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dann schnürte er mir mit der steifen hohen Binde den Hals zusammen, daß ich nicht mehr athmen konnte, nur um mir zu zeigen, wie die Halsbinde reglementSmäßig sitzen müf[e. Mohrenelement, ich hab'S ihm nie vergeffen können, daß er mich einen dummen Heuochsen nannte, der noch viel dümmer sei, als er aussehc, aber schließlich habe ich ihm dennoch Dank gewußt für die harte Schule, in der ich Man­ches lernte, was mir später gute Dienste leistete. - Ihr Wohl, mein Fräulein."

Der Feldwebel leerte sein GlaS auf einen Zug und blickte über den Rand desielben den jungen Mann jo Pfiffig an, als ob er ihn damit trösten wolle, daß auch er dies Alles lernen solle, unter seiner persön­lichen Leitung und Obhut.

Der Küppermeister schüttelte da« Haupt und füllte die Gläser wieder.

Nun, der Franz ist ein gescheidter Zunge," sagte er,er wird'« rasch capiren." ,

DaS denke ich auch," fuhr der Feldwebel forl- während er mit der Serviette den Mund wischte, und wenn er'« nicht eapirt »a, drei Tage Mittel, arrest thun der Gesundheit keinen Schaden."

Du lieber Gott!" seufzte die Mutter beklommen.

DaS wärt ja ein« Schänd ei" sagte Helene

Mein Fräulein, ein ordentlicher Soldat muß nach Ablauf seiner Dienstzeit einige Tage im Kasten zugebracht haben."

Könnte man ihm nicht den Dienst erleichtern 3" fragte Frau Therese, sich ein Herz fassend.

Der Feldwebel ließ sich durch diese verfängliche

Frage in fdnet angenehmen und nützlichen Beschäfti­gung nicht stören. . . < < ,;l

Wie meinen Sie das?" erwivttte ift.

Wenn man ihm einen Posten verschaffte," HD der Küppermeister. ,

Hm einen Posten. Zum Beispiel?"

Run, ich Mn darin so genau nicht bewatthSttz aber ich weiß, daß einzelne Soldaten"

Abeommandirt werden, ganz recht.^ heißt, da» kann erst nach vollendeter AuSbildnng geschehen."

Und wie viel Zeit erfordert die Ausbildung?" fragte die Mutter.

Sechs Wochen." ? ind'

Also bis Weihnachten." :.***««* «<*

Ungefähr." " 5tn? "E mu

Und dann?"

Der Feldwebel blickte, während sein vortreffliches Gebiß sich in voller Thäligkeit befand, nachdenklich in das Glas.

Za, dann!" sagte er achselzuckend.Schueider oder Schuster kann er nicht werden, ich fürchte, dazu hat er kein Sitzfleisch." , r,.

Nein, wahrhaftig nicht," fiel Franz ihm in» Wort,aber Küppergesrlle* " <- -

Lieber Freund, wir haben keine Weinkeller und unsere Pulvertonnen beziehen wir fertig. Aber Laza- rethgehülfe, das wäre so etwa»."

Um Gottes willen, nur das nichts* sagte Frau Therese hastig.Ein Neffe meine» Manne« war La- zarethgehülfe, er freute sich immer darauf, wenn ein Kamerad starb, der Experimente wegen, wie er sagt«.

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»He? Weil Sie'« nicht kennen! Bomben und Granaten, wenn wir zum Manöver auSrücken und schmuckes Mädel im Quartier ist verzeihen ®ie, mein Fräulein, ich denke da etwas lebhaft an «eine eigene Jugendzeit. Ach ja, es ist schon lange her, aber ich erinnere mich noch sehr genau, daß der «apitän d'ArmeS mit einem Wafsinrock meinen Schäkel "chr derb b.-arbeitete, weil derselbe nicht glauben

daß dieser Rock mir so vortrefflich passe. Und

gewöhnliche Ministergehalt bezieht und zu beziehen be­rechtigt ist. Dasselbe Blatt persiflirt VieRussische Börsenzeitung", welche gesagt hat, daß der Rücktritt

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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und ' - Postämter 27 K«r. lexcl. Bestcllzebahr «nd ind.

Deutsche« Reich.

