bet von den Ueberfchüssen auS den Bädern des Regierungsbezirks Wiesbaden an Kassel und Hannover zu leistenden Zuschüssen ergibt sich noch ein Ueber- schutz für die Slaatseasse von im Ganzen 175,644 Thalern. ”
Bon«, 5. Jan. Der von den drei Edelleuten im Name» der hiesigen Wanderversammlung beb Mainzer Katholikenvereins abgesandte telegraphische Dank für die päpstliche Alloeution ist, wie wohl nicht anders zu erwarten war, Veranlassung zu einer Gegendemonstration geworden. Ein von einer Anzahl ge achleler Männer aller Confessionen, Parteien und Stände unterzeichneter, in der „Bonner Zeitung" ge drucktet und an den Straßenecken angehesleler Aulrus lud diejenigen, welche mit jenem Telegramm nicht einverstanden seien, aus heute Nachmittag zu einer Versammlung in der Beethovenhalle ein. Diese war den» auch zur festgesetzten Stunde gefüllt, fehlten auch die Bauern, welche bei der neulichen Versammlung ein starkes Contingeut geliefert, so war dafür der Kern der Bonner Bürgerschaft um so stärker bei treten. Nach bereden und warmen Ansprachen des Advocat Anwalt Wrede und deS Professor v. SybU genehmigte die Versammlung einstimmig eine von einem Comilv entworfene Ad risse an den Kaiser, welche einige Tage zur Unterzeichnung aufliegen unb dann obgesandl werden soll. Die Versammlung trennte sich nach einem von Herrn Wrede ausgebrachten begeisterten Hoch aus den Deutschen Kaiser.
Darmstadt, 6. Jan. Die Zeitungsnachricht, daß die Weinst-uer in Hessen aufgehoben werden solle, entbehrt, d«m Vernehmen nach, der Begründung. Auch von Veihandlungen über die Abtretung der Main- Weserbahn an Preußen ist in unterrichteten Kreisen nichts bekannt.
Aus Elsass-Lothringen, 4. Ja». In Kehl nbet nächsten Mittwoch den 8. Jannuar eine Verstümmlung von Volksfchullehrern des rechten und linken
schheinufers zur Besprechung behufs der Anbahnung einer collegialischen Verbindung statt. Hoffen und wünschen wir, daß die Ergebnisse dieser ersten Ver sammlung für die Zukunft eines zu gründenden eljäfsifch-badischen Lehrerbundes ermuthigend feien. — In welch leichtfertiger Weife oft über unsere Zu sräiide und Verhältnisse berichtet wird, toim man u A. auch aus einer neulichen, in mehrere Blätter übergegangenen Correspondenz eines schlestscheii Blattes entnehmen, wonach „die rücknändigen Gebühren für EifindiMgspatente unter Androhung von Strafen bis zu 1000 Thlrn. beigelrieben würden." Würde der beinffende Berichterstatter sich die Mühe genommen haben, über diese Angelegenheit genaue Erkundigung einzuziehen, dann Hane ihm jeder einfache Handwerker mittheilen können, daß es nach dem auch bei uns geltenden französischen Patentgefetze gar keine „rückständigen Gebühren" geben kann, weil ein Zwang, die Gebühren zu bezahlen, gar dicht besteht, sondern jedes Patent eben nur so lange Geltung hat, als bi-
dafür angesetzten JahreSgebühren entrichtet werde». Es ist immer gut, wenn man derartige Unrichtigkeiten ins wahre Lickt stellt, denn eS gibt bei uns Leute, die aus verschiedenen Ursachen es sick zur Aufgabe machen, die meiftenS aus den bestehende» unfertige» Verhältnisse» herrührenden Mängel unserer Verwal iung hervorzusuchen und phantastisch vergrößert in die Welt hinauszuposannen. -
Ausland.
