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Zllarkurg, Freitag, den 7. März.

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«^scheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 224 Sgr., durch die Postämter 27 6gt. (cxcl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

Sämmtliche Annonccn-Büreaus nehmen Inserate an.

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Deutsches Reich.

## «etlit», 5. März. Das Abgeordnetenhaus hat gestern das wichtige Gesetz über die Reform der -lasiensteuer angenommen. Die heutigeProv.-Corr." »idmet diesem Gegenstände ihren heutigen Leitartikel, «st besonderem Hinweis darauf, daß mit diesem ersten Schritte die Bahn für die weiteren Reformen auf dem Gebiete der Steuergesetzgebung betreten sei, so­wohl für Preußen wie für das Reich. Gleichzeitig hebt sie die Wichtigkeit des Gesetzes in Bezug auf die dadurch bewirkte Erleichterung und Befreiung der ärmeren Volksklassen heraus. Auf dem Gebiete der in die Reichscasie fließenden indirekten Steuern ist bekanntlich die Aushebung der Salzsteuer als ein Analogon sür die Aufhebung der Klassensteuer ange­führt worden. Auf den, Gebiete der preußischen Steuer- gesetzgebung hat der Finanzminister mehrere Gegen­stände bezeichnet, auf welche die Staatsregierung bei ferneren Reformen ihr Augenmerk richten werde. Ein Gegenstand, welchem die Presie bisher nicht die Aufmerksamkeit gewidmet hat, welche er bei seiner Wichtigkeit verdient, ist die Vorlage über den Reichs- ZnvalidenfondS. Sie wird heute von derProv- Eorrefp." besprochen, indem dieselbe einen interessanten Auszug aus den Notizen zu dem dem Bundesralhe »orgelegten Entwürfe bringt. Sie hebt hervor, daß die Gründung eines Kapitals zur Versorgung der Invaliden aus dem Jahre 1870/71 und für Unter­stützung der Hinterbliebenen der Gefallenen aus der Kriegsentschädigung deschlosien worden, weil sonst die nöthigrn Mittel nur durch Erhöhung der Steuern oder durch Matrikularbeiträge zu bewirken gewesen »äre. Es ist auch Gewicht darauf zu legen, daß eine Anlegung der Kapitalien in der Art erfolgen soll, daß sie dem wirthschaftlichen Leben der Ration zu Gute kommen, ebenso als wäre in gleicher Höhe eine Tilgung der Lundesschulden vorgenommen. Die Ver­waltung des Jnvalidenfonds wird durch einen Vor­sitzenden und zwei Mitglieder geleitet werden. Die Abreise Sr. kaiserl. und königl. Hoheit des Kron­prinzen wird nach authentischen Nachrichten nunmehr

bestimmt am 10. d. M. von Wiesbaden erfolgen, und die Ankunft in Berlin am nächsten Dienstag 4 Uhr Nachmittags, um der Eröffnung des Reichstages am 12. d. M. beiwohnen zu können. Es geht daraus hervor, daß Se. Majestät der Kaiser in Person die Eröffnung vornehmen wird. Ein weiteres Thema der Besprechung für dieProvinzial-Correspondenz" bildet der hiesige Droschkenstrike, woraus hervorgeht, weil sie sich sonst der Besprechung solcher localer Vorgänge enthält, daß sie diesem Vorgänge eine prin- cipielle Wichtigkeit beilegt. Die Besprechung ist ganz objektiv gehalten. Daö Polizeipräsidium ist entschlossen, auf dem betretenen Wege mit Festigkeit weilerzugehen. Die Polizcibeamten sind bereits vor einigen Tagen angewiesen, alle diejenigen Droschkenunternehmer fest­zustellen, welche ihre Droschken nicht nach dem Regle­ment in B«rieb stellen, damit dieselben bestraft werden können. Außer der Bestrafung wird auch be­absichtigt, gegen dieselben, nach gehöriger Normirung, auf Grund deS Reglements mit Concessionsentziehung vorzugehen. Eine Versammlung der Droschken kutschcr und Unternehmer ist polizeilich heute Nach mittag aufgelöst worden. Die japanesische Ge­sandtschaft, welche sich in jüngster Zeit in Paris auf­gehalten hat, wird sich nach Berlin begeben und da­selbst am Sonnabend eintreffen. Nach völkerrechtlichem Brauche wird sie an der Grenze begrüßt werden.

