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neur, General Dumowo, sich erdreistet hat, den Ober- Bürgermeister letzterer Haupt- und Residenzstadt, Herrn Lamin, wegen ganz unbeteutenber Förmlichkeiten heftig anzuschnauzen, Lamin hat sein Amt sofort niederge­legt unh am 21. d. ist im Auftrage deS Kaisers ein Ministerialrescript ergangen, wonach allerdings die Stadthäuptcr den Gouverneuren untergeordnet sind und die „gebührende Achtung" erweisen muffen. Die Meldung, auch der Kaiser von Oesterreich werde Mitte April zum Besuch nach Petersburg kommen, entbehrt jedes Grundes.

In Griechenland haben die neuen Deputirten. wählen der derzeitigen Regierung eine Mehrheit von 120 Stimmen (* * 3 * * * * * *,4 der ganzen Kammer) gesichert, doch scheint es dabei nicht gerade ehrlich zugegangen zu sein. Am 26. hat der König die neue Depütirten- kommcr eröffnet, in der dabei gehaltenen Thronrede aber mit keinem Worte der Laurionfrage gedacht, da­gegen die B-zichung. n zum Auslande als gute und das Räuberivesen im Lande als vollständig vernichtet bezeichnet.

Die rumänische Kammer, deren Session noch bis zum 13. März ausgedehnt ist, hat ihre Zustim­mung dazu gegeben, daß die Regierung in Rom einen besonderen politischen Agenten anstelle. Einen gleichen diplomatischen Posten auch in Washington einzurichte», ward als überflüssig betrachtet. Um die demnächst fälligen Eiscnbahnzinscn bezahlen zu können, ist der Finanz Minister ermächtigt worden, eine Anleihe bis zum Betrage von 6 Millionen zu machen. Die Dpiri- tuofcnsleuer wurde in der zweiten Kammer genehmigt; der Senat wird von vielen Seiten bestürmt, sie zu verwerfen.

.'wa Wien—« —

Deutsches Keich.

•• Berlin 28. Febr. In der heutigen Sitzung deö Abgeordnetenhauses entwickelte der Cultusminister die allgemeinen Grundsätze, nach welchen die Ver­fassung der evangelischen Kirche zu regeln sei. Zu­nächst müßten die verschiedenen evangelischen Kirchen in den einzelnen LandeStheilen in sich und mit Rück­sicht ans ihre historische Eniwickelung geordnet werden und alsdann die Organisation von Provinzial-Sy- noben den Weg für die Wirksamkeit der LandeS- synodcii ebnen. Tie Ausführungen des Ministers fanden allseitig den größten Beifall. — Die „Voss. Ztg" spricht sich in ihrem heutigen Leitartikel mit großer Befriedigung über die von der Regierung angebahnte Steuerreform aus. Dieselbe sei ein großer und lang- gewünschter Fortschritt und werde Preußen in Folge der jetzt zwischen Regierung und Steuercommission erzielten Verständigung künftighin das vollkommenste unv beneidensivertheste System der Einkommensteuer auszuwciseli haben. Man darf auf die Betrachtung dieses bekanntlich im vorgerückt liberalen Sinne redi- girten Blattes einigen Werth legen, weil dasselbe namentlich in Fiiianzfragen selten den Rcgierungs Vorlagen und den darin entwickelten Principien die gebührende Anerkennung zu Theil werden läßt. Wenn ein Organ dieser Richtung also für dieselben jetzt eintritt, so ist es wohl kaum noch zweifelhaft, daß