Wien, 4. Jan. Graf Beust hatte am 2. Januar eine Audienz beim Kaiser, in welcher er, wie daS „Neue Wiener Tagblatt" erfährt, um seine Enthebung vom Boischaslerposten in London nachsuckte. — Tie „Bo- h>m>a" bringt in einer osficiöien Eorrespondenz Mit- lheilungen über den Wahlresoim - Entwurf, der nun cifiiiitio am 15 Januar dem Abgeordnetenhause vorgelegt werden soll. Für Böhmen wurde im Entwürfe die Hahl von 90, für Mähre» 34, für Kär the» 8, für Dalmatien 8 und für Tyrol 17 Reichsratbs-Ab geordneten in Aussicht genommen. ■ Die böhmische» ReichSräthe jollen in der Weise vermehrt werde», daß der Großgrundbesitz 22, die Landgemeinde» 28 und die Städte 40 Vertreter erhalten. Die Stadt Prag soll künsiighiu drei Abgeordnete wählen, und zwar werden die Altstadt und Neustadt jx einen, die Armfeile, der Htadschin und die Josephstadt zusammen einen Wahlbezirk bilden.
Bern, 6 Jan, Ter päpstliche Nuntius hat Dem Bundesraihe eine Note überreicht, worin et darüber Beschwerde führt, daß die Genfer Regierung feinen Protest gegen die von ihr gefaßten Beschlüsse und Verfügungen, belr.ffeud die bekannte kirchliche Ange tegenheit, nicht beantwortet habe.
Paris, 5 Januar. Es Heißt, daß Herr de Corc»ll s Der Träger einer Art von U ti natum des PapfieS ist, d. h. Herr» Thiers die Bedingungen über bringt, unter welchen der Papst seinen Anhängern in Frankreich den Befehl- zukommen lassen will, sich vor der Hand ruhig zu verhalten und nicht zu versuchen,
die Regierung Frankreichs zu stürzen. Der Papst verlangt, daß Frankreich gegen die Expropriation der lömisaeu Klöster Einsprache erhebt. Wenn eS zu den Interpellationen über den Fall Bvurgoing kommt, so wird diese Frage ebenfalls zur Sprache gebracht werden. — Herr de Gouiard, der Minister des Innern, will in Zukunft die offieiöse Presse selbst injpiriren und verlangt, daß die Redaeteure derselben nicht mehr ihre Jnstiuctiomn bei Bartholomy Saint Hilaire, sondern auf dem Ministerium des Innern holen. B-i Du sauie's gestrigem Empfange hatte sich die „Giene" der reaclionären Deputirten, wie de Broglie, Balbie und Vicomte de Meaux eingcfunben, ba dieselben glauben, daß sie, falls es zu einem Bruche mit ThierS kommt, auf ihn zählen können. Den rcyalistiichen Blättern gefällt eS nickt, baß sich bei dem Empfange des Seine-Ptäfecien die republikanischen und rooicalen L epulirten, und zwar mit Gamdetta an der Spitze, eingestellt haben. De republikanischen und rarkalen
Deputirten, welche bei Calmon erschienen, waren fast alle Deputirte des Seine-Departements, unb sie blieben von dem Empfange nickt weg, weil man dies für eine Demonstration gegen Thiers hätte auslegen müssen und sie dis jetzt nicht den geringsten Grund haben, eine solche zu machen — Morgen kommt der Gesetzentwurf zur Verhandlung, welcher den Jouitialen einen oisiciellen Bericht aufzwingt. Es ist jedoch keineswegs sicher, daß das Gesetz durchgehen wird. Die ganze Linke (linkes Gentrum, gemäßigte Linke und äußerste Linke) wird gegen dasselbe stimmen, da sie eS als eine Verletzung der Preßfreiheit betrachtet. Die Discufsion über die Vorlage Betreffs der 7 Reorganisation des Oder-Raches des öffentlichen Unterrichts beginnt nächsten Donnerstag. Der Antrag geht von de Broglie, Saint Marc Girardi» u. s. w. auS. Der Unterrichts-Minister beschränkt sich darauf, die Aufrechterhaltung des Status quo zu verlangen.