In den zustehenden Ausschüssen deS Bundes rathes ist der Entwurf des Münzgesetzes durchberathen worden, damit ist aber das Vorstadium der Angele­genheit noch nicht erledigt. Mit dem Referate ist der badische Präsident der Finanzverwaltung, Ellstädler, betraut gewesen. Das Hauptbedcnken richtet sich gegen diejenigen Bestimmungen, welche den Feingehalt des Silbers betreffen. Es sollen zu diesem Zwecke noch technische Gutachten von Sachverständigen eingeholt werden, ein Umstand, welcher jedenfalls die Absicht, den Entwurf seitens deS Bundesrathes gleich nach dem Zusammentritt des Reichstages an den Letzteren gelangen zu lassen, in Frage stellt. In Weiterem war man auch darüber verschiedener Meinung, ob nicht

in der Stückelung der Münzen insofern eine Aende- derung anzubahnen, daß der Abstand zwischen der untersten und der nächstfolgenden Stufe nicht zu groß sei, so daß der Gefahr einer Vertheuerung vorgebeugt werden könnte. Hier und da wünschte man eine Zwischenstufe zwischen einer halben Mark und der höchsten Nickelmünze; es war die Rede von der Aus­prägung von Zwanzig-Pfennig-Stücken. Die Aus­prägung von Nickelmünzen im Allgemeinen fand Be­anstandung und sollte gleichfalls noch durch technische Begutachtung entschieden werden. Endlich kam es in Frage, ob man nicht zwischen Ein- und Fünf-Mark- Stücke eine Zwischenstufe einfügen sollte; doch war man einig, daß hierbei das Decimalsystem entscheidend sein müffe. Für die Prägung von Drei-Mark-Stücken (also Beibehaltung des Thalers) hat sich auch nicht eine Stimme erhoben. Endlich unterliegen die Be­stimmungen über die Ausprägung seitens Privater noch weiteren Erwägungen, woraus erhellt, daß zur Fertigstellung des Entwurfes jedenfalls noch längere Zeit erforderlich ist.

DieNordd. Allg. Ztg." bespricht die Ca- binetsordre vom 1. März und sagt: Das Zurück­gehen auf die Zeit Friedrich Wilhelm III. sei auch auf den Gebieten der Handelspolitik und des Ver­hältnisses zwischen Staat und Kirche eine Nothwen- digkeit gewesen, um in die verlassene Bahn deS Frei­handels und der Wahrnehmung der Rechte des Staates wieder einzulenken. Die Cabinetsordre, in­dem sie in'die Vergangenheit zurückgreife, um den jetzigen Uebelständeu abzuhelfen, deute eben so be­stimmt in die Zukunft; ihre Wortebis auf Wei­teres" eröffnen die Perspective der vom König be­schlossenen Fortentwickelung. Die Cabinetsordre sei der erste Schritt, demselben werden andere folgen. Eine gesetzliche Regulirung sei unausbleiblich, vor Allem durch die Reichsgesetzgebung. Sie glaube nicht fehl zu gehen, wenn sie zunächst ins Auge faffe: eine Reichsbeschwerde Instanz und Reichsaussichtsbehörde sür das Eisenbahnwesen, aus administrativen und richterlichen Elementen zusammengesetzt, und einen an-

Die Bauernfänger.

Novelle von Ewald August König.'

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(Fortsetzung.)

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Neschä W°!

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Frau von Barnitz hatte sich auf den Divan nieder- zelassrn, sie spielte nachlässig mit dem Hündchen, der Major stand am Fenster und blickte hinaus, er dachte »icht mehr an seine Trommelstudien.

Da meldete Johann den Besuch deS BaronS an.

Hastig mit allen Zeichen fieberhafter Erlegung wandte der Major sich um.

Führe ihn in den Salon", sagte Frau von Bar­ritz, der die leidenschaftliche Aufwallung ihres Ge-

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Nichts, nichts."

Du verbirgst mir etwas, Leberecbt, mir bangt"

Sei unbesorgt, es ist ein Geschäft, eine Ueber- nschung, erfülle meinen Wunsch, laß mich allein mit ihm."

Die gnädige Frau erhob sich kopfschütttelnd, in demselben Augenblicke trat der Baron ein.

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ins allein."

Frau von Barnitz konnte ihr Befremden nicht [46f dahehlen.

Was hast Du mit ihm?" fragte sie.

»ahlS entging.

