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1873

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der ÄüpperuMfter, win seinem Keller liegen sehr seine Änrt<»n u ";' •' -■ '** -• I

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der Küppermeister lichelte, erleichtert auf­währen v Franz finster vor sich hinblickte, haben eine Stelle gefunden?" fragte Peter

helfen. Nun ist allerdings der Major v. Barnitz ein vermögender Mann und er könnte gewiß für seine Tochter, sein einziges Kind, die Caution deponiren; aber eS scheint, daß er keine Lust dazu hat."

„Der Major von Barnitz Hal Geld," bestätigte

i|t häufig bei MajorS eingeladen."

„Nun, wenn es jo weit gekommen ist, hat er doch wahrlich kune Ursache, schwermnihig zu sein", meinte die Mutter,, „der Major begünstigt ihn ja offenbar."

„So hat's den Anschein, aber ich glaube, der Schun trügt. Mein Hauptmann machte mich vor einigen Lagen darauf aufmerksam, er schüttete ganz bedenklich das Haupt und meinte, wenn sich das nicht ba.d ändere, jo werde eS ein schlimmes Ende nehmen "

Der Küppermeister warf einen verstohlenen Blick auf seine Tochter, ihre bleichen Wangen gaben ihm einen Stich in'S H rz.

„Na — uns kann'« ziemlich gleichgültig fein", fuhr der Felowebel, einen heiteren Ton anschlagend,

lächelte, erwartet.

Auch athmend, „Sie Schifier.

„Endlich ist rt mir gelungen!" sagte Liebrecht triumphirend. „Morgen früh reise ich ab.*

Helene blickte ihn betroffen an, der Feldwebel behaglich das duftige Naß, Frau Lherese als ob sie sagen wolle, ste habe das schon

vitrt nid,

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„Ja, ich muß sie sofort antreten*'

„Dem stehl nicht« im Wege. Erlauben Sie, Herr

Feldwebel Kniffier, Herr Eonrad Liebrecht."

„Landwehr-Lieutenant", fügte Liebrecht, sitz in die

Brust werfend, hinzu. 'M D ? j>i

„Gratulire", sagte der Feldwebel trocken. '

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aber er hat kein Vermögen, und wiffen Sie, wenst die Herren Offiziere heirathen wollen, «Müssen sie Cgu- lion stellen." " • •'< u l

„Wofür das?" fragte Helene. W*-'- J „Tamil die Sorge für die Hiitterblirbeueir trichk dem Staate allein zur Last fällt, wenn ein Offizier im Kriege bleibt. Zudem können die Subalternoffiziere von ihrem Sold die Kosten einer Haushaltung nicht bestreiten, da sollen also die Zinsen der Caution mit-

3?« Baucrusänger. . .

. - ZloyeHt von Ewald August König.. (Forlfetzung.)

™ „Es kann'» hoben, lassen Sie, mich sorgen. Er kommt m meine Compagnie, ich werde mit dem Herrn Hauptmann v. Ebetbach deshalb Rücksprache awhmeiü Na, und unser Premier Lientenant v. Warndorff will aus dem diesjährigen Recruten-Ersatz einen neuen E>«schen wählen, der bisherige ist teil den Reserven sb gegangen." . '■/ y,;

„Premier-Lieutenant tu Warndorff!" versetzte der Küppermeister, al« ob er in jeurem Gedächtniß nach forschen wolle, ob er diesem- Herrn nicht früher schon hrgegnet sei. . '

„Wiffen Sie, bann gehe ich einmal zu ihm, ich habe eine# ausgezeichneten Hochheimer im Keller."

„Mohrenelemem, Herr, dadurch würden Sie Alles derber ben!"

»Hm, ich denke mir, bet Herr Lieutenant trinkt gern ein Glas Wein."

,Ja, aber von Ihnen wird er'« nicht annehmen. llck>ert«ff,n Sie es mir, ich werde ihn auf Ihren ^bhn aufmerksam matten und ihn empfehlen. Der H-rr Lieutenant ist seit einiger Zeit schwermüthig, ’M« spricht von einer unglücklichen Liebe."

»Der arme Herr!" sagle Frau Therese gefühlvoll „Sie will ihn nicht?" fragte der Küppermeister. Der Feldwebel zuckte geheimnißvoll die Achseln UR* stieß die Asche von seiner Cigarre.

„Da« weiß man so recht nicht," sagte er , „er ” »in schmucker Herr und ein tüchtiger Offizier,

ialle Mittel, welche die Berfasiung der Monarchie dir die Händ gebe, zu sichern " ; ’&

Ueber das Westn und den Inhalt des Reform­gesetzes' bis ins Einzelnste, sowie über die unbedingte politische Nothwendigkeit der unverweilttn DurLf'üh- rung desselben herrschte im entscheidenden Moment innerhalb der Regierung vollkommenes Einverstandniß.

