlassen. — Gestern ist eine Deputation von Notabeln des Handelsstandes nach Berlin abgereist, um bei dem Reichskanzler gegen die Erhöhung der Tabaksteuer vorstellig zu werden. — Die Regierung hat der Handelskammer anheimgestellt, Maßregeln vorzuschlagen, wie in einzelnen Fällen die Härten der Guldentarifirung zu mildern wären. Die Regierung ist gewillt, den augenblicklichen Gulden vorralh deS Landes durch Vermittlung der Verwaltungskassen convertiren zu lassen, wofern eine Garantie gegen die Möglichkeit gefunden werden kann, daß eine solche Maßregel nicht neue Bestände heranziehe. Wer die letzte Zeit vor dem Ertaste dieser Verfügung Zahlungen in Gulden von Verwaltungskasten empfangen hat, kann dieselben umtauschen. — Das Kriegsgericht gegen detk Verfasser der mehrerwähnten Schmähschrift, Advocat Laporte, hat seine Sitzungen begonnen. Der Antrag des Staatsanwalts lautet auf 15 Monate Zuchthaus. Die Sitzungen werden heute Abend fortgesetzt.
Ausland.
Pari-, 16. März. Das offfeielle Blatt schreibt über den Räumungsvertrag mit Deutschland: „Ein Vertrag für die Räumung des französischen Gebietes, die Frucht langer Unterhandlungen, wurde am heutigen 15. März um 5 Uhr Abends in Berlin unterzeichnet. Die Regierung hätte gewünscht, daß die Rational- Bersammlung von diesem glücklichen Ereignisse zuerst unterrichtet worden wäre; aber es wurde unmöglich, da die Depesche, welche man aus Berlin erwartete, erst um 7 Uhr in Versailles eintraf. Jedermann weiß, daß die Regierung in unerwartet kurzem Zeiträume die finanziellen Verbindlichkeiten erfüllen konnte, die sie auS Vorsicht für einen späteren Zeitpunkt übernommen hatte. Sobald die diplomatischen Instrumente die authentische Form erhalten haben, werden ste der Nationalversamn.lung zur Genehmigung unter- breitet werden, damit in möglichst kurzer Zeit die Ratification des Präsidenten der Republik gegen diejenige Deutschlands auSgewechselt werden kann." — «SDie solcher Maßen amtlich bestätigte Nachricht von der bevorstehenden Räumung hat natürlich allgemeine Befriedigung erregt. Alle Blätter, die clericale Union ausgenomuzxii, welche daran erinnert, daß der Sieger noch Elsaß-Lothringen als Pfand zurückhalte, drücken ihre Freude über die baldige vollständige Befreiung Frankreichs aus. Die Patrie will schon wissen, daß die deutschen Truppen, welche nach dem 1. Juli Verdun besetzt halten, 15,000 Mann stark sein sollen. Um sich das zur Bezahlung der verschiedeneil Termine nothwendige Geld zu verschaffen, wird die Regierung, demselben Blatt zufolge, die letzten Einzahlungen auf die Anleihe, 1200 Millionen, durch Vermittlung
schritt er an der Spitze seiner Leute, begleitet von Warndorff und dem Major, die Treppe hinauf.
In dem geheimen Gemach befanden sich zu der- felben Stunde ungefähr zwanzig Mitglieder der Bande, um über die Tagesereignisse Rapport zu erstatten und Befehle für die Nacht in Empfang zu nehmen.
Der Baron hatte feine Dispositionen getroffen und Selbach beauftragt, die nöthigen Befehle zu ertheilen.
Er selbst saß im Hintergründe des Gemachs und unterhielt sich leise mit seinem Vertrauten, der kurz zuvor eingetroffen war und die Nachricht von der Ver Haftung Liebrechts gebracht hatte.
„Das ist ein unangenehmer Vorfall," sagte er nachdenklich, und eine finstere Wolke breitete sich über seine Stirn, „ein Vorfall, der uns zeigt, daß wir fortan fehr vorsichtig sein müsten."
„Und diese Verhaftung scheint mir nicht so zufällig erfolgt zu sein," erwiderte Neuhoff, bedenklich das Haupt wiegend. „Hier muß ein Verrath —"
„Bah, Liebrecht hat den dummen Streick begangen, die Tochter eines Mannes entführen zu wollen, der geriebener ist als er."
„Ich weiß nicht, der Selbstmord unseres Schulz gibt mir viel zu denken."
„Unsinn — der Mensch war eine Memme."
„Nein, nein, eS lag gegen ihn nichts vor, man konnte ihm höchstens das Spielen mit gefälschten Karten beweisen, und er mußte doch wissen, daß wir die Macht besaßen, ihn zu befreien."
Der Baron zuckte die Achseln.
