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ol« der Gedanke an den herzlichen,-innigen Empfang, welcher sowohl Ihnen- als Ihrer erhabenen Gattin und den königlichen Prinzen von Seiten unseres Vaterherzens, unserer erhabenen Familie und der ganzen Nation erwartet. Wir sind vollkommen damit einver­standen, dah Ew. Majestät, wie beabsichtigt, in Turin Mren Aufenthalt nehmen wird. Diese Stadt verdient -in Anbetracht ihrer häustgen früheren und neueren Veweise von Anhänglichkeit an Sie, diesen Beweis Wer Zuneigung. Victor Emanuel.

Madrid, 25. Februar. Die in Folge der De. Mission verschiedener Cabinetsmitglieder nothwendig gewordene Neubildung der Regierung ist von der Nationalversammlung heute vollzogen worden. Neu- ernannt wurden: General Acosta (Krieg), Tutan (Finanzen), Orcyro (Marine), Echao (öffentliche Ar­beiten), Sorni (Colonien); FigueraS, Castelar, Pi y Margall und Nicolas Salmeron verbleiben auf den innegehabten Posten Die Verbindung der radi­kalen Partei mit der republikanischen ist durch den Eintritt Acösta's und Orcyro'S, welche der ersteren angehörten besiegelt worden. Die Neuwahlen zur con> stituirenden Versanimlung sollen bis zum 31. März beendet sein und letztere am 20. April zusammentreten. — Zum Oberstcommandirenden der Nordaimce ist NonvilaS designirt. Man befürchtet für morgen Un ruhen, da die extreme Föderalpartei mehrere Puncte der Stadt besetzte. Die Regierung ihrerseits ließ, von ausreichenden militärischen Kräften unterstützt, die vornehmsten öffentlichen und Privatgebäude durch Truppen besetzen. — General Burgos wurde zum Oberbefehlshaber der Miliz, General Moriones (der radikalen Partei angehörig) zum Generalcapitän von Madrid ernannt.

London, 25 Febr. Eine gestern in Notting Ham stattgehabte von 10,000 Personen besuchte Ver­sammlung beschloß, bei dem Parlament eine Petition um Einsetzung einer Commission zur Untersuchung der Ursachen der Kohlcntheuerung cinzurcichen, und sprach ihre Mißbilligung über die Haltung der Kohlen­grubenbesitzer auS. — Ein zu Merthyr stattgehabtcs Arbeiter-Meeting sormulirte anstatt der vorgeschlagenen Ausgleichsbedingungcn neue Bedingungen, welchen die Arbeitgeber ihre Zustimmung versagten. Die Arbeiter beschlossen, nunmehr den Strjke auf unbestimmte Zeil sottzusetzen.

Bukarest, 25. Febr. Die Regierung hat der Kammer einen Gesetz-Entwurf vorgelegt, welcher die Anstellung politischer Agenten in Rom und Washing ton behufs Befestigung der politischen und volks- a-inhschaftlichen Beziehungen mit Italien und Nord amerika bezweckt. Die Kammer nahm die Dringlich­keit des Gesetzentwurfes an.

Petersburg, 22. Februar. Der Rcichörath soll der Mosk. Zl. zufolge, den Gesetzentwurf wegen Legalisirung der Ehen zwifchcn altgläubigen Sectircrn gebilligt haben. Dadurch würde den Sectirern, »elche das Institut der Ehe anerkennen, das Recht gewährt, die vollzogenen oder vollziehenden Ehen dem­nächst aber auch die in denselben erzeugten Kinder bei der Polizei anzumeldcn, von welcher besondere Verzeichnisse hierüber zu führen sind. Die in diese Verzeichnisse eingetragenen Ehen können nur von einer Gerichtsbehörde in allgemeiner Grundlage geschieden werden. — Wie der Petersburger Correspvndent der »Russische« Zeitung" meldet, würde zum Geburtslage des Kaiser« von Rußland am 17. April nicht nur der deutsche Kaiser, sondern auch der Kaiser von Desterreich nach St. Petersburg kommen.

