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mißtrauisch ist, hat sich jedoch der Regierung genähert DaS linke Centrum, das bisher mit Thiers durch Dick und Dünn ging, ist verstimmt. Die Linke, die unschlüssig war, hat sich von der Regierung ganz abgewandt, und nur die äußerste Rechte und die äußerste Linke haben ihren Standpunkt bewahrt, d. h. sie sind nach wie vor gegen den Antrag der Com- Missionsvorlage. Wie die Haltung der Parteien morgen sein wird, läßt sich heute noch nicht sagen, zumal man noch nicht weiß, ob Thiers daS Wort ergreifen wird, und überhaupt die verschiedenen Zwischenfälle, die eintreten, können, nicht abzusehen sind. Die gestrige Abstimmung ist nicht maßgebend, da ein großer Theil derer, welche für den Uebergang zur Discussion der Artikel stimmten, ihren Vorbehalt machten. Die 472, welche für dieselbe waren, bestanden auS den Mit­gliedern der beiden Centren, der gemäßigten Rechten und einigen Mitgliedern der Linken; die 199 Mann der Opposition waren zusammengesetzt aus dem großen Theil der Linken, der äußersten Linken und 34 Mit­gliedern der äußersten Rechten; 17 der letzteren ent­hielten sich der Abstimmung.

Madrid, 2. März. Die amtliche Zeitung theilt mit, daß carlistischc Banden bei Vera gesprengt wor­den sind. Die Bande von Ferrea im Maestrazzo wurde geschlagen und verlor 30 Todte, darunter Ferrea selbst und sein Adjutant. Der Pfarrer Santacruz, der eine Frau hat erschießen lassen, wird eifrig verfolgt. Der Jmparcial sagt, in Folge der bedenklichen Nachrichten aus Catalonien mache sich die Idee der Versöhnung unter den republikanischen Parteien verschiedener Färbung mit neuer Stärke geltend. Der General Contreras fordert aus Barcelona telegraphisch von der Regierung die sofortige Bildung von Freiwilligen-Bataillonen.

Eadiz, 28. Febr. Sieben Matrosen vom Dampfer Murillo sind in Freiheit gesetzt; der Capitän und die Uebrigen bleiben noch in Haft.

London, 3. März. Der Sekretär dcö Vereins der Metallarbeiter räth nach einer Unterredung mit der Direktion der Hüttenwerke von Dowlais zur Annahme der von den Arbeitgebern gestellten Be­dingungen. Morgen findet ein Arbeitermecting statt, in welchem die definitive Entscheidung erfolgen soll. Ein Amerikaner betrog die Bank von England in höchst bedeutender Weise mittelst Negociirung falscher Wechsel. Das Gerücht spricht von 200,000 Pfd. Stcrl. Tie Polizei ist in der angestrengtesten Tätig­keit behufs Ermittelung des Schuldigen. Ein Mit­schuldiger ist verhaftet. Der Dubliner Evening Telegraph^ demenrirt die Angabe, daß die irischen Prälaten an Parlaments-Mitglieder geschrieben hätten, damit diese die Zurücklegung der irischen Universitätö Vorlage fordern sollten. Die zweite Lesung der letzteren ist auf heule Abend angesetzt. Graf Bern- storff'ö Befinden bessert sich merklich. Im St. Georgscanal sind das Schiff Chacabuca und der Dampfer Torch zusammengestoßen, beide sanken und daS erstgenannte Schiff verlor 24 Mann.

Kopenhagen, 3. März. Der Minister des Innern erklärte im Finanzausschüsse des Volksthings,

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einer Eisenbahn auf Laaland als gescheitert anzu sehcn seien; der Finanzausschuß forderte den Minister auf, die Zweckmäßigkeit der Einstellung des Dampf- schifffahrtsbetricbS auf der Linie Korsör-Kiel in Er­wägung zu ziehen.