Berlin, 7. Jan. Heber das Befinden Sr. Kasiert. Hoheit de« 'Kronprinzen können wir nach vertäsfigen Angaben die erfreulichsten Mittheilungen machen. Der Kronprinz fühlt sich von Tag zu Tag kräftiger und wohler und hat in keiner Weise unter Nachwirkung seiner Krankheit zu leiden. Ganz be sonders wohlthätig wirkt auf den hohen Reeonvale«- centen die Ruhe und Zurückgezogenheit, in weichet er zu Wiesbaden lebt. Bon dort wirb der Kronprinz gleich nach dem 20. Februar hierher zurückkehren. Die drei ältesten kronprinzlichrn Kinder sind bereit« hierher zurückgekehit, weil in ihren Unterrichtsstunden eine längere Unterbrechung nicht ein treten soll. Nach offieiöfe» Mittheilungen hätte in den Ministerial- Sitzungen der letzten Tage die Frage über die künftige Politik des Ministeriums den hervorragendsten Gegen­stand der Berathnng gebildet. Hiernach scheint die Aufstellung eines Programms erfolgt zu fein, so daß erhellt, daß man auch in Regierungskreisen die Situ ation nicht anders auffaßt, als daß man eben neuen RegierungSprineipien entgegensieht. Sind wir recht unterrichtet, so wärm, abgesehen von dem landwtrth schastlichen Steuert, für jetzt weitere Aenderungen im Ministerium nicht zu erwarten; gegentheilige Gerüchte sind ohne Anhalt, dagegm erhält sich die Angabe daß das Verbleiben de« Finanzminister« Camphausen an seinem Platze von dem Zustandekommen der Steuer­vorlage abhängig gemacht ist. Wir hören, daß der Finanzminister zur Verständigung Über die Vorlage die Hand bieten will, doch an beim Grunkprineipien nach wie vor festhatten wird. Unter solchen Umständen wünschen wir um so mehr , daß dir Berständigungs- Bemühungen nicht erfolglos bleiben.

DieRordd. AUgem. Ztg." bringt eine offi-

lg- en er u ür ibe as 45 in. Uh en er- is-

1873

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auf die Oderhesstsche Zei- SÖCfrCUllllljt n tuns, erstes Quartal 1873, Werden von allen Postanstatten angenommen. Ans dem Lande nehmen auch die Postboten Bestellungen an.

Marburg, Donnerstag, den 9. Januar.

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Dio Bauernfäitger.

Novelle von Ewald August König.--' < Forst etzung.) '>

»So sagt man," erwiederte er, während er sich «it Gabel und Msser zum Angriff rüstete,aber " ®ir soll eine feurige Bombe in den Magen fahrm, wenn's wahr ist. Ra, ja, stehen UNd gehen muß der junge Herr lernen, und e« kostet manchen Schweißtropfen, .1 bevor er eS kann' aber dafür bilden wir auch den fikifsten Bauer, wenn's fein muß, zum Seiltänzer aus. , Mohrenelement, Sie werden erstaunen, wenn Sie ihn nach vier Wochen Wiedersehen Brust heraus, Kopf in die Höhe, Sapperment, ein tüchtiger Soldat ist innner ein ganzer Kerl. Was meinen Sie dazu, mein 1 Fräulein?"

»E« hat Alles seine zwei Seiten," erwiderte Helene.

vom Feuer verzehrt worden. Es fehlt also jede« authentische Perzeichniß der schwebenden Prozeffe unh jeder Nachweis über die Stadien, welche diese Pro­zesse schon durchlaufen haben. Ja, eine Anzahl bereit« mündlich publieirter Prozetzurtheile ist noch nicht schriftlich abgesaßt und kann, da die betreffeifteft fielen fehlen, auch nicht mehr abgefaßt werben.

Eckernförde, 4. Jan. TieE Z." erfährt, daß bei der demnächstigen Bertheilung der dem hiesigen Umerftützungseomitö nunmehr zur Verfügung stehenden Gelder im Betrage vom 25,000 Thlr. ?/«, des Ge- sammtschadens gezahlt werden, so daß demnach die Geschädigten zur Hälfte ihres Verluste« gedeckt seist werden. Die mehr Begüterten bleiben auch dieSUutl von einer Entschädigung auSgeschloffen.

Au- Thüringen, 5. Jan. Jede« JnfantSriS- Regimrnt deS XI. ArmeecorpS hat jetzt zum Bataillon 12 Rekruten aus dem Elsaß erhalten, welche unter die einzelnen Cowpagnien gleichmäßig vertheilt mürben. Eben so erhielten alle Cavallerie-Regimenter bief« ArmeecorpS elsässische Rekruten. Berhältnißmäßig seht viele Rekruten au« dem Elsaß wurden der Garde und bsonders auch der Garde-Cavallcrie zugewiesen, zu welchen Truppengattungen zu kommen sie auch einen besonderen Wunsch äußerten. Fast sämmtliche Rekruten au« dem Elsaß sprechen und verstehen ganz geläufig Deutsch und sind körperlich kräftige und Habei willige und tüchtige Leute.