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Marburg, 26. Febr. In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses wurde ohne weitere DiScujsion btt Betrag für das G e s a m m t C o n s i st o r i u m in einer - Kassel bewilligt. Seit'dem Jahre 1867 ist diese Angelegenheit im Gange und hat die verschiedensten Stadien durchlaufen. Eine Allerhöchste Verordnung bestimmte bekanntlich ursprünglich den Sitz dieser Be­

hörde in Marburg. In der gestrigen Sitzung er klärte vor der Beschlußfassung der Herr Cultus- »inister ausdrücklich, daß der Entwickelung der Syno batverfassung in Hessen in keiner Weise dadurch prä judicirt, dieselbe vielmehr hier ebenso gefördert werden jelle, wie in den alten Provinzen.

Bim Landtage.

Berlin, 25. Februar.

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Bei der heutigen Fortsetzung der Berathung des 6tat8 deS Kultusministeriums, speziell der für den ^berkirchenrath auSgeworsenen Positionen nahmen «ur die Abgeordneten Dr. Glafer und Dr. Virchow bas Wort, der Erstere um .für, der Letztere um gtgen die Bewilligung der Gelder zu sprechen; das Haus genehmigte schließlich mit sehr großer Majori 15t die im Etat geforderten Summen, hauptsächlich ton dem Gesichtspunkte ausgehend, daß der Plan auf

cl8t,i Einführung der Synodalversassung in Vorbereitung

fei; nur die Fortschrittspartei stimmte gegen die Ve-j willigung. Bei dem Kapitel 116 des Etats, betref­fend die evangelischen Konsistorien, werden die Titel 1—8 ohne Debatte bewilligt, zu Titel 8, betreffend die Konsistorien von Schleswig-Holstein und Hessen Nassau, beantragt die Kommission, diesen einen Titel in sieben gesonderte zu zerlegen, der Abgeordnete Miquel alS Berichterstatter befürwortete dies unter Hinweis darauf, daß dies nur eine Frage der Orga­nisation der Behörden und nicht der Kirche sei. — Cultusminister vr. Falk: Ich habe nur die Ver­pflichtung, das Thatsächlichste, was der Herr Re ferent Ihnen vorgetragen hat, zu bestätigen. Es handelt sich hierbei um keine Aeuderung in den Kom petenzen der Konsistorien, sondern lediglich um eine Zusammenraffung der Kräfte aus denjenigen Grün­den, die der Herr Referent hervorgehoben hat. Ich bin dringend von allen Seiten, insbesondere zu­letzt noch von den Superintendenten berx Provinz Hessen gebeten worden, wenn nicht weitere Schritte geschehen, so doch zu diesem Schritt zunächst die Zustimmung des Hohen Hauses durch Erlangung der erforderlichen Bewilligung zu erzielen. Ich kon- statire, daß damit der weiteren Entwickelung der Dinge in keiner Weise präjudizirt ist. Es liegt zu­nächst in der Kompetenz der jetzigen Konsistorien mancher Mangel vor, der seine Beseitigung dringend erfordern wird, und deshalb die Abgrenzung der Kompetenzen gegenüber den rein weltlichen Gewalten die Zustimmung des Hohen Hauses, wie früher schon geschehen ist, finden muß. Die Frage der Synodal Verfassung ist auch in keiner Weise präjudizirt. Daß die Synodal Verfassung in Hessen ebenso weiter ent- wickelt werden muß, wie dieß meinerseits für die alten Provinzen unter allseitiger Anerkennung in Aussicht genommen ist, das darf ich hier noch von Neuem konstatiren. — Die übrigen Titel werden ohne De batte nach den Vorschlägen der Kommission genehmigt. — Kapitel 117. Evangelische Geistliche und Kirchen — 398,901 Thaler wird auf den Vorschlag des Abgeordneten Miquel in der Diskussion vereinigt mit Kapitel 120 Katholische Geistliche und Kirchen — 449,677 Thlr. Derselbe weist gleichzeitig auf die schwierigen staatsrechtlichen Fragen hin, die diese Kapitel bieten, durch eine einfache Bewilligung weide der Oberrechnungskammer jede Komrole ü£er die Verwendung der Gelder entzogen. In einer der Kommission zugestellten Denkschrift stelle die königl. Staatsregierung diese Summe als eine Gesammt- botation der Kirche hin; biejem sei nun entgegeiige- l'tcUt, daß eS ja eigentsich eine selbststäncige evangelische Kirche gar nicht gebe, eine Theilung berfelben ober nach alten und neuen Provinzen sei ganz unzulässig. Am besten sei eS, wenn der Status quo ante bestehen bleibe. In der Debatte, wurden von Seiten des Abg. Richter (Hagen) gegen die Disposition der Beträge Bedenken erhoben. Die Abg. Hahn und Glaser vertheidiglen die Positiotien, auch der Geh. Ober-Regierungsrath Lucanus bat, die Richter'schen Anträge auf Speziali- siiung und Vorlegung der RechtStiiel der betreffenden Fonds, sowie auf Beschränkung in der Disposition über jene Gelder, abzulehnen. Dieselben wurden schließlich mit bedeutender Majorität verworfen. Es folgt Kap. 118 (Listhttmrr und die zu denselben ge hörenden Institute 408,980 Thlr.). Abg. Miquel: Es ist die Frage der Dotativir des Bischofs von Ermland in der Kommission aufg.worfen worden; die Kommis fron glaubt, daß sich das Haus einer eingehenden Be rathung und Entscheidung der sich daran schließenden Frage enischlagen könne, weil durch die Einbringung der neuen Kirchengesetze die Lage der Dinge sich völlig verändert hat, weil eine Entsweidung im Rechtswege hierüber bevorsteht, uns weil die Regi.rung selbst die Bewilligung der Summe fordert. Aus diesen Gründen beantragt die Kommission die Gewährung der Summen, damit wir womöglich ekne Debatte vermeiden, wo die Geister wieder auf einander platzen und wir nicht Dinge heranziehen, die wir nicht heranzuz-.ehen brauchen. Darauf wird Kap. 118 mit großer Majorität genehmigt, ebenso Kap. 119—122. - Zu Kapitel 123 (Uniceifi täten 1,259,649 Thaler) und 126 (Kunst und Wissen schäft 542.624 Thaler) beantragt die Budget Commis lion außer einigen mehr redaktionellen Anträgen folgende Resolutionen: Das Haus der Abgeordneten wolle be schließen: 1. die königliebe Staatsregierung aufzufor- dern: für den nächstjährigen Etat eine anoerwOiige Regulirung der Gehälter der wissenschaftlichen Beam ten (Assistenten) an den Universitäten uno Museen, sowie der königlichen Bibliothek eintreten zu lassen 2. Die königliche Staatöregiernng wiederholt auizn fordern: einen Gesetzentwurf einzubringen, welcher die Aushebung der akademischen Gerichtsbarkeit ausspricht. — Abg. Dr Virchow (Referent): Ich habe zur Motivir ung des zweiten Theitts biefer Resolution da­raus ausmerkiam zu machen, daß im vorigen Jahre von dem jetzt angestrebten Beschtuffe nur deshalb Ab­

