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Marburg, Dienstag, dm 11. März

1873

Oderhessische Zeitung.

"tetr etabliren. Um dem Publikum Kenntniß von dem Be-

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Wt, ich halte ihn jetzt zu jedem Kunststück fähig

»Aber wenn dieser Mann wirklich ein Gauner

rvirlhschaftliche Museum ist jetzt von dem Landwirth- । ichaftsminister dem LandeS-Oekonomie-Collegium die

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Novelle von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Lange währte die Prüfung, endlich hatte Warn-

Ȁuher Ihnen Niemand!"

„Desto besser. Wir müssen eS geheim halten."

„Wie können wir eS ; der Eclat ist unvermeidlich." , „Einerlei, einstweilen müssen wir schweigen," "8te Warndorff. „Ich werde zum Polizeidirektor "'Sehen und ihm die Banknote sammt der Karte im. Sollte der Baron Sie inzwischen besuchen, weiden Sie Alle-, was seinen Argwohn wecken

'raff?

Deutsches Reich.

#• Berlin, 8. März. Die Anzahl der amt-

,ES wäre interessant, auch die anderen Karten S prüfen, leider besitzen wir nur diese eine."

Der Major zitterte vor Aufregung, er vermochte zu sprechen.

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Mission Persigny's in Berlin im Jahre 1851 und fügt mehrere Angaben hinzu. Die Bemühungen Na­poleons, Preußen zum Verbündeten zu gewinnen, dauerten, der „Nordd Allg. Ztg." zufolge, trotz deS Mißerfolges, bis zum Jahre 1857 fort. Es war nicht Persigny, der von Preußen abgewiesen, im Jahre 1851 dem österreichischen Gesandten v. Prokesch ein Bündniß zwischen Frankreich und Oesterreich anbot und einen Refus erhielt, sondern weit wahrscheinlicher war es umgekehrt, daß Prokesch ein solches Bündniß anbot und bei Persigny keinen Anklang fand. In Wien war Schwarzenberg der leitende Staatsmann, dessen Gedanken auf eine Annäherung zwischen Wien, Petersburg und Paris (später'der „Drei-Kaiserbund") gegenüber den Revolutionsstaaten England und Preußen gerichtet waren. Dagegen war ein Bündniß mit Oester­reich für Napoleon noch nach dem Krimkriege eine politische und psychologische Unmöglichkeit wegen seiner bekannten und unbekannten Beziehungen zu Italien.

Hannover, 7. März. Das Hannöversche Amts­blatt veröffentlicht den Abschied des Oberpräsidenten Grafen Otto zu Stolberg, worin derselbe allen Be­hörden und Beamten, Corporationen und einzelnen Personen, welche ihn in dieser Zeit durch Mitwirkung unterstützt und durch ihr Vertrauen gestärkt, seinen Dank ausspricht.

Wiesbaden', 8. März. Dem kronprinzlichen Paare wurde heute Abend vor dem Schlosse von der städtischen Kurmustk eine glänzende Serenade darge­bracht. Oberbürgermeister Lanz hielt an da« kron- prinzliche Paar eine Ansprache und brachte auf das­selbe ein dreimaliges Hoch aus, in welches daS zahlreich versammelte Publikum begeistert einstimmte. Nach der Serenade fand eine bengalische Beleuchtung der neuen evangelischen Kirche statt. Morgen früh 6 Uhr wird eine Choralmusik sowie ein Gesang deS Theaterchors dargebracht.

Dresden, 8. März. In Folge getroffener Vereinbarung haben beide Kammern in der Steuer­reformfrage beantragt, daß ein Gesetzentwurf über Einführung der allgemeinen Klaffen- und Einkommen­steuer vorgelegt, daneben aber die Grund- und Ge­werbesteuer beibehalten werde. Bezüglich der beiden letzteren Steuergesetze wird beantragt, daß das Soll- dieser Nichtbeachtung der ersten Regel deS Anstandes und der Höflichkeit auch nicht weiter nach, eS konnten ja verschiedene Gründe ihn daran verhindert haben.

Bei Tisch war der Major nicht mehr so sehr verstimmt, er richtete sogar einige scherzende Worte an Hermine, aber seine Erregung, seine Unruhe mußten der gnädigen Frau doch auffallen und ihr die Ueberzeugnng aufdrängen, daß' er Geheimniffe vor ihr habe, die er ihr zn verbergen ängstlich be­müht fei.

Sie mochte nicht in ihn bringen, und um sein Vertrauen betteln — da sträubte sich ihr Stolz da­gegen.

