Einzelbild herunterladen
 

3Harßlirg, Dienstag, den 11. Februar.

Se- Ur SS.

1873

J Oberhessische ."icihtiifl

rch

'M

»i

ath,

ile*.

in.

V

KCl

>78

redete er sich immer tiefer in den ZorneSeifer und als er die Werkstätte wieder betrat, da die Geselle» sofort, daß sic ihm heute nicht Weg treten dürsten, wenn nicht über ihrem Haupte daS drohende Gewitter sich entladen

!

t

ille sen )rt sen

Nr

275

ers

274

So hivein wußten n den eigenen sollte.

tze, 10 ß. ne- Vh rei rett tzen hr

riet BeachtmSwertheö enthält, da das hochcouservativ, Blatt trotz seiner Äffectaiion mit "der Gegnerschaft gegen dir Kreisordnung, der Opposition doch eine andere Wendung gibt, indem in die Hauptsa de ein geleitet wird, d. h. indem dieKreuzztg." erklärt, daß dir neue KreiSordnuug, soweit sie die Selbstverwal- tung wolle, auf coniervativer Grundlage beruhe und daß eS daher dringend geboten sei, daß die conservaiive Partei an der Ausführung der KrerSordnung theil- nehme. DieKreuzztg." bestätigt nun selbst die von dem Minister des Innern ausgesprochene Ansicht, daß auch die Gegner der Kreisorvnung, sobald dieselbe Gesetz sei, sich der Pflicht, dieses durchzuführen, nicht

entziehen würden, und eS kann daher die Kundgebung derKreuzztg." nur mit Genugthuung ausgenommen werden; die frühere Behauptung derKreuzzig." daß die neue Kreisordnung die gesammien communalen Verhältnisse in Verwirrung bringe und daß die Mo narchie in Gefahr sei, wird dadurch umgestoßen Zm preußischen Generalstabe wie in einzelnen Gar­nisonen besteht das sogenannte Kriegsipiel, welches ähnlich dem Schachspiel, von den Oifizieren gespielt wird und sich allgimein der Anerkennung erfreut, weil es viel zu der strategischen Ausbildung der Offiziere beiträgt. Nachdem dieses KriegSspiel in England und Rußland Nachahmung gefunden, ist dasselbe nun auch oem italienischen Oifiziercorp« zur Benutzung an- empfvhlen.

Nach derD. R. C ." Vflrfte sich die Cadres- sormation nach dem Entwürfe des ReichSmilitärgesetzes folgendermaßen gestalten: Auf Preußen und Die unter preußischer Verwaltung stehenden Contingente 358 Bataillone Infanterie und jäger, 365 EScadronS, 234 Batterien , 22 Fuß - Artillerie - Bataillone, 14 lZionier-Bataillone, 14 Trainbataillone. Auf Baiern 58 Infanterie und Jäger-Bataillone, 50 EScadronS, 34 Batterien, 4 Fuß-Artillerie Bataillone, 2 Pionier- Bataillone , 2 Train-Bataillone. Auf Sachsen 29 Infanterie- und Jäger-Bataillone, 30 EScadronS, 18 Batterien, 2 Fuß - Artillerie - Bataillone, 1 Train Bataillon. Auf Württemberg 24 Infanterie- und Jäger - Bataillone 20 EScadronS, 14 Batterien, 1 Fuß-Artillerie-Bataillon, 1 Pionier-Bataillon, 1 Train Bataillon. Zusammen also würde sich der gesammte Aclivbestand der Frierens Armee belaufen auf 469 Infanterie- uno Jäger - Bataillone, 465 EScadronS, 300 Batterien , 29 Fuß - Artillege- Bataillone , 18 Pionier-Bataillone und 18 Train-Bataillone. Die Infanterie - Bataillone bestehen aus 4 Compagnien, ote Infanterie - Regimenter aus 3 Bataillonen, mit Ausnahme eines einzigen, welches nur 2 Bataillo re hat. Die Cavallerie Regimenter haben 5 EScadronS, Mit Ausnahme einer Avtheilung deS zwölfien Armee- CorpS, welches nur 2 Batterien enthält, sind bei der Feld'Artillerie die Abtheilungen zur Hälfte mit 3, zur andern Hälfte mit 4 ÖJtterieu ausgerüstet Die Feld-Artillerie Regimenter haben zur größeren Hälfie 2, zur kleineren Hälfte 3 Abtheilungen. Die Zahl der reitenden Batterien beläuft sich auf 45. Die

Die Baurrnfäiger.

Novell« von Ewald August König.

t Fortsetzung.)

Und daS that er auch, er schalt recht wacker auf Ht thönchten verblendeten Evastöchter, dir Alle» besser Kissen wollten und von den fadesten Schmeicheleien stch bethörrn ließen, die jeden Schein für echtes Gold nähmen und einem windbeuteligen Schwindler größeres Sentauen schenkten, al» einem schlichten ehrlichen Mann

t r»< pril xpe- 276

lUefl 277

er: keil.