stand genommen worden ist, weil diese Angelegenheit bei der deutschen Reichsgesetzgebung erledigt werden sollte. Da diese aber auf sich warten läßt, so hat die Budgetcommission die Sache wieder in die Hand genommen; denn es ist unerträglich, daß, während zwei Universitäten (Kiel und Göttingen) die akade­mische Gerichtsbarkeit nicht üben, die andern sie behal­ten ; und es ist, da die süddeutschen Universitäten diese Gerichtsbarkeit schon größientheils aufgehoben haben, endlich Zeit, daß wir uns diesem Fortschritte anschließen. Nach Bewilligung der einzelnen Titel wird die erste Resolution genehmigt. Bei der zweiten Resolution, die Aufhebung der akademischen Gerichtsbarkeit betr., muß namentlich abgestimmt werden,-.da das Bureau sich nicht einigen kann; mit 154 gegen 123 Stimmen wird diese Resolution angenommen. Es folgt Kap. 124: Gymnasien und Realschulen 1,008,055 Thlr. Hierbei brachte der Abg. Kantak das Thema der pol- iiischen Sprache vor und suchte einige Daten in der letzten Rede des Cnltnsministers über diesen Gegen stand zu bemängeln. Der Herr Cultusminister ver- theidigte das Ptiucip, daß da, wo deutsch gesprochen, auch der Unterricht in deutscher Sprache ertheilt werde; etwas Anderes habe er mit seinen Erlassen nicht ge­wollt. Die Debatte über den Etat wurde hierauf wiederum vertagt. Nächste Sitzung Mittwoch. Auf der Tagesordnung stehen: 1) Rest der heutigen Tages­ordnung und 2) Petitionen.