Stuttgart, 7. Jan. Ist der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer beantwortete der Finanzmi- nister v. Renner eine Interpellation deS Adg. Mohl dahin, daß bet Entwurf eines neuen Berggesetzes, welche« der Privatindustrie weiteren Spielraum ge­währe, gegenwärtig der Berathunz deS geheimen Rath« Unterliege. Die Kammer begann daraus die Berathung des EinführungSgesetzes zum Reichsgesetz über den Unterstützungswohnsitz

Nürnberg, 7. Jan. Gegen dest Abg. Pfarrer Mähr zu Ebermannstadt und dm Caplan Körber zu Bamberg ist auf Grund der Kanzel-Strafparazraphest Untersuchung eingeleitet.

Straßburg, 6. Jan. Gestern wurde die neux deutsche Loge durch den Vertreter der Großloge vost Bayreuth, Herrn Geh. Rath Dr. Bluntschli von- delberg, eröffnet. Die Feierlichkeit, welcher zahlreiche Gäste aus Baden anwohnten, begann um 12 Uhr und schloß um 3 Uhr, worauf ein Festessen folgte. Die neue Loge befandet sich im ehemaligen Jesuiten

Natürlich," fuhr der Feldwebel fort, während er in der Schüssel, welche Frau Therese ihm reichte, eine gewaltige Verheerung anrichtete,auch das SoldatmZ 'kben hat eine lustige Seite."

«Ich wollte herzlich gern darauf verzichten," meinte Franz schüchtern.

deö Fürsten Bismarck vom preußischen Ministerprä- sidium und die Konten tration seiner staatsmännischrn Kraft auf die deutschen Angelegenheiten eine Vermin derung bar Macht und deö Einfluffes des deutschen Reichskanzlers bedeute. ' Die Verleihung des schwarzen Adler-Orden- in Brillanten an den Fürsten Bismarck, sowie der Erlaß ast baS Staatsministerium vom 1. Januar, durch welchen der König in Verfolg des Erlaffcs vom 21. Deeember v. I. an Stelle des Fürsten Hismaick den Grasen Roon zuck Ministerpräsidenten ernennt und dem Ministerium aufgibt, wegen der Re gnlirung der bezüglichen EtatSverhältniffe werden nun­mehr auch vomReichsanzeiger" publicirt. Der Spenerfchen Zeitung" zufolge ist der Abgeordnete v Sancken-Julienfelde am 7. d. gestorben. Demselben Blatte zufolge hat vorgestern Fürst Bismarck " eine längere Unterredung mit dem hessischen Minister-Prä sioenten Hofmann gehabt. 1

Pofen, 7. Januar. Die Rathskammer des hiesigen KreiSgerichlS Hal auf den bezüglichen Antrag der Staatsanwaltschaft dem Vernehmen nach beschloffen, daß, wenn auch die in Folge Abdrucks der päpstlichen Alloeution verfügte Beschlagnahme hiesiger Zeitungen wegen Verbreitnng unrichtiger Thatsachen objektiv ge­rechtfertigt erscheine, zu einem weiteren strafrechtlichen Verfahren gegen die betreffenden Redakteure ein Grund dennoch nicht vorliege.

A. Jan. Heute Vormittag beim Ab­gänge eines Zuges vom hiesigen Personenbahnhöfe warf sich ein junger Mann von etwa 17 Jahren plötzlich vor die Lokomotive, so daß die Räder der selben über seinen Hals hiniveggingen und er seinen Tod sofort fand. Durch polizeiliche Ermittlung ist festgestellt, daß der Getödtete der Büchsenlnacherlchr- ling Max Freytag aus Frankfurt a. d. O. ist, der uach Verübung einer Unterschlagung von dort flüchtig geworden war und sich hier bei Verwandten aufhielt.

Elbing, 30. Dec. Im hiesigen Gerichtsgebäude ist Feuer gewesen, über dessen Folgen man derDanz. Ztg" Folgendes berichtet: Die Rachtheile, welche' dem Processe führenden Publikum durch den vorgestrigen großen Brand in unserem Gerichtsgebäude erwachsen, sind noch viel umfassender, als schon auS der Ver­nichtung der Proceßacten in fast allen SnbhastationS-. ConcurS- und sonstigen Sachen von einem Weilhe über-50 Thater, so wie der denselben theilweise bei gefügten Original-Urkunden geschloffen werden muß Denn auch die Prozeßliste und das Journal sind

ObeMsische gemnyg

Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Kochfche Buchdruckerei) bezogen 221 Tgr., durch hie" Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. -e Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an. | * i . -.m J . »k -ufii»»

zu« cielle Berichtigung deS Kriegsministeriums in Betreff icigt der von den Zeitungen gebrachten Angaben über die lern, Gehaltsbezüge des Grafen Roon. Die Berichtigung resst lagt, daß Graf Roon weder als Feldmarschall noch [54 als Ministerpräsident irgendwelche Vermehrung seines Diensteinkommens erfährt, sondern nach wie vor das