Prinzessinnen, während die eingeborenen Damen ihnen durch Hand und Fußküsfen ihre Ehrerbietung bezeigten Kurz nach dieser Vorstellung erschienen acht als Janitscharen verkleidete, bildschöne junge Sklavinnen, um für ras Entrse der Musikcapelle, welche gleichfalls aus 50 Haremssllavinnen bestand, und die Tänzerinnen Platz zu schaffen. Letztere waren in weiße, silber durchwirkle Gewänder, welche durch große Gürtel mit Brillanischließeti zusammengchalten waren, gekleidet und trugen Kränze von Orangeblüthen im lvosen Haare Das wcchlichc Streich-Orchester begann seine rythrnischen Weisen und gab dadurch das, Zeichen zum Anfänge eines nahezu zwei Stunden währendeit Tanzes, von dem die Dame mir erzählte, daß er sich jeder Beschreibung entziehe. Hierauf wurde durch die Ceremonieiimeisterln gemeldet, daß das Diner jcrvirt sei; jede Prinzessin bot einer der anwesenden europäi­schen Frauen den Arm, und unter Vortritt der Musik und der Janitfchareu bewegte sich der Zug durch ein Spalier von Schwarzen in den Speiiesaal, wo in Huieisensorm eine glänzende Tafel ganz ä l’Europeenne für 250 Damen servirt war. Je zwei Gäjle wurden durch eine Sklavin gedient, die durch die Pracht ihrer ganz europäischen Toilette (mit riesiger Schleppe) und den Reichihum ihrer Brillanten in jed-m unserer Salons Aussehen erregt haben wü>de. Die europäischen Damen Hanen außerdem weibliche

Bemerkriiewerth ist das Factum, daß die Mutter des Thronfolgers, eine Sklavin, wohl anwesend war, aber als solche fast ganz übersehen wurde. Erneuertes Auftreten der Musik und Janiischaren verkünden die Ankunft der Mutter des Khedive, die heute noch immer die erste Rolle im Harem einnimmt. Nachdem ihr die Pantoffel auSgezygen sind, nimmt sie in der

auch im Abgeordnetenhaufe eine imposante Majorität ihnen zustimmen wird. Nachdem innerhalb der Re­gierung die Verständigung über die Besetzung der vier erledigten Oberpräsidien erfolgt ist, hat jetzt zu nächst die formelle Entscheidung über die Ernennung des ehemaligen Staaisministers Fehrn, v. Patow zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen stattge- funden. — Vor Kurzem ist hier darauf hingewiesen worden, daß wohl zunächst von Seiten der Spezial- Untersuchungs Commission Nichts über den Gang der fachlichen Erörterungen in die Oeffentlichkeit gelangen werde. Diese Mittheilung hat eine weitere Deutung gefunden, als Wort und Sinn zuließen und auf Grund dieser ist ihr dann selbst lebhafter Widerspruch entgegengetreten. ES sollte indessen damit nur darauf als selbstverständlich hingewiesen werden, daß Ver­öffentlichungen über die Erörterungen und Ermitte­lungen der Commission schwerlich stattfinden würden, bevor sie zu irgend einem Abschluß gelangt seien. Wenn anderweitig anscheinend im Widerspruch mit der hier gebrachten Notiz gemeldet wird, Herr Lasker habe sich vorgenommen, das Abgeoroneienhaus über den Gang der Untersuchung zu unterrichten, so dürste auch hierunter wohl kaum eine laufende Berichter­stattung, sondern nur Mittheilungen über den Gang derselben im Allgemeinen, theilS in Bezug auf vor­läufige Resultate, theils auf etwa sich aufdrängende Bedenken und Schwierigkeiten verstanden sein. Die große Umsicht unbk der praktische Sinn, welchen Herr LaSker bewiesen, bürgen wohl dafür, daß er nicht die Absicht hat, Schritt für Schritt das Abgeordneten­haus von den Verhandlungen in Kcnnlniß zu setzen Auch wäre dies schwerlich für die Zwecke der Unter­suchung selbst sehr ersprießlich. Daß schließlich weder die endlichen Ergebnisse noch das gesammte Material der Oeffentlichkeit vorenthaiten werden sollen, ist selbst­verständlich. — Es bestätigt sich, daß gegen den Geh Rath Wagener das Scrulinialverfahren eingeleitet und der Director im Finanzministerium, Schumann, mit der Führung desselben beauftragt ist. Es hat sich also die schon neulich hier gegen das „Deutsche Wo­chenblatt" gerichtete Mittheilung als richtig erwiesen, oaß die Regierung in Bezug auf die persönliche Stel­lung des Herrn Wagener keineswegs bis zum Abschluß der Ermittelungen der Special - Untersuchnngscom Mission zu warten gedenkt.