373

verbrecherischen Vagabund heiralhen will?" fuhr der Küppermeister erbost auf.Da möchte ich doch lieber"

Seid ruhig, Meister", fiel ihm Hugo begütigend ins Wort,mit Eurem Toben und Rasen richtet Ihr nichts aus."

Das wollen wir sehen!"

Nein, Meister, man kann rasch eine Sache über's Knie brechen, über vergeßt nicht, daß auch ein Men fchenherz brechen kann. Und daS wollt Ihr doch nicht! Sagt Eurem Kinde, daß es nimmermehr an jenen Mann denken dürfe und Ihr werbet dadurch nur da» Gegentheil erreichen; je schroffer Ihr äufnetet, desto weiter entfernt Ihr Euch von dem Ziel."

Aber"

Wendet mir nicht» dagegen ein, als vernünftiger Mann müßt Ihr mir Recht geben."

So soll ich also Gottes Waffer über Gotte»Land lausen lassen?"

So lange Ihr dem Waffer kein anderes Bett anbieten könnt, ja, Ihr müßt es."

Der Küppermeister machte eine Geberde der Un geduld.

Ihr habt ja gestern Abend schon Euch den Korb geholt", sagte er,weshalb verschwiegt Ihr es mir?"

Der junge Mann senkte verlegen das Haupt, eine leichte Röche übergoß seine Wangen.

Weßhalb sollte ich Euch das Herz noch schwerer machen?" erwiederle er.Ich zürne deshalb Eurem Kinde nicht; sowie die Sachen jetzt liegen, konnte ich keine andere Antwort erwarten. Es gibt hier nur einen Weg, dem Mädchen die Augen zu öffnen, aus diesem Wege müssen wir wandern, auf ihn unsere ganze Hoffnung setzen. Daß Liebrecht nicht der ist, der er scheinen will, wiffen wir; daß er Gründe hat,

Deutsches «eich.

Berlin, 8. Febr. Die für gestern anberaumte Staat-ministerialsitzung ist aus heute vertagt worden, hi e» in dem Wunsche der Minister liegen mußte, btn gestrigen Verhandlungen im Abgeordnetenhause beiwohnen zu können. Was die Vorgänge in der Hitzung am Freitag anbelangt, so muß hierüber vom «bjertiven Standpunkt zu bestreiten sein, daß die Mil­cheilungen der L^okerswm Rede einen tiefen Eindruck gemacht haben, drff n sich auch Grat Rson nicht ent­gehen konnte, wie die« die kurze Rede deS Minister Präsidenten kundgab. Graf RoSn hat außerdem in berfchiedenen Unterhaltungen anerkannt, daß er von kn in der Rede Lasker's angeführten Thatsachen keine Kenntniß gehabt habe und er nur bedauern müsse, daß ihm diele bis dahin unbekannt geblieben seien, da er sonst jedenfalls ein anderes Versaht en eingeschlagen haben würde. Daß die gesammte Presse im Anschluß an die Rede Lasker'S volle Ausklärung über die frag liche Angelegenheit verlangt, ist eine sehr gerechte For betung, Deren sich die Staatsregierung nicht entziehen wird; denn dieselbe wird es für ihre Pflicht halten, nicht nur in Hinsicht auf die Würde der Regierung, sondern in Hinsicht auf das hohe StaatSinteresse, welche» hierbei in Frage steht, die Angelegenheit Wa gener strengsten» zu verfolgen. Was den Geheimenrach Wagener selbst anbetrifft, so ist derselbe noch immer durch sein Frostübel verhindert, das Zimmer zu ver lassen und eS wird daher nicht möglich sein, daß Herr Wagener die Vertretung de» Staatsministeriums bei Berathung dessen Etat übernimmt. DieKreuz Ztg." behandelt in einem Leitartikel die Stellung der conservariven Partei zur Kreisordnung, der immerhin

l. ar,

Fuß Artillerie - Regimenter enthalten je 2 Artillerie- Bataillone. Die Pionier-Bataillone, von denen je ein» bei jedem Armee CorpS vo> Händen ist, b.stchen aus 4 Compagnien (die baieriichen aus je 3 Com­pagnien) Je 3 bis 4 Pionier Bataillone geböten zu einer Pionier - Inspektion. Die 18 Train-Bataillone h rben mit Ausnahme von 3, welche je 3 Compagnien haben, je 2 Compagnien. Bei der Infanterie und Feld-Artillerie bilden 2, bei der Cavallerie 3 Regi­menter eine Brigade. Die 11. Feld-Artillerie Brigade, oer die großherzoglich hessische Feld - Artillerie zuge- theilt ist, enthalt 3 Feld - Artillerie - Regimenter. Die Divisionen setzen sich in der R gel auS 2 Jnfanterie- und 1 Cavallerie - Brigade zusammen, nur bei dem Gardecorps und sächstichen ArmeecorpS werden die Formirungen besonderer Cavallerie - Divisionen noch beibehalten, so daß diese ArmetcorpS, wie auch das 11. ArmeecorpS, bei dem das großherzoglich hessische Kontingent die dritte Division bildet, au» 3 Dwisio- nen bestehen. Alle übrigen Armeecoips setzen sich in der , Friedensstärke aus zwei Divisionen zusammen. Außer diesen Lruppentheilen gehören noch zu der Friedensarmee: Das Eisenbahn - Bataillon und die daierische Eisenbahn-Compagnie, die Landwehr-BezirkS- Commandos. Die SanilätS- und Garnison-Compagnien in Baiern, die Mannschaften bet UnierofficierS chulen, deS Lehr Bataillons, der Schießschulen, der Reitinsti- lute, der Oberfeuerwerksschule, die gabelten - CorpS und andere Militär-Erziehungs- unb Bildungsan­stalten rc.