Nach Tisch zog der Major sich zurück, wie er sagte, um seine Siesta zu halten, in Wahrheit in­dessen, um ruhelos in seinem Cabinet auf und abzu­wandern und sich von seinen Besorgniffen, Hoffnungen und Zweifeln foltern zu lasten.

Auch Hermine hatte das Zimmer verkästen, Frau v. Barnitz befand sich allein.

Da meldete Johann den Besuch des BaronS an. Die gnädige Frau war überrascht; zu dieser Stunde pflegte Niemand einen Besuch zu machen.

Lächelnd trat der Baron ein; fragend, mit dem Ausdruck erwartungsvoller Spannung blickte Frau v. Barnitz ihn an.

„Sie werden verzeihen," sagte er, „e» ist eine ungewöhnliche Stunde."

„£), Sie sind immer willkommen," erwiederte die gnädige Frau zutraulich.

„Sagen Sie das nicht, Ihr Herr Gemahl dürfte diese Ansicht nicht theilen."

„WaS haben Sie mit ihm?" „Nichts."

„In Wahrheit, nichts?"

»Zch hoffte Sie allein anzutreffm, deshalb wählte

auj 'rifei eher, luier Fen Span- laue dan er i 1

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erstattet worden. Hinsichtlich der Bedürfnißfrage herrschte in den Ausschüssen kein Bedenken, auch nicht über die Deckung der Mittel aus der französischen KrigScontribution. Die Höhe des auszusondernden Kapitalbetrages wurde bemängelt. Dieser Betrag konnte nur nach Wahrscheinlichkeitsberechnungen ge­funden werden, deren Factoren zum Theil nicht gewiß sind, und man hat allerdings die Berechnung in der Weise vorsichtig aufgestellt, daß man sich vor zu ge­ringen Annahmen gehütet hat. ES wurde nun her­vorgehoben , daß die gemachten Annahmen doch zu hoch seien. Ungewiß sei in den Berechnungen der dem Entwürfe beigefügten Denkschrift der noch zu erwar­tende Zugang und insonderheit daS Verhältniß der nichtpreußischen CorpS. Die Majorität bet Ausschüsse entschied sich indeß dafür, daß die Höhe des Fonds und dessen schließliche Festsetzung auf 187 Millionen nicht zu beanstanden sei. Zu hoch seien die gemachten Annahmen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Man habe sich dabei auf die gemachten Erfahrungen ge­stützt. Die Annahme eines Zuganges von 20 pCt. bei den Unterklassen sei sogar eine ziemlich geringe, man sei keineswegs ganz sicher, daß nicht der Zu­gang ein erheblich stärkerer werde. Wie man an den Invaliden auS den Jahren 1813 bis 1815 erfahren, sei die Lebensdauer der Pensionäre und Hülfsbedürf- tigen keineswegs eine verhältnißmäßig kürzere. Auch Werbe man nicht in ber Lage fein, mit Strenge unb Zurückhaltung zu verfahren, man werbe alten Solbaten, die Leben und Gesundheit zum Opfer dar­geboten, doch zu Hilfe kommen müssen, und die An­sprüche würden selbst in späteren Jahren keine geringe fein. Der baierische Bevollmächtigte erklärte die Zu­stimmung seiner Regierung, vorausgesetzt, daß die selbstständige Befugniß der baierischen Militärver­waltung zur Feststellung, Anweisung, Auszahlung und Detailverrechnung der das baierische Heer betreffenden Kriegspenstonen, Pensionszulagen, Erziehungsgelder und Beihülfen nicht berührt werde. Man war der Ansicht, daß an der Competenz unb den ressortmäßigen Befugnissen der einzelnen Militärverwaltungen durch das zu erlassende Gesetz nichts geäußert werden solle.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." bestätigt Heinrich von Sybels Ausschluß (in der „Köln. Ztg.") über die ist, werden nicht noch mehr Verdachtsgründe gegen ihn vorliegen?" warf der Major ein.

„Wer weiß das?" erwiderte Warndorff.

„Wer kennt die Motive, die ihn bei den Opera­tionen gegen Sie geleitet haben? Vertrauens Sie mir Alles, ich gehe zur Polizei und werde nicht ruhen, bis die Sache aufgeklärt und der Schurke ent­larvt ist."

Der Major reichte dem treuen Freunde dankend die Hand.

„Es ist ja auch Ihr eigenes Interesse, welches Sie vertreten," sagte er, „die Entlarvung des Barons wird meine Frau einsehen lasten, vor welchem Ab­grunde sie stand, sie wird Ihnen Dank wissen und der freien Entschließung HerminenS nicht mehr hin­dernd entgegentreten."

