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fenden Anordnungen die bis dahin bestandene konfes- stonslose Schule beseitigt hätten. Abg.Dr.Lieber bekämpfte den Antrag in ausführlicher Weise, indem er daraus hin» wies, das die nassauische Schulordnung keineswegs konfes­sionslose Schulen geschaffen. Schließlich wurde der Antrag auf Befürworten des Hrn. CultusministerS verworfen. Bei Eap. 125 (Elementarschulen) drang der Abg. v. Gottberg auf Vorlegung eines Untergerichtsgesetzes und unterzog die neuen Regulative als verfassungs­widrig einer Kritik. Dem gegenüber machte der Hr. Cultusminister darauf aufmerksam, daß Artikel 24 der Verfaffung noch nicht geltendes Recht sei, mithin der Religionsunterricht auf dem Wege der Regulative durch die Unterrichtsverwaltung festgeftellt werben könne. Er habe die Absicht, das Unter» richtsgesetz in nächster Session vorzulegen, doch wahr-

^cht- stelar, den Minister dkS Aeußern in Madrid, gesandt, in um demselben die Sympathien der Versammlung für ren, die spanische Republik auszudrücken. — Gräfin Mon- ten; ß tijo, die Mutter der Ex-Kaiserin Eugenik, ist plötzlich un-»vollständig erblindet. Vor einigen Jahren war sie

Bsm Landtage.

Berlin, 26. Februar.

In der heutigen Sitzung des Herrenhauses erfolgte nach der Berathung und Beschlußfassung über die geschäftliche Behandlung verschiedener eingegangener Vorlagen der mündliche Bericht der Finanzkommmiision über den Rechenschastsbericht, betreffend die weitere Aus­führung des Gesetzes vom 19. Dezember 1869, be­treffend die Konsolidation preußischer Staatsanleihen, desgleichen der Rechenschastsbericht über die Aufhebung des Staatsschatzes und über die Ausführung des Ge­setzes, betreffend die Einnahmen aus den Zoll - und Steuerkrediten. Die Berichte würben für erledigt er­klärt. Das Gesetz über die Kautionen der Staats­beamten wurde unverändert genehmigt, das Gesetz betr. die Aufhebung der Exterritorialität der Garnison Mainz an die Juftizkommission verwiese».

In der heutigen Sitzung des Hauses der Ab­geordneten spann sich bei Gelegenheit der Berathung des Etats des CultusministeriumS die gestrige De­batte über die polnische Sprache fort, wobei Abg. Kantack in Abrede stellte, daß der Erzbischof von Gnesen seine Zustimmung zur Erthcilung des Reli­gionsunterrichts in deutscher Sprache gegeben, was der Herr Cultusminister aufrecht erhielt. Die Positionen für die Gymnasien und Realschulen wurden genehmigt, und zwar zur Erfüllung des Rormal-EtatS mit einem Zuschuß von 240,000 Thlr. — Ein Antrag des Abg. Petri, die Anordnungen, welche in dem Schulwesen des vormaligen Herzogthums Naffau im Verwaltungs­wege getroffen sind, baldmögligst aufzuheben, wurde von dem Antragsteller damit motivirt, daß die betreff

Schanghai, 24. Febr. Der Kaiser von China ^gestern feierlich die oberste Gewalt angetreten; die Kriegsschiffe haben geflaggt.

spielten der Reihe nach vor dem Palais desselben."

