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Wie es heißt, arbeitet JuleS Favre gegenwärtig an I rein parlamentarischen RegierungSsystem -erklärt Me einer Denkschrift über die r-wffche Frage. Der kurze Dauer seiner wiederholten ministeriellen Thätig-, Gouverncur von Paris, General Ladmirault, uns der feit zur Genüge: persönlich war er ein begabter und

außerhalb; in Aussicht stehen die Bthnhöfe der Beeist» Dresdener und der Berliner Nordbahn, während di zahlreichen Bahnhöfe der Berliner VcrbindungSbahI bekanntlich den nicht geringen Verkehr mit den Vor stavten vermitteln. Berlin wirb jetzt von 634 Straß« durchkreuzt, deren Entfernungen rvirder durch 14 Omnibus und 300 Droschken erster Elaste, jomi 3450 Droschke« zweiter Elaste verkürzt werden. Elw« ireiere Luft und „mehr Licht" in den langgestreckt« Häuserreihen gewähren die 43 officiellen „Plätze" ud Die 5 zu Plätzen degradirler, „Märkte^ welche M Berlinern neoen dem Thiergarten, der Hasenhaide, del Friedrichshain, dem HumboldtSharu, drm Lnstaartt und der Lincenpromenade noch verbleiben. Die Specst Der „Gassen" ist bis aus 16 Exemplare auSgeiiorbci Die sich in ihrem bescheidenen Gewände jedenfalli wohler fühlen, als Die vernachlässigten AschenbrödH welche bis jetzt noch gar keinen Namen tragen. Di den Social-Demokeate» so verhaßte Gattung?per Haus eigenlhümer. hat sich biS zu einer Armee von 14,40 complelirt. Der neueste Adreßkalender umfaßt niä mehr als 14,620 Wohnhäuser, welche jedoch niä weniger als 193,000 Haushaltungen beherbergtei Ucber Die interimistischen. Asyle, wie Baracken ul Arbeitshaus, gibt Der Wohnungsanzeiger, wie Di« schon Der Name besagt, selbstverständlich keine Au4 fünft; hier wohnt Die geplagte Menschheit ganz mß sonst, ohne zu ahnen, Daß ein WohnungS-Eldoradl „WeDdinz" genannt, existirt, wo man noch für eis DurchtchnittSmiethe von 78 Thlr. sein bescheiden« Heim errichten kann. DaS vornehmste Viertel ist «! Dorocheenstgdt, wo für eine Wohnung eiu Durch

haus^ — Heute sollte nach den Weihnachtsferien das Lyceum wieder eröffnet werden. Doch brach diesen Morgen um 5 Uhr Feuer aus, durch welches vier Klassenzimmer gänzlich zerstört wurden. Es gelang, den Brand zu löschen, aber leider ist einer Det Lehrer des Lyceums. Dr. Seeger aus Köln, erstickt.

* KttSIflft. .j 7 > K I

Wien, 5. Jan. Das Ministerium cheS Seußern publicirt in de^ hewigen „Wiener Ztg." eine näch dem neu-sten StaM berichtigte Uebersicht der österr.-nu garifchen ConsularÄnter in säwmtlichen fremden Staaten. Hiernach,ift Oesterreich-Ungarn in Europa durch 30 Generalronsulale^ 58 Consulate, 80 Vice- consulate, 95 Consularagentien, in Afrika durch 4 Generalcouswate, 12 Consulate, 8 Vireconsulate, 29 Consularagentien; in Asien durch 7 Geiieralconsulate, 13 Consulate 9 Vieeconsulate, 25 Consularageutieu; in Amerika durch 5 Eieneralconsulate, 48 Consulate, 13 Viceconsulate, 6 Consularagentien, in Australien durch 4 Consulate repräsentirt.

