Marburg) Dienstag, den 21. Januar.
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1873
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müssen, aber ein besonderes Reichsschulfest an einem
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stand, und der Hauptmann fühlte sich wenn er nicht eine Batterie von Flaschen Couvert bemerkte.
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hat sich deßwegen durch seinen, der hiesigen Gesandt schäft als Legationö - Secretär attachirten Sohn ent*
soll; ferner um die Lehr- und Lernbücher, um Ausstattung der Schulzimmer, Beschaffung der Lehrmittel, die Tabellen und Listen, welche die Lehrer zu führen haben u. s. w. Die Bestimmungen sollen bekanntlich schon mit dem nächsten Sommerhalbjahr zur Durchführung gelangen.
— Das Krönungs- und Ordensfest ist glänzend verlaufen; cs waren 800 Personen anwesend, darunter die Minister, die Generalität, alle Hofchargen, das diplomatische Corpö, der Kaiser, die Kaiserin, der Prinz und die Prinzessinnen Karl, der Prinz Friedrich Karl, die Prinzessiinnen Elisabeth und Marie, Albrecht u. s to. Der Kaiser brachte einen Toast auf die neuen Ritter aus. — Fürst Bismarck, aus dem Lauen- burgischen noch nicht zurückgekehrt, hat sich wegen seines Fehlens bei dem heutigen Ordensfest entschuldigt.
— Die Angabe einiger Blätter, daß dem nächsten Reichstage vorzulegende Münzgesetz werde die Prägung von Dreimarkstücken zum Werthe von einem Thaler enthalten, wird von unterrichteten Personen entschieden bestritten. — Heber den Auswanderungsvertrag mit Amerika hört man, dersiibe werde in Washington verhandelt und habe noch Zwischenstadren zu durchlaufen. Der von anderer Seite gemeldete Umstand, der Vertrag solle dem nächsten Reichstage zugehen, wird von dem Deutschen Wochenbl. bezweifelt. — Die centralasiatische Frage ist, ihrer Natur nach, mehr noch als die orientalische für verwickelte und wiederspruchsvolle Lesarten geeignet. Auch läßt sich damit vorkommenden Falles in der Presse aus anderen, von Ccntralasien ziemlich fernabliegenden Gründen, bald -gegen Rußland, bald gegen England operiren. In der englischen Presse werden wohl noch manche Leitartikel, thcils zorniger theilö sanfter Natur, darüber erscheinen. Schließlich wird aber nichts daraus ent stehen, und die Zeitungen werden sich so gut beruhigen, wie es die Regierungen thun. — Von dem belgischen Gesandten, Baron Nothomb, ist heute hiev ein Brief aus Bi-kra in Afrika, der Oasis am Eingang der großen Wüste, eingetroffen. Der Gesandte hatte die interessantesten Puncte des französischen Algeriens be sucht, war durchweg vom schönsten Wetter begünstigt nnd hoffte, gegen Ende des Monats wieder hier ein zutrcffen. Baron Nothomb wird der ersten Hofcour so wie dem Ordensfeste nicht beiwohnen können und
die Initiative am Besten vom Reichstage ausgehen. — Inzwischen werden eben jetzt in Preußen durch die zuständigen Behörden die erforderlichen Vorbereitungen zur Ein- und Ausführung der an die Stelle der Regulative tretenden allgemeinen, das Volksschulwesen betreffenden Bestimmungen getroffen. Es handelt sich dabei um den Lehrplan und die Festhaltung
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Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.
»Inwiefern?"
»Er scheint nicht gern zu sehen, daß ich mich so an den Major anschließe."
»Beobachten Sie ihn heute Abend. Wie steht's Ihrer Kasse?"
»Ebbei"
»Morgen früh erhalten Sie fünfzig Louisd'or. Eie werden dafür einen Wechsel unterzeichnen "
Liebrecht blickte fragend seinen Begleiter an.
. »Ich setze voraus, daß Sie die Kunst, eine Hand- Wft täuschend zu copircn, verstehen."
»Ah — gefälschte — "
»Lieber Freund, ich liebe es nicht, wenn Bedenken ® diesem Tone geäußert wrden. Unsere Wechsel sind sehr soliden Geschäftsfirmen gezogen und von minder soliden Firmen acceptirt, wir discontircn
Deutsches Reich.
