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Acquivalcnt für die Salzsteuer zu sein. ES folgt bann eine Beleuchtung des preußischen, sächsischen und bremischen Vorschlages unb eine eingehenbe Betrach tung über bie Gewichlssteuer, bie Eingangsabgabe, bie Höhe bet Besteuerung bes inländischen Tabaks unb ein Hinweis auf bie zahlreichen Petitionen von Probucenten unb Fabrikanten.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." erinnert an bie am 10. März im Herrenhaus beginnende Berathnng über bie Verfassungsänderung, betont bie Bebeutung, welche bas Gesammtministerium bieser LanbtagSvorlaze bei lege unb spricht bie Ueberzeugung aus, baß bie Ma jorität bes Herrenhauses in seiner jetzigen Zusammen­setzung ber Regierung zustimmen unb bie Vorlage ge­nehmigen werbe. Sie fordert bie Herrenhausmitglieder, welche zur Unterstützung ber Regierung geneigt seien, auf, rechtzeitig unb in voller Zahl zur ersten ent- scheibeuben Sitzung einzutreffen. Die Regierung zähle von vornherein auf bie Anwesenheit aller Anhänger ihrer Politik.

— Der Vorstanb beö Berliner Droschkenvereins forbert burch Plakatanschlag sämmtliche Vereinsmit- glicber zur sofortigen Empfangnahme neuer Weg­messertarife und Marken behufs Wiederaufnahme des Betriebs auf, ba dieses ber Wunsch Sr. Majestät des Kaisers und Königs sei.

Dresden, 5. März. Im Fortgänge ber Be- rathung des SttuergesetzemwurfeS wurde von der Zweiten Kammer, obwohl sich die Regierung für den Antrag der Minorität der Deputation erklärte, der MajoritätSantrag angenommen, wonach die von der Ersten Kammer empfohlene Verbindung der Ertrags­steuer mit einer Einkommensteuer für bie höhere Steuer­stufe als nicht geeignet zurückgewiesen wird. Hierauf wurde der Antrag des Abg. Philipp, welcher die Ein­führung einer allgemeinen Elasten- und Einkommen­steuer an Stelle der Gewerbe- und Personalsteuer be fürwortet und einen Theil der Grundsteuer, bei neuer Abschätzung derselben, beibehalten wissen will, mit 43 gegen 30 Stimmen abgelehnt und demnächst gegen sechs Stimmen ein Zusatzantrag des Abg. Streit an­genommen , wonach Dem nächsten Landtag ein Gesetz entrourf Betreffs principiellcr Steuerreform, Abstellung der Hanptübelstände des bestehenden Steuersystems unb Ermäßigung ber Grundsteuer Behufs Ausgleichs des etwa erzielten höheren Steuerbetrages vorgelegt werden soll.

Weimar, 8. März Der Landtag bewilligte heute nach langer Debatte die Kosten für die erste Landessynode mit dem ausdrücklichen Zusatze, damit die vorgelegte Synodal Ordnung, welche wenig frei­sinnig fei, nicht gutgeheißen zu haben. Er jMvilligte ferner die Teuerungszulagen für Beamte, Volks­schullehrer und Geistliche nach der Regierungsvorlage mit unwesentlichen Modificationen. Abg? Müller interpeUirtc bezüglich endlicher Fortsetzung der Bahn Gera-Eichicht nach Sonneberg. Der Staatsregierunz ist neuerdings ein Project Erfurt-Meiningen unter«

„Habe ich denn dieses Ansinnen an Sie gestellt?" fragte er scharf.

„Nein, aber —"

„Erlauben Sie, der Ton, den Sie anschlagen, ist verletzend, Ich mache Ihnen die besten Vorschläge, ich zeige Ihnen die Wege, auf welchen Sie allen Eventualitäten des Unglücks, welches Sie heimgesuchl hat, vorbeugen können, und Sie behandeln mich zum Dank dafür wie Ihren Schuhputzer! Ich lasse Ihrer gereizten Stimmung gewiß Manches gern hin­gehen, aber Sie dürfen auch nicht vergessen, daß Sie einem Edelmann gegenüber stehen, der im Punkte ber Ehre ebenso zartfühlend ist, wie Sie eS sein mögen."

(Fortsetzung folgt.)