Konstantinopel, 2. März. Man erwartet einen bedeutungsvollen Ministerwechsel.

Washington, 18. Februar. Am diesjährigen 4. März wird die Inauguration des wiedergewählten Präsidenten Grant mit solchen Festlichkeiten gefeiert werden, wie sie hier noch nie statthatten. 35 Triumph bogen, eine Festhalle, deren temporäre Errichtung für den Gebrauch eines TageS allein 20,000 Dollars kostete, Illumination aller Straßen und Gebäude, die Anwesenheit der uniformirten Milizen aus verschie­denen Staaten, deren Parade u. s. w. werden eine ungeheuere Menschenmasse auS allen Theilen der Union nach Washington ziehen.

Newyork, 2. März. DaS Repräsentantenhaus zu Washington hat ein Amendement zur Verfassung angenommen, durch welches die Besoldung des Prä­sidenten, deS Vicepräsidenten, der Richter nach dem früheren Vorschläge erhöht werden und welches ferner die Besoldung der Congreß-Mitglieder auf 6500 Doll, festsetzt. Das Repräsentantenhaus nahm einen An­trag an, das spanische Volk zu seinem Streben, die Grundsätze der Freiheit in republikanischer Form zu consolidiren, zu beglückwünschen. Der Finanzminister ordnet den Verkauf von 6 Millionen Gold und den Ankauf von 3 Millionen Obligationen während des Monats März an. Der Senat hat die Resolution des Repräsentantenhauses in Bezug auf die spanische Republik' ratificirt.

Marburg, 4. März. Herr Prof. Greejf Hierselbst soll den nach Rostock erhaltenen Ruf abge- lchnt haben.

Marburg, 4. März. DasFr. Journ." bringt ausKurhessen" Folgendes:Unsere frühere Mittheilung, daß gegen den renitenten Pfarrer Zülch in Hombressen (derselbe hatte die Fürbitte für den Kaiser im Kirchen gebetc unterlassen und sich neuerdings geweigert, in der Kirche seines PfarrorteS Gottesdienst zu halten, weil in derselben eine mit dem preußischen Adler ge zierte, Gedenktafel für die in dem letzten Kriege ge­fallenen Ortsangehörigen aufgestellt ist) die Disciplinar- Untersuchung eingeleitet worden sei, wird heute von denHcffischen Blättern" bestätigt. Auch ist die Suspension des genannten vom Amte bereits verfügt. Die Anklage beschuldigt den Pfarrer Zülchgröblichen Ungehorsams gegen die Anordnungen ocs Kirchenregi- ments." Der Kurfürst hat seinen Anhängern, welche ihm einen kostbaren Pokal als Neujahrsgeschenk übersandt haben, seinentiefsten Dank" ausgesprochen. Der neue Beweis der Treue sei ihm so sagt der hohe Herr eine willkommene Aufforderung, an der Schwelle des siebenten JahreS der Trennung sich mit allen Treuen von ganzem Herzen und mit neuer Zu­versicht in dem Gelübde unverbrüchlicher Liebe zu dem Erbe der Väter zu vereinigen, da er in dieser zugleich

Bs» Landtage.

Berlin, 3. März.