___-Nein, nein, ich bitte ihn, hierher zu kommen", ist i versetzte der Major rasch,Louise, sei so gut und laß

Höflich, freundlich und liebenswürdig, wie immer, Püßte er Frau von Barnitz, dann reichte er dem Ma jet die Hand, der verstohlen seiner Gattin einen be- bartsamen Blick zuwarf.

Unter einem Vorwande verließ die gnädige Frau Zimmer.

Wie befinden Sie sich?" fragte der Baron, wäh- tmb et in dem Sessel deS MajorS Platz nahm und sein Cigarrenetui hervorzog.

Schlecht," erwiederte der Major,die Aufregung, die Hitze in dem Saal und der Champagner"

Das begreife ich nicht, ich befinde mich vortreff- --sich «nd unsere Freunde, die mit uns soupirten, fühlten

sich so wohl, wie der Fisch im Waffer. Bitte, greifen Sie zu echte Upman."

Der Major nahm mechanisch eine Cigarre.

Es ist möglich, daß die ungewohnte Aufregung diese Unpäßlichkeit bewirkt hat," sagte er.Sie sind daS gewohnt."

Ah Sie meinm das Spiel?"

Gewiß."

Sie hatten Unglück, Herr Oberstwachtmeister."

Ich habe mehr gewagt, als ich verantworten kann, ich bin Ihr Schuldner."

Bah, reden wir nicht davon."

Doch, doch ich"

Lassen Sie; der Bagatelle wegen dürfen Sie sich nicht ausregen."

Der Major blickte erstaunt seinen Gast an, der lächelnd zu ihm aufschaute.

Eine Bagatelle nennen Sie meinen Verlust V fragte er.

Allerdings. Oder ist er größer, als ich weiß?" Lierzigtausend Thalcr!"

Ich habe oft größere Summen verloren und ge­wonnen, Herr Obcrstwachtmeister."

Das mag sein, vielleicht ist sie für Sie eine Kleinigkeit, ich dagegen" '

Nun so reden wir nicht mehr Ration.*

Wir müssen darüber reden," erwiederte der Major rasch, fast heftig,es ist eine Ehrenschuld, die unter allen Umständen getilgt werden muß. Ich besitze die Summe augenblicklich nicht in Baar, aber in guten, sicheren Werthpapieren, Stammactcin und Obligationen; wollen Sie diese zum Tagescourse annehmen, so er­zeigen Sie mir einen Gefallen, ich habe alsdann nicht nöthig einen Agenten mit dem Verkauf der Papiere zu beauftragen und dadurch die Sache an die große Glocke zu hängen."

Der Baron schnitt langsam die Spitze von seiner Cigarre ab.

Wozu diese Eile?" fragte er.Fürchten Sie, daß ich Sie drängen werde?"

Nein, nein, aber ich möchte diese Angelegenheit gern geordnet wiffen."

»Ich gebe Ihnen Revanche, Sie können die Summe zurückgewinnen, ich denke, dadurch läßt fich die Sache auch ordnen und zwar auf einem kürzeren und für uns Beide angenehmeren Wege."

Der Major wollte im ersten Augenblick diesen Vorschlag verwerfen, er hatte sich wiederholt zuge« schworen, daß er nie wieder eine Karte berühren wolle.

Aber es lag eine zu günstige Chance für ihn in diesem Vorschläge, als daß er so leicht über ihn hätte hinweggehen können.

Wenn der Baron auf die Forderung verzichten wollte und auf diesem Wege der Revanche, dem ein» zigen, den er wählen konnte, sein Vorhaben auszu- führen gedachte, durfte der Major alSdann zögern, die Hand zu ergreifen, die ihm geboten wurde?

Wir spielen Piket, die Partie zu zehntausend Thalern," fuhr der Baron gleichgültig fort,in vier Partien kann die Angelegenheit geordnet werden."

Der Major zögerte, aber er fühlte sich schon jetzt um ein Bedeutendes erleichtert.

Das hieße auch, den Rest meines Vermögens auf'S Spiel setzen," sagte er in einem Tone, der nur zu deutlich den Wunsch verrieth, den Vorschlag anzu­nehmen.

Allerdings," erwiderte der Baron gelaufen,in» deß die Chancen sind für beide gleich. Wünschen Sie den Einsatz höher oder niedriger, so ist mir auch das recht. Oder lasten wir es, wozu auch ? Wir warten eine Gelegenheit ab, die Schuld drückt Sie ja nicht."

Mehr als Sie vermuthen."

Ah bah, ich sage Ihnen ja, es ist eine Ba­gatellsache. Ich kam hierher, um mich nach Ihrem