— Die „E Zt.g" theilt nach dem in Newyork erscheinenden „Deutschen Volksfreund" folgende Er­zählung von einer Begegnung des Kronprinzen unb seiner Familie mit einem in einem der Elberfelder Lazarethe verpflegten Soldaten mit. Der Erzähler schreibt in dem genannten Blatte: Der Verwundete war ein Sohn de- Rheinlandes, aus der Nähe von Bonn gebürtig. Sein rechter Arm mußte in der Schulter abgenommen werden. Er hatte, als er wieder außer dem Bette sein durfte, von einer Dame des Lazareths mit großer Treue dazu angeleitet, mit bet linken Hand schreiben gelernt. Er cclorirte auch Bil derbücher für Kinder mit der tinten Hand, während feine Wunde schnell zuheilte. Es that uns Allen leid, als er in seine Garnison nach Potsdam (er gehörte zum ersten Garde-Regiment, welches dort liegt) zurück berufen wurde, damit dort seine Militär- und Zn- valibenverhältniste endgültig geordnet würden. Seine charakteristische■, dankerfüllten Briefe machten uns viele Freude. Da ertönt aus einmal in voriger Woche irn Lazareth der Ruf: „Der Schüller ist wieder da!" AIS er nun unter seine kranken Kameraden trat, sagte

Gemahlin Gefallen an ihm gefunden hatten.

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buchet» feine bei mir hatte, sonst hätte ich es be» kronprinzlichen Kindern geschenkt. Aber darauf freue ich mich, daß ich ihm den Brief schreiben darf!" W wir den offenen, geraden, treuen Menschen in seiner herzlichen Begeisterung so reden hörten, da wunderte

breitet. Bezüglich der Linie Erfurt- Fulda liegt durch­aus nichts vor.

Stuttgart, 4. März. Gestern Abend zu später Stunde hat die Fünfzehnercommission ihre Arbeiten beendigt. Der Bericht kann nun sofort in den Druck gegeben werden, doch ist nicht wahrscheinlich, daß die Berathnng noch in dieser Woche beginnen wird. Es bestätigt sich, daß die Commission beantragt, auf die Berathnng der Forderungen für das Retablissement im »eiteren Sinne (Neuanschaffungen) nicht einzugehen. Die Sache wird einfach zurückgestellt, theils um künf­tigen Landtagen, theils um den Reichsorganen nicht vorzugreifen, deren definitiver Ausspruch, ob die Neu anschaffungen znrn Retabliffernent gehören, noch aus­steht. Da auch an den sonstigen Posten Reductionen vorgenommen sind, beträgt die ganze Summe deren Bewilligung für jetzt beantragt wird, etwa li/2 Mill. @. anstatt der 2*/2 Mill., die im Regierungsentwurf gefordert waren. Nach diesem Resultat hofft man doch, daß wenigstens die Debatte im Plenum beschleunigt werden wird.

Drünchen, 6. März. Das Gerücht von ber bevorstehenden Abberufung des preußischen Gesandten v. Werthern kann als völlig aus ber Luft gegriffen bezeichnet werden. — In ber Rubrik beS baierischen Mililärwesens stnb wieder einige Veränderungen zu verzeichnen. Mit der Entlaffung des Soldatenjahr­ganges 1870 zur Reserve wird zugleich ber Uebertritt bes Jahrganges 1866 aus der Reserve in die Land­wehr erfolgen unb bamit bie letztere endlich ihren Normalzustand erreicht haben. Ihr Material reicht von jetzt an für die reglementsmäßige Aufstellung von 32 Bataillonen, 2 für jedes der 16 Liiiieninfanterie- Regimenter, aus. Damit ist von den beiden baierischen Armeecorps die volle Heeresstärke ber preußischen erreicht worden. — Zur Unifonnirungsfrage wirb gemeldet, daß das gelammte in dieser Beziehung vor­handene Material, sowohl der Berichte resp. Anträge der Bekleidungseornmission, wie die an demselben im partikularistischen Sinne vorgenommenen Aenderungen des Generalinspeetors Prinzen Luitpold, vom Könige dem Kriegsminister Frhtn. v Prankh zur nochmaligen Prüfung und demnächstigen Antragstellung übersandt worden ist. Man erwartet von Herrn v. Prankh An­träge, welche zwischen den auf einfache Annahme der preußischen Uniformen gehenden Vorschlägen der Bc- kteiduiigScommission und den sehr partikularistischen Abänderungsvorschlägen des Prinzen Luitpold etwa die goldene Mitte halten dürften. Unter den baierischen Offizieren wird eine definitive Entscheidung sehnlichst gewünscht, während der Dauer der jetzigen Ungewiß­heit getraut sich säst Niemand, ein neues Uniform stück auzuschaffen, aus Furcht, eS sofort veraltet und un­brauchbar werden zu sehen. Eine weitere Annäherung an das preußische Militärsystem, die Uebernahme der preußischen Dienstinstructionen für die beiden Feld­intendanten der zwei Armeecorps, ist vom Könige dieser Tage genehmigt worden.