„Glauben Sie?" fragte Warndorff mit einem Anfluge von Bitterkeit. „Vertrauen Sie nicht darauf, in solchen Fällen betrachten die Damen gern den Verbrecher als einen Märtyrer, — nun, wir wollen das Beste hoffen."

Er ging rasch hinaus, ber Major fühlte sich trotz seiner fieberhaften Erregung so sehr erleichtert, baß er seine Trommelstudien wieder aufnehmen konnte.

Frau v. Barnitz grübelte vergebens darüber nach, weshalb ihr Gatte gewünscht hatte, mit bem Baron ohne Zeugen zu reden.

ES war ihr ein Räthsel, welches sie nicht lösen konnte; indeß, dieses Räthsel beunruhigte sie nicht, sie Halle ja bemerkt, daß der Baron höflich und lie­benswürdig gewesen war, also konnte ein ernster, folgenschwerer Auftritt nicht wohl zwischen Beiden vorgefallen fein.

Sie hatte erwartet, der Baron werde sich von ihr verabschieden, bevor er das Haus verließ, und als dies nicht geschah, dachte sie über die Ursache

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rtri .Menn Ihre Vermuthungrn richtig wären, sich •ttf Milte Ihnen mein Glück, mein Leben, meine Ehre," uiM Werte er heiser.

„Frau von Barnitz weiß noch nichts?"

__- Mi gefunden, was er suchte.

Näh „Hier muß das Kennzeichen fein," sagte er, „be- i Mrken Sie in der lrnken Ecke den dünnen Strich?" „Nein, nein, wo —"

itätd „Hier — sehen Sie genau zu, legen Sie die ' iMe auf die Hand — so, wenn Sie senkrecht halten, jh. i krfchwindet ter Strich."

—' »Ah — jetzt sehe ich ihn."

sichen der Verkaufsstellen zu geben, sollen ste mit be­züglichen Schildern versehen werden. Wo Verkaufs­stellen nachweislich für einen größeren Verkehr gedient hadm, werden die Ober-Postdirectionen in Erwägung ziehen, ob nicht solche Stellen in Postagenturen mit .der Beschränkung auf gewisse Postverkehrs- unb Be- inntl triebszweige umzuwanbeln sein werben. — Nach einer u„mW Uebersicht über bie Einnahmen unb Ausgaben bes tan6' Pvst-Armen-Unterstützungssonds für das Jahr 1872 ® tf betrug das Vermögen dieses Fonds am Schluffe deS cfcl Jahres 317,521 Thlr. Die Einnahme belief sich im ‘ i büntfe des Jahres auf 133,877 Thlr., bie Ausgaben buT auf 131,161 Thlr. Es haben hiervon 8431 Personen rLM' Pensionen, ErziehungSgelder, Belohnungen, fortlaufende . »nd ertraorbinäre Unterstützungen empfangen. — Be- Ic6a Hufs ber Errichtung eines Gebäudes für das land-

jnngen Volks- und verkehrsreicheren Orten, woselbst amtliche Verkaufsstelle« noch nicht bestehen, solche ita einzurichten. Auch soll nicht ausgeschlossen fein, in edel bedeutenderen Sanborten amtliche Verkaufsstellen zu

diese Beweismittel in unfern Händen haben bloS ä*'* ^wicht, wenn ste in Händen des Gerichts sind. 39,1 - 7™ Eid deS BaronS, daß weder Karte noch Bank­er jemals fein Eigenlhum gewesen fei, genügt, *>tr' Hoffnung über den Haufen zu werfen."

Rittheilung zugegangen, daß er den Plan verfolge, [41! bie jetzt verfügbar gewordenen Grundstücke der königl. 1873 Eisengießerei für landwirthschaftliche Zwecke im Allge- ni ««neu und namentlich auch zur Herstellung eines , iaudwirthschaftlichen MufeumS zu gewinnen. Zur Fest- itt« sttzung ber Modalitäten ist derselbe bereits mit dem [eUM önigl. Staatsministerium in nähere Verbindung ge- herr beten.

[u£ —lieber die Gründung des Reichs Juvaliden- [48V«ds ist jetzt seitens der BundeSraths-Ausschüffe für 'isM^mdheer, Festungen und für Rechnungswesen Bericht

lichen Verkaufsstellen für Postwerthzeichen, mit bereit l(. Einrichtung Mitte October 1872 begonnen worben p ist, hat am Schluffe beS Monats Januar b. I. 2299 betragen. Von denselben sind m diesem Zeiträume für CUSS 252,775 Thlr. Freimarken und Franco-Couverts rc. iyS( verkauft werben. Behufs noch weiterer Entwickelung

btefer Einrichtung sind von dem General-Postamte die Ober-Postdirectionen veranlaßt worben, in den-