Lissabon, 3. Jan. Die Parlamentssefsivn ist gestern eröffnet worden. In der Thronrede wird zu erst der Finanzreform geduckt, durch welche ein vollständiges Gleickgewicht der Einnahmen und Ausgabe» des Staatshaushalts erzielt sei, unb mit Befriedigung wird daraus Hingewiefeu, daß der allgemeine Wohlstand deS Landes sichtlich zunehme, was wesentlich der tm ganzen Königreiche herrschenden Ruhe und Dem Mißlingen der angezettelten Verschwörung zu- zuschreibett sei. Die vor einigen Monaten auSgebro- chenen unbedeutende» Unruhen hätte» irgend welche erhebliche Störungen nicht hervorgerufew und seien bese.tigt, ohne baß eine Suspension cer verfassungsmäßig verbürgten Freiheiten erforderlich gewesen wäre. I» den Handels- und Gredjivethältnifseit so wie auf oem Gedstte der Landwirthschaft unb Industrie mache sich ein allgemeiner Aufschwung bemerkbar. Die Re- gierung rechne für ihre Maßnahmen auf die Unttr- ftutzung dey beiden Häuser des Parlaments, und de- tiachte als die ihr zunächst liegende Aufgabe, die Eitenbahulinien in den nördlichen Provinzen Minho und Beira auszubauen, durch deren Vollendung die kürzeste Verbindung zwischen Lissabon und Frankreich und damit zwischen Portugal und dem ganze» europäischen Staateiicomplex Hergest-Ut sein werbe. Die Regierung hat bie Mehrheit in beiden Kammern; b-i ber Wahl bes Präsidenten und ces Vicipräsidenten DeS EoitgresseS siegte» die von ihr begünstigte» Garn Dibateit
London, 6 Jan. Der Gesundhestszustanb Na- pel vu's ist befriedigend, doch war die Nacht weniger ruhig. Die zweite Operation wird wahrfcheinlich in dingen Tagen stattfinden. — „Dai.y News" hat Nachrichten auS Petersburg, baß ber englische Gonsul nach London berufen woroen fei, um mit dem Ministerium über bie von Ruß-j»nb tB iGentral Asien eingenommene Stillung zu fprechen. Die feste Sprache Englands soll in Petersburg einigen Eindruck gemacht habe«.
Petersburg, 28. Dec. Tie Spannung zwischen
„Ich hatte das erwartet", erwiderte Helene leise. „Er wird sich auch nicht bewegen lassen, diesen Entschluß zu ändern."
„Und ich glaube, eS ist besser, wenn wir ihm den Willen lassen; wenn Liebrecht Deine Liebe erwidert, wofür Du ja noch keine Beweise hast —"
„Ich habe sie, Mutter."
Frau Theres« blickte betroffen daS Mädchen an, welches errölhenv die Wimpern senkte.
„Er hat sich erklärt?" fragte sie.
„Ja, ich fand heute Nachmittag in feinem Zimmer ein an mich adressirtes Brieschen —"
„Girb her."
Frau Therese war so glücklich, »och keiner Brille zu bedürfen, sie laS rasch die. wenige» Zellen und nickte befriedigend mit dem Kopie.
„Morgen früh will er Deine Antwort hören," sagte sie nachdenklich. „Hm, ich weiß nicht, Helene, wozu ich Dir rathen soll, der Vater hat freilich Recht, wenn er behauptet, der junge Herr b,sitze nichts —
„Mutter, hatte denn der Vater Vermögen, als er heirathete?"
„Nein, liebes Kind, ober er war fleißig, strebf im und geschickt." i
„Ist Herr Liebrecht daS nicht auch?"
„Ich weiß es nicht, der Vater sagt, er sei ei» Windbeutel, der keine Lust zur Arbeit habe."
„Der Vater hat einen Groll gegen ihn." , 7
„Ja, ja, — aber —"
„H,rr Liebrecht sucht eine Stelle, er bemüht sich ja vvm Morgen bis zum Abend darum."
„Hat er Dir das gesagt?"
„Ja.-
, "fRun, Du mußt es wissen, ich kann und. darf Dir nicht rachen. Dein Herz wird am besten Die sagen, welche Antwort Du ihm geben sollst."/-
„Unb wenn er auck arm ist, er ist ein sehr ge- bildeter unb kenntnißrcicher Mann, und eS ist doch immer angenehmer, die Frau eines Kaufmanns zu jein, als einen Handwerker zu heirathen "
Frau Therese schüiteltc mit einer Miene ernster Mißbilligung den Kopf.
„Das sind thönchte Ideen, liebes Kind," sagte sie, „wenn sie Dich bei Deinem Entschlüsse leit-n, so —" ... '..
„Nein Mutter, sie leiten mich nickt."