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Wien, 6. März. Im Abgeordnetenhaus fau bie Debatte über bie Wahlreform - Vorlage stad GrockolSki erklärt Namens ber Polen, sich nicht fi berechtigt zu halten, an den Verhandlungen über bie? Vorlage mitzuwirken und auch nicht indirekt hier« beitragen zu wollen. Nachdem bie Polen nnb bei Deputirte gerne den Sitzungssaal verlassen und richterstatter Herbst unter dem stürmischen Beifall bd Hauses hervorgehoben, baß aller Dank unb Ruhe Dem erhabenen Monarchen gebühre, welcher als Trillo' m ber Reihe ber großen Regenten Oesterreichs dessei Macht gehoben, wird der Wahlreform - Entwurf 6t namentlicher Abstimmung mit 120 von 122 Stimm» angenommen.

Pari-, 5. März. Die Nachricht bes Pack Journal, daß ber General Galliset unb der Herztz von Chartres von einer arabischen Uebermacht u® jingelt fei, wird als falsch bezeichnet. Die Erpedilio- des Herzogs von Chartres soll einen vollständige! Erfolg erzielt haben und ist am 26. v. M. mus Biskra zurückgekehrt. — Heute wurde der Berich Tarquet'S über Tolain'S Antrag, Betreffs Eröffnmn eines Credils von 100,000 Franken, um die Absen­dung von Arbeitern zur Wiener Ausstellung zu et- leichtern, vertheilt. Der Bericht verwirft den Crebil, indem et sich auf politische Gefahr stützt, welche bie Versammlung von Arbeitern Der verschiedenen Natio­nen in Wien darbietet. — Die gestrige Abstimmuns war ohne besondere Bedeutung; sie galt nicht sowohl ber Rebe des Herrn Thiers als der Zurückhaltuoz der constituirenden Gewalten. Unter den 475, bit für letztere stimmten, befanden sich deßhalb auch bk gejammte Rechte, beinahe das ganze linke Centrui

mußten wir erzählen. Die Kinder fragten und bet Kronprinz sagte: Ich müßte das aus GvtleS Hand annehmen, eS fei sonst zu schwer, so jung schon s« verstümmelt durch'S Leben zu gehen. Da sag« ich aber darauf: Das hat mir unsere Madame auch immer gesagt, und ich nehme eS auch aui Gottes Hand. Und bann mußte ich von Ihne« erzählen unb von meiner Aussicht auf die Flurschützen- stelle und von meinen Eltern. Da sagte der Kron­prinz: „Du sollst auch noch waS extra haben aui meines Papas Wilhelms-Stiftung, Kamerad, daS wifi ich meinem Papa vortragen. Wenn Du wieder z« Hause bist, dann läßt Du Dir einen Bries an mich schreiben." „Kaiserliche Hoheit, ich kann selber schrei­ben , ries ich ba. „Was, Du kannst mit ber linke« Hand schreiben?" „Ja, das hat mich unsere Madam- gelehrt, die war gerade wie unsere Mutter!" „Nun dann schreibst Du mir selber einen Brief über all- Deine Verhältnisse, und ob Du bie Flurschützenstellt bekommen hast unb legst Deine Papiere ein, hörst Du! Unb bann will ich einmal Alles meinem Papi vortragen, bann wirb er Dir ein hübsches Jahrgeh-ck bewilligen." — „Eins ärgerte mich nur", schloß Schüller, indem er seine „Madame", eine hiesige Fabrikantenfrau, die sich mit besonderer Treue u«& Sorgfalt immer um ihn bemüht halte, treuherzig an* sah, »baß ich keinen Brief von Ihnen bei mir hatte, oen ich der Kronprinzessin hätte zeigen können. 3« bem letzten stand solch ein schöner Spruch, unb b«f ärgerte mich auch, baß ich von ben colorirten Bildet'