Paris, 6. Jan. Das osficiöse „Bien Public" enthüll folgende Mittheilung: „Die Straßen von Versailles waren diesen Morgen «le,verlassen und man begegnete noch wenig Depuiirtrn in der Umgebung der Kammern Jndeß konnte man aus dem Wittnbe derer, die sich zuerst emfanden, einige Mittheilungen über den Zustand der Gemürher in den DtpartemenlS und über die Gesinnungen vernehmen, von welchen unsere Ehrbaren bei Wiederaufnahme dieser schwierigen Sitzung beseelt sind. Tie Auflösungsbewegung ist gehemmt, selbst in den Otten, Pie Pr^a^gt.s» die meisten Unterschriften erhalten hat. Aber man' ver sichelt uns, daß sie mit größter Heftigkeit wieder be ginnen wird, wenn irgend ein neuer Conflict zwischen der Dersammlutrg und der Cxecutivgewalt ausbrechen, und wenn besonders die Dreißiger Commission die Versöhnung aufgeben und außerhalb der Botschaft ihren Standpunkt wählen, sollte. Die redliche und klare Politik der Botschaft, sie ist .es. Welche das Land begreift. Uebrigens deutel Alles auf diese Versöhnung hin und man findet heute nur bei den Ultra Radicalen der äußersten Rechten feindselige Gesinnungen gegen die Regierung. Diese sollen, so sagt man, ungeachtet der Warnungen, Die man ihnen gegeirühex,züchtrspart, entschlossen fein, auf dem Wege der Interpellation die römische Frage auf die Tridüne zu bringen. Der Rücktritt des Herrn de Bourgoing soll wohlverstanden den Vorwand zu dieser Intervention bilden, deren ein ziger Beweggrund die Interessen der katholischen Re­ligion nicht allein sein sollen. Wir sind ermächtigt, zu glauben und selbst zu behaupten, daß sich bei dieser Frage feine Mojoriiät bilden wird, um Der Regierung Schach zu bieten, zumal dieselbe den; festest Willen hat, Italien gegenüber die gegenwärtige Politik Frank­reichs aufrecht zu erhalten, welche sie. schon Gelegen- heil halte, vorder Versammlung zu entwickeln, urrd die Herr Tupanloup selbst genöthigt fju. Hefti.- tigend zu erklären. Heule soll in der Kammer' über den Gesetzentwurf Betreffs der Puhlieität Der Sitzuugs berichte, welcher hauptsächlich Die Kammer intereffirt, disculirt werden. Die Linke wird die öffentliche Ab stimmung verlangen und gegen die vyu brr Rechten vorgtschlagenen Leschränkungsmaßregeln votiren." —

„Offiziersbursche, — daS wäre ein Aemicheu he?» - —

„Da lernt er wenigstens Stiesel wichsen und Röcke ausklopfen!» sagteHelene. .. . .. ..

„Das lernt er in der.Compagnie auch, mein Fräulein., aber er hat Dabei einen bequemen Tag. Dicbrenelcment, die Kerle saullenzen, wie die Besen- binder; wenn die Kameraden rxerciren müssen, daß sie schwarz werden, liegen die Herren Burschen zu Hause auf dem Sopha und rauchen, ihres Herr- Cigarren.» ,, .

„Er kann seine eigenen Cigatten rauchen, uiid es ist wahrhaft kein schlechtes Kraul», sagte der Küpper- nuifter, während er dem Feldwebel ein ganzes Bündel hinlegte „Bille, versuchen Sie nur. —"

„Ein ganz famoser Dienst, sage ich Ihnen", fuhr die Mutier Der' Compagnie fort „Morgens Kaffee kochen, Stiefel und Kleidungsstücke putzen, Nachmittags einige AuSgänge besorgen, das ist Alles. Auf dem Marsche fein Gepäck und kein Gewehr, stets ein gutes Quartier,: oabei verschont von jedem Dienst e jeder Wache --»«vaS wollen Sie mehr?"

„Wenn2er das haben könntet" sagte Frau Thervse.

" u.-if." (Fortsetzung folgt.) - m !, .0' :!

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Berlin wirb Wrltstiüt!

Eine neue Illustration zu diesem alten und doch ewig jungen Liebiingsspruch des eingesteifchten Berliners liefert der neueste Wohnungs-Anzeiger, dessen Volumen schon anzeigt, -daß die Reichs - Hauptstadt nachgerade ein ausgewachsenes Kind geworden. Acht Eisenbahn- Höfe sorgen momentan für den Verkehr nach und von

wohlgesinnter Mann.

Newyork, 6. Jan. 8-Gestern hat ein orkanar- liger Sturm die.telegraphischen Leitungen zerstört. Ein undurchdrurglicher Rebel erschwerte und hemmte die Schifffahrt:. — Wie aus Bolioia gemeldet wird, >st der Präsident Morales von seine« eigenen Neffe» erschossen worden.

