reichen Unterschriften von Bürgermeistem und Notablen deS Landes versehene Petition gegen Erhöhung der Tabaksteuer erwähnt den Widerspruch, der auch in Altdeutschland bereits dagegen hervorgetreten und betont, daß daS Elsaß, dessen Tabakscultur von der französischen Regierung stets begünstigt worden, besonders empfindlich von einer Erhöhung der Tabaks- steuer betroffen werden würde. Es wird die Hoffnung ausgesprochen, daß daS Elsaß, nachdem daffelbe in Deutschland cinverleibt worden, auch des deutschen von hoher Besteuerung sich fernhaltenden, liberalen Regimentes theilhastig werden werde.
Ausland.
Wie«, 24. Febr. Das in der „Wiener Zeitung" heute veröffentlichte kaiserliche Patent betreffend die Ausschreibung von directen Nothwahlen für Vorarlberg ist erfolgt, damit bei den Delegationswahlen eine Provinz nicht ganz unvertretcn bleibt. Die Polen haben am Samstag Abend beschlossen, auf eine Spe cialberathung der vom Grafen GoluchowSki vorgelegten Concessionen nicht einzugehen und den Reichsralh bei der zweiten Lesung der Wahlreformvorlage unter Protest zu verlassen. Die Herren beabsichtigen jedoch noch an den DelegationSwahlcn Theil zu nehmen, bevor sie aus dem Reichsrathe scheiden. Hoffentlich wird ihnen aber daS Haus den Gefallen nicht erweisen, die Dclegationswahlen vor der zweiten Lesung der Wahlreformvorlage vorzunehmen. Der Berfassungs- Ausschuß hat die Berathung der Wahlreformvorlage nahezu beendet. In der ersten Halste der vorigen Woche hat hier ein feudales Conventikel stattgefunden, bei welchem die Grasen Hohenwart und Clam-Mar tinitz daS große Wort führten. Die Beschlüsse deS selben sollen nicht ohne Einfluß auf die Entscheidung der Polen geblieben sein. Die Ernennung des Grasen Julius Szapary zum ungarischen Minister des Innern wirb in den allernächsten Tagen erfolgen; der zurücktretende Minister Toth soll die GeheimrathSwürde erhalten.
Pest, 23. Febr. Man glaubt, daß schon in den nächsten Tagen die Ernennung des Grafen Julius Szapary zum Minister des Innern im Amtsblatt stehen werde. Da es nicht gelungen ist, den liberalen Gorove zum Eintritt in das Ministerium zu bewegen, so wollte man wenigstens seinen gewesenen Staats secretär im Communicationsministerium für den Posten eines Ministers des Innern gewinnen. Graf Sza- pari zeichnet sich durch Energie aus und ist zu einem raschen Entschlüsse stets bereit. Er ist eine jugendliche Arbeitskraft, und da man sich zum neuen Handels- Minister Zichy, der eben so populär bei der Linken wie bei der Teakpartei ist, nur Glück wünschen kann, so wollte man es wieder mit einem homo novus
„Ich finde es interessant", bemerkte der Major.
„Sie spielen Tempel", sagte der Rittergutsbesitzer, „ist Ihnen dies Spiel bekannt?"
„Ich denke doch", entgegnete der Major lächelnd, „in meinen LieutenantS-Jahren habe ich manchen Thaler dabei verloren."
„Sie spielten es damals wohl oft?"
„Leidenschaftlich sogar."
„Nun, dann denken Sie sich heute einmal in jene Jahre zurück", lachte der Baron, „Sie können ja so hoch oder niedrig einsetzen, wie Sie wollen."
Diese letzte Bemerkung verfehlte die beabsichtigte Wirkung nicht, der Major fühlte sich an seiner Ehre angegriffen. Der Graf traf die nöthigen Vorkehrungen, er legte die Wachstuchdecke, auf welcher die Karten bezeichnet waren, vor sich aus den Tisch und mischte die Karten.