Wiesbaden, 27. Febr. Der Kronprinz des dcutscheti Reiches wird morgen einer Sitzung des Re- gicrungS-Collegiums dahier beiwohnen. Auf feinen Wunsch roercen Seitens einzelner Mitglieder desselben Vorträge gehalten werden Über das Forstwesen im Regierungsbezirke, über die Gestaltung der Kurver­hältnisse in den Badeorten Ems, Homburg und Wies­baden nach Aufhebung der Spielbanken und über den sogen. Trierer Dowschatz.

Dresden, 26. Febr. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer kam nachstehende Interpellation des Abg. Ludwig zur Verhandlung: 1) Hat die Re­gierung ihre Genehmigung zur amtlichen und for­mellen Promulgation des Unfehlbarkeitsdogma's ver­weigert ? 2) Was gedenkt die Regierung zu thun, um

Ecke ein s Divans Platz und wird mit.ihrer Schleppe knäueffönnig zugedeckt. Als sie in dieser Weise eine zeitlaug Cour gehalten, erhebt sich ein wüstes Ge- tchrei, Lärmen und Pfeifen, ein wirres Durcheinander, herrührend von den Peitschenhieben der Janitscharen, die rücksichtslos unter die Menge der Sklavinnen dreinschlagen, um Platz zu machen für ein Spalier, das von Hunderten von Eunuchen gebildet wird. Innerhalb desselben rollt man einen Teppich von Goldbrecat aus, der an einer bisher verschlossenen Thür mündet.

Die Prinzessinnen und die geladenen europäischen Frauen von hohem Range durchschreiten nun dieses Spalier und treten in das sogenannte Hochzeitszimmer ein, welches an Pracht alles bisher jejcljcne übertraf Wände und Plafond waren mit weißem Atlas abge­steppt und mit goldenen BouqnetS en relief bedeckt Auf dem Fußboden lag ein Teppich von weißem Ailas mit einer Bordüre von Cerise mit Goldstickereien Die türkischen Divans waren gleichfalls von weißem Atlas. Zehn große Candelaber verbreiteten Tages helle. Alles flimmerte und schimmerte von Goldstaub, mit dem die Divans und die übrigen Möbel bedeckt waren. Plötzlich ertönten Fanfaren, und nun nahte der Brautzug. Vorne Musik, bann acht Tänzerinnen mit goldenen Tambonrins, hierauf die Braut, geführt von 4 Cecemonienrncisterinnen. Ihre Erscheinung ist anmuthig, die Züge edel, von feinem orientalischen Gepräge. Sie trug eine europäische Toilette in Rosa- Allas mit riesiger Schleppe, vorne drei Reihen Fransen von Perlen und Diamanten, einen Schleier von weißen Spitzen mit Diamanten und eine diamantene Krone. Die Braut nahm auf einem erhöhten Thronsessel zwi­schen der Mutter des Khedive und ihrer Großmutter

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Der Staatsminister von Gerber erklärte hierauf fH gendes: 1) Die Regierung Hal es seiner Zeit abgelehnt, auf die Ertheilung des königlichen Placet bezüglich der amtlichen Promulgation deS Unfehlbarkeitsdogmas anzutragen, und in Folge dessen ist diese Publicaüo« unterblieben. 2) Tie Regierung würde nicht dulden, daß bei Beaufsichtigung und Ertheilung des Religions Unterrichts in den katholischen Schulen ein aus jener Glaubenslehre abgeleiteter, dem öffentlichen Rechte un­seres Landes widerstrebender Einfluß ausgeübt werde. 3) Bei der großen Verschiedenheit der Umstände läßt sich ein allgemeines Princip nicht aufstellen, jedoch wird die Regierung vorkommenden Falle» alle zulas- stgen Mittel anwenden, um die Gewissensfreiheit btt

die dem CultuSministerium unterstehenden katholischen Dim Schulen vor dem Einflüsse infallibilistischer Priester Fra; denen die Beaufsichtigung rind der Religionsruiterichlt $ebei in solchen Schulen zugewiesen ist, zu schützen? 3) bord Wie gedenkt die Regierung diejenigen katholischen, der Eltern zu unterstützen, welche ihre Kinder in katholisclA Pfat Schulen schicken muffen und wollen, sie aber doÄ sein vor der Unfehlbarkeitslehre bewahrt wiffen wollen? - J !

Eltern sicher zu stellen.