(Fortsetzung folgt.)
der großen Banquiers discontiren. — Der orleanisti- sche Soleil bementirt aufs förmlichste die Nachricht, das Broglie in das Versailler Cabinet eintreten soll. Zugleich sucht er zu beweisen, daß Reckte und rechtes Centrum, die jetzt alles in der Hand haben, fest zusammen halten müffen, um alle Minister zu beseitigen, die zu sehr zur Linken hinneigen. Aus dieser Sprache des Soleil schließt man, daß Thiers nicht die Absicht hat, Broglie und Genossen für die geleisteten Dienste zu belohnen. — Laut Bien Public soll dem Paris- Journal schon in Folge der von ihm gegebenen Erklärung der Straßenverkauf wieder gestattet werden. — Der Soir sagt, Herr Thiers sei heute zu dem Palais der Elyseen gekommen und habe dort den Grafen Arnim empfangen. Dasselbe Blatt ist der Meinung, daß die Räumung die Auflösung der National-Versammlung und allgemeine Neuwahlen im October zur Folge haben werde. ES deutet an, daß die gegen die drei bekannten Zeitungen ergriffenen Maßregeln wohl bald zurück genommen werden. — Thiers hat den französischeii Gesandten in Berlin, Herrn von Gontaut-Liron, zum Groß-Offizier der Ehrenlegion ernannt. Die Blätter drücken lebhafte Befriedigung über den glücklichen Ausgang der Unterhandlungen mit Deutschland aus und spenden Herrn Thiers große Anerkennung. — Dem Vernehmen nach werden die diplomatischen Actenstücke in Bezug auf den Räumungsvertrag der National - Versammlung noch vor Ende der Woche vorgelegt werden und sofort die Genehmigung erhalten.
Madrid, 15. März. In der Nationalversammlung erklärt Castelar die Angabe, daß Don Carlos die Grenze überschritten habe, für falsch. Die Grenze sei aus französischer Seite gut bewacht. — Die Hypothekenbank wird bald errichtet werden. — Die „Cor- respondencia" wiederholt, daß die Regierung die Zahlung der Zinsen der Staatsschuld als ein strenges Pflichlgebot ansehe. — 3000 Carlisten, welche bei Vera den Eintritt Don Carlos' erwarteten, sind ge schlagen und zersprengt worden. — Eine Anzahl von Bürgermeistern der verschiedenen Stadtviertel der Hauptstadt sind zurückgetreten.
Lissabon, 16. März. Es sind Truppen an die Grenze gesandt worden, um die dort erschienenen Car- listenbanden zu interniren. Der Minister des Auswärtigen hat den Cortes den Zusatzartikel zum Auslie- ferungsvertrage mit Spanien vorgelegt. Ein t’lbge ordneter verlangt Erklärungen von der Regierung über die Beleidigungen, welche der portugiesischen Fahne zu Para in Brasilien angethan worden seien, wo die brasilische Bevölkerung unter dem Rufe: „Tod den Portugiesen!" die Straßen durchzogen hatte. Der Minister des Auswärtigen antwortet, er erwarte amtliche Mittheilungen, wisse aber, daß der dortige portugiesische Consul sofort von der brasilischen Regierung Genugthuung verlangt habe.
London, 17. März. Die Morning Post glaubt, daß Gladstone im Amte bleiben werde, ohne neue Wahlen auszujchreiben, nur dürsten einige Veränderungen im Ministerium vorgenommen werden. Mit Sicherheit ist jedoch noch keine Entscheidung bekannt. — Eine große Versammlung fand gestern im Hydepark im Sinne der Home-Rule-Parlei und für die Befreiung der gefangenen Fenier statt. Die Ordnung wurde nicht gestört.
Christiania, 12. März. Dem Slorthing ging heute als 'Antwort auf dessen Adresse der Bescheid zu, daß die Krönung deö Königs am 18. Juli stattfinden werde.
Petersburg, 11. März. Die Studenten, welche wegen Betheiligung an den hiesigen Studenten-Kra- wallen im Jahre 1869 nach nördlichen ober asiatischen Gouvernements deportirt wurden, sind jetzt vom Kaiser begnadigt und die Rückkehr ist ihnen in die Heimath und manchen sogar nach Petersburg gestattet worden. Ebenso ist den Studenten verschiedener Universitäten, welche wegen dringenden Verdachts der Betheiligung an der Nelschajew'jchen svcialistischen Verschwörung inhastirt waren, vom Gerichtshöfe aber freigesprochen wurden, die von ihnen nachgesuchte Genehmigung ertheilt worden, zur Vollendung ihrer Studien sich bei einer beliebigen Universität wieder immotriculiren zu lassen. — Großfürst Michael, der sich zur Zeil in Petersburg befindet und auch seine Gemahlin und Tochter dorthin hat kommen lassen, wird auf seinen Staithalterposten im Kaukasus nach Tiflis nicht zu- rückkehren.
Athen, 13. März. Die Gesellschaft zur Ausbeutung 'der Laurion-Bergwerke hat sich bereits con- ftituirt. Die Aktien werden nur in Griechenland aus- gegeben. — Zwischen der griechischen und der türkischen Regierung ist eine Convention abgeschlossen worden, wonach innerhalb einer fünf Wegstunden breiten Grenzzone die Truppen beider Länder auf Räuberbandm fahnden dürfen. Der Sultan hat sich bereit erklärt, den Orden, den ihm der König von
Gesetzentwürfe bedroht würden. Die Versammlung kt alten
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aus 14 Mitgliedern bestehenden Commission.