„Heben wir ab", sagte er, „die höchste Karte übernimmt die Bank."
Der Freiherr von Wittgenstein zog Coeur-AS, er wechselte mit dem Graf die Sitze.
„Wenn ich mir eine Bedingung erlauben darf, so ist es die, daß der Einsatz mindestens einen Thaler betragen muß", sagte er.
Der Major warf einen LouiSd'or auf den König, die übrigen Herren pointirten ebenfalls mit Gold.
Der Major gewann, er ließ den doppelten Einsatz stehen und gewann abermals.
„Das Glück begünstigt Sie, Herr Oberstwachtmeister", sagte der Baron, während er eine Golvrollc auf'S As legte, „die Dame bringt mir kein Glück."
Der Major verlor, er zuckte gleichmüthig die Achseln.
Auch der Bankier pointirte höher, der Gras hatte von Anbeginn an nur Banknoten im Betrage von fünfzig Thalern hingeworfen.
„Bah — es war ein kleiner Gewinn, dessen Verlust man schon verschmerzen kann", spottete der Rittergutsbesitzer.
Der Major leerte hastig sein GlaS und holte sein Portefeuille hervor.
Er führte keine große Summe bei sich, kaum hun-
versuchen. ES wäre zu wünschen, wenn Graf Szapary ebenso solche Principien verkünden würde, wie Graf Zichy in seiner letzten Programmrede bezüglich der Leitung deS Handelsministeriums gethan. Szapary kennt die Gebrechen unse«r Verwaltung, und er braucht nur gesunden Menschenverstand zu besitzen und etwas politischen Muth, um die Nebenrücksichten und die Kirchthurmintereffen, welche die Comitats- politiker leiten, bei Seite zu schaffen. Was Noth thut, was einzuführen, was abzuschaffen sei, das weiß ein Jeder. Gelingt es dem neuen Minister des Innern, ein Programm aufzustellen, daß auch die Zustimmung der Linken erhält, dann wird er zur Befestigung deS Ministeriums wesentlich beitragen. Im Schooße der Regierung giebt eS bereits drei Minister, die auch dieses Vertrauen besitzen; diese sind Szlavy, Trsiort, Zichy. Kommt hinzu noch ein Minister des Innern, der beliebt ist, so wird eS schwer werden, nach der Budgetdebatte, wie Coloman Tisza wollte, dem Ministerium ein Mißvertrauens- vvlum zu geben.
Bern, 26. Febr. Der BundeSrath hat mittelst Note vom 24. d. die spanische Republik anerkannt, derselben eine Aera des Friedens und Gedeihens wünschend. — Die bereits erwähnte Erklärung der Solothurner Geistlichkeit an den Regierungsrath auf dessen Weisung, den amtlichen Verkehr mit dem abgesetzten Bischof Lachat abzubrcchen, wird nunmehr von klerikalen Blättern veröffentlicht. Das Schriftstück zeichnet sich durch große Heftigkeit aus, wie folgende Proben beweise» mögen: Die Amtsentsetzung eines Bischofs von Seite einer weltlichen Regierung ist etwas bis dahin Unerhörtes, ist ein schwerer Eingriff in die Rechte der Kirche und daher null und nichtig. Wer einen solchen Beschluß einer weltlichen Regierung anerkenne» und sich von seinem Bischof lossagen wollte, ein solcher hätte sich selbst, wie vom Verbände mit dem Bischof, also auch vom Verbände mit der römisch- katholischen Kirche ausgeschlossen, sich selbst excommu- nicirt. Welche Verantwortung und Schande müßte erst uns Priester treffen, die wir bei unserer Weihe und beim Antritte unseres kirchlichen Amtes dem Bischof den Eid der Treue und des Gehorsams geschworen haben, die wir, gesandt von ihm, das katholische Volk in Treue und Gehorsam gegen die katholische Kirche zu erhalten, heiligst verpflichtet sind, — wenn wir Verrälher würden an unserem Eide, Ver- rälhcr würden an unserer h. Kirche, Verräther würden an unserem katholischen Volke! Das dürfen wir nicht, das wollen wir nicht, das werden wir nie thun; der Wahlspruch unseres hochwürdigsten Bischofs ist auch der unsrige: Lieber den Tod als die Schande! Die Erklärung schließt mit der Letheuerung: 1) Wir
dert Thaler, sie war binnen wenigen Minuten in die Casselte des Bankhalters gewandert.