Berlin, 18. Jan. Das heute wiederkehrcnde altpreußische Königsfest, das 1871 zugleich zum Geburtstage des dcutfchen Reiches wurde, wird heute von unserem allverehrtcn Kaiser und König in erfreulicher Gesundheit gefeiert werden, was demselben bekanntlich im vorigen Jahre nicht vergönnt war. Die „Nordd. Allg. Ztg.". betont an der Spitze ihres heutigen Blattes die „doppelte Weihe" des Tages, kraft welcher das Fest „fortan Zeugniß ablegt von der Unzertrcnnlichkeit und Innigkeit des Bandes, das Preußen und Deutschlands Geschick vereint." „Die großen Hoffnungen, denen die Thronrede vom 24. Febr. 1867 Ausdruck gegeben, der 18. Jan. 1871 bot sic dem deutschen Volke als reife Frucht des rastlosen Strebens seiner Männer, der todesmuthigen Hingebung seiner Söhne, der Selbstverleugnung seiner Fürsten bar." Möchte dieses Kaiscr-Krönungsfcst, dieser Reichsgeburtstag, schon das nächste Jahr als Reichsfest, vor Allem als Reichsschulfest, in ganz Deutschland
Frau v. Barnitz trank nur Rothwein weißen Römern, Hermine aß am liebsten eigenen silbernen Besteck.
Auf alle diese Wünsche mußte der biedere Herr
Dir Bauernfänger.
Novelle von Ewald August König.
(Fortsetzung.)
„Sie haben jetzt Ihre Aufgabe gelöst", sagte er "ach einer Weile, „es wird mir lieb sein, wenn Sie sich allmälig zurückziehen."
»Das wird nicht wohl angehen", erwiedcrte Lieb- «cht, „die Versprechungen, welche ich ihm gemacht Me, fesseln mich an ihn, so rasch entläßt er mich nicht."
»Nun, ich sage auch nicht, daß es augenblicklich geschehen soll, ich will Sie nur darauf aufmerksam wachen, daß Sie mir forran die erste Rolle überlassen müssen. Wie gefällt Ihnen der Lieutenant von Warudorfi?"
„Schlecht."
haarfcharfeö Messer, der Fähnrich sah es gern, wenn das mit Weißbrod gefüllte Körbchen in seiner Nähe nicht wohl,
sie an der Bank ober bei einem Bankier; wer schließ lich herausfindct, daß sie werthloS sind, ist uns gleichgültig."
„Ich verstehe."
„Sie werden eine Liste mit vielen Namenszügen erhalten, suchen Sie die Unterschriften heraus, welche ihnen am leichtesten zu copiren scheinen; morgen Abend werden Sie mir den Wechsel überliefern."
„Es ist gut."
„Ferner erhalten Sie in den nächsten Tagen ei Packet Banknoten, welche Sie binnen vierzehn ™ umwechseln werden. Der vierte Theil beS.^traSe8 gehört Ihnen. <
Liebrccht schien mit diesem Anftvvkeineswegs etn- verstanden zu sein, aber der B^" fdjnitt seine Bedenken und Einwendungen durch die Bemerkung, daß jedes Mitglied de-Gesellschaft den Posten aus- füllcn müsse, auf cS gestellt werde.
Darauf JKegc» die beiden Herren in einen Wagen, iu> zu der Wohnung des Majors v. Barnitz jU sichren.
Der Major war durch seine Gattin veranlaßt worden, diese Herren einzuladen.
Frau v. Barnitz hatte ihn darauf aufmerksam gemacht, daß der Baron v. Meukstern in allen höheren Kreisen ein oft und gern gesehener Gast fei, und man die jetzt sich bietende Gelegenheit benutzen müsse, mit diesem Edelmann in einen näheren Verkehr zu treten.
Sie hatte sich ferner sehr lobend über den Frei- Herrn v. Wittgenstein geäußert und es ihrem Gatten zur dringenden Pflicht gemacht, in ein vertrauliches
itttq Tage „von Fels zum Meere" würde sehr dazu passen und könnte nur förderlich wirken. Der kleine Bundesstaat Lübeck hat schon für dieses Jahr ein solches Rcichs-Geburtsfest für seine Schulen auf den heutigen Tag angeordnet. Eine allgemeine Verordnung kann natürlich nur vom Reiche erfolgen — und dazu würde
Polnifch-Lifsa, 18. Jan. Bei der heutigen Reichtagswahl wurde der deutsche Candidat, Appella- tionS-Gerichiscath v. Puttkammer zu Colmar, mit 4535 Stimmen gewählt gegen den Grafen Mielczynski, welcher 2997 Stimmen erhielt.