Der Entwurf des Etatsgesetzes für 1873 ist von der Budgetcommission jetzt definitiv festgestellt worden. Einnahmen und Ausgaben balanciren darin mit 210,038,467 Thalern, von denen 186,588,237 Thaler für iortdauerde und 23.450,230 Thlr für einmalige und außerordentliche Ausgaben ausgeworfe» sind.

Vermischtes.

— In Stuttgart starb am 25. Frebruar Dr. Adolph Bacmeister, früher Redacteur der „Allg. Ztg."

— (Falsches Braunschweiger Papiergeld.) Eine Bekanntmachung des Braunschweigischen Finanzkolle­giums warnt das Publikum vor der Annahme falscher, in letzter Zeit zum Vorschein gekommener Braunschweigischer Zehnthalerscheine. Falsificate sind besonders am Fehlen der Wasserzeichen, am Schiefstehen der Nummern und daran zu erkennen, daß hinter dem Ortsnamen das Komma fehlt.

— Ein französischer Chemiker will ein ganz neues Brauversahren entdeckt haben und hat ein Patent auf seine Erfindung genommen. Die neue Art, Bier zu - brauen, schreiben die Fr. Bl-, besteht hauptsächlich darin, daß die Gahrnng ohne allen Zutritt der Luft vollzogen wird. Ge- nannier Chemiker nennt das von ihm erzeugte Bier, das alle Stoffe enthalten soll, welche Malz und Hopfen abgeben tonnen, frei von Nebengeschmack und klar wie die Sonne sein soll, „Nachebier", weil es dem deutschen uralten Brau­verfahren den Gnadenstoß geben soll.

Telegraphische Depeschen -er Ober- hessischen Zeitung.

Wien, 25. Febr. Von einer, nach Angabe eines nordischen Blattes bevorstehenden Reise des Kaisers Franz Joseph »ach Petersburg ist hier nichts bekannt.

Bern, 25. Febr. Von der Solothurner Negie­rung wurden zwei Auszugsbataillone und eine Scharf­schützen-Compagnie auf Piquct gestellt.

Loudon, 25. Febr. Jii der UnterhauSsttzung erklärte der Ober Secretär für Jrla d, Marquis von Hartington aus eine Anfrage Henry's, daß die weitere Verfolgung der Untersuchung wegen der Wahlen cor. Galvy aufgegeben sei, da nach der Ansicht der consultirendcu Juristen ein Verbiet für die Schuld oer Angeklagten nicht zu erlangen fein werde.

Washington, 24. Februar. Der Bericht des Justizausichuffes deS Rept äsei tantenhauseS hat sich dahin ausgesprochen, daß eS an einem kompetenten Gerichtshöfe ermangele, um eine Anklage gegen den Bicepräsikenten Schuyler Colfax weg-n seines Verhal­tens in der Angelegenheit des Credit mobilter zu er- möglicheti. Eine Botschaft des Präsidenten Grant an de» Congreß fordert denselben in dringbchster Weise auf. das Gesetz über die Fischereioerhältnisse in Canada anzunehmen, um neuen Differenzen mit England vor zubeugen.

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Telegraphische CourS - und Marktberichte.

Frankfurt a. M-, 26 Februar. lSrbiuß der Börse). Staatsbahn - Actien 356|, Elisabetb 263fr. Galizier 246fr, Lombarden 203fr, Rordwestbahn 233fr Credi t actien 365fr, Silberrente 68, Papierrente —, 1860r Loose 97fr, Natioum- ban: 1064, Spanier 23fr, I882r Amerikaner—, Darmstädter Bank —, Effectenbank —, Gekündigte Amerikaner —.

Berlin, 26 Febr. (Anfangscourse). UreMtactien 209, Staatsbahn 203fr. Lombarden 116fr, Arnerik. 97.

SB icn, 26 Febr. (Anfangscoitrtei- Creditactien339.80, Lombarden 190 50. Napoleons 8.70

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