New Orleans, 6. Jan. Zu Gunsten des Theils Der Legislatur, welchem Warmouth angehört, sind starkbesuchte Meetings abgchaiten worden. Bis zur Definitiven Ausgleichung der Differenz zwischen de« entgegen stehenden Parteien der Legislatur bleiben Die zur AuftechlhalUmg bet Ordnung Dfd|ut c»mman> vitten Truppen confignirt.

Afrika. Ta im vergangen Jahreber Name! Müuziuger's, des -Gouverneurs von Suakiu' um Massowa öfters jfl drn Zeitungen mit Rücksicht auj Abessinien genannt und ihm Die Absicht quf die Ero­berung dieses alten christlichen Landes durch Egypte» unterstellt worden ist, .so wird es Mauchen interefiiren, von ihm selbst zu vernehmen, was fern wahres Pro­gramm in Rücksicht auf das abessinische Hochland ge­wesen ist und. noch ist. Er schrieb am 20. November 1872 aus Massowa an einen Freund in Baden Fol- genbes: „Ihre Zeilen haben mir große Freude ge­macht, um so mehr, da ich daraus sehe, daß Sit meine Handlungsweise im rechten Lichte ansehen. Freilich sind meine Pläne viel bescheidener, als ma» sich dachte. Bvg-s,, Barca, Basen, Die Greuzliiue ein­mal zur Ruhe zu bringen, das war uno ist mein Programm. Ich war uno bin gegen die Eroberung vo, Abessinien, weil ich davon in Der Zukunft eine Gefahr lür Egypten sehe. Ich sehe auS den Zeilungeu, daß dir Sache, tie so einfach ist, merkwürdig verDrehl worben ist und ich bin RegierungsDiener und auch so weit weg daß ich die. öffeiitliche Meinung nicht eineS Bessere» belehren kann. Zuerst machte ,man mich zu einen verkappten Jesuiten, und jetzt zu einem Beförderer bet Sklavenhandels. Ich habe doch in meinem bisherige» Leben gezeigt, daß ich wemg Egoismus habe, nie für Geld arbeitete, aher froh bin, in meinem kurzen Lebe« mitzuhelfeii, wenn etwas Gutes zu thuu ist. Ich Hal» Die Bogos-ExpeDition nicht prooozirt, Da Diese Besitz­nahme von selbst gekommen wäre; ich hätte lieber ii meiner Bemühung, meine Provinzen von Massows und Suakit zu verbessern, fortgefahren; aber da ts Den Befehl bekam, habe ich mich mit Freuden Data» gemacht j. und zum ersten Mal feit langen Jahren ge­nießt die ganze Grenzlinie von Maffowa bis Wol- kail eine ununterbrochene, Ruhe; kein Mord, keß Diebstahl, kein Raubzug, kein Kinderraub ist seitbe« vorgefallen. Ich habe angefangen, Die einheimisch Sclaverei bei Bogos, Hadad u. s. w. adzuichasfett Alle alten BlutfehDen Dieser Stämme sind vergesseii, Die Kunama haben Frieden und ich hoffe, dieses Frit- deuSw-rk werde nicht gestört. Als ich nach Bogo« kam, waren schon fast alle Stämme nach Barka aut gewandert. Meine Ankunft hat sie wieder heimg« bracht und sie so dem Chrislenthume bewahrt. Jl war nickt ein Eroberer, sondern ein Befreier.

Nachher wurde er Barbier, sein früheres Gewerbe war ihm ganz verleidet.» ...

„Und was war.ber Mami früher,?"„/fragte Der

Feldwebel. 1" •• *

„Zuckerbäcker." . ..<■•«

„Na, Da hat er am Ende keinen schlechten Tausch gemacht. Also häS,aüch nicht? Bleibt noch der Küchen Hammel.»' av,n

_a. „Was ist Dash» fragte Helene.

„Verzeihen Sie, so nennen die Soldaten Dpt f£a merad, Der in die Küche commanditt ist. Es ist blasser Neid, wenn sie sich über ihn lustig machen, die Herren Köche sitzen an beit Fleischtöpfen Egyptens, und wer von ihnen dabei nicht fett wird, an Dem ist überhaupt Hopfen und Malz verloren. Eine sehr leichte und angenehme Arbeit, Herr Schiffer, weiter nichts zu thun, als zu rühren und zu spülen —»

5 „Ich kenn's», unterbrach der Küpperindister ihn. „mein Neffe war, bevor er in's Lazareth kam, auf ' eine geraume Zeit in Der Küche beschäftigt So schmierig ist mE selten Jemand begegnet, er troff »on Fett.» n.v.Ss- ..