Auch in Betreff deS verfassungsmäßigen Mittels, der Verstärkung des Herrenhauses, war, wie der Mi­nister geltend macht, die gesgmmte Regierung gründ« läßliche einoerftanSetY: nur über die Art und Weis«, wie sie auszuführen fei, bestanden gewisse Meinungs­verschiedenheiten , welche jedeich gleichfalls zur Aus­gleichung gelangten. 1 0

Au« jenen ©rirterurrgen über die inneren Fragen ist, wie sich bei den neueirn gemeinsamen Arbeiten de« Staatsministeriums entschieden hetauSgesteUt hat, Nichts zurückgeblieben, wa« ein einmüthiges Wirken de« Staatsministeriums unter berft nunmehrigen Präsidinm beS- Grafen von Roon «lähmen oder beeinträchtigen könnte. ■ ■ >y-

Dieselbe erprobte Gemeinschaft deSStreben«. weicht den jetzigen preußischen Minister-Präsidenten mit dem Reichskanzler und auswärtigen Minister verbindet, be­steht zwischen ihm und dem bisherig«« Mimsterimil Bismarck und verbürgt die Einheit der politischen Ent­wickelung auch in den besonderen preußischen Angele- geiiheitcn. (Prov. Corr.) ;Sn,i-1

Der Feldwebel nickte beistimmend.

„Fräulein Hermiiie von Barnitz scheint unseren Premier sehr g.rn ^u sehen, sie reitet mit ihm uno ' ihrem Baier oft aus und Lieutenant v. Warndorff

ouf We vberhesfische Zei- 30VftVUIIH(Jl. II tun«, erstes Quartal 187$, werben von allen Poftauftatteu angenommen. Auf »«» Laube nehmen auch die Postboten Bestellungen an.

Die Politik deS Ministerium» Roon.

Der „Reichs - und Staat« - Anzeiger" Hal jüngst «ne Darlegung über dst Veränderung im Präsidiuip 6c« LtaalsminifteriumS und über die ierlhuuflicheu und widerspruchsvollen Auslegungen hyffelbey gerächt, Wiche mit jplgenden Sätzen schließt:

„Weit entfernt, daß c« sich hej ben getroffenen Entscheidungen tun irgend einen Widerstreit der Ein stusse und Wünsche gehandelt hätte, beruhen die Aller- höchsten Enlschiießungeii vor allem darauf, daß kein garerer Staatsmann in demselben Maße wie Gras hon Roon nach seiner bisherigeu Gesammtwirksamkeil uno nach seiner persönlichen Vertrauensstellung zu dem Fürsten von Bismarck die Gewahr nnd Bürgschaft baiür giebt, daß er unter eigenem und- unter eigener Verantwortung in Wahrheit me Politik des Reichskanzler« in Uebereinjlimmuug mit dessen Sinn uno Geist, in jeder Beziehung sortzusühren Willens und im Stande sei, daß er, mit dem Verzicht auf eine großartige selbständige Handhabung de« Steuer­ruders, doch freudig die volle Mitwirkung und Verantwortlichkeit für eine Politik übernehme, bereit höchste und folgenreichste Bechäiigung auf d-m Loden des gejammten Deuts neu Reiche« zu erfolgen hat, deren maßgebende Grundsätze iM Gesichtspunkte abei auch in der iunerea preußischen Enttp ckelung und dem gemäß in der Leitung des preußischen Staat« Mi ttzstertums zur Geltiftrg gelangen müssen.

Daß die« auch in Zukunft geschehe, das ist die Ausgabe, welche durch da« Vertrauen Sr. Maj.stät i» vollen Eiuverständnisse mit dem Fürsten von Bis- maitf dem Grasen von Rooit übertragen worden ist, und welche er in selbstloser Hingebung für den öffent­lichen Dienst in der Voraussetzung übernommen hat, bei ihrer Lösung von allen Denen unterstützt zu wer­den, denen de« Vaterlandes Heil und Größe wichtiger ist, als jede« persönliche Intereffe/

Au« der vorstehenden Heußerung sowohl, wie pus­hen Erklärungen, weiche der Minister des Innern Praj zu Enleuburg im Abgeordnetenhause gegtbrrt hat, geht umpid^rleglich heipoz, daß die Ausk-ärungen, welche an dieser Stelle über die BedeMng und die

Richtung der eingetretenen Deränderung gegeben wor­den sind, sachlich vollkommen richtig waren.