Heute nahm das Haus der Abgeordneten die Gesetze über das Grundbuchwesen im Bezirk beS Justizsenats Ehrenbreilstein und in den Hohenzollem- schen Landen in erster und zweiter Lesung nach ben Beschlüssen des Herrenhauses unverändert an. DaS Gesetz über daS Grundbuchwejen in Hannover mit Ausschluß des JadegebietS wurde nach einigen An­trägen mehrerer hannöverscher Abgeordneten, mit denen sich die Regierung einverstanden erklärte, in erster und zweiter Lesung angenommen, desgleichen unverändert das Gesetz über die Organisation der Generalcommis­sion für die Provinzen Posen, Pommern und Bran­denburg. Hierauf ging das Haus zur zweiten Bera- thung deS Einkommensteuergesetzes über, auf Grund der Beschlüsse der betreffenden Commission. Der Re­ferent Rickert bezeichnete die Vorlage der Commission als einen Compromiß aller Parteien und bat um An-, nähme derselben. Zunächst wurde über die Para­graphen 6 und 7 debattirt, welche die Contingentirunz der Klassensteuer und die Skala derselben bestimmen. AuS der conservativen, neuen conservativen und frei- conservativen Fraktion erhoben sich Widersprüche gegen die Conlingentirung, weil damit ein neues Princh der Steuererhebung in die Gesetzgebung eingeführt werde, zumal da daS von der Commission vorge-s schlagene ein einseitiges, mithin falsches, ungerechtes und unhaltbares sei. Hiergegen machte der Hen

Tagesordnung steht:Verständigung über die Gesahrech welche der hessischen Kirche durch die dem Landtage, vorgelegten kirchenpolitischen Gesetzentwürfe drohen, sowie über die zur Abwehr dieser Gefahr zu unter­nehmenden Schritte." Eingeladen sind alle Pfarrer

und Laien, denen der Fortbestand der hessischen Kirche am Herzen liegt."

Marburg, 4. März. Der Apotheker Pusch in Dessau veröffentlicht durch den St. Anz folgende Warnung:ES kam mir dieser Tage eine Probe Speise-Schweinefett (ungesalzen) unter der Bezeichnung Hamburger Stadtschmalz" in die Hände, welche mir 20 pCt. Spccksteinpulver verfälscht war. Die mit Schweinefett handelnden Kaufleute können sich aus sehr einfache Art von der Reinheit dieses Artikels überzeugen, wenn sie in einer weithalsigen, verkorkbaren Flasche eine Probe des FetteS mit dem fünffachen Volumen Aether übergießen, verkorken, die Flasche kurze Zeit in lauwarmes Wasser halten unv dann schütteln. ReineS Fett löst sich klar unter Zurück­lassung von wenig Wasser, verfälschtes Fett hiuterlätzt das Vcrfälschungsmittel (Speckstein, Thon, Kreide, Gyps, Schwerspat, zerriebene Kartoffeln rc.) Bei Prüfung der Butter wjrd ebenso verfahren."^

daß die Verhandlungen wegen einer durchgehenden lunbesieglich auch die Zukunft verbürgt finde.' Verbindung mit dem Auslande mittelst der Anlagelkurfürstlich Gesinnten halten nämlich das

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kurfürstlich Gesinnten halten nämlich das siebente- gtnt Jahr des Exils für das letzte vor der Restauration auch des Kurstaates. Am 12 d. M. findet in Melsungen, wür eine von den Ministern a. D. Abse und Scheffer,» sion den Metropolitanen Vilmar und Hofmann und An-'weg« dern veranstaltete kirchliche Conferenz statt. Ans der - keim Tatpfinrhminn ftpht * nfipr hto »r vUHf

Der Polizeidirrctor zog die Augcnbraunen in die Höhe, das Räthsel wurde immer dunkler.

Hm das kann ich am Ende eher glauben," sagte er zögernd,obgleich--na, rückt mit der

Sprache heraus, Ihr habt nun schon viel verrathen"

Durchaus nichts, zudem sind wir unter vier Augen und die Folter ist Gottlob abgeschafft."

Na, wir haben jetzt bessere Folterwerkzeuge"

Zum Beispiel ein pennsylvanisches Gefängniß ich fürchte cS nicht."

Seid vernünftig, bedenkt die Vortheile, welche ein offenes Geständniß Euch bietet."

Nennen Sie mir zuvor diese Vortheile."

Wer garantirt mir"

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Mit Ihrem eigenen Vermögen."

,3a."

Der Gefangene schwieg, der Kampf in seinem In­nern war noch nicht beendet.