Straßburg, 28. Febr. Die „Straßburger Ztg." tritt der hartnäckig wiederkehrenden Behaupt»«; entgegen, als werfe Elsaß Lothringen weit mehr Ein­künfte ab, als seine Ausgaben betragen, und alt wenn somit Ueberschüsse in die Reichskasse flösse». Sie wendet sich namentlich gegen eine Metzer Corw spondenz der „K. Z." und-schreibt: Der Satz dci Korrespondenten, daß daS Reich aus den elsaß- lothringischen Einkünflelt nichts erübrigt, sonder« vielmehr dem Reichslande bedeutende Summen zugo wendet habe, ist ohne Zweifel richtig, dagegen könne« wir nicht umhin, die zur-Begründung dieses Satzes angeführten Zahlen als ungenau oder irrthümiich zu bezeichnen.' Die Ankaufssumme für die Oftbah« von 325 Millionen kann nicht in Betracht komme«,

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weil diese Bahn nicht elsaß-lothringisches, sonder« Reichseigenthum geworden. Was die Rückkaufs- summe für die verkäuflichen Stellen betrifft, so wirt dieselbe nicht vom Reiche, sondern vom Lande selbst getragen. Die Entschädigung für die Kriegsleistuiige« und Kriegsschäden allerdings wird auf Grund bei Gesetzes vom 14. Juni 1871 vom Reiche geleistet, aber eö ist übertrieben, wenn dieselbe zu 500 Mill.

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angegeben wird, da die vorläufige Veranschlagunz sämmtlicher Entschädigungen dieser Art nur 36,700,000 Thlr. erreicht. -

Ausland.

Pest, 27. Febr. Das Unterhaus beeubigte bitt Generaldebatte über das Budget für CultuS uni Unterricht und nahm den Antrag Jranyt's an, die Regierung anzuweisen, nächstens Gesetzentwürfe übet Religionsfreiheit und über die Einführung der Cibil' ehe vorzulegen.

Bern, 28. Febr. Das der Regierung einzr- reichte Jniliativbegehren der Ultramontanen des 6an= tonS Solothurn verlangt sofortige außerordentlich

Einberufung des CantouSrathes, damit die RegieruH wegen ihrer Zustimmung zu den Beschlüssen d« jede -

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Kiamil Pascha Platz, und nun begann abermals ei« Berte halbstündiger Tanz mit Gesang, dessen Text von Lob' sprüchen auf die Braut gebildet wurde. Nach beffeo

Beenbigung nahm bie Mutter bes Khedive eine Hand­

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nach einer alten Sitte ber Maut Glück bringen.

Auch biefe Zeremonie war zu Ende; bie Bra«i küßte bie Prinzessinnen unb entfernte sich bann »0

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cinauber aufgefangen würbe. Einer ber anwesende« europäischen Damen, die sich trotz vielen ZurebeW Unger

nicht banach bücken wollte, wurden Häudevoll @ok* stücke in den Schooß geworfen; sie brachte bete« über 200 mit nach Hanse. Dieses Goldwerfen so»

voll kleiner Golbstücke (Fünfpiasterstücke) aus der Tasche unb warf dieselben nach ben vier Himmels» gegenben. Die sämmtlichen Prinzessinnen feist® biejent Beispiele, unb nun begann ein wahrer Gold­regen, ber von ben Sklavinnen unter großem Durch

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der Wirklichkeit träten? (N' Fr. Pr.)

dem gleichen Aufzuge, mit dem sie gekommen w«1

Nun drängte sich Alles wieder in den großen Saal

wo unter die Tänzerinnen schöne türkische Sha«^

vertheilt wurden. Die berühmte Tänzerin Almales

erhielt bereit nicht weniger als acht. Um Mitternach

war Alles zu Ende. Beim Ausgange erwartete die Damen noch ein auf niedrigen Tischen servil Buffet von ungefähr 70 silbernen Plateanx ®li

Bonbons, Früchten unb anberen Leckereien, in bet® Mitte eine brenitenbe Wachskerze staub. Dann würd' jede Dame je von einem Schwarzen in Empfang angtn

nemmen unb zu ihrem Wagen geleitet. — Se^ heag es bei all biefer Pracht unb Herrlichkeit nicht schein^ als ob bie Erzählungen aus „Tausenb und Nacht" ans betn Bereiche der Märchenwelt in jt"® ;

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