Madrid, 26. Februar. Die Ordnung ist in Madrid nicht gestört worden. Der Finanzminister gab die Erklärung ab, daß die Regierung allen Ver­bindlichkeiten, die Spanien eingegangen, nachkommen werde. — Die spanische Republik hat nun ihre erste Ministerkrisis hinter sich unv reiht sich daher würdig dm vorhergegangenen Regierungsformen an, deren charakteristisches Merkmal gleichfalls, wenn nicht Dauer im Wechsel, so doch dauernder Wechsel war. Es sind die allrepublikanischen Elemente, welche ihre von Ver­dacht nicht freie Abneigung gegen die neu herüberge­kommenen Parteigenossen in die Thal übersetzt und mit dem Begehr, ein gleichartiges Ministerium zu erhalten, wenigstens so weit durchdrungen sind, daß die Regierung jetzt statt vier nur noch zwei Radicale in sich begreift. Figueras, Castelar, Pi und N. Sal­meron, die alten Republikaner, sind geblieben, und als Collegen traten noch zu ihnen Juan Tutau, ein geachteter und gemäßigter Führer der Republikaner Larcelona's, als Finanzminister, der Galicier Eduardo Chao, unter einem der ersten Cabinete nach der Sep icmber Revolution eine Zeit lang Director der Tele­graphen, als Minister für Handel und öffentliche Arbeiten, Joss Cristobat Sorni aus Valencia, einer der häufigst gehörten Cortesredner der republikanischen Partei, als Minister für die Colonieen; sodann die zwei Radicalen General Acosta als Kriegsminister, Admiral Oreiro als Marineminister. In Bezug aus diese Beiden ist besonders bemerkenSwerth, daß sie unter der Monarchie noch keine Stelle im Cabinete innegehabt haben. Wenn das Verhältniß 7 : 2 die Versöhnung darstellen soll, welche die von den Re­publikanern und Radicalen eingesetzten Einigungs- Commissionen zuwege gebracht haben, so muffen die Radicalen ungewöhnlich bescheiden in ihren Forde- Hingen geworden sein; man wird aber wohl richtiger annehmen, daß die radicale Partei eine Niederlage erlitten hat und die Verschmelzung der beiden Par­teien mehr Wort als Thatsache ist. Die allgemeinen Wahlen für die conftituirenben Cortes sind nach be­richtigten Angaben jetzt auf den 31. März hinaus­geschoben, und die Constituante soll am 20. April zusammentreten, so daß die Regierung noch eine un­gestörte Lebensdauer von zwei Monaten vor sich hat, wenn eine neue KrisiS Hr nicht über den Hals kommt.

Loudon, 26. Febr. In der Sitzung deS Unter­hauses beantragte Seely die Modification des Marine- »inisteriumS durch Ernennung eines Staatssecretärs für die Marine statt des jetzige» AdmirolitätS-Colle giumS. Breffey stellte ein Amendement dahin gehend, daß die gegenwärtige Zusammensetzung deS Admira Äitsrathes geändert werden möge, zog es aber nach einer langen DiScussion zurück, worauf der An­trag Seely'S mit 114 gegen 13 «Stimmen abgelehnt 8>urbe.

Bukarest, 26. Febr. Dir Kammersession ist drittelst Botschaft deS Fürsten bis zum 13. März KAängert worden. Die Kammer votirte die Ein ichung eines politischen Agenten zu Rom. Beim Stnat sind zahlreiche Petitionen um Abschaffung der S|>iritu6fteuer eingegangen. — Die Kammer hat den Manzminister ermächtigt, eine Anleihe bis zu 6 Mil- iionen Francs zu contrahiren. — Man munkelt titber von Judenhetzen, die in der Moldau verbr­eitet werden.

Miquel befürwortet den Antrag -der Budget-Commis­sion, wonach namentlich auch die älteren Lehrer zeit­weilige Gehaltszulagen bekommen sollen. Man muffe es im Uebrigen der Staatsregierung allein überlasten, wie sie die Gehaltszulagen vertheilen wolle. Die im vorigen Jahre bewilligten 500,000 Thlr reichten durchaus noch nicht hin, das Bedürfniß zu befriedi­gen. So sei das Minimalgehalt von 175—180 Thaler für die Lehrer in den neuen Provinzen keines­wegs genügend, in den einzelnen Landestheilen habe die Staatsregierung, mit Rücksicht auf die Thenerung und die sonstigen Verhältnisse, verschiedene Minimal­sätze zu Grunde gelegt. Die Schulgesetzgebung muß hiefür eine feste gesetzliche Grundlage schaffen. Die Budget - Commission beantragte daher die Bewilligung von 700,000 Thaler, welche ohne weitere Debatte vom Hause genehmigt werden. Zu dem Tit. Ruhegehaltszuichüste für emeritirte Ele­mentarlehrer, beantragt die Commission 44,000 Thlr. mehr, was ohne Debatte vom Hause angenommen wird. Zu dem Tit. Vermehrung der Schulaufsichts­kräfte (100,000 Thlr ) bemerkt Abg. vr. V i r ch o w: Es ist allgemein bekannt, daß die Bildung unserer Pädagogen, sowohl der Gymnasiallehrer als der Ele­mentarlehrer, viel zu wünschen übrig läßt, eS wäre daher zn wünschen, daß die Slaatsregiernng mehr Mittel aufwenden möchte, um sich geeignete Personen für die Handhabung der Schulaufsicht zu beschaffen. Es besitzen die Lehrer zwar die nöthigen technischen Kenntnisse, indessen das eigentliche pädagogische Ele­ment fehlt ihnen, dieses liegt jedoch an dem Mangel an Anstalten, in denen die praktische Erziehungs­methode gelehrt wird. Das, was man bisher dafür gcthan, reicht noch nicht aus, und ich wünschte daher, die Regierung möchte sich durch Vermehrung der Mittel die nöthigen Kräfte schaffen. — Der bean­tragte Betrag wird mit großer Majorität bewilligt. Zu dem folgenden Kapitel 125 (Kunst und Wissen­schaften werden die Titel 1—5 ohne Debatte geneh­migt, worauf sich das HauS vertagt. — Nächste Sitzung Donnerstag. Tagesordnung: Wiederholte erste und zweite Berathung des Verfassungsänderungs­gesetzes, und 2. der Rest der heutigen Tagesordnung.