Der 'M,snister de« Innern hat entschieden hervor­gehoben, wie es sowohl ui den Absichten des Fürsten BiSmarck, wie in denen Sr. Majestät des König« g-legen habe, dttß. der Fürst mit dem preußischen'Mi­nisterium in so innigem Zusammenhänge meide, daß dasselbe nicht aujhört, ein ^Dliniftepiunt Bismarck zu sein, \ -v“ s

Daß diese Absicht durch die Ernemiung de« Grafen Royff zum wirklichen Ministerpräsidenten nicht be rührt werden sollte, bestätigt der „Reichs- und Staats Anzeiger" mit dem H nweise, wie die jüngste Aller höchste Entschließung vor Allem darauf beruhe, daß gerade Graf Roon nach seiner "bisherigen Gesammt- wuksamkett und nach seiner persönlichen VertrauenS- stelliing zu dem Fürsten v. Bismarck die Bürgschaft gebe , daß er auch unter eigehän Namen und unter eigener Verantwortung, aber unter Verzicht auf eine großartige felbjtäntige Handhabung deS Steuerruders, tu Wahrheit die Politik des Reichskanzlers in Uebcn einftimmuiig mit dessen Sinn und Geist ist jeder Be­ziehung fortsühren werde. “ " V' /;

Aus den Erklärungen des Minister« des Zttnern geht weiter hervor, daß das Ministerium Roon auch in den innere'y preußischen Angelegenheiten die Wege, welche unter dem Ministerium Bismarck betreten wor­den sind, eonsequent und fest verfolgen will.

Ueber die Stellung des Grafen v. Roon zu den inneren Rrformsragen waren auf Anlaß der Vorgänge der letzten Wochen vielfach irrthümliche Meinungen verbreitet werten; derselbe war namentlich als Gegner oer neuen Kreisordnung und der durch dieselbe an- gcbahuten Emwicktung dargestellt worden.

Zur Widerlegung dieser Annahme konnte der Mi­nister de« Innern auf die Thalsachen Hinweisen, daß Die Beschlüsse über den endgültigen Entwurf der Kreis- orbnung und über die Nothwendigkeit der unveränder­ten Durchführung desselben vom Staats-Ministerium unter dem Vorsitz und unter voller Zustimmung des Grafen von Roon gefaßt und Sr. Majestät dem König unterbreitet worden sind, und daß sodann bei der Wiedereröffnung des Landtages aus dem Munde gt- tabe des Grafen von Roon die feierliche Anküncigung. erfolgte, wie ,M Regierung Sr. Majestät entschlossen, sei, bic Durchführung der bedeutsamen Reform durch

„Ein sehr humaner, liebenswürdiger Herrs" er- , widerte der Feldwebel, nickend. „Noch jung, aber sehr Sorten, hetiebt." f-

Deutsches Reich.

•• Berit», 7. Jan W>e zu erwarten war, Hal man heute im Abgeordnetenhaus vor dem Eintritt in diö Geschäftsordnung sich einige Excursionen in da« Gebiet der ncueften großen Tagesfragen nicht nehmen lassen; die Interpellationen haben sich übrigens in bett Grenzen ruhiger und selbst schonender Kuudgebung Der Urtheile oder diskreter Kritik gehalten und sind Anlaß geworden zu sehr interessanten gewichtigen Er­läuterungen au« dem Mund des Herrn Mtnkster« Grafen Eulenburg, die ihre beruhigende Wirkung auf weitere Kreise nicht verfehlen werden. Wir freuen un« reffen auch, weil unsere Berichte ker letzten Tage da­mit eine authentische Bestättgung erhalten haben. E« ist die« eine Lichtseite de« parlamentarischen Staat«- lebens, daß die wichtigsten Fragen und Interessen da­durch oft auf kürzestem Wege zu einer enttcheivenden fort, „zur HochzeiDwerden wir allesammt nicht geladen. Ein vortrefflicher Wein, Herr Schiffer!"

Der Küppermeister hob sein Gl -S empor mtd be­trachtete die Farbe der duftenden Flüssigkeit.

Er war nachdenklich geworden, die Mittheilungen des Feldwebels hatten einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. .i^r.'iruww

Aber es war doch ein gewaltiger Unterschied zwi- scheu dem Premier Lieutenant von Warndorff und einem Commis Voyageur ohne Stelle f '

Und gerade jetzt trat der, mit dem seine Gedatlken sich so sehr beschäftigten, ein. '•

1 Die Stirn des Küppermeister« zog sich in Falten, es war ja unverschämt, daß der „Windbeutel" sich nicht zurückzog, als er den Gast bemerkte.

Aber die ersten Worte Liebrecht'« besänftigten ihn und befreiten seine Seele von dem Druck, der ^auf ihr lastete. -'Hi'-I

MMMsische Z eitnng.

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täglicb au^: den WkrtMgen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Kpch'sche Buchdruckerei, bbjoaen S2J L«r., durch die

Postümter Sgr. texcl. Bestellgebühr und mcl. Stempelsteuer,, für das Ausland excl. Stempel tt Sgr. - Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 ©an

' Sammtliche Annoneen-Büreaus nehmen Inserate an.. ■ | ' !!■ n

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jii r u. Marburg, Freitag, den 10. Januar.