Dresden, 19. Jan. Die zweite Kammer hat bei der heute fortgesetzten Berathung des Volksschulgesetzes unter Ablehnung der entgegenstehenden Be- fHüffe der ersten Kammer, die von ihr gefaßten Be-' schlösse aufrecht erhalten. Nach Schluß der Berathung richtete der Abgeordnete Professor Biedermann die Anfrage an die Regierung, ob sie das Gesetz, trotz der einander gegenüberstehenden Beschlüsse, und obschon es an der erforderlichen Zweidrittelmajorität fehle, zu publiciren gedenke. Auf die Entgegnung des Cultus- ministers, daß die Verfassung den hier einzuschlagenden Weg genau vorzeichne, erwiderte Professor Bieder mann, daß er es für konstitutionell correct halte, das Gesetz zurückzuziehen ober bie Kammer aufzulösen, und küubigte für ben ersten Fall die sofortige Einbringung eines Nothgesetzcs an.
Stuttgart, 18. Jan. Die zweite Kammer beendigte heute die Berathung des Einführungsgesetz- entwurfS zum Reichsgesctze über den Unterstützungswohnsitz und nahm die Gesetzvorlage über Todeserklärung der seit dem Kriege 1870—71 vermißten Militärpersonen an. .
München, 18. Jan. Durch Erkcnntniß des hiesigen Appellationsgerichtes sind wegen Preßvergehen — Beleidigung des Staatsanwaltes Stubenrauch — vor das Schwurgericht verwiesen worden: Pfarrer Mahr von Ebermannstadt, Landtagsabgeordneter, der flüchtige Redactcur des mit dcm 31. Decembcr cinge- gangenen „Volksboten", C. Zander und der Redacteur des eingegangenen „Münchener Tagblattes", (welches bekanntlich Eigenthum der Dachauer Bankinhaberin Adele Spitzeber war), Dr. Faist.
Metz, 15. Jan. Von der deutschen Occupations- armee verlautet im Ganzen wenig in der Presse, und es gehört eben kein tiefes politisches Urtheil dazu, um auch aus diesem Umstande zu schließen, daß sie ihre Ausgabe musterhaft erfüllt. Weder die Meisterschaft der Führung, welche die Welt während des Krieges bewundert hat, noch die Tadellosigkeit d Disciplin, die eine Errungenschaft unserer @ei< „ bildung ist, hat sich verleugnet in der Aufgabe, bei dem nunmehr saft zweijä^^." tragen unserer siegreichen Fahnen in£?n Berhältniß zu diesen beiden ?u ches durch die Einladung - etnet @0,ree W angeknüpft werden könn^. ..... . a , .. .
Nun batte der ',e $err ^bst cm Interesse daran den Freihe^ Wittgenstein enger an sich zu feifein der i<«llcn Wappen wegen, die ihm von diesem für seine Sammlung in Aussicht gestellt waren.
y^angS beabsichtigte er, nur für die Herren ein s.Npcr zu geben, Frau v. Barnitz aber setzte es urch, daß sie und Hermine an demselben thcilnchmen durften.
Der Major entfaltete am Nachmittage dieses Tages seine ganze Thätigkeit, er überwachte in eigener Person die Küche, den Keller und die Tafel.
Christine mußte den Braten genau nach seinem Rezept zubereiten, die Mischung des Salats behielt er sich selbst vor.
Es war wahrlich keine kleine Arbeit, die Tafel zu arrangiren, und dabei auf die Bequemlichkeit und die befondcren Wünsche eines jeden GastcS Rücksicht zu nehmen; der Oberst trank den Wein am liebsten aus einem Wasserglase, der Premierlieutenant liebte ein
* gefeiert werden. Ob cs gelingt, ob es nach unserer lliö deutschen Volksart naturwüchsig wäre, ein gesetzliches Reichsfest als allgemeines Volksfest, ähnlich dem
Unionöfcste der Vereinigten Staaten Nordamerika's, radfl zu schaffen, ist wohl zweifelhaft; aber ein gebotenes
Reichs-Schulfest sollte das zur Einheit wiedergeborene Vaterland erhalten. Die negativen Maßregeln, die Abwehr jesuitischer Anschwärzung des deutschen Vaterlandes aus den öffentlichen Schulen genügt nicht; die Vaterlandsliebe fordert zugleich positive Pflege.
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des Grundsatzes, daß jede Schule, auch die einklassige, , , , in drei Abteilungen oder Lehrstufen gegliedert werden j schuldigen lassen.
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Bu«t Freilich wird ein vaterländischer Geist das ganze Jahr