Vermischtes.

sUniv. - Nachr.j Der Literarhistoriker Heinrich Kurz, Professor und Bibliothekar in Aarau, ist nach längerer Krank- heil im 67 Lebensjahre gestorben. Professor Wattenbach in Heidelberg soll den an ihn ergangenen Ruf nach Berlin angenommen haben.

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Telegraphische Depeschen der Ober- hessische« Zeitung.

Berlin, 26. Febr. Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt, daß die „Germania" sich im Fürsten Bis­marck nicht geirrt habe, wenn sie annehme, daß er in der Frage der Ausrottung des Schwarzwildes auf Seiten des bedrängten Landvolkes stehe und nicht Jagdpassionen vorwalten laste. Dem Gesetzentwurf des frühere» Ministers von Selchow war Fürst Bis­marck entgegen, weil derselbe unzweckmäßig war, und zwar so sehr, daß dadurch die Entschädigungspflicht für Wildschaden aufgehoben worden wäre. Wirksamen Maßregeln gegen, das Hochwild redet Fürst Bismarck das Wort, wie die „Germania" mit Recht vorausge­setzt hat. — Der „Reichsanzeiger" meldet, daß der Reichstag am 12. März zusammentritt.

Pari-, 26. Febr. Die Versammlung der Linken hat heute nachstehende Resolution gefaßt: Vertrauend auf die in der Botschaft dargelegte Politik ist die Linke gesonnen, die Regierung bei der DiScussion deS Gesetzentwurfes zu unterstützen.

London, 26. Febr. Nach dem heute zur Ver­öffentlichung gelangten Marinebudget für das Jahr 1873/74 sind die Ausgaben auf 9,872,725 Pf. @t. veranschlagt, mithin um 340,576 Pf. St. höher als im Vorjahre.

lecht^chon einmal von einem Augenübel befallen; damals verDourde sie von Liebreich geheilt. Für Frankreich war chenMie Gräfin Montijo eine unheilvolle Person, denn olkcPohne die Rathschläge, die sie ihrer Tochter gab welche diese getreulich befolgte, würde eS nie Kaiserin Eugenie gegeben haben. — Eine Depesche Nancy vom gestrigen Tage meldet: „Heute, am hurtStage des Generals v. Manteuffel, kamen Musikbanden der OccupationSarmee nach Nancy

Athen, Febr. AricupiS, vormals Premier Minister, Gesandter in London und in Paris, ist heute Mh in Folge eines Gichtanfalles gestorben.

Calcutta, 25. Febr. Abdulrahman Khan, sicher ohne Erlaubniß nach Petersburg gehen wollte, ' *Hrbe nach Taschkent, zurückgebracht. Seine Pmston ter/ j ®**tbe zurückgehalten. Mehrere Parteigänger verließen kann Mselben.

nationalen Partei zu heftigen Ruhestörungen. Zwei Personen wurden getödtet, mehrere verwundet.