Der Director wußte sehr genau, was in der Seele des Gefangenen vorging, er griff nicht in den Sturm ein, die Erfahrung hatte ihn gelehrt, daß ein solches Eingreifen häufig die entgegengesetzte Wirkung hervorbrachte.

Fragen Sie mich," sagte Schultz endlich mit dumpfer, tonloser Stimme.

Der Director nahm eine Feder und holte aus seiner Schreibmappe ein weißes Blatt.

Ein Protokoll unterschreibe ich nicht," warf der Gefangene ein.

Ich verlange eS nicht. Wie stark ist die Bandes?"

DaS weiß ich nicht genau."

Nun ungefähr."

Vielleicht sechszig Köpfe."

Und wer steht an der Spitze?"

Nur wenige Mitglieder kennen seinen Namen, er ist ein Edelmann."

Ihr kennt seinen Namen nicht?"

Nein."

Die Bande versammelt sich in der Schenke Baumann's?"

Theilweise."

Wie verstehe ich das?"

Nun, ein Jeder hat seinen bestimmten Abend in der Woche, an welchem er Bericht erstatten muß."

Wo sindet man das Versteck?"

Wenn man die Treppe hinaufkommt und zur rechten Hand einbiegt, befindet man sich in einem engen dunklen Gange, der verschiedene Krümmungen be­schreibt, am Ende dieses Ganges steht ein großer Schrank, der die ganze Breite der Wand einnimmt. Die Rückwand dieses Schrankes schließt den Eingang zu dem geheimen Gemach, in welchem die Versamm­lungen stattgesunden."

Schön."

Ah, Herr Director, glauben Sie nicht, daß Sie nun schon genug wüßten", fuhr der Gefangene sar- castisch fort,cs ist da Verschiedenes zu beobachten, wenn Sie aber zum Teufel, ich bin ein schlechter Kerl, daß ich meine eigenen Genoffen verrathe."

Ihr seid auf dem Wege, wieder ein ehrlicher Mann zu werden", sagte der Director eindringlich, bleibt jetzt nicht unentschlossen stehen."

Ja, ja, so sagen Sie, aber ob's mir gelingen wird, daS ist eine andere Frage."

Wenn Ihr den redlichen Willen habt, so muß rs Euch gelingen."

(Fortsetzung folgt.)

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Der Gefangene blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:

Bor allen Dingen müssen Sie Ihr Vorhaben streng geheim halten, denn, wie ich Ihnen schon sagte, sind Sic von Spionen umgeben. Sie müssen dafür sorgen, daß der Wirth jener Schenke urplötzlich über- rascht wird, so daß er nicht Zeit findet, seinen Gästa das Warimngsignal zu geben."

Worin besteht dieses Signal?"

Ein Druck auf einen Knopf in der Mauer setzt eine Glocke in Bewegung."

Gut weiter."

Alsdann muffen Sie den Wirth knebeln, daß er keinen Schrei ausstoßen kann und durch List den ge­heimen Eingang sich zu öffnen suchen. Wollten St- Gewalt anwenden, so wären Sie sammt Ihren Be­gleitern verloren. Die Mitglieder der Bande fit* vortrefflich bewaffnet und haben außerdem Vorkeh­rungen getroffen, welche Ihr Versteck sicher machen.'

Schrankes und geben die Losung."

Wie heißt sie?"

Sie ist vor acht Tagen geändert worden und lautet jetzt: Einer für Alle."

Darauf hin wird geöffnet."

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«Kennt Ihr sie?"

_Nicht genau, aber ich weiß, daß eS dort Faü- thüren gibt, durch die der unberufene Eindringlitts aus beträchtlicher Höhe in ein enges dunkles Verließ hinunterstürzt, in welchem er spurlos verschwinden kann.'

Und wie kann ich mir durch List den Eingang s tu öffnen?"

Sie klopfen dreimal leise an die Rückwand d-<