„Sie ziehen sich zurück?" fragte der Freiherr erstaunt.
Der Major war verstimmt, der Verlust ärgerte ihn.
„Ich bedaure", erwiederte er, „meine Kasse ist erschöpft.
„Die Dame ist mir gewogen", lachte der Bankier.
„Hilf Himmel — Sie pointiren mit Fünfhundert- chalerscheinen!" rief der Rittergutsbesitzer.
„Wer nichts wagt, gewinnt nicht", entgegnete der Bankier gleichmüthig.
Der Major zitterte, die Leidenschaft hatte ihn erfaßt, er konnte ja dasselbe Glück haben, wenn er nur die Mittel besaß, cs herauszufordern.
„Herr Baron, dürfte ich Sie abermals um einen Freundschaftsdienst bitten?" fragte er leise.
Der Baron, welcher im Begriff stand, abermals eine Goldrolle auf das As zu legen, blickte auf.
„Wit Vergnügen", erwiederte er, „was es auch sein mag, ich stehe zu Ihren Diensten."
„Ich war nicht vorbereitet auf das Spiel, meine Kasse —"
„Ah — ich verstehe, vou Herzen gern.
Der Baron öffnete das Portefeuille, welches vor ihm lag und überreichte dem Major ein Packetchen Banknoten.
Es enthielt nur Fünfzigthalerscheine.
Der Major blickte betroffen auf.
„Fünftausend Thaler?" fragte er.
Der Baron nickte gleichmüthig.
„Man muß etwas wagen können", erwiederte er lächelnd, „übrigens —"
„Aber ich bitte Sie, eine so große Summe —"
„Ich habe kurz bevor ich hieher ging, zehntausend Thaler einkasstrt, welche ich morgen früh der englischen Bank senden wollte."
Der Major legte mit zitternder Hand eine Banknote auf die Dame, eine zweite und dritte folgte, er verlor. Der Baron beobachtete ihn verstohlen, die verzehrende Gluth, die in den Augen deS Majors loderte, das Beben der Lippen, die fieberhafte Hast,
erkennen nur den hochwürdigsten EugeniuS als recht- fielar, mäßigen Bischof von Basel an; 2) wir werden in um de unfern kirchlichen Sachen keine andere Stimme hören, die sp als die Stimme unseres rechtmäßigen Oberhinen; ^tijo, d 3) wir werden daher den amtlichen Verkehr mit un-Mvollstä serm hochwürdigsten Bischof EugeniuS, wie das RcchMchon der Kirche .eS fordert und unS nach der StaatSverWvurde faffung zusteht, nicht abbrechen und alle kirchlichenMie G Erlaffe des Oberhirten, wie bis jetzt, dem VolkcHohne 1 verkünden. welche
Genf, 26. Febr. Eine Montag Abend stattge- habtc, sehr zahlreich besuchte Versammlung von na- lionalen Katholiken beschloß, dem „Journal de Geneve" zufolge, gegen die Kundgebungen der Ullramontanen Fernex bei dem BundeSrathe und dem StaatSrathe zu protestiren.