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einigte sich hieraus zu einer Eingabe an die hessischen Diözesanvorstände, in welcher dieselben aufgefordert werden, traft ihres Oberhirtenamts, für das Recht bei ihnen anvertrauten Kirchen einzutreten, und ihnen zugleich für diesen Fall die Unterstützung der Unterzeichner in Aussicht gestellt wird. Nachdem Herr Pfarrer Kolbe von Marburg noch die Uebereinstimmung
Griechenland verleihen will, anzunehmen. Die Sauriern frage, die nunmehr durch den Verkauf der Minen mit allem Zubehör beendet ist, wurde abgeschlossen mit einer identischen Note Italiens und Frankreichs an die griechische Regierung, worin conftotirt wird, daß die beiden Mächte längst der griechischen Regierung den Rath ertheilt hätten, zu einem Verkaufe die Hand zu bieten.
Kirchhain, 15. März. Die heutige Sitzung des landwirthschastlichen Vereins Marburg-Kirchhain war eine von Mitgliedern des Vereins zahlreich besuchte, außerdem wohnten derselben viele Nichtvereins- Mitglieder bei. Auch der Vorsitzende des Cenlral- Vereins, Herr RegierungSrath Wendelstadt, sowie der Generalsekretär dieses Vereins, Herr Oekonomierath Vogelei und Herr Wasserbaumeister Schmidt von Kassel waren anwesend. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung fanden mehrere geschäftliche Mittheilungen ihre Erledigung, aus denen wir hervorheben: die beabsichtigte Gründung einer Dampf-Wollwäscherei in Kassel und die Aufforderung an den hiesigen Verein zur Betheiligung, bei der Wichtigkeit dieses Gegenstandes wurde beschlossen, denselben zur ausführlichen Besprechung auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu fetzen. Ferner eine Mittheilung deö landwirlh- schastlichen Vereins zu Alsfeld betreffs einer Mäuse- vertilgungsmafchine deren Anwendung der Vorsitzende empfahl, da er diese Maschine aus eigener Anwendung kenne. — Der wichtigste Gegenstand der Tagesordnung war der Vortrag des Herrn Wasserdau- meifter Schmidt über die Ohmregulirung und die Bildung einer Genossenschaft zur Melioration de» Ohmthales. Ueber diesen sehr übersichtlichen, klaren und überzeugenden Vortrag werden wir demnächst ausführlich berichten. Der Verein sprach sich dann dahin aus, daß dieses projectirte Unternehmen nützlich und nothwendig sei, und daß mit allen Kräften dessen Realistrung zu erstreben wäre. Den letzten Gegenstand der Tagesordnung bildete die diesjährige General- Versammlung der landwirthschastlichen Vereine in Marburg und die damit zu verbindenden Festlichkeiten. Als allgemeines Programm wurde in Vorschlag gebracht: am ersten Tage die Verhandlungen des Ge- sammtvereins, und am zweiten Tage Vormittags eint Vtehschau mit Prämiirung vorzunehmen, sowie den Nachmittag zu einem allgemeinen Volksfest zu bestimmen. Während beider Tage findet die Ausstellung von landwirthschaftlichen Maschinen statt.
Melsungen, 17. März. Die „Hess. Blätter' schreiben: Mittwoch, den 12. d. M., sand im Rath Haussaal zu Melsungen eine zahlreich besuchte Versammlung von Geistlichen und Laien aus Nieder- und Oberhessen statt. Nachdem die Berathungen durch den Gesang deö Liedes: „Eine feste Burg ist unser Gott" und ein Gebet des Metropolitan Hoffmann auö Felsberg eröffnet worden waren übernahm Herr StaaiSrath a. D. Scheffer das Präsidium und bezeichnete in einer längeren Ansprache als den Zweck dieser Versammlung die Berathung gemeinsamer Schritte zur Abwendung der Gefahren, von welchen die hessischen Kirchengemeinschaften durch die dem preußischen Landtag gegenwärtig vorliegenden kirchenpolilischen
Berlin, 17. März.
Der Reichstag erledigte heute in erster Lesung das Postpackektarifgesetz und überwies dasselbe ein«
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so auch noch anderen Gesinnungsgenossen die Gelegenheit zur Unterzeichnung desselben zu geben. Herr Metropolitan Vilmar in Melsungen erklärte sich bereit, diese Unterschriften in Empfang zu nehmen. Nach einer längeren Ansprache desselben Herrn, in welcher er den Weg des Leidens und deS Martyriums als denjenigen bezeichnete, welchen die Kirche in dieser Zeit zu gehen habe, wenn sie ihr Ziel nicht verfehle« wolle, wurde die Versammlung mit dem Gesang des Liedes: „Erhalt uns Herr bei Deinem Wort" geschlossen.
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In der heutigen Plenarsitzung des Herrenhause' % Hess.: wurden durch Schlußberalhung die Gesetzentwürfe te> jyf-Ld treffend das Grundbuchwesen im Bezirk deS Appels^''Pm