Marburg, 27. Febr. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht die Zusammensetzung der wissenschaft­lichen Prüfungs-Commissionen für das Jahr 1873. Für die Provinz Hessen-Nassau besteht dieselbe hier in Marburg aus den ordentlichen Mitgliedern: Prof. Cäsar, zugleich als Director der Commission, Prof. Heppe, Prof. Nisten, Prof. Lange, Prof. v. Drach, Prof. Lucae, Prof. Herrmann, Prof, ten Brink. Außerordentliche Mitglieder derselben sind: Prof. Greeff, Prof. Carius, Prof. Melde und Prof. Dietrich.

Kassel, 26. Febr. Auf die an das Herrenhaus in Berlin gerichtete Petition der Diöccsan- Vorstände und Geistlichen des Regierungsbe zirks Kastel um Aufbesterung der Pfarrgehalte, ist im Auftrage des Präsidiums des Herrenhauses durch das Schriftsühreramt unterm 21. d. M. an den Metro politan Dr. Hochhuth zu Kastel nachstehende Mitlhei lung ergangen: „Das Herrenhaus hat in seiner Sitzung am 19. d. M. beschlossen, die von Ew. Hoch würden und anberen Geistlichen des Bezirks Kassel eingereichte Petition, welche beantragt: „Das Herren­haus wolle in geneigter Berücksichtigung bes vorhan­denen bitteren Nothstandes, welcher auf einer großen Zahl der Geistlichen liegt, die zur entsprechenden Er Höhung der Pfarrgehälter erforderlichen Mittel aus dem Staatöfond bewilligen", der Königlichen Regie­rung zur Erwägung zu überweisen, in welcher Weise im ganzen Umfange der Monarchie eine Aufbesserung des Diensteinkommens gering botirter Geistlicher her­beigeführt werde» lönne. Hiervon fetze» wir Ew. H., unter Hinweisung auf de» stenographische» Bericht des Herrenhauses über die 10. Sitzung, in Kenntniß und ersuchen, auch den übrigen Herren Mitunterzeichnern von diesem Beschlüsse geneigteft Mittheilung machen zu wollen." Es ist hiernach die zuversichtliche Hoff­nung zu hegen, daß bei dem Nochstande der Geist­lichen eine baldige Aufbesserung des so geringen Ein­kommens aus Staatsmitteln, wie eS auch bisher ge schehen ist, erfolgen werde.

Telegraphische Cours- und Marktberichte.

Frankfurt a. M., 27. Februar. (Schluß der Börse). Staatsbahn-Actien 357, Elisabeth 263, Galizier 245, Lombarden 204, Nordwestbahn 235, Creditactien 369, Silberrente 68;, Papierrente 1860r Loose 97, National- bant 1070, Spanier 24, 1882r Amerikaner—, Darmstädter Bank —, Effectenbank —, Gekündigte Amerikaner —.

Berlin, 27 Febr. (Anfangscourse). Creditactien 209L, Staatsbahn 204;, Lombarden 117, Amerik. 96;.

Wien, 27 Febr. (Anfangscourse). Creditactien341.25, Lombarden 190.25, Napoleons 8.70J.

Hamburg, 24. Februar. Das Hamburg - New - Dorker Post-Dampfschiff Thuringia, Capitain Meyer, am 13. b. M. von New-Dork abgegangen, ist nach einer Reise von 10 Tagen 3 Stunden am 24 d. M. 5 Uhr Morgens in Plymouth .angekommen, und hat, nachdem es daselbst die Verein. Staaten-Post, so wie die für England bestimmten Passagiere gelandet, um i; Uhr Nachmittags die Reise via Cherbourg nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe überbringt: 105 Passagiere, 88 Briefsäcke, 1350 Tons Ladung, 46968 Dollar Contanten.

Washington, 24. Februar. Das Repräsen- ^ntenhauS des Congreffes hat nach einer sehr leb- Wen DiScussion mit 145 gegen 30 Stimmen das ........... VUUf wwvl.

besetz über die Ausführung der in dem Washingtoner ^scheinlich würde es Zeit bedürfen, bis eS zum

Vertrage enthaltenen Stipulationen betreffend die Fi-j Gesetz erhoben würde, bis dahin muffe die Unter» scheret in den canadischen Gewässern angenommen. -----11——j'

Oliebet, 24. Febr. Bei Gelegenheit der Wahlen kam eS zwischen Anhängern der conservativen und