„Hm — na, bann weiß ich keinenMath Schreiben kann «t auch nicht?f ",i ;;i« ‘ .m n; ?;

„Wenn bie Hände an Bandmeffer unh Schlägel gewöhnt find —" fi. ;■ j . v.-'4;:k t.t :

»3«, ja, Dann geht's mit der Feder nicht mehr. Aber halt, baß ich nicht früher daran gedacht Habel»

Die Familie Des Küppers blickte mit gespannter Erwartung Den Feldwebel an, der jetzt Messer und Gabel, nieberlegte und den letzten Bissen mit J?em In halt eines vollen GlaseS hinunterspülte. „$

Seine Präfect Calmon haben morgen eine Ausammen- kmtft. Es handelt sich um die Frage Betreffs der Errichtung des miliiäriichcu Casinos. — Wie verlautet, roti-t mr deuifche Botschafter diesen Winter noch fünf große Liners geben s daS erste Den fremden Diplo autiux'in Paris, da« zweite dem Botschaflspersonal, daS dütte den Nokabililäten DeS FaubonrgS. Saint Germakn, das vierte den finauciellen Giößen und das fünfte am Geburtstage, des Kaisers. Zum letzteren Diner sollen nur Mitglieder Der deutschen Colvnie ge­laden werden. :i fi» t.

Madrid, 6. Ja». In -einem Ministerrathl wurde» gestern folgende. Beschtüsie gefaßt. Das Ober koinmattdo über bie Truppen in Navarra und den baskischen Provinzen soll dem General Ploriones über tragen werben, der wahrscheinlich noch heute^uf seinen Posten abgehcn wirb. Außerdem sollen alle dispo niblen Mittel zum Ankäufe von Waffen für bie Armee und die FreiwilligemRegimenter verwandt werden, bereu Mobi.machuug in mehreren Provinzen erfolgen wird.. Der Minister bes Innern soll, eine Gesetzes- Vorlage einbringen, betreffend die strengere Aufrechiex Haltung der öffentlichen Oidnung. Dieselbe soll so­gleich in Kraft treten, um den Ruhestöruiigen und AÜfstätideti ein Ziel zu sitzen; von, den zu diesem Zaecke getroffenen Maßregelt, soll de« Cvrteö später Rechenschaft gegeben werden. . .

London, 6 Jan. Kaiser Napoleon ist heute Mittag chlyfoimirl und nochmals der Liihoiriiic unter- worfett worden. Die Operation ging äußerst schwierig vou ei.atten, hatte aber den besten Erfolg, Kranke B.jibu große Schmerzen, auch sind in gewissem

De Cenftitutionsstöruiigen vorhanden, der allge meine Kräft.zustanb blieb jedoch biS jetzt zufri-den stellend. Die „Times bringt folgende Nachrichten über daS Befinden des Kaisers Napvleomc Vor ge­raumer Zeit,, empfand, der ^Kaiser Napoleon locale Symptome sehr heftiger unb beunruhigender Natur. Auf den Vorschlag des Baron Dr. Corv-saet, der, leit tjmm Jahre die Anwesenheit eines vesical Cticulus argwöhnte, unterstützt durch den Rath des Dr. Cotmeau, Der diefe Meinmig theilte, haben zwei Consultationen mit Sir William Gull, Sir James Paget und Sir Henry Thompson stattgeftiiiden. Bei der letztere» Dprielben wurde der Kaiser durch Sir Henry Thompson einer Sonbeuntersuchung unterzogen, welche Das Vor handenseui eines großen Steines — von wahrschein­lich langjähriger Formation eonstatirte. Demgemäß vollzog Sir Henry Thompson am Donnerstag, 2. Ja nuor„ um 3 Uhr Nachmittags, bie erste Opovtztton durch Lithotrstie. , ; .

Kopeuhageo, 4. Jan Am Abend des Neu jahrstg.,eL i>t hier, im Alter von 61 Jahren, bet ftühere Minister, Oberst C. C. Lunbby gestorben. Derselbe war im Jahre 1856 Kriegsminister, im folgenden Jahre einige Monate Minister für Holstein unb Lauenburg unb eern August 1863 bis Aptil 1864, also noch in den ersten Monaten beö letzten bänischen Krieges, Kriegsminister. Die außerordentliche Kurz lebigfeit bes bänischen CabinerS unter dem bamatigen