Darmstadt, 8. Febr. Hente wurden den Stän­den durch bas Ministerium des Innern ein Geietz- entwurs über die innere Verwaltung unb Vertretung Der Kreise uhd Previnzen, eine Siädteorbnung und eine Lanbgemeindeorbnung vorgelegt.

Konstanz, 9. Febr In einer gestern Abend stattgehaoten äußerst zahlreichen Vorversammlung hielten Michelis unv Friedrich mit stürmiichem Beifall aufgenommene Borträge. Die hiesige Geistlichkeit ver­breitet Flugblätter, worin von Der BecheFigung an Den Versammlungen und Der Abstimmung abge- rathen wird.

Stuttgart, 8. Februar. Abgeordnetenkammer. Der Gesetzenlwurf über die Bestreitung DeS Aufwand» für die außerordentlichen Militärbedürfiiiffe wird an eine besondere Commission von 15 Mitgliedern über« die Polizei zu fürchten, ist uns nun auch bekannt. Jetzt muß unser ganzes Streben dahin gerichtet sein, ihn zu entlarven, Eurem Kinde über ihn die Augen zu öffnen unb so ein Verhättmß zu lösen, welche» durch Gewalt nicht gebrochen werden kann. DaS überlaßt mir, in Gemeinfchaft mit Eurem Sohne werde ich's übernehmen und so Gott will, auch zu Ende sühren. Ich will über Helene wachen uno sie der Gewalt dieses Burschen entreißen.

Wird es Euch gelingen?" fragte der Küpper- meister ziveifelnd.

Ich hoffe eS. Seht, wenn Liebrecht der Mann wäre, von dem man mit Sicherheit glauben Dürfte, daß et Helene glücklich machen werde, dann träte ich gern zurück, Denn meine Liebe ist nicht eigennützig, sie kann das schwerste Opfer bringen. Aber nachdem ich die Gewißheit erhalten habe, daß dieser Mann

Und wenn er ein ehrlicher Kerl wäre, ich möchte dennoch den windbeutligen Faullenzer nicht meinen Schwiegersohn nennen," fiel Peier Schiffer ihm in» Wort,ich habe für diese Sorte nichts übrig. Lack­stiesel uno Glacehandschuhe sinD mir verhaßt, ich meine, es fei vernünftiger, wenn man an den Fußen RindS- leder und an Den HänDen da» eigene Fell trägt. Wie wollt Ihr ihn entlarven?"

DaS weiß ich selbst noch nicht, ich spreche nach­her mit Franz darüber."

Herrgott, wenn es Euch gelänge!"

Meister, für mich hätte ich dadurch nicht» ge­wonnen, ich weiß es voran». Helene würde mir ba» nimmer verzeihen. Aber ihr Glück liegt mir näher als mein eigenes, und fo will ich denn meine ganze Kraft daran fetzen, diese Ausgabe zu lösen."

Peter Schiffer wachte eine Bewegung, die starke

Auch Hugo bemerkte die gewitterschwangeren Wolken der Stirn feine« Meister», er ahnte, was im Fa- ilienymmer vorgesallen war.

Fragen mochte er nicht und e» war auch unnöthig, wer Schiffer fühlte zu sehr den Drang, seinen Aergcr Ingrimm anStoben zu laffeh, al» daß er einer wnunterung dazu bedurft hätte.

Ihr habt Recht gehabt", faßte er,der Wind- bttllel sitzt einstweilen noch zu fest, al» daß ihr ihn ^drängen könnt. Aber Geduld, nach dieser Zeit '»intnt eine andere und wenn'« bei mir nicht beugen dann muß e» brechen." Hugo schüttelte miß- ^igenD Den Kopf, er ließ den Schlägel ruhen und 'lickte seinen Meister mit ernster Beiorgniß an.

Zum Brechen wird'» nicht kommen", erroieberte und ich möchte daS auch nicht wünschen. Wenn Hrlene nicht ander« will, wie könnt Ihr sie zwingen?"

Himmel alle Welt, soll ich denn dazu schweigen, Helme einen Schwindler, einen Betrüger, einen

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckereil bezogen 82) @gr., durch die Postämter 87 Str. (excl. Bestellgebühr und incl- Stempelsteuer), für daS Ausland exel. Stempel 88 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Sämmtliche Annoncen-BüreauS nehmen Inserate an.