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er mit Thränen in den Augen: „Als ich Elberfeld wieder sah, da mußte ich weinen; ich konnte nicht vorbeifahren, ich mußte Ihnen Allen noch einmal bauten und erzählen, welche große Freude ich gehabt habe." Und dann erzählte er mit verklärtem Gesicht ben staunend aufhorchenden Kameraden und uns, wie er am letzte» Tage in Potsdam vom Oberstabsarzt dse Erlaubniß erhalten habe, mit einem Freunde nach sanssouci spazieren zu gehen. Dort trafen sie in Den Gattenanlagen den Kronprinzen mit seiner Gemahlin und vier Kindern, von denen das Kleinste von einer Wärterin im Wagen gefahren wurde. Der Kronprinz ging gleich auf ihn zu und fragte ihn nach Verwun­dung und Verpflegung, grüßte freundlich und ging weiter. Seine Frau sagte ihm aber etwas, erzählte Schüller, und da drehte er sich um unb winkte uns, unb sein Kammerdiener kam auf uns zu und beschied uns, wir möchten in der Entfernung ber kronprinz lichen Familie folgen; sie gingen auf ein Bauerngut, Bomstebt, welches der Kronprinzessin Eigeuthum ist. Als wir dort ankamen, würbe für unS ber Tisch ge deckt; die Kronprinzessin stand selbst in der Küche unb orbnete Alles an. Die kronprinzlichen Kinder aber mußten uns bedienen, uns Wein unb Obst unb belegte Butterbrobe reichen, und ber Kronprinz brachte uns Cigarre». Hier habe ich »och welche davon, bie bringe ich meinem Vater mit. Sie schmecken wohl ilicht besser, als bie, welche ich vo» Ihnen bekommen habe, aber es ist doch ganz waS anberes, wenn sie Einen ber Kronprinz selbst präsentirt hat. Und hier habe ich »och Drei Aepsel, die sind für meine Mutter u»D meine Schwestern." Dabei holte er Drei präch­tige, kleine Borstorfrr hervor. Die Kronprinzessin kam immer von Zeit zu Zeit aus ber Stube und fagte: Wir müßten uns nicht geniren, wir bürsten nichts übrig lasten. Aber da« konnten wir unmöglich allcS elfen. Da habe ich e« in die Tasche gesteckt. Nachher

Straßburg, 4. März. Im nächsten Somm^ Halbjahr werden im Ganzen 70 Professoren, worum« 14 Elsässer, in wöchentlich 555 Vorlesungen etwj 200 verschiedene DiSciplinen behandeln. Unter de« Vorlesungen dürsten folgende, auch für das allgemeine Publikum berechnete, zu erwähnen sein: Prosessw Schmöller über Nationalökonomie, Ideen über ds socialen Theorien ber Gegenwart und über bie Ar beiterjrage; Dr. Geffken über bie Finanzwirthschast Dr. Lexis über Theorie der Statistik; Ideen übe englische Verfassungsgeschichte; Baumgarten über d« Erhebung Europas gegen Napoleon (1807—1815). Professor v. Holst, Geschichte ber Vereinigten Staat» von Norbamerika. — Wie gering bas Bedürf,«! unserer Bevölkerung für politische unb volkSwirthschch Uche Secture ist, ist barauS zu ersehen, baß in unser« Reichslanbe bem neuesten Zeitungskatalog zufolge nttt 19 öffentliche Blätter — ausschließlich ber religiös» — herauSgegeben werben, die zusammen nicht einmal ganz 29,000 Auflage haben (bie Durchschnitts-Aufla-, ist 400 bis 600, bie größte 3000 bis 4000). A bem an Größe und Einwohnerzahl nahezu gleich« Nachbarland Baden werden 79 Blätter mit zusamm« ■■ 152,900 Auslage herausgegeben.

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c« UNS wahrlich nicht, daß der Kronprinz und seine Tik Viil . ... Fell