„Ich wiederhole Dir, sie sind thöricht. . Niemand soll sich über s ine» Siand erheben, denn das thui nimmer gut. Sprich vernünftig mit ihm, er soll sticken, bald- eine Stelle zu erhallen, um wenn möglich s-ldst- ftänbig zu werben, bann wird der Vater ihm nicht mehr grollen. Aber Du mußt wieder heiter werden, Kmd, Deine Verftimmnng und Schweigsamkeit machen von Vater verdrießlich und beteiligen seinen Gioll g-gen Liebrecht, der ja bie Ursache dieser Verstimmung ist. >
„Ich will's versuchen, Mutter." .
„Thue daS und Du sollst sehen, daß der Vater bald andere Saiten auszieht, zumal, wenn Herr Liebrecht ihm beweist, daß er ernstlich strebt, vorwärts zu kommen."
Die Rückkehr des Küppermeisters brach die Unter Haltung ab.
Peter Schiffer mochte ahnen, über welches Thema Mutter und Tochter gefprochen halten, et zog bu Slirn gewaltig irr Falten und warf seiner Frau einen bitterbösen Blick zu
„Nun wär'S mir lieb, wenn Franz und der Herr Feldwebel sich recht bald einfänben," sagte er, „es ist bereits acht Uhr und der Abend verstreicht rasch."
Frau Therefe erhob sich unb legte den Strick strumpf hin, Stimmen im Hausflur kündete» den er warteten Gast an.
Der Küppermeister öffnet«^ die Thür unb äufj-rte feine Freuoe, de» Herrn Feldwebel in seiner bescheidenen Wohnung empfangen zu können, worauf ber Feldwebel Die beiden Damen begrüßte und sie f-ine» lebhaften Dankes für die ihm erwiesene Ehre »er« sicherte. -
Dan» gürtete er den Degen »b und mit sicht« barem Wohlbehagen musterte er Die wohlbesitzie Tafel
Er protestirte Dagegen, Daß er den Ehrenplatz i» Sorgennuhl einnehme» solle, aber Peier Schiffer und Frau Therese ließen den Protest nicht gelten und ,\ian; schob b-m zukünftigen Vorgesetzten den schwere« Sess-l fo triftig in die Kniekehlen, daß die Mutter der Gompagnie hiiuinfallen mußte. i
„Bitte um Entschnidigung," saglei Frau Theres«, d-m Sohne einen veiweifenden Blick zuwerfend, er iß etwas unbeholfen, aber er meint’« gut."
• Der Feldwebel strich den buschigen. Schnurrbart und lächelte.
„Wird sich schon machen, Madame," erwiderte er, „Mohren und Granaten, bet uns lernt er noch Manches."
Der Küppermeister ergriff DaS große Messer »8 den Braten zu zerlegen, er winkte feinem Sohne, bst Gläser zu füllen.
„Lernen!" jagte er in einem Tone, ber beutlii verrieth, daß die Antwort DeS Feldwebels ihm keilst angenehme Aussichten eröffnete. „Himmel alle W-fl für fein Handwetk weiß der Junge genug, deshast könnte er schon diese Schule entbehren."
„Und eS ist eine Hane Schule!" fügte Frau Therkß seufzend hinzu.
Franz nickte bestätigend, Helene blickte erwartung»' voll ten ßtlbivebel an, ber seine Unison i öffnete uu* einen Zipfel ber Serviette hinter bie Halsbinde steckN
• ?. (Fortsetzung folat.}
. ! ------------- u V a* «
Rußlo in Gei heil u menije icorcei gelteig niäiiN W heiligt anegei Rubel regeln einen und i Befehl woroe i turne Bifchii Pani- b-m Bulgo erklär ökmne »Phy unben des -i) rung halb i eine i
L Gespt wüind Aus« Ausfii er we lulu । mnbei zu ad Vorth rücksic Aemi Jatne
g über »Den dnrch hat. unhei zugest Thlr. Dopp ftatici Darsi Topp statio also dieser Gefell Scka! finth Mögt für l D uti Gute nut i Sckif erretti
3 lautet Baun leid Stadl lieber nahm Halter in d- bat, i nahm leid, Mitti Betro übern nach weudi schi» Ihr i fckrei und den 1 ein N Ausd Perfc dertii kostbc unb ! HUW