Pari-, 25. Febr. Thiers hat heute eine Ausfahrt in die Umgegend von Versailles gemacht. Die Boulevards und Hauptstraßen sind am heutigen Faschingsdienstag von einer dichten Menschenmenge und einer Unzahl Wagen angefüllt; doch lasten sich nur wenige Masken und einige Reclamenwagen mit Musikanten sehen. Die Menge verhält sich äußerst ruhig und selten wird gewitzelt und gelacht. — Olo- zaga hat an ThierS einen Brief geschrieben, um sich über das Auftreten deS Präfecten im Departemem der Hochpyrenäen, de Nadaillac, zu beklagen, der, als Don Carlos letzthin nach Spanien übertrat, diesem daS Geleite bis an die Grenze gab. Der Bries Olozaga's war halb ernst, halb scherzhaft abgefaßt. Olozaga meinte, Frankreich müsse sich in Acht nehmen, daß Spanien auS der Sache nicht eine Alabama-Frage mache. Daß Thiers die Vorstellungen des spanischen Botschafters gerade nicht leicht aufnahm, geht aus bem Umstande hervor, daß er sich trotz seines Unwohlsein« sofort zu demselben begab, um ihn zu beruhigen. Ob der Präsekt endlich seiner Stelle entsetzt wird, weiß man noch nicht. Er wurde jedoch nach Paris berufen, um zur Rede gestellt zu werden. Was aus Thiers noch besonders Eindruck machte, war, daß Olozaga beiläufig bemerkte, Spanien stehe keineswegs allein da, wenn irgend eine fremde Macht die clericü- carlistifchen Umtriebe unterstütze» wolle. — Gestern, am Jahrestage des 24. Februar, fanden viele Privatbankette statt. Einem derselben wohnte ein Theil der radicalen Dcputirten an. Peyrat brachte einen Toast aus die Revolution von 1848 und die Mitglieder der damaligen provisorischen Regierung (zwei derselben, Louis Blanc und Albert, waren anwesend) aus. Louis Blanc antwortete, indem er auf die Zukunft der Republik trank, und Albert leerte sein Glas aus da« Wohl der Republik in Spanien. Auf Antrag Ouen- tin's (vom Corsaire) wurde ein Telegramm an Ca-
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Lasten Sie stehen," flüsterte der Baron.
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Abermals gewann der Major.
zu können," erwiederte der Baron, während abermals ein Päckchen Banknoten überreichte.
malig verstummt, nur das Knistern und Rausche» Karten, der Klang deS Goldes und hie und da Athemzug auS gepreßter Brust unterbrachen die heimliche Stille.
Der Major warf die letzten zehn Scheine auf
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man das Glück zwingen, zurückzukehren." „Setzen Sie auf die Dayie," rief der Graf, sind noch drei Damen in der Hand des Bankhalter«
Der Major befolgte den Rath, er setzte tauf«*6 Thaler und gewann.
mit der er von Zeit zu Zeit sein Glas leerte, bet stiere Blick, der unverwanbt auf den Karten ruhte, das Alles mußte ihm den Beweis liefern, daß er feinen Zweck vollständig erreicht hatte.
So verstrich eine Stunde, das Gespräch war all-
Der Major pointirte höher, der rasende der Leidenschaft hielt ihn in seinen Krallen.
Schon nach einer halben Stunde war die Suuive verloren. Der Baron entnahm zehntausend Thaler der Casfette deS BanquierS, um die Bitte des alt«
König, der Frecher zog ab, der Rest jener zehntausend Thaler war verloren.
„Sie haben nun lange genug die Bank gehabt", sagte der Baron, „heben wir ab, es ist nicht mehr als recht und billig, daß wir der Reihe nach die Voc- theile der Bank genießen."
Eine Minute später mstchte der Banquier die Karten.
„Meine Herren, ich bitte zu pointiren," versetzte et.
Ein eigenthümliches Lächeln glitt über die Lippen des Majors.
„Ich muß noch einmal eine Anleihe machen/', wandte er sich zu dem Baron, der eine bedeutende
Summe gewonnen hatte.
„Ich schätze mich glücklich, Ihren Wunsch erfüll«
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______ lüften (Forts, folgt-) Gesetz
C welche Herrn erfüllen zu können. t \
„Sie haben Unglück, Herr Oberstwachtmeister, \ ***ti>e sagte der Freiherr, „aber mit einiger Ausdauer kaiw "wselb
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Krieg«